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	<title>APD &#187; Kommentar</title>
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	<description>Adventistischer Pressedienst</description>
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		<title>Das Dilemma der r&#246;misch-katholischen Kirche</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 18:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Kommentar zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland von Thomas Lobitz Ostfildern, 24.09.2011/APD   Der deutsche Papst Benedikt XVI. besuchte seine Heimat und traf auf ein gespaltenes Land. W&#228;hrend bei seiner Wahl vor sechs Jahren viele deutsche Katholiken jubelnd &#8220;Wir sind Papst!&#8221; ausgerufen hatten, haben im vergangenen Jahr so viele Menschen wie nie zuvor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Kommentar zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland von Thomas Lobitz</em></p>
<p>Ostfildern, 24.09.2011/APD   Der deutsche Papst Benedikt XVI. besuchte seine Heimat und traf auf ein gespaltenes Land. W&#228;hrend bei seiner Wahl vor sechs Jahren viele deutsche Katholiken jubelnd &#8220;Wir sind Papst!&#8221; ausgerufen hatten, haben im vergangenen Jahr so viele Menschen wie nie zuvor seiner Kirche in der Bundesrepublik den R&#252;cken gekehrt. Und w&#228;hrend die Jugendbewegung &#8220;Generation Benedikt&#8221; und andere papsttreue Katholiken die dritte Deutschlandreise ihres Kirchenoberhaupts enthusiastisch begr&#252;&#223;ten, spielte ein Protestb&#252;ndnis, das sich unter dem Motto &#8220;Keine Macht den Dogmen&#8221; zusammengefunden hatte, eine ganz andere Begleitmusik. Die &#252;ber 60 Organisationen, darunter Untergruppen von Gewerkschaften und Parteien, Atheisten- und Homosexuellenverb&#228;nde und andere wie &#8220;Pro Familia&#8221; oder &#8220;Amnesty international&#8221;, kritisierten die aus ihrer Sicht &#8220;menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik&#8221; der r&#246;misch-katholischen Kirche.</p>
<p>Deutlich milder, aber in der gleichen Sto&#223;richtung, bem&#228;ngelten zahlreiche katholische Laien – darunter Bundespr&#228;sident Wulff – das Festhalten der katholischen Kirche am Z&#246;libat, an der Weigerung, Frauen zu Priestern zu weihen, am Verbot der k&#252;nstlichen Empf&#228;ngnisverh&#252;tung und an der moralischen Bewertung praktizierter Homosexualit&#228;t. Besondere Emp&#246;rung in der &#214;ffentlichkeit rief im letzten Jahr die mangelhafte Aufarbeitung der vielen F&#228;lle sexueller Gewalt in katholischen Einrichtungen hervor. Auch sie war beim Papstbesuch deutlich sp&#252;rbar.</p>
<p>All dies zeigt die gro&#223;e Aufmerksamkeit, die dem Papst auch heute noch in dem eher evangelisch gepr&#228;gten und mittlerweile ziemlich s&#228;kularisierten Deutschland zuteil wird. Es ist f&#252;r eine Kirche mit 25 Millionen Mitgliedern keine Kunst, das Berliner Olympiastadion mit Anh&#228;ngern zu f&#252;llen – das gelang sogar mittelm&#228;&#223;igen Komikern. Aber Bef&#252;rworter und Gegner derart in Wallung zu bringen schafft keiner, der den Menschen gleichg&#252;ltig w&#228;re. Auch eine Einladung, vor dem Bundestag zu sprechen, bek&#228;me niemand, den man f&#252;r irrelevant hielte. Es war die erste Rede eines Religionsf&#252;hrers vor einem bundesdeutschen Parlament. Dieses Privileg wurde nur m&#252;hsam durch den Hinweis &#252;berspielt, dass der Papst als ein Staatsoberhaupt dazu legitimiert sei. Abgesehen davon enthielt seine Rede viele kluge Gedanken.</p>
<p>Interessant ist, dass fast immer die Sexualmoral der katholischen Kirche im Zentrum der Auseinandersetzungen steht – und nicht der christliche Glaube oder gar Gott selbst. Sexualfragen ber&#252;hren das Intimste des Menschen. Darin &#228;hneln sie der praktizierten Fr&#246;mmigkeit, die den Menschen ebenfalls im Innersten beeinflusst. Gleichzeitig beansprucht der christliche Glaube das Primat &#252;ber das Verhalten (ein Christ fragt sich: Was w&#252;rde Jesus an meiner Stelle tun?), verweist auf die Nachfolge Jesu und die g&#246;ttlichen Gebote und bindet so die Freiheit des Menschen an den Willen Gottes, wie er in der Bibel zum Ausdruck kommt.</p>
<p>S&#228;kulare Menschen haben damit offenbar ein grunds&#228;tzliches Problem, denn sie legen Wert auf eine uneingeschr&#228;nkte Autonomie. Das ist in einem freien Land im Rahmen der geltenden Gesetze ihr gutes Recht. Dadurch fehlt ihnen aber das Verst&#228;ndnis daf&#252;r, was gl&#228;ubige Menschen an- und umtreibt. Stattdessen st&#252;rzen sich Religionskritiker (keinesfalls nur die Papstkritiker!) auf alles, was ihre totale Selbstbestimmung bedrohen k&#246;nnte – insbesondere in einer solch intimen Angelegenheit wie dem Sexualverhalten.</p>
<p>Viel sinnvoller w&#228;re es deshalb (f&#252;r alle Kirchen), grundlegende Fragen in den Mittelpunkt zu r&#252;cken – Gibt es Gott? Wie ist Gott wirklich? Wie kann ich ihn erfahren? Wie holt er mich aus meiner Verlorenheit heraus? – und nicht Fragen des christlichen Verhaltens. Hier wird das Dilemma der r&#246;misch-katholischen Kirche deutlich: Weil sie vorwiegend sich selbst thematisiert und verk&#252;ndet – und weniger diese grundlegenden Fragen –, hat sie die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich (und somit auch auf ihre M&#228;ngel) und nicht auf Gott gerichtet. Es geht zu oft um die Treue zur Kirche, zum Lehramt, zu den Dogmen, zum Papst. Es geht um Sakramente, Liturgie, kirchliche Autorit&#228;t und das katholische Selbstverst&#228;ndnis als &#8220;einzige echte Kirche&#8221;. Manchmal geht es auch um Politik oder Ethik. Viel zu selten geht es um Jesus, Bibel, Erl&#246;sung, Nachfolge, Evangeliumsverk&#252;ndigung, Gemeinschaft, Dienst und Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu.</p>
