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Protestantische Kirchen in China 2021 – Statistik Update

Gemäß diesen beiden Quellen, so schreibt der Informationsdienst China heute des Vereins China-Zentrum e. V. in Sankt Augustin (bei Bonn), zählt die Volksrepublik China 38 Millionen protestantische Gläubige, die sich in 60.000 Kirchengemeinden versammeln. Die Protestanten unterhalten 22 theologische Ausbildungsstäten (Seminare) und werden nach Angaben des damaligen Präsidenten des Chinesischen Christenrates, Gao Feng, von rund 14.000 „professionellen Klerikern (Pastorinnen und Pastoren, Lehrerinnen und Lehrer, Presbyterinnen und Presbyter)“ geleitet. Außerdem sind 22.000 Predigerinnen und Prediger seelsorgerisch tätig.

Die Zahl von 38 Millionen Protestanten geht vermutlich – so China heute – auf eine Studie der Forscher Lu Yunfeng und Wu Yue und Zhang Chunni von der Pekinger Universität zurück. Es gibt auch höhere Schätzungen, wie beispielsweise die vom Pew Research Center bereits 2011 ermittelte Zahl von 58 Millionen Protestanten. Im Jahr 2020 nannten fünf Forscher und Pastoren dem protestantischen Portal ChinaSource ihre „preferred estimates“ (bevorzugte Schätzungen) für die gegenwärtige Zahl protestantischer Christen in Festlandchina; diese bewegten sich in einer Bandbreite von 50 Millionen bis 116 Millionen. Andererseits wird nach den Angaben von China heute in letzter Zeit auch von einem Rückgang der protestantischen Christen berichtet. Allerdings geht diese Information über eine sinkende Zahl auf eine Erhebung zurück, die bereits im Oktober 2018 auf einem „Forum für Christentumsforschung“ veröffentlicht wurde

Präsenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in China

Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in China tätig. Organisatorische Strukturen wurden 1930 mit der Gründung der „China Division“ geschaffen. Damals zählte die Freikirche 156 Kirchengemeinden mit 9.456 erwachsen getauften Mitgliedern. Gleichzeitig begann die Bildungsarbeit mit 103 eigenen Schulen in denen 3.325 Schülern und Studenten auf den Sekundarschul- und College-Ebenen unterrichtet wurden.

Für die Zeitspanne von 1950 bis 1986 existieren infolge der damaligen politischen Lage keine offiziellen Mitgliederverzeichnisse bzw. Gemeindelisten.

Heute umfasst die „Chinese Union“ der Siebenten-Tags-Adventisten, mit Verwaltungssitz in Hongkong, geografisch die Volksrepublik China sowie die beiden Sonderverwaltungszonen (SARS’s) Hongkong und Macau. Der neuesten Statistik von 2020 zufolge gehören zur Chinese Union 472.314 erwachsen getaufte, adventistische Kirchenmitglieder, die sich in 4.601 Kirchengemeinden versammeln.




Adventisten aus China spenden Reis für arme Familien auf den Philippinen

Laut der Kommunikationsabteilung der adventistischen Kirchenleitung im südasiatisch-pazifischen Raum (SSD) fanden zwei Reisverteilungen auf den Philippinen in der Gemeinde Silang, in der Provinz Cavite, statt. Bei der ersten Verteilung erhielten mehr als 1.260 Familien Reissäcke, bei der zweiten waren es 890 Familien. Diese Reisverteilungen seien unter strenger Aufsicht des städtischen Sicherheits- und Gesundheitsamtes sowie zusammen mit der Verwaltung der Dreiradfahrer-Vereinigung durchgeführt worden, um eine ordnungsgemäße Verteilung der Waren unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.

Unterprivilegierte Familien, die in Baracken und Behelfshäusern an sechs verschiedenen Orten in Silang, leben, gehörten zu den Hauptempfängern der Reisspenden. Zusätzlich erhielten auch Mitarbeitende auf dem Campus der SSD-Kirchenleitung wie Sicherheitsbeamte, Gärtner, Hausmeister und Schreiner Reis.

„Die Menschen in China haben auch gelitten, daher verstehen sie die Herausforderungen, denen die Menschen hier gegenüberstehen“, berichtet der chinesische Pastor Wang, der die Aktion koordinierte. „Sie wollten mit dieser Aktion die Botschaft aussenden, dass wir durch Einheit, Liebe und Zusammenarbeit diesen Virus überwinden können“, so Wang.




US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachung in China

Der Bericht zeige auf, wie die chinesische Regierung Tausende von Kameras um Moscheen, Tempel und Kirchen installiert habe, um zu überwachen, wer an den Gottesdiensten teilnehme, heißt es in einer USCIRF-Medienmitteilung. Chinesische Unternehmen hätten Gesichtserkennungstechnologie verkauft, welche die Fähigkeit habe, eventuell anwesende uigurische Muslime oder tibetische Buddhisten zu identifizieren und die Sicherheitskräfte darüber zu informieren.

Missbrauch von Technologie fördert Überwachungsstaat
„Wir sind zutiefst beunruhigt über den Missbrauch von Technologie durch die chinesische Regierung zur Schaffung eines Überwachungsstaates, der insbesondere auf Religionsgemeinschaften zielt“, sagte USCIRF-Kommissar Gary Bauer. „Wir fordern die US-Regierung und die amerikanischen Unternehmen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass der amerikanische technologische Fortschritt nicht von den chinesischen Behörden genutzt wird, um die Religionsfreiheit und die damit verbundenen Menschenrechte zu unterdrücken.“ „Chinas Unterdrückung der Religion ist nicht neu, aber seine Fähigkeit, diese Technologien zu nutzen, hat das Ausmaß und den Umfang der Bedrohung der Religionsfreiheit im Land erweitert“, fügte Kommissarin Tenzin Dorjee hinzu.

USCIRF empfiehlt Exportbeschränkungen

In seinem Jahresbericht 2019 empfahl die USCIRF der US-Regierung, die Exportbeschränkungen für Technologien zu erhöhen, welche die Fähigkeit der chinesischen Regierung zur Überwachung und Einschüchterung religiöser und ethnischer Gemeinschaften verbessert haben. Die USCIRF begrüße die Verabschiedung des „Uyghur Human Rights Policy Act“ durch den US-Senat vom 11. September 2019, der den Direktor des nationalen Geheimdienstes verpflichte, über den Transfer oder die Entwicklung von Technologien zu berichten, die von chinesischen Behörden zur Überwachung und Inhaftierung uigurischer Muslime eingesetzt werden.