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 Deutschland

Sony verzichtet auf umstrittene Plakatwerbung

Stuttgart, 25.06.1997/APD Der Elektronikkonzern Sony hat in Deutschland ein umstrittenes Plakat aus einer Werbekampagne für Videokameras mit dem Slogan "Genau das richtige für Familienfeste" nach einem Einspruch der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Die Darstellung eines Brautpaares, beide Personen männlichen Geschlechts, wobei nach Ansicht der Freikirchenleitung die "Braut" eindeutig an Jesus-Darstellungen erinnert, bezeichnete Pastor Gerald Stahlberger (Stuttgart) in einer Beschwerde an den Deutschen Werberat als blasphemisch und geeignet, die religiösen Gefühle zu verletzen.

Seit Tagen waren an gut frequentierten Stellen in Stuttgart übergroße Posters von Sony für die neueste Camcorder-Generation zu sehen. Sie stellten zum größten Teil ein Brautpaar - beides Männer - dar, wobei die "Braut" Christus-Nachbildungen stark ähnelte. Die baden-württembergische Kirchenleitung der Adventisten legte beim Deutschen Werberat Beschwerde ein und informierte die Firma Sony Deutschland in Köln. Die evangelische Freikirche sah in der Darstellung den Tatbestand der Blasphemie erfüllt und eine Befürwortung der "Eheschließung unter Homosexuellen". Während der Werberat zunächst eine Stellungnahme der Sony-Konzernleitung anforderte, reagierte die Firma prompt: Die Werbung wurde mit gleichzeitiger Entfernung der Plakate sofort gestoppt.

Der Leiter der Abteilung Marketing Communications von Sony Deutschland GmbH, Hans-Rainer Schuh, Köln, teilte der Freikirchenleitung am 16. Juni mit: "Bitte seien Sie versichert, daß wir in keiner Weise die Absicht hatten, die moralischen oder gar religiösen Gefühle anderer zu verletzen." Bei der Auswahl des Bildmaterials "haben wir bewußt ein extrem skurriles und daher, wie wir meinen, eher unglaubwürdiges Paar ausgewählt. Die Möglichkeit, mit der 'Braut' ein Abbild Jesu darzustellen, ist uns nicht in den Sinn gekommen. Offensichtlich haben wir uns hier geirrt." Sony schreibt weiter: "Ebensowenig war es unsere Absicht, mit der Darstellung ein Plädoyer für die Eheschließung von Homosexuellen zu geben." Der Konzern bedauere "außerordentlich", die Gefühle der Adventisten verletzt zu haben, was nicht beabsichtigt gewesen sei. Hans-Rainer Schuh sicherte zu, "zukünftig sensibler mit vermeintlich außergewöhnlicher Werbung" umzugehen.

Die Siebenten-Tags-Adventisten sind eine aus der Erweckungsbewegung des letzten Jahrhunderts hervorgegangene evangelische Freikirche. Sie hat in Deutschland 35 000 Mitglieder und ist unter anderem Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) sowie der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft. Einzige Glaubensgrundlage ist die Heilige Schrift. Weltweit gibt es in 207 Ländern über neun Millionen erwachsene getaufte Adventisten. (2 521 Anschläge)

Leipziger Adventisten beteiligen sich am Kirchentag

Leipzig, 25.06.1997/APD Auch im Gemeindezentrum der Leipziger Siebenten-Tags-Adventisten fanden Veranstaltungen des Deutschen Evangelischen Kirchentages statt, zu denen bis zu 200 Besucher kamen. Am Donnerstagnachmittag und Abend war dort die "Lieder-Tour", ein Ensemble mit Künstlern aus verschiedenen Städten, zu Gast. Am Freitagnachmittag gab es humorvolles zur Frage "Wo steckt meine Gabe?" von der Theatergruppe "logo" aus Velbert. Am Samstagnachmittag trug Benno Fabricius (Leipzig) mit seiner Band eigene Texte und Kompositionen zum Thema "Mit-Menschen leben und glauben" vor. Am Abend führte die Johanniskirchengemeinde Uslar das Medien-Musical "Lebenslangsame Lebenslichtsuche" auf. Das Adventhaus war auch Treffpunkt für Kirchentagsbesucher, die sich im "Gute-Nacht-Café" mit einem Imbiß stärkten und Gespräche führten. Wer den Tag mit einer geistlichen Besinnung abschließen wollte, fand dort in der "Gute-Nacht-Kirche" ebenfalls Gelegenheit dazu. Die Jugendgruppe der Leipziger Adventisten war beim "Abend der Begegnung" in der Leipziger Innenstadt mit einem eigenen Stand vertreten. Das geplante Großfeld-Damespiel fiel aber wegen des Regens buchstäblich ins Wasser.

