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Strukturreform der Adventisten in den Küstenbundesländern

Große Zustimmung für Strukturreform

Über den Antrag auf eine Zusammenlegung der bisherigen Verwaltungsgemeinschaften Niedersachsen-Vereinigung und Hansa-Vereinigung wurde in getrennten Abstimmungen votiert. Insgesamt stimmten 168 Delegierte dafür, 15 dagegen, es gab 3 Enthaltungen. Vorausgegangen war eine kurze Diskussion, in der einerseits die Befürchtung geäußert wurde, dass die Distanz zwischen örtlichen Kirchengemeinden und der übergeordneten Verwaltungsstelle wachsen könnte. Andererseits wurde auf die Einsparung von Ressourcen hingewiesen, die den örtlichen Kirchengemeinden zugutekämen.

Anschließend wurden die auf die neue Verwaltungsgemeinschaft angepassten Verfassungen und Geschäftsordnungen der regionalen Gebietskörperschaften der Freikirche in den fünf betroffenen Bundesländern diskutiert und beschlossen. Auch die Vorstände der bisherigen Verwaltungsgemeinschaften wurden auf Grundlage ihrer vorgelegten Rechenschaftsberichte von den Delegierten entlastet.

Das neu gewählte Führungsteam

Zum Präsidenten der künftigen regionalen Freikirchenleitung wählten die Delegierten mit überwältigenden Mehrheiten Pastor Dennis Meier, zum Vizepräsidenten Pastor Jan Kozak (er war bereits seit drei Jahren für beide ehemalige Verwaltungsgemeinschaften in dieser Funktion). Zu einem weiteren Vizepräsidenten wurde Pastor Alexander Vilem gewählt, er leitete bisher die Abteilung Adventjugend in der Niedersachsen-Vereinigung und wird weiterhin diese Abteilung zusammen mit dem bisherigen Jugendabteilungsleiter der Hansa-Vereinigung, Pastor Bastian Bak, leiten.  Neu im Team ist Finanzvorstand Axel Schroeder, er löst Steffen Entrich ab, der zuvor 17 Jahre lang für die Niedersachsen-Vereinigung und seit drei Jahren zusätzlich für die Hansa-Vereinigung in dieser Aufgabe tätig war. Als Abteilungsleiter für Kommunikation und Gemeindeaufbau wurden die Pastoren Dragutin Lipohar und Erhardt Dan gewählt, sie waren in gleicher Funktion bereits in der Niedersachsen- bzw. Hansa-Vereinigung tätig. Außerdem wurde der Exekutivausschuss der neu gebildeten Verwaltungsgemeinschaft als höchstes Entscheidungsgremium in der Zeit zwischen den Delegiertenversammlungen gewählt. Er setzt sich aus Vertretern der Kirchenmitglieder aller beteiligten Bundesländer und der Pastorenschaft zusammen.

Der Präsident der überregionalen Kirchenleitung von West- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether, dankte dem ausscheidenden Präsidenten aus Niedersachsen, Ralf Schönfeld und Finanzvorstand Steffen Entrich für ihren 9- bzw. 17-jährigen Einsatz in den bisherigen Vereinigungen. Beide folgen einer Berufung in andere Tätigkeitsbereiche. Schönfeld wird in Rheinland-Pfalz lokale Kirchengemeinden betreuen und Entrich wagt einen Perspektivwechsel in einer Tierschutzstiftung an der Wesermündung, um Zeichen für einen neuen Umgang mit Tieren zu setzen, fernab jeglicher Nutztierhaltung.

Ziele der Strukturreform

Durch die Strukturreform soll die Verwaltung verschlankt werden, um mit den dadurch frei werdenden Ressourcen (Personal, Arbeitsmittel und Finanzen) „die eigentliche Arbeit effektiver und zielgenauer bewältigen zu können“, so wird es in der Broschüre „Wir gemeinsam im Norden“ formuliert. Der bisherige Finanzvorstand beider Verwaltungsgemeinschaften, Steffen Entrich, bezifferte die voraussichtliche Kostenersparnis vor den Delegierten auf ca. 160.000 Euro pro Jahr allein für die Arbeitsbereiche Vorstand und Verwaltung.

