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Fünf Jahre Suppenküche Nachschlag in Ludwigsburg

Am Sonntag, 26. Juni, wird anlässlich des Jubiläums der Suppenküche Nachschlag zusätzlich zum Mittagessen ein Stück Kuchen serviert.  Geöffnet ist die Suppenküche in den Räumen der Adventgemeinde Ludwigsburg, Carl-Goerdeler-Straße 16, von 12:00 Uhr bis 13:30 Uhr, letzter Einlass ist um 13:00 Uhr.

Seit fünf Jahren steht das ehrenamtliche Helferteam in der Küche, dekoriert die Räumlichkeiten und serviert den Gästen das Mittagsmahl, inklusive des obligatorischen Nachschlags. Unterstützt wird dieses Projekt seit Jahren vom Edeka Mamsch aus Aldingen, der Bäckerei Hofmann in Murr, dem Blumengroßhandel Vahldiek in Bietigheim, der LudwigsTafel und anderen Firmen.

„Alle sind willkommen“

„Die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung hat seit unserem Bestehen nicht abgenommen, sondern die Gästezahl hat Jahr für Jahr zugenommen“, so Reinhard Knobloch, Leiter der Suppenküche Nachschlag. „Der biblische Auftrag sein Essen mit den Hungrigen zu teilen und heimatlose Menschen gastfreundlich aufzunehmen ist seit 2017 unser Leitbild und Auftrag.“

Zu diesem Angebot seien Menschen in sozialen Notlagen, Flüchtlinge, Hartz-IV-Empfänger, Wohnungslose und ältere Mitbürger herzlich eingeladen, aber auch der „Otto Normalbürger“, letztlich seien bei der Suppenküche alle willkommen: „Wir machen keine Bedürftigkeitsprüfung. Gerade die Mischung ist wichtig, so kann Normalität und Raum für Begegnungen entstehen“, so Reinhard Knobloch. „Und natürlich fehlt es den ehrenamtlichen Helfern nicht an der Zeit für einen Plausch oder ein tieferes Gespräch mit den Gästen.“ Ebenfalls zum Programm gehört das „Wort für den Tag“ nach dem Hauptgang. Anschließend gibt es eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige und Flüchtlinge.

Über die Suppenküche Nachschlag

Die Suppenküche Nachschlag veranstaltet jeden 4. Sonntag im Monat von 12 bis 13.30 Uhr einen sozialen Mittagstisch zum Preis von einem Euro. Ehrenamtliche Helfer bereiten ein schmackhaftes Vier-Gänge-Menü zu. In geselliger Runde wird die Mahlzeit an Gemeinschaftstischen verspeist.

Die Suppenküche Nachschlag wird vom AWW-Helferkreis Ludwigsburg getragen und lebt ausschließlich von Sach- und Geldspenden sowie vom ehrenamtlichen Engagement. Der AWW-Helferkreis Ludwigsburg umfasst ein Team mit über 50 Freiwilligen. Kontakt unter E-Mail hk-ludwigsburg@aww-bw.de. Träger der Suppenküche Nachschlag ist das Advent-Wohlfahrtswerk e.V., das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Es hat seinen Sitz in Hannover. Weitere Informationen gibt es unter www.aww.info.




Sternstunde – erster Band einer Romanserie über adventistisches Krankenhaus Waldfriede (Berlin) erschienen

Die Berliner Schriftstellerin Corina Bomann (bekannt geworden u. a. durch die Romanserie Die Farben der Schönheit, Ullstein-Verlag, ebenfalls ein SPIEGEL-Bestseller) verbrachte im Herbst 2019 aufgrund einer Operation zehn Tage im Krankenhaus Waldfriede. Über ihren Aufenthalt schrieb sie: „Dort machte man mir von Anfang an Hoffnung auf eine gute Genesung, und dank fähiger Ärzte und liebevoller Pflegekräfte kam ich wieder auf die Beine.“