<p>W&#228;hrend der Papst mit seiner Deutschlandreise manche Katholiken in Aufruhr versetzte, sind viele Protestanten froh &#252;ber seinen Besuch und das Zusammentreffen mit ihm. So bezeichnete der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pr&#228;ses Nikolaus Schneider, in einem Interview mit der Rheinischen Post den Papst als &#8220;faktisch in bestimmten Fragen Sprecher f&#252;r die Menschheit – in Sachen Gerechtigkeit, Umgang mit den Armen, Bewahrung der Sch&#246;pfung zum Beispiel&#8221;. Vielleicht wird das Oberhaupt der r&#246;misch-katholischen Kirche ja doch noch so etwas wie ein &#8220;Ehrenprimas&#8221; der Christenheit.</p>
<p><em>(Hinweis der Redaktion: Thomas Lobitz ist Redakteur der Gemeindezeitschrift &#8220;Adventisten heute&#8221; im Advent-Verlag L&#252;neburg.)</em><br />
_____________________________________________________________________________<br />
Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Eine neue Mission durch einen neuen p&#228;pstlichen Rat</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 17:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zum Motu Proprio (Apostolischen Schreiben) &#8220;Ubicumque et semper&#8221; (&#220;berall und immer) von Papst Benedikt XVI. vom 12. Oktober 2010 zur kirchenrechtlichen Errichtung des &#8220;P&#228;pstlichen Rates zur F&#246;rderung der Neuevangelisierung&#8221;. Bensheim, 23.10.2010/APD   Papst Benedikt XVI. ist nicht zufrieden. Die Welt hat sich ver&#228;ndert und die Moderne ist dabei nicht spurlos an den alten christlichen Landschaften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kommentar zum Motu Proprio (Apostolischen Schreiben) &#8220;Ubicumque et semper&#8221; (&#220;berall und immer) von Papst Benedikt XVI. vom 12. Oktober 2010 zur kirchenrechtlichen Errichtung des &#8220;P&#228;pstlichen Rates zur F&#246;rderung der Neuevangelisierung&#8221;.</em></p>
<p>Bensheim, 23.10.2010/APD   Papst Benedikt XVI. ist nicht zufrieden. Die Welt hat sich ver&#228;ndert und die Moderne ist dabei nicht spurlos an den alten christlichen Landschaften vorbeigegangen. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ver&#228;nderungen, individuelle Freiheit und wissenschaftliche Entwicklung haben die alten Lande des Christentums vom r&#246;misch-katholischen Glauben entfernt. Die religi&#246;se Dimension des menschlichen Lebens verl&#228;uft nicht l&#228;nger in den Bahnen, die das r&#246;mische Lehramt vorgibt, sondern sucht sich eigene Wege und macht dabei auch vor den Fundamenten der r&#246;misch-katholischen Kirche nicht Halt. Was manche Menschen als Befreiung ans&#228;hen, so der Papst, offenbare in Wirklichkeit die innere W&#252;ste des Menschen, der sich selbst als Ma&#223;stab aller Dinge ansehe. Deshalb sei es an der Zeit zu reagieren. Mit dem am 12. Oktober 2010 ver&#246;ffentlichten Motu proprio &#8220;Ubicumque et semper&#8221; (&#8220;&#220;berall und immer&#8221;) ordnet Benedikt XVI. die Gr&#252;ndung eines neuen p&#228;pstlichen Rates an und setzt damit eine Forderung in die Praxis um, die bereits Johannes Paul II. 1990 in seiner Enzyklika &#8220;Redemptoris Missio&#8221; (&#220;ber die fortdauernde G&#252;ltigkeit des missionarischen Auftrages) erhoben hatte. Dieser erkannte damals, dass sich die Kirche &#8220;vor allem in L&#228;ndern mit alter christlicher Tradition&#8221; mit einer Situation konfrontiert sehe, in der &#8220;ganze Gruppen von Getauften den lebendigen Sinn des Glaubens verloren haben oder sich gar nicht mehr als Mitglieder der Kirche erkennen, da sie sich in ihrem Leben von Christus und vom Evangelium entfernt haben&#8221; – deshalb m&#252;sse die Kirche eine &#8220;neue Evangelisierung&#8221; oder eine &#8220;Wieder-Evangelisierung&#8221; anstreben (RM 33).</p>
<p>Der von Benedikt XVI. initiierte &#8220;P&#228;pstliche Rat zur F&#246;rderung der Neuevangelisierung&#8221; bewegt sich also genau auf dieser Linie, wenn er versucht, in Zusammenarbeit mit Ortskirchen und Orden den katholischen Katechismus als Grundlage des modernen Lebens zu etablieren. Er soll dazu eine neue Mission der alten Lande in Gang setzen und dabei mit Hilfe neuer Mittel und Wege der Kommunikation die zunehmende S&#228;kularisierung der christlichen L&#228;nder aufhalten. Speziell sind dabei die Menschen im Blick, die zwar getauft sind, aber keinen inneren Bezug zum Christentum haben. Diesen soll die katholische Lehre wieder nahegebracht werden. Dass dabei anscheinend besonders auf Fragen der Moral geachtet werden soll, zeigt zum einen die Ernennung von Erzbischof Rino Fisichella, dem fr&#252;heren Pr&#228;sidenten der P&#228;pstlichen Akademie f&#252;r das Leben, deutlicher aber zum anderen das Motu proprio selbst, das Fragen zu Anfang und Ende des menschlichen Lebens und zum Naturrecht, also explizit ethisch umstrittene Themen, zu den nicht diskutierbaren Fundamenten des Glaubens z&#228;hlt.</p>
<p>Mit modernen Mitteln soll der moderne Mensch demnach wieder an die Fundamente seiner selbst gef&#252;hrt werden, wobei diese f&#252;r Benedikt XVI. freilich mit denen der r&#246;misch-katholischen Kirche identisch sind.<br />
Dr. Paul Metzger</p>
<p><em>Hinweis der APD-Redaktion: Dr. Paul Metzger ist Catholica-Referent am Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim.</em></p>
