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	<title>APD &#187; Kriegsdienstverweigerung</title>
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	<description>Adventistischer Pressedienst</description>
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		<title>Wer ersetzt die Zivildienstleistenden?</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 05:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriegsdienstverweigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Umfrage bei Sozialeinrichtungen der Siebenten-Tags-Adventisten Ostfildern bei Stuttgart, 29.03.2011/APD   Wie die Arbeit k&#252;nftig ohne Zivildienstleistende konkret bew&#228;ltigt werden k&#246;nne, w&#252;ssten die Verantwortlichen der meisten Sozialeinrichtungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland noch nicht. Dennoch gebe es &#220;berlegungen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur APD. Nur sieben der &#252;ber 60 Sozialeinrichtungen der Freikirche in Deutschland haben Zivildienstpl&#228;tze. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Umfrage bei Sozialeinrichtungen der Siebenten-Tags-Adventisten</strong></p>
<p>Ostfildern bei Stuttgart, 29.03.2011/APD   Wie die Arbeit k&#252;nftig ohne Zivildienstleistende konkret bew&#228;ltigt werden k&#246;nne, w&#252;ssten die Verantwortlichen der meisten Sozialeinrichtungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland noch nicht. Dennoch gebe es &#220;berlegungen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur APD. Nur sieben der &#252;ber 60 Sozialeinrichtungen der Freikirche in Deutschland haben Zivildienstpl&#228;tze.</p>
<p>Da die Wehrpflicht zum 1. Juli in der Bundesrepublik ausgesetzt wird, entf&#228;llt zum selben Datum auch der Zivildienst. Sollte der Dienstantritt eines Zivildienstleistenden vor dem 1. Juli liegen, kann der Betreffende auf ausdr&#252;cklichen Wunsch seinen Dienst auch &#252;ber den 1. Juli hinaus noch ableisten. Doch sp&#228;testens Ende des Jahres werden die letzten Zivildienstleistenden entlassen.</p>
<p>An die Stelle des Zivildienstes soll ein &#8220;Bundesfreiwilligendienst&#8221; treten, der in der Regel mindestens sechs und h&#246;chstens 24 Monate dauere. Der Einsatz k&#246;nne bei den bisher von den Zivildienstleistenden besetzten Pl&#228;tzen und Bereichen geleistet werden. Bisherige Dienststellen des Zivildienstes w&#252;rden automatisch per Gesetz mit allen Zivildienstpl&#228;tzen als Einsatzstellen und Einsatzpl&#228;tze des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt, teilte das Bundesamt f&#252;r den Bundesfreiwilligendienst mit. Es w&#228;re daf&#252;r keine Registrierung n&#246;tig. Die Einsatzstellen k&#246;nnten daher sofort anfangen, um Freiwillige zu werben. Der Bundesfreiwilligendienst soll M&#228;nnern und Frauen jeden Alters nach Erf&#252;llung ihrer Schulpflicht offen stehen.</p>
<p>Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Weiter-stadt bei Darmstadt hatte bisher drei Zivildienstpl&#228;tze f&#252;r B&#252;ro und Lager. Laut ADRA-Mitarbeiterin Nadja Reinhardt werde der letzte &#8220;Zivi&#8221; seinen Dienst am 31. Juli beenden. Die von ihnen geleistete Arbeit sollen k&#252;nftig Freiwillige &#252;bernehmen. Auch bei der Blindenh&#246;rb&#252;cherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ (Alsbach-H&#228;hnlein bei Darmstadt) h&#246;re der letzte der beiden Zivildienstleistenden Ende Juli auf. Die Zivis waren haupts&#228;chlich f&#252;r die Kopie und den Versand von Tontr&#228;gern zust&#228;ndig, teilte der Leiter der Blindenh&#246;rb&#252;cherei, Pastor Andre Th&#228;der, mit. Ihre Arbeit solle k&#252;nftig von Ehrenamtlichen erledigt werden. Eventuell k&#246;nne der Bereich Technik personell verst&#228;rkt werden, falls die Haushaltslage des Medienzentrums das erm&#246;gliche.</p>