Chronik der Krankenschwester Hanna Rinder diente als Vorlage

Während ihres Krankenhausaufenthalts entdeckte sie historische Fotos, auf denen das medizinischen Personal abgebildet war sowie historische Utensilien, beispielsweise zusammengenähte Betttücher aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die dort in einer Vitrine ausgestellt waren. Dies weckte ihr Interesse an der Geschichte des Krankenhauses und sie kontaktierte die Krankenhausleitung, die ihr daraufhin die Chronik der Krankenschwester Hanna Rinder zukommen ließ. Diese arbeitete vom Gründungsjahr 1920 bis zu ihrem Ausscheiden 1956 in Waldfriede. In ihrer Chronik beschrieb Hanna Rinder manche Abenteuer der Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, sie berichtete von Hochzeiten und Todesfällen, von Freude, Nöten und Leid. „Dreißig Jahre voller Schicksal, Gefühl, Sehnsüchte und Liebe. Die Idee zu meiner neuen Saga war geboren“, so Corina Bomann. Auf diesem Weg ist „Krankenschwester Hanna“ die Protagonistin der Romanserie geworden; anhand ihrer Erlebnisse wird darin die Geburtsstunde und die weitere Geschichte des Krankenhauses Waldfriede erzählt. Romane über Krankenhäuser finden oft große Aufmerksamkeit, wie die Reihe von Ulrike Schweikert über das Berliner Klinikum Charité gezeigt hat.

Erste adventistische Einrichtung, die in einer Romanserie gewürdigt wird

„Von allen adventistischen Institutionen weltweit ist unser Krankenhaus die einzige Einrichtung, deren Geschichte zum 100-jährigen Jubiläum in einem vierteiligen Roman veröffentlicht wird“, so Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhauses Waldfriede.

Die weiteren Bände der Romanserie Die Schwestern vom Waldfriede tragen die Titel Leuchtfeuer, Sturmtage und Wunderzeit. Sie erscheinen bis Mitte 2023 im Penguin-Verlag, jeweils als Taschenbuch, e-Book und Hörbuch.

Krankenhaus Waldfriede
Das freigemeinnützige Krankenhaus Waldfriede liegt im Berliner Stadtteil Zehlendorf und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Es wurde nach gesetzlichen Qualitätsparametern mehrfach zertifiziert und hat mit seiner medizinischen und pflegerischen Qualität bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten. Pro Jahr werden hier etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Der Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit rund 900 medizinische Einrichtungen unterhält. Waldfriede ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.V. (DEKV) und Kooperationspartner des adventistischen Krankenhausverbundes Advent Health in den USA.

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitsnetzwerks Waldfriede zu dem auch eine Tagesklinik, eine Sozialstation, eine Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, eine Servicegesellschaft, ein Seniorenhaus, das Gesundheitszentrum PrimaVita, die Privatklinik Nikolassee und das Desert Flower Center gehören.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de