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		<title>Zur Freiheit befreit – 20 Jahre Deutsche Einheit</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 07:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Alsbach-H&#228;hnlein, 03.10.2010/APD   &#8220;Zur Freiheit hat uns Christus befreit!&#8221; (Galater 5,1) Diesen Bibeltext haben Christen und Nichtchristen in der DDR buchst&#228;blich erlebt. &#8220;Ein Wunder biblischen Ausma&#223;es&#8221; nennt Pfarrer Christian F&#252;hrer (Nikolaikirche Leipzig) die friedliche Revolution, &#8220;die erste, die uns Deutschen wirklich gelungen ist&#8221;. 70.000 DDR-B&#252;rger waren am 9. Oktober 1989 nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alsbach-H&#228;hnlein, 03.10.2010/APD   &#8220;Zur Freiheit hat uns Christus befreit!&#8221; (Galater 5,1) Diesen Bibeltext haben Christen und Nichtchristen in der DDR buchst&#228;blich erlebt. &#8220;Ein Wunder biblischen Ausma&#223;es&#8221; nennt Pfarrer Christian F&#252;hrer (Nikolaikirche Leipzig) die friedliche Revolution, &#8220;die erste, die uns Deutschen wirklich gelungen ist&#8221;. 70.000 DDR-B&#252;rger waren am 9. Oktober 1989 nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche in Leipzig auf die Stra&#223;e gegangen, mit Kerzen in den H&#228;nden und dem Ruf &#8220;Keine Gewalt!&#8221; auf den Lippen. Die in 40 Jahren DDR perfektionierte Einsch&#252;chterung funktionierte nicht mehr; und auf 70.000 Menschen zu schie&#223;en – diese Verantwortung mochten selbst die hartgesottenen Stasi-Kommandeure nicht auf sich nehmen.</p>
<p>Schnell wuchs die Zahl der Demonstranten ins Gigantische, und am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. Nun war die Politik am Zug. In einem Marathon aus Sitzungen, Gipfeltreffen, pers&#246;nlichen Gespr&#228;chen und Abkommen gelang es in beispielloser Geschwindigkeit, bis zum 3. Oktober 1990 einen tragf&#228;higen vertraglichen Rahmen f&#252;r ein vereintes Deutschland zustande zu bringen. &#8220;Ohne Gottes Hilfe h&#228;tten wir es nicht geschafft&#8221;, stellte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl r&#252;ckblickend tief beeindruckt fest, der eine wesentlich l&#228;ngere &#220;bergangsphase angesetzt hatte.</p>
<p>Die Bilanz nach 20 Jahren Einheit: &#8220;Im Westen haben sich ein paar Postleitzahlen und Autokennzeichen ge&#228;ndert, im Osten das ganze Leben&#8221;, so Christian F&#252;hrer. Pastor Ralf Sch&#246;nfeld, heute Kassel, vermutet: &#8220;Vielleicht dauert es wieder 40 Jahre, bis wirklich zusammen ist, was 40 Jahre getrennt war.&#8221; Er meint: &#8220;Das Bedr&#252;ckendeste nach 20 Jahren &#8216;sozialer&#8217; Marktwirtschaft ist, dass nun in Gesamtdeutschland die Armen immer noch &#228;rmer und die Reichen immer noch reicher werden.&#8221; Die deutsche Einheit war zweifellos ein Wunder, das niemand f&#252;r m&#246;glich gehalten h&#228;tte. Aber damit wirklich zusammenw&#228;chst, was zusammen geh&#246;rt, gibt es noch viel zu tun. Packen wir’s an!</p>
<p>Heidemarie Klingeberg</p>
<p><em>Hinweis der APD-Redaktion: Heidemarie Klingeberg ist Mitarbeiterin beim Internationalen Bibelstudien-Instituts des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-H&#228;hnlein bei Darmstadt.</em></p>
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		<title>Entwicklungshilfe f&#252;r die Kirchen</title>
		<link>http://www.apd.info/2009/12/13/entwicklungshilfe-fuer-die-kirchen/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2009 14:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 1. Dezember 2009 &#252;ber die Laden&#246;ffnungszeiten an Adventssonntagen Das Bundesverfassungsgericht hat eindeutig geurteilt: Der Sonntagsschutz im deutschen Grundgesetz ist wichtiger als das Gesch&#228;ftsinteresse. Die V&#228;ter und M&#252;tter des Grundgesetzes haben den Artikel 139 der Verfassung der Weimarer Republik unver&#228;ndert &#252;bernommen, in dem es hei&#223;t, dass der Sonntag und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kommentar zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 1. Dezember 2009 &#252;ber die Laden&#246;ffnungszeiten an Adventssonntagen</em></p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat eindeutig geurteilt: Der Sonntagsschutz im deutschen Grundgesetz ist wichtiger als das Gesch&#228;ftsinteresse. Die V&#228;ter und M&#252;tter des Grundgesetzes haben den Artikel 139 der Verfassung der Weimarer Republik unver&#228;ndert &#252;bernommen, in dem es hei&#223;t, dass der Sonntag und die Feiertage als &#8220;Tage der seelischen Erhebung&#8221; gesch&#252;tzt bleiben. Damit m&#252;sse eine Arbeitst&#228;tigkeit an diesen Tagen eine Ausnahme bleiben, so das Gericht. Hintergrund dieses Urteils war eine Klage der evangelischen und katholischen Kirche gegen das Laden&#246;ffnungszeitgesetz in Berlin, das es den Gesch&#228;ften erlaubt, an zehn Sonntagen im Jahr – inklusive allen vier Adventssonntagen – ge&#246;ffnet zu haben. Vor allem Letzteres wurde vom Gericht als nicht mit dem Grundgesetz vereinbar erkl&#228;rt.</p>
<p>Das Urteil &#252;berrascht nicht, denn der Wortlaut des entsprechenden Paragraphen ist eindeutig genug, um ihn h&#246;her zu gewichten als den Wunsch nach Gesch&#228;ft. Interessant ist vielmehr, dass die meisten Kommentare deutscher Tageszeitungen dieses Urteil gut und richtig finden – und das in einem Land, in dem sich der christliche Glaube auf dem R&#252;ckzug befindet. Ob diese Kommentare tats&#228;chlich die Mehrheitsmeinung der Bev&#246;lkerung widerspiegeln, ist allerdings noch nicht ausgemacht, denn verkaufsoffene Sonntage werden meist sehr gut genutzt. Der Sonntag sei ein &#8220;Geschenk der Christen an die Gesellschaft&#8221;, so die Pr&#228;ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Vizepr&#228;sidentin des deutschen Bundestages Katrin G&#246;ring-Eckhardt. Vielleicht ist es aber genau umgekehrt – der Sonntag ist ein Geschenk der Gesellschaft beziehungsweise des Staates an die Christen.</p>
