Guatemala: Bettwäsche für öffentliche Krankenhäuser

Spenden für Bettlaken
Die Frauen hatten in 202 Kirchengemeinden etwa 5.000 US-Dollar gesammelt. Damit hatten sie 561 Bettlaken maßanfertigen und mit dem Logo der Freikirche und einem Bibeltext bedrucken lassen.  Die Aktion zeige die hohen Wertmaßstäbe der Freikirche, so Dr. Danilo Mart, ein Vertreter des Krankenhauses in Chiquimula. Das sei beispielhaft.

Dr. Helen Ramos, eine der Leiterinnen des Krankenhauses in Jutiapa, erklärte, über 30 Prozent der Patienten seien Frauen. Das nationale Krankenhausnetzwerk in Guatemala verfüge über mehr als 45 Krankenhäuser und 1.600 Gesundheitszentren, um den Bedürfnissen von über 17 Millionen Menschen zu begegnen. Ein Bettlaken müsse nach etwa drei Monaten erneuert werden.

In jeder Kirchengemeinde vor Ort waren die Leiterinnen der Abteilung Frauen aufgerufen, ein Bettlaken im Wert von 10 US-Dollar zu kaufen. Andere Frauen sollten ebenfalls dazu ermutigt werden. So wollte man das Ziel von 561 Bettlaken erreichen, die vorrangig Frauen in den Krankenhäusern zukommen sollten.

Unterversorgung in Krankenhäusern
„Wir wollten die Bedingungen für die Patienten verbessern helfen“, so Brenda de Solis, Leiterin der Abteilung Frauen der Freikirche in Ostguatemala. Viele der Krankenhäuser seien nicht ausreichend versorgt und die Bettwäsche sei eine Möglichkeit, gezielt den Bedürfnissen der Patienten zu helfen. Weitere Initiativen und Projekte seien geplant, so de Solis.

Adventisten in Guatemala
In dem mittelamerikanischen Land zwischen Karibik und Pazifik, das im Norden an Mexiko und im Süden an Honduras und El Salvador grenzt, leben nach Angaben aus dem Jahr 2018 knapp 250.000 mündig getaufte adventistische Kirchenmitglieder in 971 Kirchengemeinden und 255 Kleingruppen.




100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Anfänge in Bremen
Margarete Heine wurde 1894 als hörendes Kind gehörloser Eltern geboren. Sehr früh erlernte sie als die Älteste von sechs Kindern der Eheleute Heine die Handzeichensprache, um sich mit den Eltern verständigen zu können. Mit 24 Jahren lernte sie durch die Adventistin Giesecke den Glauben an Jesus Christus kennen. Als Kinderfräulein betreute Margarete Heine nach ihrer Taufe die gehörlosen Kinder Else und Hilda bei der gehörlosen Familie Pohl und erzählte ihnen auch von ihrem Glauben.

Im Januar 1920 wurde Frau Pohl, die Mutter von Else und Hilda, als erste Gehörlose getauft und in die Adventgemeinde Bremen aufgenommen. Mit 26 Jahren lernte Margarete den gehörlosen Berliner Carl Puich kennen. Er war Sozialist und glaubte nicht an Gott. Das änderte sich jedoch und er ließ sich am 20. Dezember 1920 taufen. Vier Tage später fand die Hochzeit mit Margarete statt. Die Trauung wurde von dem adventistischen Pastor Müller aus Magdeburg in Zeichensprache durchgeführt.

Carl Puich war der erste gehörlose adventistische Evangelist in Deutschland. Er begann 1921 die Bibel mit Gehörlosen zu studieren. Seine Frau Margarete dolmetschte jeden Sabbat (Samstag) im Gottesdienst das Bibelgespräch und die Predigt. Mit 35 Jahren wurde Margarete Puich auch als Gebärdensprachdolmetscherin an den Gerichten vereidigt. Ihre Dolmetschertätigkeiten waren nicht nur auf Bremen beschränkt. Auch zu Ärzten und Behörden wurde sie gerufen. Über 50 Jahre wirkte Margarete unermüdlich im Dienst an gehörlosen Mitmenschen. Carl Puich verstarb 1966, seine Frau 1982.

