Basel/Schweiz, 01.12.2013/APD   Beim Symposium vom 29. November zu überwindbaren Krankheiten am Novartis-Hauptsitz in Basel bekräftigte der Geschäftsführer des Pharmaunternehmens, Joseph Jimenez, das Ziel, Lepra für immer zu bannen, wie die Evangelische Lepra-Mission Schweiz mitteilte. „Noch immer ist Lepra ein tiefer Einschnitt ins Leben. Doch es ist eine heilbare Krankheit. Unser Ziel ist es, dass Lepra nicht mehr existiert“, so Jimenez. Laut Hilfswerk gebe Novartis die Lepra-Medikamente kostenlos ab.

Lepra wäre heilbar, und die Anzahl Neuerkrankter sei weltweit jährlich auf 250.000 Fälle gesunken. Doch die letzte Meile zur Ausrottung der Krankheit gestalte sich am schwierigsten, teilte Ann Aerts, Leiterin der „Novartis Foundation“, mit. Das Problem bestehe darin, so Cairns Smith, Professor an der schottischen Universität Aberdeen und Präsident der Lepra-Mission, dass die Krankheit eine Inkubationszeit von bis zu zehn Jahren habe. In dieser Zeit könnten andere Menschen angesteckt werden. Deshalb würden in Asien, Afrika und Südamerika Profilaxe-Pilotversuche mit Angehörigen und Nachbarn laufen.

Wichtig sei zudem die Aufklärung besonders in Gegenden, in denen Menschen arm seien, so Professor Smith. „Noch immer verstecken mancherorts die Betroffenen ihr Leiden, weil es in diesen Gegenden weiterhin als Fluch der Götter dargestellt wird und der Ausschluss aus der Gesellschaft droht.“

Die drei entscheidenden Punkte zur Eliminierung der Krankheit seien laut Smith: Die Früherkennung sowie deren umgehende Behandlung, die Profilaxe, die nun getestet werde, und die Entwickelung von Impfstoffen.

Die Medikamente aus Basel würden an die Weltgesundheitsorganisation WHO geliefert und gelangten von dort an die Landesregierungen. Diese würden sie an die Fachleute abgeben, welche die Krankheit bekämpften. In Ländern, wie Indien oder Bangladesch, geschehe das in weiten Landesteilen durch die Lepra-Mission, heißt es in deren Medienmitteilung. „Wir übernehmen die Feinverteilung. Dass die Medikamente kostenlos sind, ist sehr wertvoll“, sagte Markus Freudiger, stellvertretender Geschäftsführer der Lepra-Mission Schweiz. Aufwändig sei auch die Arbeit vor Ort. Es müssten in ländlichen Gegenden „akribisch nach Betroffenen gesucht sowie ihre Wunden und Geschwüre teils über Monate gepflegt werden“.

Das Bakterium, welches Lepra verursache, könne mit einer rund sechs bis zwölfmonatigen Antibiotika-Behandlung vollständig aus dem Körper entfernt werden. Lepra sei heilbar, der Folgeschaden aber nicht. Bereits vorhandene Behinderungen blieben. Bei einem geschädigten Nervensystem komme etwa das verlorene Gefühl in den Händen oder Füssen nicht mehr zurück. In Zentren der Lepra-Mission entwürfen die Betroffenen ihr Leben neu und lernten beispielsweise, einen Topf immer mit einem Schutz anzufassen, da sie mit ihren gefühllosen Fingern nicht bemerken würden, dass sie sich am heißen Metall verbrennten.

Die Lepra-Mission engagiert sich als christliche Entwicklungsorganisation im Kampf gegen die Ursachen und Folgen von Lepra. Sie unterstützt seit mehr als 100 Jahren Krankenhäuser, Ausbildungszentren, Präventions-, Selbsthilfe- und Rehabilitationsprojekte. Die Lepra-Mission ist in rund 30 Ländern tätig, vorwiegend in Indien, Südostasien und Afrika. Ihre Hilfe erreicht mehrere Millionen Menschen in Armut, bringt ihnen Hoffnung und verändert ihr Leben. Die Schweizer Lepra-Mission mit Sitz in Herzogenbuchsee, Kanton Bern, setzt ihren Schwerpunkt auf die Arbeit in Indien, Bangladesch, Nepal, DR Kongo und Niger. Das Schweizer Hilfswerk gab für diese Projektarbeit im letzten Jahr 1,053 Millionen Schweizer Franken (854.000 Euro) aus.
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