<p>Genaugenommen leistet das Verfassungsgericht mit seinem Urteil Entwicklungshilfe f&#252;r die Kirchen. Sie verlieren immer mehr Mitglieder, und von denen, die bleiben, feiert nur eine kleine Minderheit den Sonntag im christlichen Sinne mit Gottesdienstbesuch, Arbeitsabstinenz und Gemeinschaftspflege. Ohne staatlichen Schutz w&#228;re der Sonntag m&#246;glicherweise l&#228;ngst zu einem &#8220;zweiten Samstag&#8221; geworden, an dem zwar nicht &#252;berall regul&#228;r gearbeitet wird, die Gesch&#228;fte aber ge&#246;ffnet haben und viele Dienstleistungen angeboten werden. Es w&#252;rde sich zeigen, dass die Werte des urspr&#252;nglichen biblischen Ruhetages – des Sabbats – die Umdatierung auf den Sonntag nicht &#252;berlebt haben, sondern nur mit Hilfe staatlicher Gesetze ein tr&#252;gerisches Dasein f&#252;hren.</p>
<p>Allzu h&#228;ufige Laden&#246;ffnungszeiten an Sonntagen verletzten die Religionsfreiheit, so das Bundesverfassungsgericht. Und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sowie die EKD-Ratspr&#228;sidentin, Landesbisch&#246;fin Margot K&#228;&#223;mann, betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme, der Sonntag sei ein &#8220;Raum f&#252;r die Freiheit der Religionsaus&#252;bung&#8221;. Dieser Raum besteht jedoch nur f&#252;r Menschen, die den Sonntag feiern. F&#252;r die 120.000 Juden und 35.000 Adventisten in Deutschland, die den Sabbat (Samstag) feiern, gilt dieser Freiraum nicht automatisch. Sie m&#252;ssen ihn sich erk&#228;mpfen, notfalls vor Arbeitsgerichten wie bereits mehrfach geschehen. Sollte sich die Auffassung durchsetzen, mit dem Sonntagsschutz sei der religi&#246;sen Freiheit, einen Ruhetag zu halten, Gen&#252;ge getan, h&#228;tten diese Gl&#228;ubigen es noch schwerer als bisher. Ob sie dann mit der Solidarit&#228;t der beiden gro&#223;en Kirchen rechnen k&#246;nnen?</p>
<p>Thomas Lobitz</p>
<p><em>(Hinweis der Redaktion: Thomas Lobitz ist Zeitschriftenredakteur beim Advent-Verlag L&#252;neburg)</em><br />
_____________________________________________________________________________<br />
Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Mittelweg zwischen den Extrempositionen finden</title>
		<link>http://www.apd.info/2009/11/20/mittelweg-zwischen-den-extrempositionen-finden-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 06:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zum Kruzifix-Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofs f&#252;r Menschenrechte (EuGHMR) vom 3. November 2009 Am 3.11.2009 hat der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte in Stra&#223;burg einer in Italien lebenden Familie Recht gegeben, die sich gegen die Anbringung von Kruzifixen in &#246;ffentlichen Schulen gewandt hatte. Nach der Wertung des Gerichtshofs ist ein derartiges Symbol nicht lediglich ein von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kommentar zum Kruzifix-Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofs f&#252;r Menschenrechte (EuGHMR) vom 3. November 2009</em></p>
<p>Am 3.11.2009 hat der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte in Stra&#223;burg einer in Italien lebenden Familie Recht gegeben, die sich gegen die Anbringung von Kruzifixen in &#246;ffentlichen Schulen gewandt hatte. Nach der Wertung des Gerichtshofs ist ein derartiges Symbol nicht lediglich ein von allen hinzunehmender Ausdruck von Tradition, sondern ein Zeichen, das einer bestimmten (Mehrheits-)Religion zuzuordnen ist, und wenn es in &#246;ffentlichen Schulen angebracht ist, die staatliche Neutralit&#228;tspflicht verletzt sowie die negative Religionsfreiheit derer, die sich nicht mit diesem Symbol identifizieren k&#246;nnen.</p>
<p>Dieser Fall und das Echo darauf haben deutlich gemacht, dass das Thema der Religionsfreiheit in der &#214;ffentlichkeit nach wie vor Z&#252;ndstoff bietet. Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht hatte sich bereits 1995 mit einer vergleichbaren Situation in Bayern zu besch&#228;ftigen und die dortige Kruzifixregelung beanstandet. Anders als der f&#252;r seine laizistische Sichtweise bekannte Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte hatte das Bundesverfassungsgericht den Focus auf eine &#8220;praktische Konkordanz&#8221; der beteiligten Grundrechtspositionen gelegt. Danach muss die positive Religionsfreiheit derjenigen, die ein religi&#246;ses Symbol in &#246;ffentlichen R&#228;umen bef&#252;rworten, abgewogen werden gegen die negative Religionsfreiheit derer, die von religi&#246;sen Bez&#252;gen weitgehend verschont werden wollen. Es komme darauf an, eine L&#246;sung zu finden, die nicht einer Position zur maximalen Geltung verschaffe, sondern einen m&#246;glichst schonenden Ausgleich aller beteiligten Grundrechtsg&#252;ter herbeif&#252;hre. In Folge dieser Rechtsprechung kam es nicht zu einer Abschaffung der Kruzifixe an bayerischen Schulen, sondern zu einer &#196;nderung des Schulgesetzes, welches nun eine Widerspruchsm&#246;glichkeit f&#252;r den Einzelfall vorsieht.</p>
<p>Unter Anwendung der Prinzipien der &#8220;praktischen Konkordanz&#8221; hatte unl&#228;ngst das Berliner Verwaltungsgericht zugunsten eines muslimischen Sch&#252;lers entschieden. Er darf nun w&#228;hrend der Pause sein Gebet verrichten und erh&#228;lt hierzu einen besonderen Raum zugewiesen. Die heftigen Reaktionen auf dieses Urteil haben gezeigt, wie schwierig der Umgang mit religi&#246;sen Bed&#252;rfnissen in der &#214;ffentlichkeit sein kann und welche &#196;ngste geweckt werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn Minderheiten betroffen sind, die ihre Rechte geltend machen. Hier gilt es einen besonnenen Mittelweg zwischen den Extrempositionen der Unterdr&#252;ckung aller religi&#246;sen Bez&#252;ge einerseits und der Verquickung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften andererseits zu finden.</p>
<p>Dr. Harald Mueller</p>
<p><em>(Hinweis der Redaktion: Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut f&#252;r Religionsfreiheit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.)</em><br />