<p>Das adventistische Schulzentrum Marienh&#246;he, Darmstadt, hatte bisher drei Zivildienstpl&#228;tze f&#252;r Hausmeister- und G&#228;rtnerarbeiten. Laut Gabriele Klenke, Mitarbeiterin des Schulzentrums, sei die Einf&#252;hrung eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) angedacht, wenn die beiden letzten Zivis die Marienh&#246;he Ende Mai verlie&#223;en. Die bisher sechs Zivildienstpl&#228;tze des Seniorenheimes Neandertal in Mettmann k&#246;nnten eventuell durch geringf&#252;gige Besch&#228;ftigung in einer &#220;bergangszeit ersetzt werden. Der letzte Zivi verlasse die Einrichtung Ende Juli.</p>
<p>Beim adventistischen Krankenhaus &#8220;Waldfriede&#8221; in Berlin-Zehlendorf (acht Zivildienstpl&#228;tze), bei der Erholungs- und Bildungsst&#228;tte Bergheim M&#252;hlenrahmede (Altena/Westfalen) mit zwei Zivildienstpl&#228;tzen und beim Seniorenheim in Berlin-Steglitz (zwei Zivildienstpl&#228;tze) gebe es verschiedene &#220;berlegungen. Sie reichten vom Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Sozialen Jahr bis zum Ehrenamt und zu Praktikanten.<br />
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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>&#8220;Aus friedensbewegten Mennoniten werden Spezialisten f&#252;r Milit&#228;rrecht&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 18:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriegsdienstverweigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[H&#246;chst/Odenwald, 25.09.2008/APD   Den &#8220;Friedrich Siegmund-Schultze F&#246;rderpreis f&#252;r gewaltfreies Handeln&#8221; erhielten in H&#246;chst/Odenwald das Projekt &#8220;Dorf der Freundschaft&#8221; (B&#246;nnigheim-Hofen bei Heilbronn) und die Initiative &#8220;Military Counceling Network&#8221; (Bammental bei Heidelberg). Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK) mit Sitz in Bremen verlieh damit zum siebten Mal die mit je 3.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie erinnert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>H&#246;chst/Odenwald, 25.09.2008/APD   Den &#8220;Friedrich Siegmund-Schultze F&#246;rderpreis f&#252;r gewaltfreies Handeln&#8221; erhielten in H&#246;chst/Odenwald das Projekt &#8220;Dorf der Freundschaft&#8221; (B&#246;nnigheim-Hofen bei Heilbronn) und die Initiative &#8220;Military Counceling Network&#8221; (Bammental bei Heidelberg). Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK) mit Sitz in Bremen verlieh damit zum siebten Mal die mit je 3.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie erinnert an das friendens- und sozialethische Wirken des evangelischen Theologen und &#214;kumenikers Friedrich Siegmund-Schultze (1885-1969). Die EAK ist der Zusammenschluss der Beauftragten f&#252;r Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende in den evangelischen Kirchen, zu deren Auftrag auch die Arbeit f&#252;r Frieden und Zivile Konfliktbearbeitung geh&#246;rt.</p>
<p>Das pr&#228;mierte &#8220;Dorf der Freundschaft&#8221; besteht seit 1998 in der N&#228;he der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi und wurde von US-amerikanischen Kriegsveteranen von Deutschland aus initiiert. Es bietet Opfern des Vietnamkrieges eine neue Heimat. Im Dorf leben 160 Menschen, davon 120 Kinder und Jugendliche.</p>
