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Hochschule Friedensau trifft Münchener Kirchengemeinden

Am Samstagnachmittag (02.04.) fand in der örtlichen Kirchengemeinde der Adventisten in München München-Ost (Haidhausen) ein Podiumsgespräch mit den Dozenten Prof. Stefan Höschele, Dr. Johannes Hartlapp und Prof. Bernhard Oestreich statt. Das Thema war aktuell gewählt: „Ein Glaube – viele Meinungen?“ Miki Jovanovic, einer der Münchener Pastoren, moderierte die Referate und anschließende Aussprache im 12-Minutentakt. Interessierte Kirchenmitglieder und Gäste aus München und Umgebung waren gekommen.

Jugendveranstaltung MunichMeets
Parallel dazu fand im unteren Mehrzweckraum des Kirchengebäudes die beliebte Veranstaltung der Münchener Jugendlichen „MunichMeets“ statt, der von Studenten der Hochschule mitgestaltet wurde. Nach einer kurzen Pause mit Kuchen und Getränken schloss sich eine Informations- und Fragestunde rund um die Theologische Hochschule mit ihren Studienangeboten an.

Gemeindezentrum München-Ost (Haidhausen)
Das Gemeindezentrum in Haidhausen erlebte nach der Umbauphase und Pandemiezeit wieder ein volles Haus. Jetzt ist das Haus, in dem neben den Adventisten auch eine englischsprachige Baptistengemeinde (IBCM) und die Gemeinde Christ House Gottesdienste feiert, als kurzfristige Anlaufstelle für ukrainische Flüchtlinge adventistischer Partnergemeinden gerüstet.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend und in Teilzeit, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den mehr als 200 Studierenden und Lehrenden vertreten.

Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de und www.friedensau.de.




Friedensau nimmt Kriegsvertriebene aus der Ukraine auf

Laut Andrea Cramer von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule galt es zunächst, den zu erwartenden Gästen zumindest ein Bett zur Verfügung stellen zu können. Die Mitarbeitenden der Betriebstechnik, des Gästehauses und zusätzliche Ehrenamtliche hätten die Hauptlast der Vorbereitungsarbeiten und der sich anschließenden Betreuung getragen. Sie bereiteten binnen weniger Tage eine Art „Notaufnahme“ in Friedensau vor. Drei größere, vorübergehend leerstehende Wohnungen wurden aus dem Stand mit den nötigsten Möbeln und dem wichtigsten Hausrat aus gespendeten Gegenständen ausgestattet. Inzwischen wären 64 Frauen und Kinder aus der Ukraine als Kriegsvertriebene vorübergehend in Friedensau untergekommen. Damit sei der Ort mit seinen bisher 450 Einwohnern mehr als voll belegt.

Das Angebot von Friedensau sei Teil eines Hilfenetzwerkes, zu dem auch die Stadt Möckern gehöre. Einige der Frauen würden mit ihren Kindern in den nächsten Tagen aus Friedensau nach Möckern in eine eigene Wohnung umziehen können und dort versuchen, ein relativ „normales“ Leben zu führen, informierte Andrea Cramer.

Materielle Unterstützung habe Friedensau durch Spenden von Einwohnern, Freunden und ehemaligen Absolventen der Hochschule, aber auch durch die Kleiderkammer Leipzig des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW), die Adventgemeinde Waldenburg und von vielen Ehrenamtlichen erhalten.

Seit einigen Tagen würden manche der ukrainischen Gäste das Angebot der Dozentinnen des Deutschkurses der Friedensauer Hochschule nutzen, die gegenwärtig unterrichtsfreie Zeit haben. Sie nehmen an einem spontan für sie organisierten Deutschunterricht teil und könnten in absehbarer Zeit über ein wenig Alltagsdeutsch ihre neue Umgebung kennenlernen.

Ort Friedensau
Friedensau ist ein 1899 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründeter Ort. Auf dem Gelände einer einstigen Wassermühle entstanden in wenigen Jahren eine „Industrie- und Missionsschule“, ein Sanatorium und ein Seniorenheim. Von 1922 bis 2001 war Friedensau eine selbstständige politische Gemeinde. Heute ist die Ortschaft mit ihren 450 Einwohnern Teil der Verwaltungsgemeinschaft Möckern. Zu Friedensau gehören ein Seniorenheim des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW) für 122 pflegebedürftige Menschen, ein Zeltplatz für Pfadfindergruppen und große Events, eine überdachte Arena mit Platz für bis zu 1.500 Personen, ein Ökohaus und eine Hochschule.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend und in Teilzeit, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den mehr als 200 Studierenden und Lehrenden vertreten.

Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de und www.friedensau.de.

Adventisten in der Ukraine
Vor dem Krieg gab es in der Ukraine rund 44.000 Siebenten-Tags-Adventisten in 790 Kirchengemeinden. Die Freikirche unterhält in der Ukraine neben der Hochschule in Butscha 21 Grundschulen, 16 weiterbildende Schulen sowie eine berufsbildende Institution. Alle Bildungsstätten sind gegenwärtig geschlossen. Teilweise findet der Unterricht über das Internet statt.