500 Jahre Wormser Reichstag wird multimedial gefeiert

Digitale Multimedia-Übertragungen
Am 16. April 2021, genau 500 Jahre nach seinem Einzug in die Stadt, werden in Worms die Feierlichkeiten zum großen Jubiläumsjahr beginnen. Pandemiebedingt könne das Auftaktwochenende zwar nicht mit Besuchern vor Ort gefeiert werden. Mit zahlreichen Aktionen werden die Evangelische Kirche und die Stadt Worms das Reichstagsjubiläum digital begehen. Einige bereits angekündigte Veranstaltungen würden auch verschoben. Eine spektakuläre Multimedia-Inszenierung „Der Luther-Moment“ werde wie geplant – wenn auch ohne Live-Publikum –stattfinden. Sie werde am Samstag, 17. April um 23 Uhr – mit Vorberichterstattung ab 22.35 Uhr – live im SWR-Fernsehen übertragen. Am Sonntag, 18. April, zeige das ZDF um 9.30 Uhr einen Festgottesdienst unter anderem mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung. Am Nachmittag des 18. April finde zudem in der Dreifaltigkeitskirche ein Gedenkgottesdienst für die Corona-Opfer statt – mit der stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf. Dies sei zugleich die zentrale Gedenkfeier der EKHN für die Opfer der Corona-Pandemie. Der Gottesdienst werde ebenfalls live ins Internet übertragen.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm
Der ursprünglich für den Freitagabend, 16. April, geplante festliche Einzug Luthers sowie der öffentliche Festgottesdienst am Sonntagmittag, 18. April, auf dem Marktplatz müssten wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden. Im Internet würden dagegen auch weitere Veranstaltungen der Evangelischen Kirche und des Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau übertragen. Dazu gehörten unter anderem das Konzert „Carole magnus eras“ mit höfischer Musik aus Luthers Zeit (24. April um 20.15 Uhr) und der Vortrag „Luther aus der Sicht jüdischer Gelehrter“ (5. Mai um 20 Uhr). Gottesdienstliche Veranstaltungen zum Jubiläum könnten nach aktuellem Stand in den Kirchen ebenso stattfinden wie die Ausstellung „Bilder von Luther“, die am 9. April um 19 Uhr im Wormser Dom eröffnet werde. Allerdings würden wegen der Corona-Pandemie auch etliche Programmpunkte in den Sommer oder den Herbst verschoben. Dazu gehörten zahlreiche Konzerte wie die „Easter Suite“, „Im Spiegel der Angst“, „Hier ich steh‘“ und „Luther bei die Fische“ sowie die Veranstaltungen „Luther … Er nymbt kain Blat furs Maul“, „Wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen“ und die „LichterNächte“. Auch wenn der Start der Landesausstellung „Hier stehe ich „Gewissen und Protest –1521 bis 2021“ pandemiebedingt auf den 3. Juli verschoben sei, so hofften die Verantwortlichen dennoch, bereits mit dem Rahmenprogramm im Festmonat starten zu können. Ab Ende April sollten museumspädagogische Angebote, Vorträge, Konzerte und weitere Veranstaltungen auf die vielfältigen Themen der Schau einstimmen.

Luther-Inszenierung der Nibelungen-Festspiele Worms 2021
Die Nibelungen-Festspiele Worms würden ein zentraler Höhepunkt im Wormser Luther-Jubiläumsjahr sein: Und so werde es auf der Freilichtbühne vor dem Kaiserdom in diesem Jahr nicht um die Nibelungen gehen, sondern um den großen Reformator. Am historischen Ort zeigten die Festspiele vom 16. Juli bis 1. August 2021 das Stück LUTHER. Mit dem Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss sei ein herausragender Autor für die Uraufführung gewonnen worden. Unter der Intendanz von Nico Hofmann werde der Fall „Luther“ am Originalschauplatz als hochspannende Staatsaffäre zwischen Machtintrige und Religionskampf erzählt. Regie führe Ildikó Gáspár, die zu den wichtigsten Vertreterinnen der ungarischen Theaterszene zähle. Mit politischen Dynamiken kenne sie sich aus – in ihrem Heimatland spüre sie derzeit den Einfluss von Staatsmacht bis in ihre Arbeit hinein. LUTHER werde so auch ein Stück über Europa, über Gedankenfreiheit, Ohnmacht und Widerstand. Und über uns selbst.

App, Mini-Bilderbuch, Lutherweg und Erlebnisparcours
Wer Luther und das Reichstagsjubiläum in Worms erleben möchte, könne dies das ganze Jahr über individuell und weitestgehend unabhängig von der Pandemie tun: Zum Beispiel mit Outdoor-Angeboten wie der neuen App „Worms erleben“, mit einer Themen-Tour „Luther in Worms“, dem Bildungs-und Erlebnisparcours oder dem spirituellen Wandern auf dem „Lutherweg 1521“. Auch die beliebten öffentlichen und buchbaren Themenführungen rund um Luther und die Reformation würden so bald wie möglich wieder angeboten. Die Pilgerwanderung auf dem „Lutherweg 1521“ in Rheinhessen, die ursprünglich vom 16. bis 18. April stattfinden sollte, werde auf das nächste Jahr verschoben. Sie finde vom 22. bis 24 April 2022 unter dem Motto „500+1“ statt. Neben den genannten Aktionen sei ein umfangreiches Rahmenprogramm mit mehr als 80 kleineren und größeren Veranstaltungen zwischen April und Oktober in Planung. Ob und in welchem Umfang oder mit welchen Änderungen dieses stattfinden könne, könnten die Veranstalter mit Blick auf die Pandemieentwicklung heute noch nicht sagen. Dies solle zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Anlässlich des Reichstagsjubiläums sei auch ein unterhaltsames Mini-Bilderbuch entstanden, das die Geschichte des historischen Ereignisses unterhaltsam nacherzähle. „Ich bin hindurch! – Martin Luther in Worms“ erkläre auf 24 Seiten, wie es dazu kam, dass der Wittenberger Mönch vor den Mächtigen seiner Zeit vor 500 Jahren mutig erklärte: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“. Zielgruppe seien vor allem jüngere Leserinnen und Leser. Das bunt illustrierte zehn Mal zehn Zentimeter große Heft gebe es für einen Euro in jeder Buchhandlung (ISBN-10: 3947884532). Aktuelle Informationen zu allen Terminen im Luther-Jahr auf der Webseite: www.luther-worms.de.




