St. Gallen/Schweiz, 11.04.2014/APD   Am 9. April wurde in St. Gallen die Neuapostolische Kirche (NAK) an der Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) als Gastmitglied aufgenommen. Während der nächsten fünf Jahre sollen die gemeinsamen Gespräche weitergeführt und die Erfahrungen mit dem Gaststatus überprüft werden, besonders, wie sich die Neuapostolische Kirche international, regional und in den Gemeinden entwickle. Anschließend könne von beiden Seiten über die Weiterführung des Gaststatus entschieden werden.

Seit 2002 fanden zwischen AGCK-CH und NAK inoffizielle Gespräche statt, die ab 2007 in ein offizielles Mandat mündeten und prüfen sollten „ob und in welcher Form eine zwischenkirchliche Zusammenarbeit zwischen der NAK Schweiz und den in der AGCK organisierten Kirchen sinnvoll und möglich sei“, so ein Arbeitspapier, das den AGCK-Plenarteilnehmern zur Information vorlag. An der elften und letzten Sitzung der gemeinsamen Gespräche hätten die AGCK-Vertreter die Ergebnisse zusammengefasst und dabei festgestellt, dass seit einigen Jahren seitens der Neuapostolischen Kirche eine deutliche ökumenische Öffnung zur Zusammenarbeit mit anderen Kirchen stattgefunden habe. Die Veröffentlichung des ersten Katechismus der NAK im Dezember 2012 habe die lehrmäßigen Grundlagen der Neuapostolischen Kirche klarer dargelegt. Es sei aber unklar, wohin die innerkirchliche Weiterentwicklung der NAK-Lehre führe, weshalb eine Fortsetzung der Gespräche angezeigt sei, so das Arbeitspapier.

Die NAK könne die Selbstverpflichtungen der „Charta Oecumenica“ unterzeichnen und würde die Taufe der anderen Kirchen anerkennen. Hinsichtlich der Lehr- und Praxisunterschiede der NAK gegenüber den AGCK-Kirchen, wie das Amt des Stammapostels oder die Lehre der Heilsvermittlung für Entschlafene, gelte es festzuhalten, dass alle in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Konfessionen Sonderlehren verträten, heißt es im Arbeitspapier.

„Die NAK hat in ihrem Kontakt zu anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften seit Jahren einen bedeutenden Entwicklungsprozess vollzogen“, sagte Apostel Heinz Lang, Vize-Kirchenpräsident der NAK. „Auf der Basis der Charta Oecumenica wollen wir unseren Beitrag leisten, das Evangelium Jesu Christi gemeinsam mit anderen gläubigen Christen weiterzutragen.“

Neuapostolische Kirche
Die Trennung von der Katholisch-Apostolischen Kirche 1863 in Hamburg wird laut NAK als Geburtsstunde der „Neuapostolischen Gemeinde“ angesehen. 30 Jahre später begann die Verkündigung der neuapostolischen Glaubenslehre auch in der Schweiz. 1930 wurde die Denomination in „Neuapostolische Kirche“ umbenannt. Als Glaubensziel gibt die Kirche an, „mit Christus bei seiner, von ihm verheißenen Wiederkunft vereint zu sein“. Die NAK ist heute mit 33.480 Kirchenmitgliedern die größte christliche Freikirche in der Schweiz und finanziert sich aus freiwilligen Opfern ihrer Mitglieder. Diese werden von 1.696 Amtsträgern betreut und feiern in 163 Kirchen den Gottesdienst. Die Neuapostolische Kirche hat weltweit 10,5 Millionen Mitglieder, 64.000 Gemeinden und 250.000 Amtsträger.

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz
In der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz arbeiten folgende Kirchen mit: Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund, Römisch-katholische Kirche der Schweiz, Christkatholische Kirche der Schweiz, Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz, Heilsarmee, Bund Evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, Orthodoxe Diözese der Schweiz des ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel, Vertretung der serbisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz, Vertretung der rumänisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz, Anglikanische Kirche in der Schweiz.

Zu den Gastmitgliedern gehören die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz und die Neuapostolische Kirche der Schweiz.
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