Kuratorium der Hochschule Friedensau bestätigt Roland Fischer als Rektor

Mario Brito, Vorsitzender des Kuratoriums, gratulierte Fischer zu seiner Wiederwahl. Der Rektor sei ein ausgezeichneter Team¬player, der sich das Vertrauen von Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lehrenden, Kollegen und Landesvertretern erworben habe, so die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. Seine Beziehungsfähigkeit, sein Wissen und seine Erfahrung wären wesentliche Qualitätsmerkmale für die Leitung der Hochschule, die sich den Herausforderungen zur Einrichtung eines neuen pastoralen Master-Studiengangs in Europa stellen müsse.

Große Herausforderungen
Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule gehe es dabei für den Rektor in den nächsten fünf Jahren um ein außergewöhnliches Arbeitsprogramm. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa habe beschlossen, ab 2023 ein neues Masterprogramm für alle künftigen Pastoren aus sieben europäischen Ländern einzuführen. Dieses Programm gelte es, erfolgreich zu implementieren und die bestehenden Studienprogramme darauf anzupassen. Gleichzeitig werde sich damit auch die Finanzierung der Hochschule verändern. Sie stehe vor einer Konsolidierungsphase, die es zu gestalten gelte.

Roland Fischer
Roland Fischer, 1960 in Bayreuth geboren, kam 2011 als Dozent nach Friedensau. Er studierte in Deutschland sowie in den USA und war 28 Jahre lang als Pastor tätig, ehe er die Dozentenstelle an der Theologischen Hochschule antrat. Fischer promovierte an der Universität Bayreuth. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Gemeindepädagogik und Homiletik (Predigtlehre). Im Mai 2016 wurde er zum Professor für Praktische Theologie und einen Monat später als Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau berufen.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatliche anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.
Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de.




Online-Infotage der Hochschule Friedensau zum Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit

Die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe bereiten sich derzeit intensiv auf die Abitur-Prüfungen vor. Da ist einiges zu bewältigen: der Unterricht, die täglichen Aufgaben, das Schreiben von Haus- und Belegarbeiten – und auch den ganz eigenen Blick in die persönliche berufliche Zukunft. Für einige Studiengänge gilt es, höchste Abiturnoten zu erringen; wenn die verfehlt werden, kann nur Plan B helfen.

Online-Infotage im April, Mai und Juni
An der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF) wird zu mehreren Terminen die Möglichkeit geboten, bei der Suche nach einem Berufsziel an Online-Infotagen den B.A.-Studiengang Soziale Arbeit näher kennenzulernen. Am Dienstag, 27. April, 17.00 Uhr | Mittwoch, 26. Mai, 17.00 Uhr | Mittwoch, 30. Juni, 17.00 Uhr. Lehrende und Absolventen des Studiengangs Soziale Arbeit geben an diesen Info-Tagen in einer Online-Videokonferenz ihre Erfahrungen weiter und erläutern kurzgefasst Schwerpunkte des Studiums. Dabei klingen Fragen an, die sich jeder Interessierte stellt: Ist Soziale Arbeit etwas für mich? Wo und wie arbeiten Sozialarbeiter/innen? Was genau lernt man im Studium? Wie ist das Studium Soziale Arbeit in Friedensau aufgebaut?

Kreativität und Empathie sind wichtig
„Wer Soziale Arbeit studiert, lernt mehr darüber, wie unsere Gesellschaft funktioniert, in welchen Zusammenhängen das Handeln von Menschen zu verstehen ist und wie wirksame Hilfe aussieht“, so Andrea Cramer von der Hochschule Friedensau. In der Sozialen Arbeit tätig sein bedeute: beraten, unterstützen, motivieren, organisieren, verwalten, leiten; das alles mit und für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Für diese Arbeit seien besonders Menschen geeignet, die über Kompetenzen verfügen, die kein Abi-Zeugnis reflektiert. Es brauche neben der Faktenkenntnis Kreativität und Empathie. Wer über den besten oder auch über den nicht-besten Abi-Schnitt verfüge, sei willkommen! Es gebe für das B.A.-Studium Soziale Arbeit an der ThHF keinen Numerus Clausus (NC). Es gelte das Motto: „Du bist mehr als dein Abi-Schnitt!“

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Abschlüsse sind zertifiziert und denen an staatlichen Universitäten und Hochschulen gleichgestellt. Das Studienjahr beginnt jeweils im Oktober zum Wintersemester. An der ThHF können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Der Campus ist international: 38 Nationen sind unter den Studierenden vertreten.

Weitere Informationen: https://www.thh-friedensau.de/infotage/




Adventistischer Theologe Dr. Johann Heinz verstorben

Hans Heinz gilt als der erste bedeutende deutschsprachige adventistische systematische Theologe, so das Kuratorium der Friedensauer Hochschule. Er war von 1957 bis 1978 Lehrer für Theologie am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen in Österreich, von 1982 bis 1995 Dozent für Systematische Theologie und Leiter des Theologischen Seminars Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt sowie ab 1991 Gastdozent an der Theologischen Hochschule Friedensau. Er prägte mehrere Generationen von adventistischen Pastorinnen und Pastoren.

Professor Dr. Stefan Höschele, Dekan des Fachbereichs Theologie in Friedensau, fasst zusammen: „Durch die Verbindung von biblischer Fundierung, kirchengeschichtlicher Verankerung und scharfer systematisch-theologischer Analyse hat sein theologisches Denken, Lehren und Schreiben im Adventismus des deutschsprachigen Raums Maßstäbe etabliert, hinter die kein Nachfolger mehr zurückgehen kann.“ Seine Hauptforschungsgebiete waren die Soteriologie (das Erlösungswerk Christi), Martin Luther sowie die Auseinandersetzung mit der katholischen Theologie und der ökumenischen Bewegung.