Ausbau der adventistischen Gehörlosengemeinschaft
Nach dem Tod von Carl Puich wurde der gehörlose Horst-Dieter Meyer evangelistisch tätig. Er hielt 1973 seine ersten Bibelvorträge unter Gehörlosen in Hannover. Horst-Dieter Meyer wurde neben seinem Beruf als Optikermeister in Stadthagen nach Carl Puich der zweite gehörlose Evangelist der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Durch sein Engagement wuchs die adventistische Gehörlosengemeinschaft. Er starb 2015.

1974 fand die erste Gehörlosen-Bibelfreizeit im Bergheim Mühlenrahmede im Sauerland mit Horst-Dieter Meyer und Gastreferent Pastor Heinz Hopf statt. Es war der Start eines jährlich stattfindenden Gehörlosentreffens der adventistischen Gehörlosengemeinschaft auf Bundesebene.

1976 wurde Georg Pietruska Beauftragter, Dolmetscher und Koordinator für die adventistischen Dolmetscher. Er organisierte in den Adventgemeinden von 1976 bis 1996 Dolmetscherkurse. Pastor Gerhard Freitag, wurde von1987 bis 1990 offizieller Beauftragter der Freikirche für die adventistischen Gehörlosen. 1992 wurde Pastor Gerd Wildemann der zweite offizielle Bundesbeauftragte für die Gehörlosen. 2013 fand der erste internationale Gehörlosenkongress der Siebenten-Tags-Adventisten in Cologne/Frankreich statt. 2015 gab es den ersten internationalen Gebärdendolmetscher-Lehrgang für die Gebärdensprache International Sign Language (ISL) in Sevilla/Spanien.

Globaler Dienst für Gehörlose
Laut Gerd Wildemann, gibt es weltweit 250 bis 300 Millionen Gehörlose, von denen nur zwei bis vier Prozent Christen seien. Deshalb habe die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten erstmals mit Jeff Jordan, Collegedale, Tennessee/USA, einen gehörlosen Pastor zum Koordinator des Dienstes an Gehörlosen ernannt. Er soll als globaler Berater, Trainer und Evangelist tätig sein, um die rasch wachsende weltweite Arbeit der Adventisten unter Gehörlosen zu unterstützen. Pastor Jordan hat ein Theologiestudium absolviert und ist aktiv in gehörlosen Kirchengemeinden tätig.

Spezielle Dienste der Adventisten für Gehörlose gebe es gegenwärtig in Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Kenia, Mexiko, den Philippinen, Russland, der Ukraine und den USA, so Pastor Wildemann.

Jubiläumsfeier in Hamburg
Bei der Jubiläumsfeier am 3. August in Hamburg werde Jordan im Gottesdienst um 10 Uhr die Predigt in ISL (Internationale Gebärden Sprache) gebärden. Dolmetscher würden dies in DGS (Deutsche Gebärdensprache) und in die Lautsprache Englisch / Deutsch übersetzen. Während des Gottesdienstes sei auch die Taufe einer Hörgeschädigten vorgesehen.

Am Samstag-Nachmittag gebe es unter anderem einen Einblick in den weltweiten Gehörlosendienst der Siebenten-Tags-Adventisten mit Berichten aus Deutschland, den USA und Brasilien. Aus Brasilien berichtet Douglas da Silva, São Paulo. Er sei der erste gehörlose adventistische Pastor in Brasilien für den Dienst an Hörgeschädigten in seinem Land, informierte Wildemann.




Portugal: 2.600 Pfadfinder aus Europa auf adventistischem Zeltlager

Camporee-Organisation
Organisatoren des Camporees sind die Jugendabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (EUD) gemeinsam mit den Leitern der Länderdelegationen. Das Camporee in Portugal ist als Festival mit „viel Spass, Freude, Aktivitäten und Spielen, Workshops, Gottesdiensten sowie vielen Möglichkeiten zum Kennenlernen und Austauschen mit vielen alten und neuen Freunden“ geplant. Ein entsprechendes Handbuch in den neun Hauptsprachen des Treffens erklärt alle Abläufe, Regeln und Möglichkeiten dieser Pfadfinderbegegnung.