<p>Das &#8220;Military Counseling Network&#8221; (MCN) ist in Deutschland auf Initiative des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees und der Initiative Connection e. V. 2003 entstanden. Es ber&#228;t Soldatinnen und Soldaten, die aus Gewissensgr&#252;nden den Dienst in der US-Armee beenden wollen. Ihre Lage ist problematisch, da die Milit&#228;rdienstverweigerung aus Gewissensgr&#252;nden in den Vereinigten Staaten nicht als Grundrecht, sondern in einem komplizierten Verfahren geregelt ist, das milit&#228;rischem Einfluss unterliegt.</p>
<p>In seiner Laudatio zur Preisverleihung betonte der EAK-Bundesvorsitzende, Landessuperintendent i. R. Walter Herrenbr&#252;ck, dass Kriege nachwirkten. &#8220;Sie sind nicht zu Ende, auch wenn sie f&#252;r beendet erkl&#228;rt wurden.&#8221; Da seien immer noch die Vielen, die an den Sp&#228;tfolgen des Krieges litten - an bleibenden k&#246;rperlichen Gebrechen und seelischen Verletzungen. Die Realit&#228;t des Krieges d&#252;rfe nicht weltweit zur Resignation f&#252;hren. &#8220;Friedensarbeit und Friedensdienste m&#246;gen wie ein Tropfen Wasser auf einen hei&#223;en Stein sein; aber vielleicht kann daraus doch eine Quelle werden, die erhitzte Gem&#252;ter abk&#252;hlt, die Friedfertigen erquickt und manchen Gewaltt&#228;ter zum Umdenken bewegt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wenn du &#252;berlebst, dann musst du f&#252;r den Frieden leben&#8221;, sagte sich der US-Soldat George Mizo, als er im Januar 1968 w&#228;hrend einer der schlimmsten Schlachten des Vietnamkrieges schwer verwundet wurde. Als Christ und Amerikaner hatte er sich freiwillig nach Vietnam gemeldet, um den armen Bauern S&#252;dvietnams gegen die kommunistische Aggression beizustehen. Doch bald wurde ihm klar, dass er mithalf, das zu zerst&#246;ren, was er eigentlich sch&#252;tzen wollte. Durch diese dramatische Erfahrung kam es laut der Vorsitzenden des Vereins &#8220;Dorf der Freundschaft&#8221;, Rosemarie H&#246;hn-Mizo, zu der Idee, in Vietnam ein Vers&#246;hnungsprojekt durchzuf&#252;hren.</p>
<p>Michael J. Sharp vom &#8220;Military Counceling Network&#8221; schilderte, wie schwierig es f&#252;r friedensbewegte Mennoniten gewesen sei, sich f&#252;r amerikanische GI‘s einzusetzen, die sich freiwillig gemeldet hatten. &#8220;Doch auch Soldaten k&#246;nnen ihre Waffen niederlegen. So wurden aus Mennoniten, die keine Ahnung von milit&#228;rischen Strukturen hatten, Spezialisten f&#252;r Milit&#228;rrecht, um US-Soldaten zu beraten.&#8221;<br />
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<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>Kriegsdienstverweigerer Bal in der T&#252;rkei erneut schwer misshandelt</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 09:11:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriegsdienstverweigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Instanbul/Offenbach, 13.06.2008/APD Der am 8. Juni in Istanbul verhaftete Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal sei nach ersten &#220;bergriffen bei der Milit&#228;rpolizei in Besiktas erneut schwer misshandelt worden. Wie die Anw&#228;lte G&#252;lseren Yoleri und F. Ahmet Tamer vom Menschenrechtsverein Istanbul mitteilten, habe &#8220;ein Offizier Bal zur Zelle begleitet. Dieser instruierte die anderen Gefangenen, zu &#8216;tun was notwendig ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Instanbul/Offenbach, 13.06.2008/APD    Der am 8. Juni in Istanbul verhaftete Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal sei nach ersten &#220;bergriffen bei der Milit&#228;rpolizei in Besiktas erneut schwer misshandelt worden. Wie die Anw&#228;lte G&#252;lseren Yoleri und F. Ahmet Tamer vom Menschenrechtsverein Istanbul mitteilten, habe &#8220;ein Offizier Bal zur Zelle begleitet. Dieser instruierte die anderen Gefangenen, zu &#8216;tun was notwendig ist. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt. Erinnert ihn an die Gef&#228;ngnisregeln.&#8217; Bal wurde daraufhin sofort von den anderen Gefangenen angegriffen, w&#228;hrend sie ihn ausfragten, warum er keine Uniform trage und er sich weigere Soldat zu sein.&#8221; Mehmet Bal sei mit einem 35 bis 40 Zentimeter langem Gegenstand geschlagen, sowie getreten und unter kaltes Wasser gehalten worden, &#8220;bis er halb bewusstlos war&#8221;.</p>
<p>Bal berichtete den Anw&#228;lten zudem, dass er &#8220;sowohl sein rechtes Bein, wie auch seine rechte Taille und Nacken nicht bewegen k&#246;nne. Er sp&#252;re Zuckungen in diesen Bereichen und habe heftige Schmerzen in seinem Kreuz, das sich wie gebrochen anf&#252;hle. Er habe zudem H&#246;rprobleme auf beiden Ohren.&#8221;</p>
<p>Die Anw&#228;lte konnten Mehmet Bal am 10. Juni im Milit&#228;rkrankenhaus G&#252;m&#252;ssuyu besuchen. Ihr Wunsch, ihren Klienten zu sehen, sei zun&#228;chst von den diensthabenden Soldaten abgelehnt worden. Erst nach intensivem Dr&#228;ngen w&#228;re es ihnen gelungen, ihn aufzusuchen. Die Anw&#228;lte stellten Prellungen und Verletzungen am ganzen K&#246;rper fest. Am Abend, berichteten sie, wurde Bal erneut ins Milit&#228;rgef&#228;ngnis Hasdal gebracht. Sie sind in hohem Ma&#223;e besorgt, dass &#8220;er weiteren Angriffen ausgesetzt&#8221; werde.</p>
<p>Mehmet Bal habe aufgrund der Ereignisse einen Hungerstreik begonnen, um gegen die Gef&#228;ngnisverwaltung zu protestieren, welche die Insassen gegen ihn aufgehetzt h&#228;tte.</p>
<p>Der Offenbacher Verein &#8220;Connection&#8221;, der sich f&#252;r Deserteure und Kriegsdienstverweigerer in Krisen- und Kriegsgebieten einsetzt, protestierte sch&#228;rfstens gegen die Misshandlungen des Kriegsdienstverweigerers Mehmet Bal. Ein Sprecher des Vereins, Rudi Friedrich, forderte in einem Schreiben das t&#252;rkische Verteidigungsministerium auf, &#8220;Mehmet Bal vor weiteren Angriffen zu sch&#252;tzen. Bal und andere Kriegsdienstverweigerer sind in &#220;bereinstimmung mit dem Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofes f&#252;r Menschenrechte unverz&#252;glich freizulassen, jede Strafverfolgung ist einzustellen.&#8221;</p>
<p>Zugleich rief &#8220;Connection&#8221; zu Protestschreiben an das Verteidigungsministerium der T&#252;rkei (Fax: 0090-312-4251150), den Menschenrechtsausschuss des t&#252;rkischen Parlaments (Fax: 0090-312-4205394) und den Staatspr&#228;sidenten Abdullah G&#252;l (Fax: 0090-312-4271330) auf.</p>
<p>Ein Vorschlag f&#252;r ein Protestschreiben ist im Internet unter www.Connection-eV.de/Tuerkei/bal.html zu finden.<br />
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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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		<title>T&#252;rkischer Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal erneut verhaftet</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 15:44:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zentralredaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriegsdienstverweigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Offenbach, 10.06.2008/APD &#8220;Vor zwei Tagen wurde der t&#252;rkische Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal auf offener Stra&#223;e in Istanbul verhaftet&#8221;, teilte der Offenbacher Verein &#8220;Connection&#8221;, der sich f&#252;r Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Krisen- und Kriegsgebieten einsetzt, mit. &#8220;Gegen ihn ist ein Verfahren wegen Fahnenflucht und zwei Verfahren wegen Befehlsverweigerung anh&#228;ngig.