Johannes Kovar, Bibliotheksleiter am Seminar Schloss Bogenhofen nennt Heinz einen der „wichtigsten Theologen des deutschsprachigen Adventismus“. Wie kein anderer habe er ganze Predigergenerationen geprägt.

Hans Heinz begründete 1990 die theologische Zeitschrift der Friedensauer Hochschule Spes Christiana. Die Gesamtauflage seiner Bücher und Schriften mit Übersetzungen in über 20 Sprachen erreichte Millionenhöhe. Das Wort von Philipp Jacob Spener „Theologie ist eine praktische Disziplin“ habe sich Heinz laut Höschele als Lebensdevise gewählt. Seine Bibel- und Bekenntnistreue verknüpfte sich bei ihm mit einer evangelistischen Leidenschaft. Er sah Theologen und Pastoren dazu beauftragt, Menschen in Grenzsituationen ihres Lebens beizustehen und sie in die Nachfolge Jesu zu rufen. Bis zuletzt arbeitete er an theologischen Fragestellungen und gab gerne sein Wissen preis. Seit 1995 befand sich Hans Heinz im Ruhestand und lebte mit seiner Frau in Braunau am Inn in Österreich.




Friedensauer Dozentin zur Juniorprofessorin ernannt

Aufgrund der Genehmigung des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung in Sachsen-Anhalt konnte Simone Emmert für die Dauer ihrer Dozentur mit Tenure Track an der Friedensauer Hochschule die Berechtigung zum Führen der Bezeichnung Juniorprofessorin für das Fachgebiet „Recht der Sozialen Arbeit“ verliehen werden. „Tenure-Track“ beschreibt einen Weg in der akademischen Laufbahn an Universitäten und Hochschulen, über den eine Professur auf Lebenszeit erlangt werden kann.

Simone Emmert lehrt seit 2015 in Friedensau, unterbrochen durch eine Vertretungsprofessur für Recht in der Sozialen Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie war Studentin der Rechtswissenschaften in Würzburg, Erasmus-Stipendiatin in Leuven (Belgien), Stipendiatin in Florenz (Italien) und promovierte in Marburg. Sie hatte einen Lehrauftrag an den Universitäten in Marburg und Sherbrooke (Quebec/Kanada). Sie war freiberufliche Anti-Bias-Trainerin und ist zugelassene Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Familienrecht. Sie spricht neben Deutsch auch Englisch und Französisch. Ihr Engagement und Forschungsinteresse bezieht sich auf Menschenrechte, Familienrecht und Diversität. Dazu habe sie vielfach publiziert, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule.

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Friedensau soll „grün“ werden

Wie Tobias Koch, Kanzler der dortigen Theologischen Hochschule, im Mitteilungsblatt „Unser Friedensau“, 2/2020, berichtet, gehe es dabei um „unsere Verantwortung für die uns anvertraute Schöpfung und die Mitmenschen“. Unter diesem Gesichtspunkt hätten die Verantwortlichen in Friedensau vor mehr als einem Jahr begonnen, den Energieverbrauch zu überdenken. Dafür sollen keine CO2-Zertifikate gekauft werden, um CO2-neutrale Studienplätze ausweisen zu können, sondern es gelte auf Dauer im und vor Ort die Verantwortung wahrzunehmen.

Entstanden sei laut Koch ein großes Infrastrukturprojekt, das nicht nur die Investitionskosten erbringen soll, sondern auch den CO2-Ausstoß in Friedensau um 80 Prozent reduziert und damit die Ausgaben für Energie und Strom über Jahrzehnte senkt. Um dieses Ziel zu erreichen, planten die Verantwortlichen, mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Sonne und Erdwärme sollen die Energie über ein Blockheizkraftwerk in ein modernisiertes Wärme- und Stromnetz speisen, das ganz Friedensau versorgen soll. Die jetzt beginnende Planung werde zu 50 Prozent von der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Hochschule – Altenheim – Zeltplatz

Friedensau zählt rund 420 Einwohner. Es liegt etwa 30 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Magdeburg und wurde 1920 eine eigenständige politische Gemeinde. Mit einer Gebietsreform, die am 1. Januar 2002 in Kraft trat, verlor Friedensau die Selbständigkeit und wurde Ortsteil der Stadt Möckern.

In Friedensau unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine staatlich anerkannte Hochschule mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie. In der Trägerschaft des Advent-Wohlfahrtswerks gibt es dort auch ein Seniorenheim mit 122 Plätzen sowie eine Anlage für Betreutes Wohnen. Das Kinder- und Jugendzentrum Friedensau unterhält einen Pfadfinder-Zeltplatz und den größten Hochseilgarten des Landes Sachsen-Anhalt. Auf dem Gelände befinden sich neben dem Zeltplatz unter anderem ein Ökohaus, eine Gruppe Blockhäuser und eine überdachte Arena mit Platz für etwa 1.500 Personen. Außerdem gibt es ein Ladencafé und eine kommunale Kindertagesstätte.