Lagerleben
Das Lagerleben ist vielfältig. Es gibt Aktivitäten, sogenannte Expeditionen, bei denen Talente erworben werden können. Diese Talente gelten wiederum als Zahlungsmittel bei den Angeboten des Lagerlebens. Während der gesamten Camporeezeit können die Teilnehmer auf diese Weise verschiedene Tätigkeiten kennenlernen und ihre Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten einsetzen. Es gibt auch eine Goldene Josua Karte. Sie kann man nur gemeinsam mit anderen zusammen als Team erhalten. Sie ermöglicht die Teilnahme z.B. an Heißluftballonfahrten, Mountainbike-Touren, Wasseraktivitäten und mehr.

Geistliche Impulse
An den sieben Tagen vermittelt Pastor Stephan Sigg morgens und abends jeweils einen geistlichen Impuls aus der biblischen Josuageschichte. Sigg war von 2009 bis 2017 der verantwortliche Abteilungsleiter für Jugend- und Pfadfinder der EUD.

Hilfsprojekt
Die Teens können ihre erworbenen Talente auch spenden. Sie unterstützen so ein Projekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, damit 30 bedürftige Kinder in dem westafrikanischen äquatornahen Inselstaat Sao Tomé ein ganzes Jahr lang mit Essen versorgt werden und eine Schule besuchen können.

Internationale Treffen
Diese internationalen Pfadfindertreffen haben eine lange Tradition bei den Siebenten-Tags-Adventisten. Zeitgleich findet ein solches Camporee mit knapp 4.000 Pfadfindern aus Nordeuropa in West Sussex, im Süden Englands, statt. Ziel dieser Großtreffen sei es, so einer der Organisatoren, eine Woche lang mit Pfadfindern aus Europa zusammenzutreffen und Abenteuer und Feste zu erleben, pfadfinderische Fertigkeiten und Aktivitäten einzusetzen, auszuprobieren und neu zu lernen. Neue Freunde zu gewinnen und eine Beziehung zu Jesus zu vertiefen gehöre ebenso mit dazu.

Mehr Informationen zu den beiden Camporees auf Englisch: www.eudcamporee.org und www.camporee.net




USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

„Wir wollen die Bedeutung der Verbindung von Denken, Körper, Geist, Sozialem und Emotionalem betonen“, sagte Dr. med. Peter Landless, Leiter der adventistischen Gesundheitsdienste der Weltkirchenleitung, im Vorfeld des Kongresses. „Und wir wollen auch zeigen, wie der Lebensstil all das beeinflusst.“

Bewegung fördert kognitive Funktionen
„Bewegung beeinflusst die Vermehrung neuer Neuronen und erhöht die Produktion von Molekülen, die aus Neuronen stammen, die Lernen und Gedächtnis, bzw. das Erinnerungsvermögen beeinflussen“, sagte der Harvard-Professor und Forscher David Williams in seinem Fachvortrag. Williams ist kürzlich in die National Academy of Sciences gewählt worden.

Alzheimer habe seit einem Jahrzehnt die höchsten Zuwachsraten im Vergleich zu anderen Krankheiten. Die moderne Medizin behandele Alzheimer hauptsächlich pharmakologisch. Bewegung und Ernährung könnten aber ebenso helfen, den kognitiven Rückgang abzuwehren und den Gesamtzustand einer Person zu verbessern, auch wenn die Krankheit fortschreite, so Williams.

Adventisten leben länger
Gary E. Frazer, der bis vor kurzem noch die zweite Forschungsstudie an 96.000 Siebenten-Tags-Adventisten im Alter zwischen 30 und 112 Jahren leitete (AHS-2), versicherte den Teilnehmern der Konferenz: „Adventisten haben weiterhin einen Langlebigkeitsvorteil“. Dies decke sich mit älteren Ergebnissen aus kalifornischen Studien, die zeigten, dass adventistische Männer 7,3 Jahre und Frauen 4,4 Jahre länger als die durchschnittliche Bevölkerung lebten. Für Adventisten, die sich vegetarisch ernährten, stiegen diese Unterschiede auf 9,5 und 6,1 Jahre an (laut einer statistischen Erhebung aus 2018 leben 19 Prozent der weltweiten Kirchenmitglieder vegetarisch).