Ein vergessenes Jubiläum

Vom 21. bis 23. Juli 1920 trafen sich in Friedensau unter dem Vorsitz des Präsidenten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Arthur Daniells, Vertreter der adventistischen „Reformationsbewegung“ auf der einen und Vertreter aus den drei deutschen Unionen der Freikirche sowie aus Holland, Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn auf der anderen Seite. Neben Daniells waren drei weitere Mitglieder der Generalkonferenz anwesend.

Trotz Schuldbekenntnis bis heute weltweite Spaltung
Das Besondere an diesen Gesprächen war der Umstand, dass alle Versammlungen im Plenum stenografisch festgehalten und als ein von beiden Seiten anerkanntes Protokoll veröffentlicht wurden. Das Tragische liegt im Ergebnis: Es kam zu keiner Verständigung, so Hartlapp. „Jeder fühlte sich in seiner Position bestätigt, Fehler wurden nicht zugegeben, Missverständnisse nicht ausgeräumt, sondern weiter ausgemauert. Beide Parteien fühlten sich im Recht.“ Das Scheitern sei eine logische Konsequenz gewesen. So bleibe als Ergebnis bis heute eine weltweite Spaltung, die auch trotz des Schuldbekenntnisses der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland von 2014 nach wie vor bestehe.

Doch was war geschehen? Für die meisten Zeitgenossen kam der Ausbruch des Ersten Weltkrieges völlig überraschend. Allein Siebenten-Tags-Adventisten schienen zumindest theoretisch darauf vorbereitet zu sein, berichtet Harlapp. Schon seit Jahren habe damals die sogenannte „Orientalische Frage“ einen wichtigen Baustein in der Argumentation zur Begründung der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Jesu gebildet. Das Osmanische Reich werde bald zusammenbrechen. Dieses finale Ereignis falle mit der in der Bibel vorausgesagten Schlacht von Harmagedon (Offenbarung 16,16) zusammen. „So wurde es verkündigt. Und genau diese weltpolitische Konstellation entwickelte sich bei Kriegsbeginn auf dem Balkan.“

Militärdienst auch am Sabbat
In Wirklichkeit wären die Leiter der Adventisten in Deutschland durch den Kriegsausbruch genauso überrascht worden, wie ihre Zeitgenossen. Aus Sorge um die Existenz der Freikirche sandten sie verschiedene Schreiben an ihre Gemeinden und die Regierung, in denen sie sich vollständig loyal verhielten, stellte der Friedensauer Historiker fest. Adventisten sollten als gute Staatsbürger mit der Waffe in der Hand auch am Sabbat (Samstag), dem biblischen Ruhetag, ihren Militärdienst erfüllen. Das sei schon immer ein Grundsatz gewesen. „In vielen Gemeinden wurde das aber ganz anders gesehen.“ Jetzt sei es höchste Zeit, sich auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten. Und deswegen hätten einige gemeint, sie müssten die Einberufung zum Militär verweigern. Vor dem Krieg hätten Adventisten den Wehrdienst geleistet. Allerdings wäre es wegen der Dienstverweigerung von adventistischen Soldaten am Sabbat immer wieder zu Verurteilungen und teils langjährigen Haftstrafen gekommen.