Adventistische Einrichtungen begegnen Corona-Herausforderungen

Krisenstab tagt wieder
Am Mittwoch dieser Woche hat der Krisenstab der Freikirche erneut seine Tätigkeit aufgenommen. Teilgenommen haben nach Auskunft von Finanzvorstand Dieter Neef die Vertreter der einzelnen Landeskörperschaften der Freikirche in Deutschland sowie die Leiter der Einrichtungen und Institutionen. Dabei haben sich die Teilnehmenden darauf geeinigt, den Mitarbeitenden zu empfehlen, wo es möglich ist, auf Dienstreisen zu verzichten, bei unbedingt notwendigen Reisen keine öffentlichen Verkehrsmittel, sondern den PKW zu nutzen und wo es sinnvoll erscheine, auf home-office umzustellen. Es gebe eine weitere Reihe von Einzelmaßnahmen, wie z.B. die Nutzung von Mund-Nasen-Masken in den Büroräumen, sobald der eigene Arbeitsplatz verlassen wird. Der Krisenstab werde sich auf jeden Fall bis Ende November, vielleicht sogar bis zum Beginn der Weihnachtspause in wöchentlichem Rhythmus, jeweils mittwochs um 8:00 Uhr per Online-Meeting treffen.

Netzwerk Waldfriede
Bernd Quoß, der Geschäftsführer vom Netzwerk Waldfriede in Berlin berichtet von 2 positiv gemeldeten Patienten im Krankenhaus Waldfriede. Des Weiteren sei ein Mitarbeiter positiv getestet worden, ebenso 3 Bewohner des Seniorenhauses. 8 Mitarbeiter befänden sich insgesamt in Quarantäne. Weder auf den Stationen noch auf der Intensivstation verspürten sie einen markanten Fallzahlanstieg. Es zahle sich aus, dass sie seit April sehr hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben (Besuchsverbote für Angehörige, Screenings, Rachenabstiche, usw.) und streng auf die Einhaltung bei Mitarbeitern und Patienten/Besucher achteten. Ein großer Saal werde seit Mittwoch in eine Corona-Abstrichstelle umgewandelt, so dass er für Gottesdienste und Krankenhausveranstaltungen in den nächsten Monaten erneut nicht mehr zur Verfügung stehe.

Quoß betont, gemessen an der Netzwerkgröße mit 980 Mitarbeitern und täglich 500-700 Patienten, die sie versorgten, sei dies nicht besorgniserregend! „Ich hoffe, dass alles so bleibt, obwohl die Infektionszahlen in den nächsten Wochen noch einmal steigen werden!“ Die 100-Jahr-Feierlichkeiten im Januar seien leider wieder gefährdet und werden nochmals verschoben werden müssen.

Theologische Hochschule Friedensau
„Nach dem Ausbruch von Corona auf dem Campus“, so berichtet Kanzler Tobias Koch von der Theologischen Hochschule Friedensau, „versorgen wir zurzeit rund 70 Studierende in häuslicher Quarantäne. Um die Sicherheit für Studierende, Mitarbeiter, aber auch für Schülerinnen, Schüler und Senioren im Ort zu erhöhen, hat die Hochschule COVID19-Tests auf freiwilliger Basis angeboten.“
Außerdem erlebten sie eine starke Hilfsbereitschaft, Personen zu versorgen, die in Quarantäne sind. Das sei stellenweise ein Kraftakt und schon von der Logistik her nicht zu unterschätzen.

Um eine Weiterverbreitung des Virus zu vermeiden, seien auch die Schülerinnen und Schüler aus Friedensau sowie die Mitarbeiterinnen und Kinder der städtischen Kindertagesstätte zu einem freiwilligen Test eingeladen. Die Teststrategie sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und solle dazu beizutragen, eine relative Sicherheit für die zu schaffen, die in die Umgebung müssten – wie zum Beispiel zum Schulbesuch oder zur Arbeit – und sich Sorgen machten, das Virus ungewollt zu verbreiten. „Wir haben die Eltern der Kinder aus Friedensau ermutigt, die Test¬ergebnisse abzuwarten, bevor sie ihre Kinder wieder in die Schulen und Kitas schicken.“ Bisher werde das Testangebot sehr gut angenommen.

Der Rektor, Prof. Dr. Roland Fischer, fügt hinzu: „Wir erfahren viel Unterstützung aus der ganzen Welt in der Fürbitte für Friedensau. Diese Verbundenheit gibt uns Kraft, diese Situation zu bewältigen. Jetzt beginnt die Organisation der Zeit nach der Quarantäne.“

Advent-Wohlfahrtswerk e. V.
Der geschäftsführende Vorsitzende des Advent-Wohlfahrtwerk e. V., Volkmar Proschwitz, zeigt eine detaillierte Aufstellung über die Situation seiner karitativen Einrichtungen. In der Bundesgeschäftsstelle in Hannover sei eine Person positiv getestet worden. Alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche direkten Kontakt mit der infizierten Person hatten, seien angewiesen worden, mit dem Hausarzt die weitere Vorgehensweise (z.B. Test) zu besprechen.