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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Mittelweg zwischen den Extrempositionen finden</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 10:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zum Kruzifix-Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofs f&#252;r Menschenrechte (EuGHMR) vom 3. November 2009 Am 3.11.2009 hat der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte in Stra&#223;burg einer in Italien lebenden Familie Recht gegeben, die sich gegen die Anbringung von Kruzifixen in &#246;ffentlichen Schulen gewandt hatte. Nach der Wertung des Gerichtshofs ist ein derartiges Symbol nicht lediglich ein von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kommentar zum Kruzifix-Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofs f&#252;r Menschenrechte (EuGHMR) vom 3. November 2009</em></p>
<p>Am 3.11.2009 hat der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte in Stra&#223;burg einer in Italien lebenden Familie Recht gegeben, die sich gegen die Anbringung von Kruzifixen in &#246;ffentlichen Schulen gewandt hatte. Nach der Wertung des Gerichtshofs ist ein derartiges Symbol nicht lediglich ein von allen hinzunehmender Ausdruck von Tradition, sondern ein Zeichen, das einer bestimmten (Mehrheits-)Religion zuzuordnen ist, und wenn es in &#246;ffentlichen Schulen angebracht ist, die staatliche Neutralit&#228;tspflicht verletzt sowie die negative Religionsfreiheit derer, die sich nicht mit diesem Symbol identifizieren k&#246;nnen.</p>
<p>Dieser Fall und das Echo darauf haben deutlich gemacht, dass das Thema der Religionsfreiheit in der &#214;ffentlichkeit nach wie vor Z&#252;ndstoff bietet. Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht hatte sich bereits 1995 mit einer vergleichbaren Situation in Bayern zu besch&#228;ftigen und die dortige Kruzifixregelung beanstandet. Anders als der f&#252;r seine laizistische Sichtweise bekannte Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte hatte das Bundesverfassungsgericht den Focus auf eine &#8220;praktische Konkordanz&#8221; der beteiligten Grundrechtspositionen gelegt. Danach muss die positive Religionsfreiheit derjenigen, die ein religi&#246;ses Symbol in &#246;ffentlichen R&#228;umen bef&#252;rworten, abgewogen werden gegen die negative Religionsfreiheit derer, die von religi&#246;sen Bez&#252;gen weitgehend verschont werden wollen. Es komme darauf an, eine L&#246;sung zu finden, die nicht einer Position zur maximalen Geltung verschaffe, sondern einen m&#246;glichst schonenden Ausgleich aller beteiligten Grundrechtsg&#252;ter herbeif&#252;hre. In Folge dieser Rechtsprechung kam es nicht zu einer Abschaffung der Kruzifixe an bayerischen Schulen, sondern zu einer &#196;nderung des Schulgesetzes, welches nun eine Widerspruchsm&#246;glichkeit f&#252;r den Einzelfall vorsieht.</p>
<p>Unter Anwendung der Prinzipien der &#8220;praktischen Konkordanz&#8221; hatte unl&#228;ngst das Berliner Verwaltungsgericht zugunsten eines muslimischen Sch&#252;lers entschieden. Er darf nun w&#228;hrend der Pause sein Gebet verrichten und erh&#228;lt hierzu einen besonderen Raum zugewiesen. Die heftigen Reaktionen auf dieses Urteil haben gezeigt, wie schwierig der Umgang mit religi&#246;sen Bed&#252;rfnissen in der &#214;ffentlichkeit sein kann und welche &#196;ngste geweckt werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn Minderheiten betroffen sind, die ihre Rechte geltend machen. Hier gilt es einen besonnenen Mittelweg zwischen den Extrempositionen der Unterdr&#252;ckung aller religi&#246;sen Bez&#252;ge einerseits und der Verquickung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften andererseits zu finden.</p>
<p>Dr. Harald Mueller</p>
<p><em>(Hinweis der Redaktion: Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut f&#252;r Religionsfreiheit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.)</em><br />
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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Ohne Beten geht anscheinend nichts</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 15:26:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 2. bis 5. November 2008 in Bremen Fast drohte das zentrale Thema &#8220;Klimawandel&#8221; der Bremer EKD-Synode unter der F&#252;lle aktueller Ereignisse unterzugehen. Da gibt es die weltweite Finanzmisere mit ihren noch unabsehbaren Folgen, zu der sich zahlreiche Kirchenparlamentarier unter den 120 Synodalen der 23 deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kommentar zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 2. bis 5. November 2008 in Bremen</em></p>
<p>Fast drohte das zentrale Thema &#8220;Klimawandel&#8221; der Bremer EKD-Synode unter der F&#252;lle aktueller Ereignisse unterzugehen. Da gibt es die weltweite Finanzmisere mit ihren noch unabsehbaren Folgen, zu der sich zahlreiche Kirchenparlamentarier unter den 120 Synodalen der 23 deutschen evangelischen Landeskirchen zu Wort meldeten. Da war allerdings viel Ehrlichkeit im Spiel. H&#228;tten Christen hier bisher besser gehandelt, da auch deren Sn&#228;ppchenj&#228;ger-Mentalit&#228;t und die Gier nach mehr nicht unbekannt seien, war nur eine der Fragen. Wo blieb zum andern das H&#246;ren auf Gottes Stimme und die Kraftquelle des Gebets, &#252;ber die man ja in der Hansestadt urspr&#252;nglich meditieren wollte. Zu weiteren Aktualit&#228;ten von Rang geh&#246;rte auch der allgemeine Wunsch der Synode, den 31. Oktober als Reformationsfest zum gesetzlichen Feiertag in allen 16 Bundesl&#228;ndern zu machen. Zum andern warf die im Vorjahr besprochene Kirchenreform der deutschen Lutheraner ihre Schatten am Rande voraus.</p>