Wenn das Steinobst blüht
Als sich im zeitigen Frühjahr 1915 ein wegen Impfverweigerung desertierter Adventist mit einer Vision zu Wort meldete und voraussagte, dass zur Steinobstblüte die Wiederkunft Christi stattfinden werde, sei er laut Hartlapp auf offene Ohren gestoßen. Nachdem die vorausgesagte Zeit vorübergegangen war, behauptete er um glaubwürdig zu bleiben, dass Gott ihm in einer zweiten Vision mitgeteilt hätte, dass die adventistischen Gemeinden für die Wiederkunft nicht vorbereitet gewesen wären. Außerdem sei die Freikirchenleitung von Gott abgefallen, da deren Verlag in Hamburg seine Visionen nicht drucken wollte. Wer wahrhaft glaube, der müsse jetzt die Freikirche verlassen und sich in kleinen Gruppen versammeln.

„So begann die Separation.“ Weitere Gründe seien gesucht und gefunden worden, falsche Anschuldigungen kursierten von beiden Seiten. Missverständnisse und persönliche Spannungen hätten die Stimmung aufgeheizt. „Aus Brüdern wurden Feinde.“ Die Generalkonferenz als höchste Instanz der Adventisten sollte eingreifen. Doch sechs Jahre nach Ausbruch der Spannungen hätten die Reformadventisten bereits eine neue Kirche neben der alten mit eigenen Strukturen und einer noch stärker autoritären Führung etabliert. Das wäre keine gute Voraussetzung für ein gegenseitiges Aufeinander-Hören und Aufeinander-Zugehen gewesen. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen, leider bis heute“, beklagt Hartlapp.

Weltweite Spaltung der adventistischen „Reformationsbewegung“
Laut Diplom-Theologe Holger Teubert, der frühere Leiter der Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, erlebte im Mai 1951 auch die „Reformationsbewegung“ eine weltweite Spaltung. Seitdem gibt es die Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung (IMG) und die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung (STAR). Die Generalkonferenz der IMG befindet sich in Cedartown, Georgia/USA, Sie zählt nach eigenen Angaben weltweit 33.663 Mitglieder in 135 Ländern, davon in Deutschland 350 (Stand: 31.12.2017). Die Generalkonferenz der STAR hat ihren Sitz in Roanoke, Virginia/USA. Sie umfasst weltweit 42.285 Mitglieder in 127 Ländern, davon in Deutschland 205 (Stand: 31.12.2018). Jede der beiden Glaubensgemeinschaften betrachte sich als die einzige, wahre und legitime Reformationsbewegung unter den Adventisten. Zum Vergleich: Zur Generalkonferenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland, im Großraum der US-Hauptstadt Washington gelegen, gehören weltweit 21.414.779 Mitglieder in 212 Ländern, davon in Deutschland 34.792 (Stand 31.12.2018).




Theologische Hochschule Friedensau seit 30 Jahren anerkannt

Ein einfaches Blatt Papier
„Im September 1990 wurden wir telefonisch darüber informiert, dass der Ministerrat der DDR dem Theologischen Seminar Friedensau ab 15. September 1990 die staatliche Anerkennung als Theologische Hochschule gewährt“, so Oestreich. Am 27. September fuhr er mit dem Friedensauer Kirchenmusiker Professor Wolfgang Kabus nach Berlin, um die Urkunde in Empfang zu nehmen. Doch es habe sich nicht um ein schmuckvoll bedrucktes Dokument aus starkem Material in einer repräsentativen Mappe gehandelt, sondern lediglich um ein einfaches Blatt Papier mit der Unterschrift des Ministers für Bildung und Wissenschaft der DDR, Professor Dr. Hans-Joachim Meyer. „Kein hoher Regierungsvertreter war zu sehen, es gab keine Zeremonie. Das Blatt wurde einfach ausgehändigt von einem Angestellten, der hinter seinem vollen Schreibtisch saß.“

