München, 02.02.2014/APD   Das für Mai geplante Treffen zwischen Papst Franziskus und dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus, in Jerusalem sei von „großer Wichtigkeit“, sagte Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, in einem Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Das Treffen erinnere an die erste Begegnung zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras im Januar 1964, welche ein „großer Schritt“ gewesen sei. Eine Frucht dieser Begegnung zwischen dem Papst und dem ranghöchsten Vertreter der Orthodoxie war die feierliche Aufhebung des gegenseitigen Anathemas, des Kirchenbanns zwischen der östlichen und der westlichen Kirche. Dieser 1054 ausgesprochene Bann wurde am vorletzten Tag des Konzils, dem 7. Dezember 1965, sowohl im Vatikan als auch im Phanar, dem Amtssitz des Patriarchen von Konstantinopel, zeitgleich aufgehoben und sollte, wie es in der Erklärung hieß, „dem Vergessen anheimgestellt werden“. Dies sei, wie Koch betonte, „der Beginn des Dialoges der Liebe und der Wahrheit“ gewesen.

Leidenschaft für die Einheit
Kardinal Koch erklärte: „Wenn ich heute die Texte von damals lese, staune ich über die Leidenschaft für die Einheit, die aus ihnen spricht. Diese Leidenschaft muss erhalten bleiben und in diesem Jahr neu in unser Bewusstsein rücken.“

Eines der ersten Treffen zwischen Kardinal Kurt Koch und dem Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchates, Metropolit Hilarion (Alfejew), hatte am 19. März 2011 während eines von „Kirche in Not“ in Deutschland veranstalteten Kongresses stattgefunden. Im Rückblick betonte der Kardinal, das Treffen sei „sehr positiv“ und „wichtig“ gewesen, um die „öffentliche Dimension des Dialoges mit der Orthodoxen Kirche zu betonen und den Dialog öffentlich sichtbar zu machen“.
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