<p>Demnach wollen sich die nordelbische, die mecklenburgische und die pommersche Kirche zu einer evangelischen Nordkirche mit insgesamt 2,4 Millionen Mitgliedern im Jahre 2012 vereinen. Nicht weniger &#252;berraschend kam die Nachricht &#252;ber die Fusion vom Diakonischen Werk und Evangelischen Entwicklungsdienst zu einem neuen &#8220;Zentrum f&#252;r Entwicklung und Diakonie&#8221;, das in Berlin bis sp&#228;testens 2013 entstehen soll. Die Synode begr&#252;&#223;te mit ihren Gl&#252;ckw&#252;nschen diesen Schritt, wobei der kritische Hinweis auf die dazugeh&#246;rige Finanzierung ebenfalls nicht ausblieb.</p>
<p>Zum eigentlichen Thema &#8220;Klima-, Wasser-, Lebenswandel&#8221; fiel den Hauptreferenten in erster Linie ein, dass die Kirchen auf den dramatischen Klimawandel mit seinen apokalyptischen Ausma&#223;en viel zu langsam reagieren. Um den Folgen des Klimawechsels wirkungsvoll zu begegnen, so wurde betont, geh&#246;re vor allem eine Ver&#228;nderung des Lebensstils. Alle diese Erkenntnisse sind nichts Neues und verrieten dazu &#252;ber den gut gemeinten Kundgebungsentwurf als Kerninformation f&#252;r die Gemeinden der 25 Millionen deutschen Protestanten letztlich Orientierungslosigkeit und Resignation gegen&#252;ber einem kaum l&#246;sbaren Problem.</p>
<p>Dr. Wolfgang Tulaszewski<br />
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<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Auf dem religi&#246;sen &#8220;Markt&#8221; Frankreichs gibt es nicht nur eine Partei &#8211; Kommentar zum Papstbesuch in Frankreich</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 17:57:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Papst Benedikt XVI. hat am 12.September anl&#228;sslich seiner Begegnung mit dem franz&#246;sischen Staatspr&#228;sidenten Nikolas Sarkozy in Paris dessen Idee einer sogenannten „positiven Laizit&#228;t&#8221; wohlwollend aufgegriffen. Sarkozy hatte bereits bei seinem Rom-Besuch im Dezember 2007 angesichts der bislang in Frankreich gesetzlich verankerten strikten Trennung zwischen Kirche und Staat f&#252;r Aufsehen gesorgt, als er die Bedeutung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Papst Benedikt XVI. hat am 12.September anl&#228;sslich seiner Begegnung mit dem franz&#246;sischen Staatspr&#228;sidenten Nikolas Sarkozy in Paris dessen Idee einer sogenannten „positiven Laizit&#228;t&#8221; wohlwollend aufgegriffen. Sarkozy hatte bereits bei seinem Rom-Besuch im Dezember 2007 angesichts der bislang in Frankreich gesetzlich verankerten strikten Trennung zwischen Kirche und Staat f&#252;r Aufsehen gesorgt, als er die Bedeutung der christlichen Wurzeln f&#252;r Frankreich betonte und Anpassungen des Trennungsgesetzes von 1905 forderte. Nach Sarkozy sei insbesondere die christliche Religion, mit der Frankreich eine lange Geschichte teile, ein lebendiges Erbe des Nachdenkens &#252;ber Gott, den Menschen und die Gesellschaft. Es w&#228;re, so der Staatspr&#228;sident, verr&#252;ckt, sich dessen zu berauben und ein Fehler gegen&#252;ber unserer Kultur.</p>
<p>Benedikt XVI. hat das von Sarkorzy zum Ausdruck gebrachte offenere Verst&#228;ndnis vom Dialog zwischen Kirche und Staat lobend erw&#228;hnt und zu einem neuen Nachdenken &#252;ber den wahren Sinn und die Bedeutung von Laizit&#228;t aufgerufen. Der Papst h&#228;lt im Hinblick auf die Religionsfreiheit der B&#252;rger und die Verantwortung des Staates ihnen gegen&#252;ber eine Unterscheidung zwischen politischem und religi&#246;sem Bereich f&#252;r wichtig, fordert andererseits jedoch dazu auf, sich deutlicher der unersetzlichen Funktion der Religion f&#252;r die Gewissensbildung bewusst zu werden sowie des Beitrags, den die Religion zur Bildung eines ethischen Grundkonsenses innerhalb der Gesellschaft erbringen kann.</p>
<p>Ob man angesichts der j&#252;ngsten &#196;u&#223;erungen aus Paris tats&#228;chlich bereits von einem Zusammenbruch der &#8220;Mauer des Laizismus&#8221; in Frankreich ausgehen kann, wie es der Pr&#228;sident des P&#228;pstlichen Rates f&#252;r Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino, in einem Zeitungsinterview getan hat, darf dahingestellt werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Verh&#228;ltnis zwischen den Religionsgemeinschaften und dem Staat in Frankreich zuk&#252;nftig entwickeln wird. Es ist sicher richtig, dass zur Bew&#228;ltigung der aktuellen gesellschaftlichen Probleme insbesondere im Hinblick auf die Integration von Migranten ein Minimum von Wertekonsens unerl&#228;sslich ist und die Religion hierbei eine nicht zu vernachl&#228;ssigende Rolle spielt. Eine religionsfeindlich ausgerichtete Trennung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften, wie sie dem franz&#246;sischen Gesetzgeber von 1905 noch vorgeschwebt haben mag, ist insoweit wenig f&#246;rderlich. Bei der jetzt zu beobachtenden Entwicklung in Frankreich sollte jedoch ber&#252;cksichtigt werden, dass es auf dem religi&#246;sen &#8220;Markt&#8221; nicht nur eine Partei gibt, sondern dass der Staat beim Umgang mit Kirchen und Religionsgemeinschaften zu Parit&#228;t und Gleichberechtigung verpflichtet ist.</p>
<p>Dr. Harald Mueller</p>
<p><em>(Hinweis der Redaktion: Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut f&#252;r Religionsfreiheit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.)</em><br />
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<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet! </p>
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		<title>&#8220;Prophetische Kirche f&#252;r Zukunft und Gegenwart&#8221; &#8211; Kommentar zum 97. Deutschen Katholikentag vom 21. bis 25. Mai 2008 in Osnabr&#252;ck</title>