Im Seniorenheim Friedensau, das unmittelbar an den Hochschul-Campus grenzt, seien 2 Angestellte und 1 Bewohner positiv getestet worden. Wie schon im Frühjahr seien konsequente Hygiene- und Besuchsregeln in Kraft gesetzt worden. Besonders die hohe Anspannung und Auslastung der Angestellten in Kitas und Seniorenheimen sei eine besondere Herausforderung. Dies werde durch diverse Krankheitsausfälle des Personals noch verstärkt. Alle Einrichtungen arbeiteten eng mit den örtlichen Gesundheitsämtern zusammen und orientierten sich an den erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Bekenntnisschulen unter Leitung der Freikirche
Nach Informationen von Christian Fischer von der kirchlichen Abteilung „Bildung und Erziehung“ gebe es keine Corona-Fälle in einer adventistischen Schule und auch keine Schulschließung. Alle Schulen hielten sich an die Hygienevorgaben und Maßnahmen der jeweiligen Länder. „Wir sind uns der gesundheitlichen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst.“ Herausfordernd werde sicherlich das regelmäßige Lüften bei steigenden Außentemperaturen.

Weitere Informationen unter www.adventisten.de.




Ausstellung “Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen” der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Bibliothek Friedensau

Prinzip Demokratie
In der Broschüre zur Ausstellung erklärt die FES, dass aufgezeigt werden soll, welche Bedeutung Demokratie für unsere Gesellschaft und unseren Umgang miteinander hat. “Im ersten Teil der Ausstellung wird das Prinzip Demokratie erklärt. Dabei wird auch auf die Bedeutung der Menschenwürde als wichtige Grundregel eingegangen: Demnach sind alle Menschen gleich viel wert. Es wird deutlich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist – sie muss von uns allen im Alltag geachtet, mitgestaltet und verwirklicht werden.”

Demokratie und Rechtsextremismus
“Im zweiten Teil der Ausstellung wird gezeigt, warum Rechtsextremismus eine Gefahr für die Demokratie darstellt und was das rechtsextreme Weltbild ausmacht. Rechtsextremismus hat viele Gesichter.” Die rechtsextreme Szene bestehe aus einem verzweigten und kooperierenden Netzwerk, an dem sich rechtsextreme Parteien rechte Musik- und Bekleidungsvertriebe, Zeitschriften, Bildungseinrichtungen, Gruppierungen wie Autonome Nationalisten und Subkulturen wie die Identitäre Bewegung beteiligten.

Anmeldung zur Ausstellung für Gruppen
Die Ausstellung ist vom 14.09.-26.09.2020 und erneut vom 16.11.-27.11.2020 in der Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau zu sehen. Die Ausstellungstafeln eignen sich hervorragend für den Politikunterricht, so dass Exkursionen von Schulen entsprechend der Corona-Hygiene-Regeln möglich sind.
Es werde daher um vorherige Anmeldung für größere Gruppen gebeten.
E-Mail: Bib.Veranstaltungen@thh-friedensau.de

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Träger¬schaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studien¬gänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den Studierenden vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen.




Hochschule Friedensau mit Neuausrichtung des Bachelor-Studiengangs Theologie

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensauer Hochschule benötige die Freikirche dringend Pastorinnen und Pastoren in ihren deutschsprachigen Gemeinden. Der Anforderung werde von Seiten der Hochschule mit der Umstellung des Bachelor-Studiengangs Theologie entsprochen. Das bedeute, dass erwünschte, erforderliche wie auch unerlässliche Kompetenzen für den Praxiseinstieg bereits in den ersten drei Studienjahren vermittelt würden, um junge Theologinnen und Theologen nach relativ kurzer Studienzeit gut vorbereitet in die Arbeit in die Gemeinden zu entsenden. Das Erlernen der alten Sprachen Griechisch und Hebräisch sei für angehende Theologen unerlässlich. Der Spracherwerb solle jedoch erleichtert werden und ebenfalls stärkere Praxisbezüge erhalten. Nach zwei Jahren Berufserfahrung als Pastoralassistent/in wäre der Weg frei für das berufsbegleitende oder auch Vollzeit-Masterstudium Theologie. Beide Wege zum Masterabschluss würden von den regionalen adventistischen Kirchenleitungen (Vereinigungen) unterstützt.

Theologische Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. An ihr können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen unter www.thh-friedensau.de.




Europäische Adventisten wollen nur noch ein Masterprogramm in Theologie

Damit sollen neben finanziellen Einsparungen auch Vorteile von Englisch als gemeinsamer Unterrichtssprache verbunden werden. Auch sollen für Pastoren und Pastorinnen sowie künftige Kirchenleiter Möglichkeiten eröffnet werden, zwei Jahre im gleichen Umfeld zu verbringen und mit unterschiedlichen Kulturen, Denkweisen und Verständnissen konfrontiert zu werden.

Laut einer Mitteilung von EUD News beauftragte das Exekutivkomitee im November 2015 die damals neu gewählte EUD-Kirchenleitung, einen Vorschlag zu unterbreiten, um die Redundanzen der theologischen Ausbildung im Masterprogramm in ihrem Kirchengebiet abzubauen und nur noch an einer Institution das Masterprogramm in Theologie anzubieten. Das dreijährige theologische Grundstudium (B.A.) kann weiterhin in den bestehenden Institutionen angeboten werden. Welche Bildungseinrichtung das gemeinsame Masterprogramm anbieten soll, wird von einer Expertengruppe vorgeschlagen, die aus Bildungsexperten und Administratoren der Kirchenleitungen besteht. Sie erarbeitet auch die Entscheidungskriterien unter Mitarbeit des EUD-Exekutivausschusses. Die Entscheidung soll das EUD-Exekutivkomitee bei der Sitzung im Herbst treffen.