Pastor Lothar Remtisch, Seelsorger der Leipziger Adventgemeinde, befaßte sich in seiner Gottesdienstpredigt am Samstag, dem Ruhetag (Sabbat) der Adventisten, mit der Kirchentagslosung "Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben", die der Bibel aus Sprüche 12,28 entnommen ist. Es sei schwer, so Remtisch, jedem die Gerechtigkeit zukommen zu lassen, die er verdiene. Wenn sich aber jeder um die Gerechtigkeit des anderen, statt nur um seine eigene bemühen würde, ginge es in dieser Welt besser zu. Doch dann müßten wir auch mit anderen auf Kosten unseres Wohlstandes teilen. In der Bibel seien Gerechtigkeit und Glaube an Jesus miteinander verbunden. Wer durch Christus gerecht geworden ist, sei nicht mehr mit seiner eigenen Selbstgerechtigkeit beschäftigt, "sondern ist frei für die Hilfe des andern".

Die Adventgemeinde Leipzig geht auf das Jahr 1903 zurück und zählt heute etwa 250 Mitglieder. Sie besitzt eine Kinder-, Pfadfinder- und Jugendgruppe, einen Seniorenkreis sowie einen Kinderchor, gemischten Chor und den Singkreis "Tonträger". Der von der Ortsgemeinde getragene Helferkreis des Advent-Wohlfahrtswerks unterhält eine Kleiderkammer, die für Bedürftige an jedem Mittwochnachmittag geöffnet ist. Die von der Gemeinde gegründete Regionalgruppe des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege (DVG) offeriert an jedem ersten Dienstag im Monat im Adventhaus das Seminar "Vollwertkost kennenlernen". Dazu stehen 80 Sitzplätze zur Verfügung. Die Teilnehmer können zwischen 20 vegetarischen Gerichten zum Selbstkostenpreis wählen. Bei einem Kochkurs für Vollwerternährung werden diese Gerichte selbst zubereitet. Das Advent-Wohlfahrtswerk unterhält in Leipzig ein Übernachtungshaus für obdachlose Frauen mit 25 Plätzen. (2 559 Anschläge)

st@online beim Kirchentag

Leipzig, 25.06.1997/APD Im Internet-Café war während des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Leipzig auch der gemeinnützige Förderverein st@online e. V., Köln, mit vier PC's vertreten. Er gibt den freikirchlichen Einrichtungen und Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten die Möglichkeit, sich auf eigenen Web-Seiten zu präsentieren. Drei der Computer führten ins Internet zur Top-Level-Domain http://adventisten.de, wo Wissenswertes über die Freikirche und ihre Institutionen zu erfahren ist. Ein weiterer Computer stellte den Bibliothekskatalog der adventistischen Theologischen Hochschule Friedens-au bei Magdeburg auf CD vor. (577 Anschläge)

Adventisten distanzieren sich von Flugblattverteilern beim Kirchentag

Leipzig, 25.06.1997/APD Besucher des 27. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Leipzig erhielten in der Innenstadt, an den Eingängen zum alten und neuen Messegelände und beim Abschluß auch vor dem Zentralstadion Flugblätter und Broschüren mit Titeln in die Hand gedrückt, wie "Fakten der Zukunft", "Eine neue Weltordnung", "Die kommende Krise", "Was steckt hinter der neuen Weltordnung?", "Ein Vergleich der zu denken gibt!", "Die Reformation Luthers kein tragischer Irrtum!", Philipp Melanchthon - Was hat er uns nach 500 Jahren zu sagen?" oder "Gottes letzte Botschaft an die Welt!". Auf ihre Herkunft angesprochen, gaben die Verteiler an, daß sie Adventisten seien. Wie jedoch die Zentralstelle für Apologetik der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (Ostfildern bei Stuttgart) mitteilte, handelt es sich bei den Flugblättern um Druckerzeugnisse autonomer kleiner Splittergruppen, die nicht der Freikirche angehören. Adventisten sind keine Weltuntergangspropheten. Sie heben in ihrer Verkündigung nicht das Weltende, sondern den wiederkommenden Jesus Christus hervor, "betonen nicht das Ende, sondern die Vollendung, nicht die Angst, sondern die Hoffnung", so die Zentralstelle für Apologetik.

Sie teilte mit, daß die "Missionsgesellschaft zur Erhaltung und Förderung adventistischen Glaubensgutes e. V.", Berlin, eine etwa 30 Personen umfassende Gruppe ist, deren Initiatoren 1987 aus der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ausgeschlossen wurden. Die "Internationale Missionsgesellschaft der S.T.A., Reformationsbewegung" spaltete sich im Ersten Weltkrieg von der Freikirche ab und zählt in Deutschland heute etwa 400 Mitglieder. Sie trat in Leipzig auch unter den anonymen Bezeichnungen "Internationale Missionsgesellschaft", "Missionswerk Eben-Ezer", "Edelstein-Verlag", "Fernkursschule 'Kennst Du die Bibel?'" und "Missionskreis aktiver Christen" in Erscheinung. Hinter der "cMv Adventbotenmission" steckt ein Einzelgänger aus Bayern, der 1994 aus der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ausgeschlossen wurde. Er wandte sich auch mit dem eigenen Pressedienst "Adventist Public Relations APR" an die Medien und versuchte vergeblich einen Stand auf dem "Markt der Möglichkeiten" beim Kirchentag zu erhalten. Er verwendete bei seinen Publikationen auch die Bezeichnungen "Verdere Informatie" und "mission 7". Hinter dem "Verlag 'Die Wahrheit'" im niedersächsischen Langwedel steht ebenfalls ein Einzelgänger, der 1993 die Freikirche verließ.