&#8221; Laut seinem Rechtsanwalt sei Bal im Milit&#228;rgef&#228;ngnis Hasdal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Offenbach, 10.06.2008/APD   &#8220;Vor zwei Tagen wurde der t&#252;rkische Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal auf offener Stra&#223;e in Istanbul verhaftet&#8221;, teilte der Offenbacher Verein &#8220;Connection&#8221;, der sich f&#252;r Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Krisen- und Kriegsgebieten einsetzt, mit. &#8220;Gegen ihn ist ein Verfahren wegen Fahnenflucht und zwei Verfahren wegen Befehlsverweigerung anh&#228;ngig.&#8221; Laut seinem Rechtsanwalt sei Bal im Milit&#228;rgef&#228;ngnis Hasdal drangsaliert und geschlagen worden. Am Morgen des 9. Juni sei versucht worden, ihn mit hei&#223;em Wasser zu &#252;bergie&#223;en.</p>
<p>Mehmet Bal habe, so &#8220;Connection&#8221;, im Oktober 2002, nachdem er bereits mehrere Monate Milit&#228;rdienst abgeleistet hatte, seine Kriegsdienstverweigerung wie folgt begr&#252;ndet: &#8220;Neuneinhalb Monate Kriegsdienst haben mir klar gemacht, dass ich die Stimme meines Gewissens nicht weiter verleugnen kann. Ab jetzt werde ich mir von keiner milit&#228;rischen oder zivilen Autorit&#228;t Haltungen und Handlungen aufzwingen lassen, die im Widerspruch zu meinem Gewissen und meinem Willen stehen.&#8221;</p>
<p>Nach mehreren Monaten Haft sei er im Januar 2003 unter der Auflage in Heimaturlaub geschickt worden, sich nach drei Monaten im Milit&#228;rkrankenhaus GATA zur Untersuchung einzufinden. Dieser Aufforderung w&#228;re er aber nicht nachgekommen.</p>
<p>Die T&#252;rkei verfolge laut Rudi Friedrich, Pressesprecher von &#8220;Connection&#8221;, Wehrdienstverweigerer auf zweierlei Art. Zum einen werde das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkannt. Kriegsdienstverweigerer wie Halil Savda, Osman Murat &#220;lke oder Mehmet Tarhan seien wegen Befehlsverweigerung beziehungsweise Ungehorsam bis zu sieben Mal verurteilt worden. Zum anderen w&#252;rden &#246;ffentliche &#196;u&#223;erungen gegen das Milit&#228;r, wie vor wenigen Tagen bei Halil Savda, unter Strafe gestellt.</p>
<p>Mit der Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer versto&#223;e die T&#252;rkei gegen ein Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofes f&#252;r Menschenrechte vom 24. Januar 2006. Darin habe das Gericht festgestellt, dass wiederholte Anklagen gegen Kriegsdienstverweigerer in Verbindung mit der M&#246;glichkeit einer lebenslangen Strafverfolgung &#8220;im Missverh&#228;ltnis zu dem Ziel stehen, die Ableistung des Milit&#228;rdienstes sicherzustellen&#8221; und damit die Europ&#228;ische Menschenrechtskonvention verletzten. Der Ministerausschuss des Europarates habe die T&#252;rkei zuletzt am 17. Oktober 2007 aufgefordert, &#8220;ohne weiteren Verzug eine Gesetzesreform zu verabschieden, die notwendig ist, um &#228;hnliche Verletzungen der Konvention zu vermeiden&#8221;.</p>
<p>Friedrich betonte angesichts der aktuellen Ereignisse: &#8220;Mehrere Kriegsdienstverweigerer sind in den letzten Monaten in der T&#252;rkei verhaftet und misshandelt worden. Die t&#252;rkische Regierung muss das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung umgehend anerkennen, die Strafverfolgung einstellen und die Inhaftierten sofort freilassen.&#8221;<br />
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<p>Der Text kann kostenlos genutzt werden. Ver&#246;ffentlichung nur mit Quellenangabe &#8220;APD&#8221; gestattet!</p>
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