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		<pubDate>Sun, 25 May 2008 19:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum 97. Mal fand Deutschlands gr&#246;&#223;tes katholisches Laientreffen statt. 60.000, in der Mehrzahl jugendliche Teilnehmer, waren aus dem In- und Ausland angereist und stellten sich in einer knappen Woche rund 1.200 Vortr&#228;gen, Bibelarbeiten, Podiumsdiskussionen, Gottesdiensten und hochkar&#228;tigen k&#252;nstlerischen Veranstaltungen im malerischen Osnabr&#252;ck. Es h&#228;tte ein durch und durch harmonischer Katholikentag bei strahlendem Fr&#252;hlingswetter werden k&#246;nnen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum 97. Mal fand Deutschlands gr&#246;&#223;tes katholisches Laientreffen statt. 60.000, in der Mehrzahl jugendliche Teilnehmer, waren aus dem In- und Ausland angereist und stellten sich in einer knappen Woche rund 1.200 Vortr&#228;gen, Bibelarbeiten, Podiumsdiskussionen, Gottesdiensten und hochkar&#228;tigen k&#252;nstlerischen Veranstaltungen im malerischen Osnabr&#252;ck. Es h&#228;tte ein durch und durch harmonischer Katholikentag bei strahlendem Fr&#252;hlingswetter werden k&#246;nnen, w&#228;re nicht dieses Bischofswort von den &#8220;fehlenden Fortschritten in der &#214;kumene, die einem Stachel in dem Fleisch der Christenheit glichen&#8221; gewesen. Die Klage kam aus dem Munde des Oberhirten der gastgebenden Di&#246;zese, Franz-Josef Bode, der w&#228;hrend eines gro&#223;en Abendmahlgottesdienstes im Schlossgarten die anwesenden Katholiken und Protestanten beschwor, &#8220;nicht zu vergessen, wie sehr wir durch die Taufe und den Glauben an den dreieinigen Gott geeint sind&#8221;.</p>
<p>&#220;berhaupt war „&#214;kumene&#8221;, ob bewusst gelebt, gesteuert, gebremst oder &#8220;ziel-los&#8221;, das beherrschende Thema dieser Tage, was die zahlreichen evangelischen G&#228;ste ebenso mit Genugtuung und Dankbarkeit empfanden. Optimistisch gaben sich dennoch die nieders&#228;chsische Landesbisch&#246;fin Margot K&#228;&#223;mann, ihr bayerischer Amtsbruder Johannes Friedrich und der Braunschweiger Landesbischof und &#8220;Catholica&#8221;-Beauftragte Friedrich Weber, der von einer „st&#228;rkeren Dynamik im &#214;kumeneprozess, als was von au&#223;en sichtbar erscheint&#8221; &#252;berzeugt ist. Auch der fr&#252;here Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, lie&#223;, wie vor zwei Jahren beim Katholikentag in Saarbr&#252;cken, nichts unversucht, die These von der Eiszeit in der &#214;kumene zu entkr&#228;ften.</p>
<p>Selbst der wenig beliebte, &#252;beraus konservative Vorsitzende der &#214;kumenekommission in der Deutschen Bischofskonferenz, der Regensburger Di&#246;zesanbischof Gerhard Ludwig M&#252;ller, widersprach, wenn auch fast widerwillig, dem vor allem bei Lutheranern verbreiteten „Eiszeitgedanken&#8221;. Als Grund f&#252;r die nur allm&#228;hlichen Fortschritte im kirchlichen Miteinander f&#252;hrte er einmal mehr r&#246;misch-katholisches Amtsverst&#228;ndnis ins Feld, wobei der gro&#223;e Traum vom gemeinsamen Mal am Tisch des Herrn von kaum einer Seite erw&#228;hnt und f&#252;r den &#214;kumenischen Kirchentag 2010 in M&#252;nchen von den anwesenden lutherischen F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten ausgespart wurde.</p>
<p>Der katholische &#214;kumenebischof wirkte bei seinen Ausf&#252;hrungen unpers&#246;nlich und fast unbeteiligt. Zum anderen hatten wahrscheinlich noch manche seiner Zuh&#246;rer die erst k&#252;rzlich im Fernsehen von ihm zitierten, f&#252;r alle Protestanten dem&#252;tigenden Worte im Ohr, nach dem sie nach katholischem Kirchenverst&#228;ndnis kein Recht h&#228;tten, sich Kirche zu nennen. Das ist wohl nichts Neues, wird jedoch immer wieder zu empfindlichen R&#252;ckschl&#228;gen im katholisch-evangelischen Verh&#228;ltnis f&#252;hren.</p>
<p>Erfrischend dagegen kamen die freim&#252;tigen Ansichten der Passauer katholischen Theologin und Professorin Martha Zechmeister an, nach der sich die deutschsprachige Theologie &#8220;weithin in dogmatischem Schlummer&#8221; befinde und bei den Menschen nicht mehr ankomme. Zechmeisters Hauptargument: &#8220;Wir machen das Evangelium in der konkreten Lebenswirklichkeit der Menschen nicht mehr sp&#252;rbar.&#8221; Die Kritik der niederbayerischen Katholikin schien an die eigene Kirche gerichtet. Trotzdem empfanden Tausende junger und alter Menschen den Katholikentag als ein begl&#252;ckendes Gemeinschaftserlebnis.</p>
<p>Bemerkenswert war das pers&#246;nliche &#8220;Credo&#8221; von Bischof Bode zum diesj&#228;hrigen Veranstaltungsmotto &#8220;Du f&#252;hrst uns hinaus ins Weite&#8221;. Er erhofft sich eine prophetische Kirche, deren tr&#246;stliche Botschaft nicht nur eine Vision f&#252;r die Zukunft, sondern auch f&#252;r die Gegenwart ist. Zudem m&#252;sse die Verk&#252;ndigung der Hoffnung durch die Kirche biblisch sein. Der Osnabr&#252;cker Bischof hat in diesen Tagen noch andere bibelbezogene Gedanken entwickelt, die auch f&#252;r die evangelischen Teilnehmer am Katholikentag nachdenkenswert sind.</p>
<p>Wolfgang Tulaszewski<br />
_____________________________________________________________________________</p>
<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Zur Erkl&#228;rung der r&#246;mischen Glaubenskongregation &#252;ber Mission und Evangelisation</title>
		<link>http://www.apd.info/2007/12/23/zur-erklaerung-der-roemischen-glaubenskongregation-ueber-mission-und-evangelisation/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Dec 2007 13:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der am 14.12.2007 ver&#246;ffentlichten „Lehrm&#228;&#223;igen Note &#252;ber einige Aspekte der Evangelisierung&#8221; erschien innerhalb eines halben Jahres das vierte lehramtliche Schreiben aus Rom. Das &#246;kumenische Interesse an jener „Nota dottrinale&#8221; ist verst&#228;ndlicherweise gro&#223;, da die darin angesprochenen Themen des Missionsauftrags, der Bekehrung und Evangelisierung, der Glaubens- und Religionsfreiheit wie der Verfolgungssituation f&#252;r alle christlichen Kirchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der am 14.12.2007 ver&#246;ffentlichten „Lehrm&#228;&#223;igen Note &#252;ber einige Aspekte der Evangelisierung&#8221; erschien innerhalb eines halben Jahres das vierte lehramtliche Schreiben aus Rom. Das &#246;kumenische Interesse an jener „Nota dottrinale&#8221; ist verst&#228;ndlicherweise gro&#223;, da die darin angesprochenen Themen des Missionsauftrags, der Bekehrung und Evangelisierung, der Glaubens- und Religionsfreiheit wie der Verfolgungssituation f&#252;r alle christlichen Kirchen und Konfessionsfamilien von gr&#246;&#223;ter Bedeutung und Aktualit&#228;t sind.</p>