Kalzium und Milchprodukte
Als „interessant“ bezeichnete Frazer auch die Studienergebnisse bezüglich Kalzium und Milchprodukten. Er stellte fest, dass Menschen, die mehr Kalzium konsumierten, ein viel geringeres Risiko für Darmkrebs aufwiesen. Diejenigen mit höherem Milchkonsum hätten ebenfalls ein geringeres Risiko für Darmkrebserkrankungen. Das Gegenteil sei jedoch beim Thema Prostatakrebs der Fall. Vorläufige Ergebnisse deuteten darauf hin, dass diejenigen, die mehr Milchprodukte konsumierten, ein höheres Risiko für Prostatakrebs zeigten. Auch zeigten die vorläufigen Ergebnisse, dass Konsumenten von Milchprodukten einen signifikanten Anstieg des Brustkrebsrisikos im Vergleich zu denen aufwiesen, die wenig oder gar keine Milchprodukte zu sich nähmen.

Religion und Gesundheit
Die Studien der AHS-2 zeigten auch, dass religiöse Überzeugungen und die sich daraus ergebenden Wertvorstellungen einen direkten Einfluss auf die Gesundheit hätten. Ein positiv geführtes geistliches Leben vermindere Depression und erhöhe wahrscheinlich die Widerstandsfähigkeit gegen Widrigkeiten des Lebens. Zusammengefasst sei das Fazit der Studie, dass die Anbetung eines liebenden Schöpfergottes und der Dienst an anderen von Vorteil für geistige Gesundheit und indirekt auch für körperliche Gesundheit sei.

Dienst für Menschen mit besonderen Bedürfnissen
Zum ersten Mal war auch die Abteilung „Dienste für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ („Special Needs Ministries“) an den Weltkongress angebunden. Ein ganzer Tag im Anschluss an den Gesundheitskongress war diesem Thema gewidmet. Der Fokus liege bei dieser Arbeit darauf, die Würde des Menschen wieder herzustellen, so Larry R. Evans, Leiter der Abteilung bei der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten. Er legte Wert auf die Tatsache: „Wir sind ein Möglichkeitsdienst und kein Behindertendienst.“ Evans differenzierte die Begriffe „Würde“ und „Respekt“: „Respekt“, so Evans, „wird durch die eigenen Handlungen verdient; aber Würde ist angeboren, unabhängig davon, ob die Person blind, taub oder körperlich oder geistig behindert ist.“

[Korrekturhinweis: Laut einer statistischen Erhebung aus 2018 leben 19 Prozent der weltweiten Kirchenmitglieder vegetarisch.]




„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

„Fribos Dachboden“ ist eine Sendereihe des Hope Channels für Kinder im Grundschulalter. Fribonius Maximilian Balthasar von Einzahn ist ein Holzwurm und wohnt auf einem Dachboden in Süddeutschland. Zusammen mit seinem Freund Dominik entdeckt er tolle Dinge und sie lesen in einem großen alten Buch spannende Geschichten. Außerdem sind da noch Carla und Wilma, die basteln, kochen, bauen und experimentieren, sowie viele neue Akteure bei Fribo.

HopeTV
HopeTV ist ein Sender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Hope Media (Stimme der Hoffnung e. V.) mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen: www.hopetv.de

[Korrekturhinweis: Bei den Mitwirkenden der Serie „Fribos Dachboden“ haben sich Veränderungen ergeben.]




USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

Die Episode „Love for Lexi“ dokumentiert das Leben einer 16-Jährigen, deren Herz bereits Wochen nach der Diagnose einer seltenen Form einer Herzerkrankung zum Stillstand kam. Sie sollte eine Herztransplantation bekommen und wurde im Kinderkrankenhaus der Loma Linda Universität behandelt. Die Episode zeigt ihre Geschichte durch die Augen ihrer Ärzte und ihrer Familie, die alle um ihr Leben kämpften. Lexi erhielt schließlich eine lebensrettende Herztransplantation und wurde gesund.

