Bielefeld, 30.03.2014/APD   „open door“ in Wernigerode am Harz erhält den 1. Preis des Christlichen Gesundheitskongresses 2014 in Bielefeld angesichts seines intensiven Zusammenwirkens von Kirche und Gesundheitseinrichtung. Der kleine Verein kümmert sich um Frauen, die eine psychotherapeutische Maßnahme hinter sich haben und weiter den Schutz gemeinsamen Lebens suchen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird an Initiativen vergeben, die beispielhaft die Zusammenarbeit von christlicher Gemeinde und professionellem Gesundheitswesen fördern.
Seit 1998 bietet „open door“ in Wernigerode eine Wohngemeinschaft für sieben Frauen und mehrere Betreuungsplätze in einer eigenen Wohnung an. Der Verein kümmert sich um Frauen, die schwere Einschnitte in der Vergangenheit erlebt haben, unter depressiven Störungen, Essstörungen, sozialen oder persönlichen Problemen leiden und bietet ihnen einen Schutzraum, in dem sie sich sicher und akzeptiert fühlen können. So wolle der Verein Frauen die Gelegenheit bietet, den Alltag selbstständig zu strukturieren. Auf Diskretion und Privatsphäre werde dabei besonders viel Wert gelegt. Das Zusammenleben in der Gemeinschaft organisierten sich die Klientinnen zum größten Teil selbst. Durchschnittlich wohnten die Frauen zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren in der Einrichtung.

Der Verein wurde von Christen gegründet, welche die Angebote der Diakonieklinik Elbingerode und den Kirchengemeinden im benachbarten Wernigerode miteinander verbinden wollten. Die Gemeinden förderten intensiv das Projekt. Einige Gemeindemitglieder „engagieren sich in dem Verein, wie die Pastorin, die regelmäßig die Frauen zum gemeinsamen Kaffeetrinken einlädt“. Die Gemeinden stünden den Bewohnerinnen immer offen. Sie könnten stets in sie zurückkehren, auch wenn ihre Zeit bei „open door“ vorbei sei.

Außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement für MS-Kranke
Den 2. Preis samt 1.000 Euro erhielt das Christliche Multiple-Sklerose Netzwerk in Herford angesichts seines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatzes von und für Menschen, die an MS erkrankt sind. Seit 2002 Pastorin Andrea Schneider (Oldenburg) und Ärztin Dr. Andrea Wiedner (Herford), beide an MS erkrankt, zur Gründung des Netzwerkes aufriefen, hätten sich mehr als 300 Betroffene angeschlossen. Ihnen sei neben der medizinischen auch die spirituelle Dimension ihrer Situation wichtig.

Die Mitglieder des Netzwerkes würden einander Anteil an ihren Erfahrungen mit Krankheit und Glauben geben. Sie ermutigten sich gegenseitig für das andauernde Leben mit MS. Das Gebet füreinander, die Erfahrung von Gemeinschaft und der Informationsaustausch seien den Teilnehmern wichtig. Die Kosten des Netzwerkes würden fast ausschließlich durch Spenden gedeckt.

Man sei miteinander durch E-Mail, Telefon und Post verbunden, und treffe sich zweimal jährlich meist in Herford, sowie in jedem zweiten Jahr zu einer Wochenendfreizeit in Cuxhaven. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford unterstütze intensiv die Arbeit. Das Netzwerk wirke unter dem Dach des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und sei ökumenisch ausgerichtet.
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