Pastor Hartwig Lüpke (Dresden), Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Sachsen, teilte der Kirchentagsleitung mit, daß sich die Freikirche "von Aktivitäten dieser Art deutlich distanziert. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Personen, die von ihren Ortsgemeinden ausgeschlossen wurden und nicht mehr unserer Freikirche angehören." Pastor Lothar Remtisch von der Leipziger Adventgemeinde machte darauf aufmerksam, daß diese autonomen Gruppen auch gegen die Freikirche schon tätig wurden und auf deren Verbandskonferenzen Ende Mai und Anfang Juni in Berlin und Stuttgart ebenfalls "große Mengen selbstgefertigter Druckerzeugnisse" verteilten. (2 800 Anschläge)

120 000 Mark für Bulgarien

Stuttgart, 25.06.1997/APD 120 000 Mark für notleidende Menschen in Bulgarien spendeten die 8 000 Besucher der Konferenz der süddeutschen Siebenten-Tags-Adventisten, die am 7. und 8. Juni in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart, stattfand. Dadurch kann die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA auch weiterhin Bedürftigen in diesem von einer Wirtschaftskrise erschütterten Land mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern beistehen. Hauptredner der in der Regel nur alle fünf Jahre stattfindenden Konferenz war der Präsident der weltweit neun Millionen Adventisten, Pastor Robert S. Folkenberg aus Silver Spring, Maryland/USA. 1 000 Kinder und Pfadfinder wurden in der Schleyer-Halle eigens betreut. (647 Anschläge)

Weiterhin zwei adventistische Kirchenleitungen in Deutschland

Stuttgart, 25.06.1997/APD Es bleibt bei zwei deutschen Kirchenleitungen der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Delegierten des Süddeutschen Verbandes der Freikirche lehnten am 22. Juni während ihrer Abgeordnetenversammlung in Stuttgart den Antrag, den Nord- und Süddeutschen Verband zu einem einzigen Verband zusammenzuschließen, mit 95 Nein- zu 84 Ja-Stimmen ab. Für diesen Antrag hatten dagegen bereits im April die Delegierten des Norddeutschen Verbandes mit sehr großer Mehrheit plädiert. Zum Norddeutschen Verband mit Sitz in Hannover gehören die Adventisten in den neuen Bundesländern und in den Gebieten nördlich von Rheinland-Pfalz und Hessen. Er umfaßt sieben regionale Kirchenleitungen (Vereinigungen) für 20 839 Mitgliedern in 373 Kirchengemeinden. Zum Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart zählen die Adventisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Er umfaßt vier Vereinigungen mit insgesamt 14 391 Mitgliedern in 209 Gemeinden. (920 Anschläge)

Neue Geschäftsführerin der ACK-Deutschland

Frankfurt/Main, 25.06.1997/APD Pfarrerin Bärbel Wartenberg-Potter wurde während der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Mainz als Geschäftsführerin der ACK und neue Referentin der Evangelischen Kirche (EKD) in ihr Amt eingeführt. Sie tritt gleichzeitig die Nachfolge von Pfarrer Dr. Hans Vorster an, der seit 1980 als EKD-Referent tätig war, und löst den seit September 1993 amtierenden methodistischen Pastor Martin Lange als ACK-Geschäftsführer ab. Beide Geistlichen treten in den Ruhestand. Die Geschäftsstelle der ACK wird auch der freikirchliche Referent und mennonitische Pastor Rainer W. Burkart verlassen. Er übernimmt zum 1. September als Seelsorger eine Gemeinde in Neuwied-Torney. Sein Nachfolger wird Pastor Dr. Klaus Peter Voß vom Bund Freier evangelischer Gemeinden. Zur ACK-Deutschland gehören 14 Mitgliedskirchen, darunter die römisch-katholische und die evangelische Kirche, vier Gastkirchen, wie die Siebenten-Tags-Adventisten, und drei weitere kirchliche Organisationen als Ständige Beobachter. (972 Anschläge)

Juden in China

St. Augustin, 25.06.1997/APD Über das Judentum in China informiert noch bis zum 26. Oktober die Ausstellung "Juden in China. Von Kaifeng ... bis Shanghai" in St. Augustin bei Bonn. Die vom Institut Monumenta Serica und dem China-Zentrum konzipierte Dokumentation zeigt anhand von Bildern und Texten Facetten der jüdischen Präsenz in China von den Anfängen bis heute. In einem Sonderteil sind außerdem die Aquarelle und Holzschnitte des jüdischen Künstlers David Ludwig Bloch aus seiner Zeit im Shanghaier Exil (1940-1949) zu sehen. Die Ausstellung im Ethnologischen Museum "Haus Völker und Kulturen" ist dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr, an Sonntagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. (613 Anschläge)

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© APD Geändert am: 24.06.1997

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