Life on the Line auch auf Deutsch
„Life on the Line“ ist eine Fernsehserie, die fesselnde Geschichten über Hoffnung und Mut aus dem Bereich von Loma Linda University Health dokumentiert. Laut LLUH gewährt die Serie einen einzigartigen Einblick in das Leben derjenigen, die mit einer immensen Tragödie konfrontiert sind. Bereits im Jahr 2016 gewann „Life on the Line“ den ersten Emmy in der Kategorie „Gesundheit/Wissenschaft“. 2017 wurde die Serie sogar mit sieben Emmy-Awards ausgezeichnet. Der diesjährige Preis war der 14. Emmy der Produktionsfirma Mound City Films. Seit Juni wird die Serie auch auf Deutsch unter dem Titel „Einsatz leben“ wöchentlich montags um 20:15 Uhr auf HopeTV ausgestrahlt.

Loma Linda University Health (LLUH)
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität (mit mehr als 4.400 Studierenden aus über 80 Ländern), die sechs Krankenhäuser des LLU Medical Center sowie mehr als 900 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.




Schweizer Hilfswerk: fast 10 Prozent mehr Armut

Trotz guter wirtschaftlicher Konjunktur steigt die Zahl der Armutsbetroffenen in der Schweiz seit 2014 konstant an. Die Zahl der von Armut Betroffenen ist in einem Jahr von 615.000 auf rund 670.000 hochgeschnellt. Diese Entwicklung steht in scharfem Kontrast zur Zielsetzung einer Halbierung der Armut in den kommenden zehn Jahren, zu welcher sich die Schweiz mit der Unterzeichnung der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verpflichtet hat.

Armutsrisiken
Überdurchschnittlich oft arm sind laut Caritas Alleinerziehende, Personen ohne Berufsausbildung und allein Lebende. Mangelnde Bildung, Verlust der Arbeitsstelle, kleine oder mehrere Kinder in einer Familie sowie Trennung und Scheidung sind die größten Armutsrisiken in der Schweiz.

Eine landesweite Strategie gegen Armut notwendig
Die neuen Zahlen machen laut Caritas deutlich: Armut sei kein marginales Problem, sondern die neue sozialpolitische Herausforderung. Armutsrisiken wie Langzeitarbeitslosigkeit oder Scheidung seien nicht abgesichert. Zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Armutsbetroffenen gelte es, verbindliche Ziele und Maßnahmen zu definieren, um Armut nachhaltig zu bekämpfen, schreibt Caritas.




Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

„Wer kam auf den verrückten Gedanken, hier ein Hospiz zu bauen?“, mit dieser Frage erinnerte Lothar Scheel, Vorsitzender des Trägervereins des Hospizes, in seiner Festansprache an den Beginn der Hospizarbeit vor zehn Jahren und die Vorbereitungen dazu. Menschen, die an etwas Großes glaubten und sich dafür einsetzen, sowie viele Firmen und Spender hätten zur Verwirklichung der knapp 1,5 Millionen Euro teuren Einrichtung in Lauchhammer beigetragen. Bisher hätten dort rund 850 Menschen ihre letzte Lebenszeit verbracht.

Wert und Würde des Lebens – auch im Sterben
„Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“ lautet das der englischen Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, zugeschriebene Motto des Hauses. Auf dieses Motto nahm auch der Seelsorger des Hospizes Friedensberg, Pastor Michael Götz, in seiner Ansprache Bezug. Die paradoxe Einsicht: „Nahe dem Tod sind wir dem Leben nahe“ mache deutlich, dass uns gerade im Angesicht der Endlichkeit der unendliche Wert des Lebens bewusst werde. „Leben ist Beziehung“, so Götz, „wir brauchen einander, um leben zu können“. Es sei ein großer Segen, nicht alleine sterben zu müssen, sondern in Begleitung von anderen Menschen.