Vollumfängliche Förderung der Studierenden im Masterprogramm
Die Studierenden, die in das neue Masterprogramm aufgenommen werden, erhalten für die zweijährige Dauer ihres Studiums eine vollumfängliche Förderung, das heißt Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung werden von der EUD-Kirchenleitung übernommen. Diese Förderung werde einer verbindlichen Vereinbarung bzw. Arbeitsverpflichtung zwischen den Studierenden und der jeweiligen regionalen Kirchenleitung unterliegen, schreibt EUD News.

Studiengang Bachelor of Arts Theologie
Das dreijährige Bachelorstudium (B.A., B.Th.) in adventistischer Theologie wird auf dem Gebiet der EUD-Kirchenleitung in folgenden Staaten und Institutionen angeboten:
Bulgarien: „Stefan Konstantinov Bulgarian Theological Seminary“, Sofia
Deutschland: „Theologische Hochschule,“ Friedensau
Frankreich: „Campus adventiste du Salève“, Collonges
Italien: „Istituto Avventista Di Cultura Biblica Villa Aurora“, Florenz
Österreich: „Seminar Schloss Bogenhofen“, Bogenhofen
Rumänien: „Romanian Institutul Teologic“, Comuna Cernica
Spanien: „Seminario Adventista De España“, Sagunto
Tschechien: „Teologický Seminář Casd“, Sázava

Zum Kirchengebiet der Intereuropäischen Division EUD gehören folgende Staaten: Andorra, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Vatikan, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Österreich, Portugal, Rumänien, San Marino, Slowakei, Spanien, die Schweiz und Tschechien.

Die Kirchenleitung für Adventisten in Nord- und Südosteuropa heißt Transeuropäische Division TED und umfasst folgende Länder:
Alandinseln, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Griechenland, Grönland, Guernsey, Island, Irland, Isle of Man, Jersey, Kroatien, Lettland, Litauen, Montenegro, Niederlande, Nordmakedonien, Norwegen, Polen, Serbien, Slowenien, Schweden, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Ungarn, Zypern (südlicher Teil der Insel).

Adventisten unterhalten weltweit größtes protestantisches Bildungswerk
Die weltweit vertretene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.700 Schulen, höheren Schulen und Universitäten sowie 1.881.000 Schülerinnen, Schülern und Studierenden (Stand 31.12.2017) das global größte protestantische Bildungswerk.

Mehr zur Theologischen Hochschule in Friedensau/Deutschland:
https://www.thh-friedensau.de/

Mehr zur Theologischen Fakultät in Collonges/Frankreich, „Campus adventiste du Salève“:
https://www.campusadventiste.edu/




Adventistisches Schulwesen in Deutschland wächst

Gegenwärtig gibt es in Deutschland die Adventistischen Bekenntnisschulen in Heilbronn (Grundschule), Herbolzheim nördlich von Freiburg (Grund- und Realschule), Isny im Allgäu (Grund- und Gemeinschaftsschule), Mannheim (Grundschule), Murrhardt nordöstlich von Stuttgart (Grund- und Realschule), Rastatt (Grund- und Realschule), Zeutern in der Gemeinde Ubstadt-Weiher im Landkreis Karlsruhe (Grund- und Realschule), Müllheim (Grundschule) und Nürnberg (Grundschule). Weitere adventistische Bildungsstätten sind die Andrews Advent-Grundschule Solingen, die Adventschule Oberhavel in Oranienburg (Oberschule mit Grundschulteil) sowie das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt (Gymnasium, Realschule und Grundschule).

Laut dem Beauftragen für Schulen im Norddeutschen Verband der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Christian Fischer (Hannover), bestehe derzeit ein Gründungsprojekt für eine Grundschule im Heidekreis nördlich von Hannover.

Die größte Bildungseinrichtung ist das bereits 1925 gegründete Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt mit 753 Schülerinnen und Schülern, die kleineste die erst seit Herbst 2019 bestehende adventistische Bekenntnisschule Müllheim mit fünf Kindern. An den adventistischen allgemeinbildenden Schulen in Deutschland unterrichten insgesamt 158 Lehrkräfte in Voll- oder Teilzeit.

Weitere Bildungsangebote der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Neben den allgemeinbildenden Schulen unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg (ThHF) mit rund 200 Studierenden aus über 30 Nationen. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden.

Die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege des adventistischen Krankenhauses „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf verfügt über 68 Ausbildungsplätze.

Kindertagesstätten gibt es in Berlin, Fürth, München, Penzberg und Bad Aibling. Eine Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) befindet sich in Neuburg/Donau und ein Familienzentrum in Penzberg/Bayern.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält auch ein Religionspädagogisches Institut (RPI) zur Materialerstellung für den Kindergottesdienst und Religionsunterricht. Zudem gibt es ein Gemeindefernstudium zur theologischen Qualifizierung von Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten. Das Institut für Weiterbildung (IfW) richtet sich mit seinen Angeboten an Gemeindemitglieder, Pastorinnen und Pastoren sowie haupt- und ehrenamtliche Führungskräfte.

In Deutschland gibt es rund 35.000 mündig getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 555 örtlichen Adventgemeinden. Weitere Informationen unter www.adventisten.de.