Die Zusammenlegung der beiden Verwaltungsgemeinschaften wurde über mehrere Jahre hinweg vorbereitet und in den zuständigen Gremien diskutiert. Auch die örtlichen adventistischen Kirchengemeinden wurden durch die genannte Broschüre Wir gemeinsam im Norden über dieses Vorhaben informiert. Die Arbeitsbereiche Verwaltung und Finanzen beider Vereinigungen wurden bereits in den vergangenen drei Jahren in Personalunion geleitet.

Hanse-Vereinigung

In der neu gebildeten Hanse-Vereinigung gibt es 6.069 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 97 Kirchengemeinden und Gruppen, die von 45 Pastorinnen und Pastoren betreut werden. Im Gebiet der neuen Freikirchenleitung leben knapp 15 Millionen Einwohner. Unter adventistischer Leitung sind in dem Gebiet der Advent-Verlag Lüneburg und das Seniorenheim und Hospiz Uelzen angesiedelt.




Adventisten: 125 Jahre Advent-Verlag

Ein Traditionsverlag mit Zukunft
Der Advent-Verlag wurde 1895 von Ludwig Richard Conradi in Hamburg gegründet mit dem Ziel, vom Hamburger Hafen aus adventistische Literatur in die ganze Welt zu verbreiten. Heute, 125 Jahre später, ist die Advent-Verlag GmbH ein modernes Verlagshaus mit aktuell 16 Angestellten und einem Tochterunternehmen, der Wartberg-Verlag GmbH. Die Advent-Verlag GmbH ist ein eingetragenes Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren für die Zukunft aufgestellt hat. „Wir haben in der jüngsten Vergangenheit bewusst einen Generationswechsel im Verlag eingeleitet und die Führungsebene vertrauensvoll in die Hände einer neuen Generation übergeben, wobei es uns wichtig war, dass das neue Team mit der Expertise von langjährigen Verlagsmitarbeitern unterstützt wird, damit der Verlag optimal aufgestellt ist und seine traditionsreiche Verlagsgeschichte fortgeschrieben werden kann“, so Gesellschaftervertreter Pastor Johannes Naether.

Worte, die bleiben
‚Worte, die bleiben‘, das sei nicht nur ein Slogan, sondern seit 125 Jahren die DNA des Advent-Verlags, sagt Verlagsleiterin Jessica Schultka. „Denn obwohl sich das Aufgabenspektrum in den vergangenen Jahren gewandelt hat, ist die Kernkompetenz des Verlags seit jeher, die Herausgabe von adventistischen Büchern, Zeitschriften und Studienmaterialien, die damals wie heute dazu anregen möchten, über Gott nachzudenken“, führt Schultka fort. Um dies auch für die Zukunft gewährleisten zu können, arbeite ihr Redaktionsteam täglich an der Herausgabe von Büchern zu Themen rund um Theologie, Seelsorge und Glaubenserfahrungen, an Andachtsbüchern, Studienheften, Zeitschriften und Magazinen, welche den Glauben fördern, vertiefen und begleiten wollen.

Anlässlich des Jubiläums war die IHK Lüneburg-Wolfsburg im Verlagshaus zu Gast. Sönke Feldhusen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg überreichte zum Jubiläum eine Ehrenurkunde. „Wir sind stolz und dankbar für unsere traditionsreiche Vergangenheit, denn der Advent-Verlag ist ein prägender Bestandteil der Adventgeschichte in Deutschland“, so Geschäftsführer Neef. Als Verlagshaus seien sie aber auch Arbeitgeber in der Region Lüneburg und sicherten hier seit 1994 Arbeitsplätze. Deshalb freuten sie sich, dass die IHK Lüneburg-Wolfsburg dieses Ereignis mit ihnen würdigt.

Die Advent-Verlag GmbH
Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit ihren Publikationen bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsverlages den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und sprechen sie ganzheitlich und generationenübergreifend an. Sie wollen nach eigener Beschreibung dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben, indem sie ihn nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten gemäß ihrem Motto: „Wir schaffen Worte, die bleiben.“

Festakt auf 2021 verschoben

Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste der geplante Festakt zum Jubiläum auf das nächste Jahr verschoben werden. Einblicke in die Arbeit und den Alltag des Advent-Verlags Lüneburg gibt es online unter: https://advent-verlag.de/wir-feiern und als Video https://youtu.be/VGdTzIPaJGQ.