Hospiz Friedensberg
Das Hospiz Friedensberg in Lauchhammer bietet seit Juli 2009 sterbenskranken Menschen unabhängig von ihrer Konfession pflegerische Versorgung und soziale Begleitung an. Betrieben wird die Einrichtung vom Advent-Wohlfahrtswerk Berlin-Brandenburg e.V. und vom Hospizdienst Oberspreewald-Lausitz e.V., die dafür einen gemeinsamen Trägerverein (AWW Hospiz Senftenberg in Südbrandenburg e.V.) gründeten. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen, Projekten, sozialen Initiativen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Infos: www.hospiz-friedensberg.de




„Leben in Fülle!“ - 3. Adventistischer Gesundheitskongress

Ein ganzheitliches Menschenbild ist wichtiger als neue Medizintechnik
Bei der Gesundheitsförderung fehle es oft an Ganzheitlichkeit, sagte Dr. med. Ruedi Brodbeck, Alchenflüh/Schweiz. 80 Prozent der Gesundheitskosten in der Schweiz würden durch vermeidbare Krankheiten generiert. Es sei deshalb wichtiger über das Menschenbild nachzudenken, als neue Medizintechnik zu entwickeln, so Brodbeck. Ein ganzheitliches Menschenbild umfasse die wesentlichen Dimensionen des Menschen. Diesem werde im „NEWSTART Plus“-Konzept entsprochen, das nicht nur Symptome von Krankheiten bekämpfe, sondern die Ursachen angehe, und die beeinflussbaren Gesundheitsprinzipien und Glücksfaktoren umfasse, die eine breite Wirkung entwickeln. Wichtig sei auch, ein richtiges, von der Bibel geprägtes Gottesbild zu haben, das sich ebenfalls auf das Menschenbild auswirke.

Für die Gesundheit sind Lebensstil sowie soziale Faktoren wichtiger als Genetik
Die Steuerung in unserem Körper läuft über die Genetik, die „Hardware“ und über die Epigenetik, die als „Software“ bezeichnet werden kann, erläuterte Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg. Gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Faktoren, wie Kontakte und Zuwendung, hätten einen großen Einfluss auf die Entstehung oder Verhinderung von Krankheiten. Die geerbten genetischen Informationen seien nicht, wie man das früher gedacht habe, zu 35 Prozent für unsere Lebenserwartung zuständig, sondern laut neusten Forschungen wahrscheinlich zu weniger als 10 Prozent. „Vieles hängt von unseren kleinen, alltäglichen Entscheidungen ab. Die Ergebnisse werden in den meisten Fällen nicht gleich sichtbar sein, aber ein gesunder Lebensstil, nach den NEWSTART Plus-Prinzipien, wird sich ganz bestimmt positiv auswirken“, so Schulz.

Ist Gott glücklich?
Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Schweiz, leitete seine Ausführungen mit der Frage ein: „Ist Gott glücklich?“. Als Antwort zitierte er zwei Aussagen des Apostel Paulus im ersten Brief an Timotheus, die in der Schlachterübersetzung vom „glückseligen Gott“ und vom „Glückseligen“ sprechen. Der Mensch habe die Beziehung zu diesem Gott verloren, damit auch sich selbst und folglich auch das Glück, so Sigg. Er zitierte Blaise Pascal (Pensées): „Was schreit aus dieser Gier…, wenn nicht das, dass ehemals der Mensch wirklich im Glück war, wovon uns nichts blieb als die Narbe und die völlig leere Spur, die der Mensch nutzlos mit allem, was ihn umgibt, zu erfüllen trachtet“. Der Mensch habe eine „Erinnerung“ an das Paradies, an Eden, was auf Hebräisch „Vergnügen“ heiße. Der Mensch sei in seiner Glücksuche unbewusst auf der Suche nach Gott, so Sigg.

120 Jahre Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V.
Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) wurde 1899 als Trägerverein für geplante Institutionen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in Friedensau bei Magdeburg gegründet. In den ersten Jahren nach der Gründung entstanden ein Lebensmittelwerk (heute DE-VAU-GE-Gesundkostwerk), eine Seifenfabrik (besteht nicht mehr), die Friedensauer Anstalten (zu denen die Theologische Hochschule Friedensau gehört), das Sanatorium Friedensau (heute Krankenhaus-Waldfriede, Berlin-Zehlendorf) und ein Altenheim (heute Seniorenheim Friedensau). Am Samstagnachmittag, dem 1. Juni, wurde das DVG-Jubiläum mit den Kongressteilnehmenden gefeiert.