Friedensau: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule

Urkunden und akademische Grade
35 Studierende aus den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie nahmen in einem feierlichen Rahmen in der Kapelle Friedensau ihre Urkunden und akademischen Grade entgegen. Verliehen wurden der Bachelor of Arts in Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Soziale Arbeit und Theologie sowie der Master of Arts in Counseling, Musiktherapie, International Social Sciences, Theologie und Theological Studies. Die Studierenden kamen aus Deutschland, Ghana, Mexiko, Myanmar, Nigeria, Russische Föderation, Serbien, Tschechien, Ukraine, Ungarn und USA. Einige werden auf dem Campus bleiben und ihre Studien fortsetzen, andere gehen wieder in ihre Ursprungsländer zurück.

Förderpreise nach Afrika
Wie bereits in den vergangenen Jahren, so wurden auch diesmal wieder zwei Förderpreise für aussergewöhnliche Leistungen während der Graduierungsfeier verliehen. Den Förderpreis der Sparkasse Jerichower Land für besonderes soziales Engagement erhielt Danile Akpene Ayitey aus Ghana. Nancy Nduta Wanja aus Kenia erhielt den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V. (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender.

Festansprache
Die Festansprache an die Graduierenden hielt Dr. Michael Lehmann, Abteilungsleiter Hochschulen, Wissenschaft und Forschung im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er kam in Vertretung von Minister Armin Willigmann. Der ausgebildete katholische Theologe ermutigte die Studierenden, neugierig zu bleiben. Ausgehend vom ontologischen Gottesbeweis Anselms von Canterbury sei das Wissen in Anbetracht jahrtausendalter Wissenschaft aber immer noch kleiner, als das Nichtwissen. Dieses Nichtwissen sei aber kein Grund zum Verzweifeln.

Postkartenausstellung
Bereits zu Beginn des Wochenendes wurde am Freitag in der Kulturscheune eine Ausstellung einer privaten Sammlung von Postkarten mit Motiven aus 120 Jahren Friedensau eröffnet. Die Exponate unter dem Motto: „Friedensau – von der Klappermühle zur Hochschule“ gehören zum größten Teil Sammler Armin Richter aus Mittweida. Die Karten geben einen Einblick in die Entwicklung des Ortes Friedensau vom ausgehenden 19. bis ins 21. Jahrhundert und sind gleichzeitig Dokumente einer sich wandelnden Druckkunst. Noch bis zum 27. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden.

Konzert zur Studienjahreseröffnung
Das Konzert zur Studienjahreseröffnung am 12. Oktober 2019 war dieses Mal ein ganz besonderes: ein Klezmer-Konzert. Klezmer ist ein jiddisches Wort, Klezmer ist Volksmusik in der Tradition osteuropäischer Juden. Das Ensemble „Shpil, Klezmer, Shpil!“ aus Mönchengladbach, bestehend aus sechs Musikern, die auch ein so ungewöhnliches Instrument wie das Schofar beherrschten, bezog die Zuhörer in der vollbesetzten Kulturscheune Friedensau schon mit dem ersten Lied in ihr fröhliches Spiel ein. Die Auswahl an Songs war vielfältig, erinnerte aber mit jeder Melodie an die typischen traurig-fröhlichen Klänge des Klezmer: „El haderech“, „Ani ole Lirushalayim“ oder „O Lulle Lulle – Fuli Chaj“.

Vortrag zum 150. Geburtstag von Gandhi
In Erinnerung an eine besondere Persönlichkeit der Weltgeschichte, den am 2. Oktober 1869 in Porbadar/Indien geborenen Mohandas Karamchand Gandhi, hielt Dr. Johannes Hartlapp am 13. Oktober 2019 in der Bibliothek einen Vortrag mit dem Titel: „Gandhi: Widerstand ohne Gewalt?“ Er gilt als der Initiator der gewaltlosen Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft. Sein Vater war Premierminister des indischen Teilstaates Porbadar; damit gehörte seine Familie zur Oberschicht, die als praktizierende Hindus Gewaltlosigkeit lebte. Gandhi organisierte Streiks gegen die Kolonialregierung und Boykotts gegen Importwaren. Der „Salzmarsch“ von 1930 ging in die Geschichtsbücher ein: als ein Protest gegen das britische Salzmonopol. Unter Gandhis Führung erreichte Indien am 3. Juni 1947 die Unabhängigkeit. Gandhi wurde 1948 von einem Nationalisten erschossen.

Stefan Höschele zum Professor berufen
Im Rahmen der Veranstaltungen zur Eröffnung des Studienjahres am 7. Oktober 2019 begrüßte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF), Prof. Roland Fischer, nicht nur die neuen Studierenden und das Kollegium. Mit herzlichen Glückwünschen überreichte er auch dem Dekan des Fachbereiches Theologie und Dozenten für Systematische Theologie Stefan Höschele, Ph.D. (University of Malawi), die Berufungsurkunde zum Professor für Systematische Theologie und Adven¬tismus-Studien an der ThHF. Höschele ist seit 2003 als Dozent an der Theologischen Hochschule Friedensau tätig und lehrte zuvor sechs Jahre am Tanzania Adventist College (heute University of Arusha). Seine 2017 verteidigte Habilitationsschrift, eingereicht an der Karls-Universität Prag, entwirft eine Theorie interkonfessioneller Beziehungen, bei der die Vielfalt und Logik von Beziehungsmodellen im Mittelpunkt stehen und illustriert diese Theorie mit der Geschichte adventistischer Kontakte und Konflikte mit anderen Kirchen. Gegen¬wärtig forscht er zu mehreren Themenfeldern im Bereich der Ethik.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘ belegt werden. Über 30 Nationen sind auf dem Campus vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen: https://www.thh-friedensau.de.




