Länderschwerpunkt Arabische Halbinsel

Hannover, 31.01.2014/APD   Wie in den vergangenen Jahren, empfiehlt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch 2014 wieder allen evangelischen Kirchengemeinden, am 2. Sonntag der Passionszeit (Reminiszere), nämlich am 16. März, für bedrängte und verfolgte Christen in der Welt zu beten. In dem dazu herausgegebenen Materialheft wird besonders auf die Lage von Christen und christlichen Minderheiten auf der Arabischen Halbinsel eingegangen.

Nachdem der Islam in der Spätantike Judentum und Christentum von der Arabischen Halbinsel verdrängt hatte, ist vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese Landschaft abwechslungsreicher geworden, zunächst durch die britische Kolonialpolitik: An vielen Standorten der Region wurden anglikanische Gemeinden eingerichtet und Kirchen gebaut. Mit dem Ausbau der Öl- und Erdgasindustrie kamen zahlreiche Ausländer in die Region, die mittlerweile in manchen der Golf-Staaten über 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Die Staaten der Arabischen Halbinsel gehen mit dieser neuen Vielfalt unterschiedlich um: Die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten sind in Kuwait andere als im Jemen, in Oman andere als in Bahrain, und in Saudi-Arabien wiederum andere als in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Teilstaaten ebenfalls unterschiedliche Wege gehen. Die Spannbreite reicht von strikter Ablehnung, ja dem strengen Verbot von allem, was als nicht-muslimisch gilt, bis hin zu einer regulierenden Toleranz. So gibt es in vielen Golfstaaten inzwischen christliche Kirchengemeinden und auch Kirchengebäude. Dort, wo diese Toleranz geübt wird, richtet sie sich aber deutlich an Menschen, die sich in der Regel als „Gastarbeiter“ im Land aufhalten. Dennoch geht die Zahl der Christen leicht in die Zehntausende: in der Mehrzahl Christen aus Indien, Sri Lanka, Indonesien und den Philippinen.

In der gesamten Region ist Muslimen der Religionswechsel verboten mit der Konsequenz, dass Nichtmuslimen die Religionsausübung – wenn überhaupt – nur an vorgeschriebenen Orten gestattet ist. Wahrnehmbare Veranstaltungen, wie öffentliche Gottesdienste oder Prozessionen, sind nicht erlaubt. Mit der Fürbitte zu „Reminiszere“ könnten evangelische Kirchengemeinden in Deutschland Anteil an den schwierigen Bedingungen ihrer Glaubensgeschwister in der Region nehmen, so die EKD.

Die Materialhilfe, die in Kooperation mit dem Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW), dem Berliner Missionswerk und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erarbeitet wurde, enthält Basisinformationen zu ausgewählten Ländern der Arabischen Halbinsel und bietet Gestaltungshilfen für Gottesdienste. Sie ist in deutscher und englischer Sprache erschienen und kann kostenlos heruntergeladen werden unter http://www.ekd.de/fuerbitte.
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