Weitere Infos zum Gesundheitskongress: https://www.dvg-online.de/veranstaltungen/gesundheitskongress/

Korrekturhinweis: Die Theologische Hochschule Friedensau ist Bestandteil der Friedensauer Anstalten. Die Anstalten verwalten alle Einrichtungen, Immobilien, Liegenschaften in und um Friedensau.




Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Nach Angaben von CD-EUDNews nahmen am Gipfeltreffen rund 600 Personen teil. Darunter Michael Moeller, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Genf; Dr. Fernand De Varennes, UN-Sonderberichterstatter betreffend Minderheiten; Dr. Abdulaziz Almuzaini, Direktor des Genfer Verbindungsbüros der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Dr. Azza Karam, Kulturberater des UN-Bevölkerungsfonds; Dr. Ibrahim Salama, Chief Human Rights Treaties Branch im Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte; Dr. Thomas Schirrmacher, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit; Rudelmar Bueno De Faria, Generalsekretär der ACT Alliance; Arie de Pater, Vertreter der Europäischen Evangelischen Allianz bei der Europäischen Union; Adama DIENG, UN-Unterstaatssekretär und Sonderberater zur Verhütung von Völkermord; Katarzyna Gardapkhadze, erste stellvertretende Direktorin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte; Faisal Bin Abdulrahman Bin Muaammar, Generalsekretär des König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog.

Der Schutz von religiösen Minderheiten, Flüchtlingen und Migranten wurde anhand von regionalen und globalen Trends, politischen, menschenrechtlichen und humanitären Herausforderungen, den nachhaltigen Entwicklungszielen sowie Partnerschaft und Zusammenarbeit aufgenommen und diskutiert. Außerdem wurde an einem Aktionsplan für eine internationale Plattform für Religion, Frieden und Sicherheit gearbeitet.

Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit
Im Jahr 1946 gründete Jean Nussbaum, ein französischer Arzt Schweizer Herkunft, die Association internationale pour la défense de la liberté religieuse (AIDLR), die im deutschsprachigen Raum unter der Bezeichnung Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit bekannt wurde. Im Jahr 1978 wurde sie von den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation (NGO) mit beratendem Status anerkannt; 1985 wurde ihr derselbe Status auch vom Europarat zuerkannt. Hinzu kam im Jahr 1986 die gleiche Anerkennung durch die UNESCO. Weitere Informationen: www.aidlr.org




Türkei: Adventisten bekommen Recht beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Die Stiftung türkischer Siebenten-Tags-Adventisten (Türkiye Yedincigün Adventistleri Vakfi, eine Stiftung von Privatpersonen, die nicht identisch ist mit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Türkei) wurde im September 2004 von sechs Adventisten mit dem Zweck gegründet, den religiösen Bedürfnissen türkischer und ausländischer Adventisten zu dienen, die dauerhaft oder vorübergehend in der Türkei leben. Die türkischen Gerichte verweigerten der Stiftung die Eintragung ins offizielle Register mit der Begründung, dass das nationale Recht es Stiftungen nicht erlaube, den alleinigen Interessen der Mitglieder einer bestimmten Gemeinschaft zu dienen.

Bei den klagenden Adventisten handelte es sich um die türkischen Staatsbürger Erkin Altinkaynak (verstorben 2016), Meral Altinkaynak, Sibel Sahlimov, Hüsnü Bostan, Volkan Ataalp und Sahire Melek Jones. Sie beschwerten sich über die Verletzung ihrer Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wegen der Weigerung der türkischen Gerichte, ihre Stiftung zu registrieren. „Die Kläger sind der Ansicht, dass ihre Vereinigungsfreiheit nicht restriktiv ausgelegt werden darf, soweit sie mit ihrer Religionsfreiheit verbunden ist“, teilte der EGMR mit. Die Kläger seien auch der Ansicht, „dass die nationalen Behörden, indem sie sich weigerten, die Stiftung zu registrieren, den Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten die Mittel entzogen haben, ihre Religion gemeinsam auszuüben, was bei muslimischen Gläubigen und im Lausanner Vertrag anerkannten Gläubigen nichtmuslimischer Minderheiten nicht der Fall sei“, so der Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte.