120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Die Veranstaltung „120 Jahre Friedensau“ fand in Kooperation des Kultur- und Heimatvereins Friedensau e.V. mit dem Zeltplatz Friedensau und unter Förderung der Stadt Möckern statt. Einwohner des Ortes und umliegender Orte sowie Vertreter aus Politik und Kirche nahmen an dem umfangreichen Festprogramm teil. Bereits am Vormittag war die in 15 Monaten neu erbaute Arena auf dem Zeltplatz mit einer Andacht eines Gesellschaftervertreters eröffnet worden. Daran schloss sich ein Rundgang durch das Gebäude an, bei dem die beiden Architekten Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam die Eigenarten des Rundbaus erläuterten. Weitere Führungen über das Hochschulgelände folgten am Vormittag.

Festakt
Der Festakt am Nachmittag auf dem „Alten Dorfplatz“ mit angrenzender Scheune begann mit dem schwungvollen Gospelsound „Sing out“ von Ron Kenoli durch den Hochschulchor. In seiner Begrüßung an die Gäste betonte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Roland Fischer, dass Friedensau manchmal auf wundersame Weise überlebt habe. Für ihn sei darin Gottes Führung zu sehen.

Grußworte des Möckerner Bürgermeisters und des Präsidenten der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland folgten. Letzterem machte das ungemütliche Wetter etwas zu schaffen und ein kräftiger Windstoß fegte seine Manuskriptzettel durcheinander. Viele Regenschirme waren aufgespannt. Als allerdings 120 Tauben als Friedensboten den Dorfplatz verließen, schien der Himmel sich eigens dafür ein wenig zu öffnen.

Geschichtliches
Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp schmückte seinen geschichtlichen Rückblick humorvoll mit Anekdoten aus dem Schulleben. Er hatte eine alte Klingeluhr mitgebracht, die im früheren Arbeitszimmer des Seminarleiters bzw. Direktors gestanden hatte und mit ihren Klingelzeichen den Tagesablauf in Friedensau regelte. Die streng durchgetaktete Tageseinteilung mit Wecken um 5:00 Uhr am Morgen bis „Licht aus“ um 21 Uhr am Abend, brachte so manchen Zuhörer zum Schmuntzeln.

Nach dem Kauf der Klappermühle an der Ihle gaben die Gründerväter dem bereits 1306 urkundlich erwähnten Ort seinen Namen „Friedensau“. Noch im gleichen Jahr der Übernahme, zwei Monate nach Kauf des Geländes, startete der Unterricht mit sieben Schülern unter einfachsten Bedingungen in den vorhandenen Gebäuden. Geplant war eine Ausbildungsstätte für Pastoren und Krankenschwestern. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstand laut Chronik ein Ensemble von großen Lehr- und Wohngebäuden, die bis heute das Erscheinungsbild des Campus prägen. Allesamt im wilhelminischen Baustil errichtet, die heute unter Denkmalschutz stehen. Ausgehend von einem ganzheitlichen Pädagogikmodell wurden zusätzlich ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik erbaut, die auch einen praktischen Unterricht und gleichzeitig Verdienstmöglichkeiten boten. Vor dem Ersten Weltkrieg nutzten jedes Jahr bis zu 250 Personen die Ausbildungsmöglichkeiten.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde ein einziges Gebäude neu gebaut, das sogenannte „Holzhaus“, das aber heute nicht mehr existiert. In der DDR-Zeit seien das jetzige Gästehaus und die Reihenhäuser entstanden, so Hartlapp. Nach 1990 wären alle Gebäude nördlich der Zufahrtsstraße hinzugekommen.

Ausblick
Kanzler Tobias Koch verwies auf die Perspektive, Bildung im Umgang mit der Schöpfung zu vermitteln. Unterstützend wirke dabei auch das Projekt „außerschulischer Lernort“ zum Thema Natur, das unter Anleitung einer Naturpädagogin Kindergartengruppen, Schulklassen und Studiengruppen Erlebnistage in umliegenden Wäldern und Wiesen und damit die Auseinandersetzung mit der Schöpfung ermögliche.

Neuer Pastor für Friedensau
Bei dieser Gelegenheit stellte Koch auch gleich den neuen Pastor für die Hochschulgemeinde vor. Im Gegensatz zu 120 Jahren Friedensau sei er gerade mal 120 Stunden in Deutschland, erwiderte Stefan Burton-Schnüll den herzlichen Willkommensgruß. Mit seiner Frau Barbara hat der ursprünglich aus Niedersachsen stammende Pastor die letzten sechs Jahre Kirchengemeinden in New Jersey/USA betreut.

500 Kuchenstückchen warteten am Ende des festlichen Teils dieses Jubiläumstages auf die zahlreichen Gäste. Der Dorfplatz und die Scheune boten vielfältige Gelegenheiten zu Begegnung und Austausch. Führungen durch den Ort und das archäologische Museum halfen, die Zeit bis zum ersten Konzertabend in der neuen Arena sinnvoll zu nutzen.