<p><strong>Verwirrung in missionstheologischen Positionen?</strong></p>
<p>Die Erkl&#228;rung bem&#252;ht sich schon durch die vielen Zitate aus den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils und der lehramtlichen &#196;u&#223;erungen von Paul VI. bis Benedikt XVI. die Kontinuit&#228;t der „gesamten katholischen Lehre &#252;ber die Evangelisierung&#8221; in Erinnerung zu rufen. Ihr erkl&#228;rtes Ziel (Nr. 3) ist es, „einige Aspekte in der Beziehung zwischen dem Missionsauftrag des Herrn und der Achtung des Gewissens und der Religionsfreiheit aller Menschen zu kl&#228;ren&#8221;. Kritik ge&#252;bt wird in erster Linie gegen&#252;ber „einer wachsenden Verwirrung&#8221; in missionstheologischen Positionen, die das Bem&#252;hen um &#220;berzeugung in religi&#246;sen Fragen als Einschr&#228;nkung der Religionsfreiheit missverstehen, sich damit begn&#252;gen, „Gemeinschaften zu bauen, die f&#228;hig sind, f&#252;r Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Solidarit&#228;t zu arbeiten&#8221; und die fordern, dass man das Evangelium Nicht-Christen „nicht verk&#252;nden und deren Zugeh&#246;rigkeit zur Kirche nicht f&#246;rdern sollte, weil es m&#246;glich sei, auch ohne ausdr&#252;ckliche Kenntnis Christi und ohne formale Eingliederung in die Kirche gerettet zu werden&#8221;.</p>
<p><strong>Gegen Indifferenz</strong></p>
<p>Damit werden vor allem (wie bereits in der Erkl&#228;rung „Dominus Iesus&#8221; aus dem Jahre 2000) jene innerkatholischen Str&#246;mungen in die Schranken gewiesen, die „durch relativistische Theorien gef&#228;hrdet&#8221; einen religi&#246;sen Pluralismus theologisch rechtfertigen, der christlichen Wahrheit ihren „Exklusivcharakter&#8221; absprechen und christliche Freiheit mit „Indifferenz&#8221; (Gleichg&#252;ltigkeit) verwechseln (Nr. 10). Gew&#252;rdigt werden hingegen der „Prozess der Inkulturation&#8221; des christlichen Glaubens als Bereicherung der „Gesamtkirche&#8221; in allen „Ausdrucksformen und Werten&#8221; (Nr. 6) und der „ehrliche Dialog&#8221; als Methode aller Evangelisierungsbem&#252;hungen, „der die Argumente und Empfingen des Anderen zu verstehen sucht&#8221; (Nr. 8).</p>
<p><strong>Wichtiger Beitrag, aber auch grundlegende Kritik</strong></p>
<p>Da auch in den anderen christlichen Kirchen seit geraumer Zeit &#228;hnliche Fragen heftig diskutiert werden, ohne dass dort allerdings ein mit besonderen Vollmachten ausgestattetes Lehramt Grenzen ziehen k&#246;nnte, kann aus &#246;kumenischer Sicht diese r&#246;mische Note als wichtiger Diskussionsbeitrag mit klaren missionstheologischen Konturen gew&#252;rdigt werden.</p>
<p>Aus evangelischer und &#246;kumenischer Sicht m&#252;ssen aber auch grundlegende kritische R&#252;ckfragen gestellt werden:<strong> </strong></p>
<p>In Nr. 11 wird an die Verfolgungen und Martyrien erinnert, die Christen seit der apostolischen Zeit erlitten und somit die Mission mitgepr&#228;gt haben. Hier wird erinnert, dass die Glaubenszeugen „nicht Macht oder Gewinn such(t)en&#8221;, aber verschwiegen werden die Grausamkeiten christlicher Mission in allen Erdteilen. Zumindest ein Hinweis auf das Schuldbekenntnis Papst Johannes Pauls II. vom M&#228;rz 2000 w&#228;re n&#246;tig und hilfreich gewesen.</p>
<p>Nr. 12 erinnert an die Notwendigkeit von „Evangelisierung&#8221; und „Neuevangelisierung&#8221; „in L&#228;ndern, wo nicht katholische Christen leben, vor allem in L&#228;ndern mit alter christlicher Tradition und Kultur&#8221;. Ohne die damit verbundenen Schwierigkeiten mit den Ostkirchen direkt anzusprechen, wird an die Aussagen des &#214;kumenismusdekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert. Wenn aber der Eckpfeiler des Dialogs so beschrieben wird, dieser sei nicht nur ein Austausch von Gedanken, „sondern von Gaben […], damit ihnen die F&#252;lle der Heilsmittel angeboten werden kann&#8221;, ist die Sorge berechtigt, dass „Evangelisierung&#8221; letztlich doch Re-Katholisierung zum Ziel hat. Mit gutem Grund k&#246;nnen wir genau an dieser Stelle auf die „Charta Oecumenica&#8221; vom April 2001verweisen, die ja auch von der r&#246;misch-katholischen Kirche unterschrieben worden ist. Hier wurden (in Nr. II.2) gerade wegen der Problematik unchristlicher Abwerbungsbem&#252;hungen (Proselytismus) Formulierungen gefunden, die von allen Konfessionsfamilien in Europa mitgetragen werden konnten. Welchen Stellenwert haben denn letztlich in Rom wichtige &#246;kumenische Vereinbarungen?</p>
<p>Schlie&#223;lich vermisst man bei den grundlegenden Fragen des christlichen Missionsverst&#228;ndnisses einen Hinweis auf die Besonderheit des Dialogs mit dem Judentum. Auch in dieser Hinsicht (Problem der sog. Judenmission) kann die evangelische Theologie Pr&#228;zisierungen vornehmen, wie sie in den Dokumenten der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa / Leuenberger Kirchengemeinschaft&#8221; zu finden sind.</p>
<p><em>Dr. Walter Fleischmann-Bisten<br />
</em>Leiter des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim<br />
Referent f&#252;r Freikirchen und Innerprotestantische &#214;kumene<br />
_____________________________________________________________________________</p>
<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe „APD&#8221; gestattet!</p>
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