Die Siebenten-Tags-Adventisten hatten auf Verletzung folgender Artikel der Europäischen Menschenrechtskonvention geklagt: Artikel 9 (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit), Artikel 11 (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit), Artikel 14 (Diskriminierungsverbot), Artikel 17 (Verbot des Missbrauchs der Rechte) und Artikel 18 (Begrenzung der Rechtseinschränkungen).

Das Gericht wies darauf hin, dass alle Beschwerden der Antragsteller in der Hauptbeanstandung nach Artikel 11als enthalten angesehen werden können und entschied, dass Artikel 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention von der Türkei verletzt worden sei.

Den klagenden Adventisten wurden folgende Entschädigungen zugesprochen: 2.724 Euro für materielle Schäden (hauptsächlich Notargebühren zur Gründung einer Stiftung), 3.000 Euro für immaterielle Schäden und 3.000 Euro für Kosten und Auslagen (gezahlte Steuern und Gebühren). Das 15-seitige Urteil des EGMR ist in französischer Sprache verfasst.




„Vergib uns unsere Schuld“

Pastor Werner Dullinger (Ostfildern), der gleichzeitig auch Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland ist, griff in seiner Ansprache den Bibeltext aus dem bekannten Gebet Jesu, dem „Vaterunser“, im Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 12 auf. Dabei standen „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ zunächst im Vordergrund. Doch Gott spreche den Menschen Vergebung zu. Ebenso seien gläubige Menschen aufgerufen Schuld zu vergeben, auch wenn dies mitunter ein Kraftakt sei, bei dem professionelle Hilfsangebote angenommen werden könnten. Dullinger sah das Jahresmotto der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland als Chance für einen persönlichen sowie innerkirchlichen Neuanfang. Er rief dazu auf, Vergebung Lebenswirklichkeit werden zu lassen und sich befreit auf die Zukunft einzulassen, um die Gesellschaft zu verbessern. Dullinger schloss: „Wenn wir vergeben, ändern wir nicht die Vergangenheit, aber wir ändern die Zukunft – unsere eigene und die der Welt um uns herum.“

Am TV-Gottesdienst wirkte auch Pastor Johannes Naether (Hannover), Vizepräsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland, mit. Neben musikalischen Beiträgen und gemeinsamen Liedern gab es einen „Kindermoment“ und eine Onlineumfrage mit Fragen zum persönlichen Glaubensleben, die in der Ansprache ausgewertet wurde. 1422 Menschen nahmen an der anonymen Umfrage teil.

Innovative Projekte
Pastor Johannes Naether stellte im Rahmen des Gottesdienstes zwei innovative Projekte von örtlichen Kirchengemeinden vor, die live zugeschaltet waren. Zum einen wurde der Abendgottesdienst „In via“ der Adventgemeinde Darmstadt-Eberstadt vorgestellt. Dieser nicht wöchentliche Gottesdienst befindet sich noch in der Startphase. Das Format „In via“ ist für Menschen zwischen Glauben und Zweifeln gedacht und findet am 9. Februar zum zweiten Mal in Eberstadt statt. Zum anderen wurde das Projekt „Die Lebensschule“ der Adventgemeinde Görlitz vorgestellt. Seit sieben Jahren leisten dort engagierte Gemeindemitglieder theoretische wie praktische lebensnahe Unterstützung. So wird im Rahmen des Projektes tageweise ein Familiencafé unterhalten oder Flüchtlingshilfe geleistet.

Medienzentrum Stimme der Hoffnung
Der Gottesdienst „Auf Anfang – befreiender Reset“ zum Jahresbeginn wurde im großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums Stimme der Hoffnung in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt gefeiert und im Rahmen des Fernsehprogramms des Hope Channel am 12. Januar live ausgestrahlt. Weitere Informationen: www.hopechannel.de