Viele Gespräche und Nachtschichten
Doch wie sei es dazu gekommen? Am 22. Februar 1990 hätten die Dozenten des Seminars Friedensau den Beschluss gefasst, die staatliche Anerkennung zu beantragen. „Jahre kontinuierlicher Verbesserung der theologischen Ausbildung boten die Grundlage dafür“, berichtet Oestreich. „Es folgten viele Sitzungen des Friedensauer Kollegiums“, um die Antragsstellung vorzubereiten. Dazu habe es Gespräche mit den Verantwortlichen der Freikirche und den Kollegen des adventistischen Theologischen Seminars Marienhöhe in Darmstadt gegeben, um ihre Unterstützung zu gewinnen. Regierungsvertreter, Parteiverantwortliche und Universitätsprofessoren seien um Rat gefragt worden. „Nach vielen Nachtschichten waren die nötigen Unterlagen für den Antrag erstellt.“ Am 25. Juni ging der Antrag an das Ministerium in Berlin. Am 5. September wurde entschieden. „Dann hatten wir das Papier in der Hand. Sieben Monate harter Arbeit kamen völlig unspektakulär ans Ziel.“

Nachdem die staatliche Anerkennung erreicht war, habe es noch einmal sieben Monate gedauert, bis die Freikirchenleitung am 17. April 1991 entschied, das westdeutsche Seminar Marienhöhe in Darmstadt zu schließen und die theologische Ausbildung für Deutschland nur noch in Friedensau durchzuführen.

Gegründet 1899
Am 19. November 1899 nahm die Vorgängereinrichtung der Hochschule, die „Industrie- und Missionsschule“ ihre Tätigkeit mit zunächst sieben Schülern in sehr einfachen Verhältnissen auf. Genutzt wurden die Gebäude einer alten Mühle an der Ihle, die erstmals 1306 erwähnt wurde. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstanden große Lehr- und Wohngebäude, die bis heute das Erscheinungsbild des Campus prägen. Ausgehend von einem ganzheitlichen Pädagogikmodell wurden zusätzlich ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik erbaut, die auch einen praktischen Unterricht und gleichzeitig Verdienstmöglichkeiten boten. Vor dem Ersten Weltkrieg nutzten jedes Jahr bis zu 250 Personen die Ausbildungsmöglichkeiten.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg Lazarett

Im Ersten Weltkrieg richtete das Kriegsministerium in den Gebäuden ein Lazarett ein. Erst 1919 konnte die Ausbildung wieder aufgenommen und in den Folgejahren mit neuen Lehrgängen, wie Hauswirtschaftsschule und Krankenpflege-Vorschule, erweitert werden. Die Einrichtung wurde 1923 in „Missionsseminar Friedensau“ umbenannt. Für den hauswirtschaftlichen und kaufmännischen Kurs erhielt das Seminar 1930 die staatliche Anerkennung durch den Magdeburger Regierungspräsidenten.

Die Zeit des Nationalsozialismus brachte viele Einschränkungen bis hin zur erneuten Schließung des Seminars im Zweiten Weltkrieg. Wieder dienten die Lehrgebäude der Pflege verwundeter und kranker Soldaten, zuerst der Deutschen Wehrmacht und ab 1945 der Sowjetarmee. Durch Fürsprache des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Erhard Hübener, gestattete die Sowjetische Militäradministration 1947 die Wiedereröffnung. Damit war das Friedensauer Seminar die erste und einzige kirchliche Ausbildungsstätte, die in der Sowjetischen Besatzungszone ihren Lehrbetrieb wieder aufnehmen durfte.

Seit den 1980er Jahren auch ausländische Studierende
Während der DDR-Zeit gestattete die SED-Regierung nur die Ausbildung von kirchlichen Mitarbeitern. Neben der Ausbildung von Pastoren bestanden einjährige Diakonlehrgänge. Anspruch und Qualität der Ausbildung führten 1981 zur Umbenennung in „Theologisches Seminar Friedensau“. Zwei Jahre später akkreditierte die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten das Seminar als Senior College. Seit den 1980er Jahren war es möglich, Studierende aus anderen sozialistischen Staaten Osteuropas und Afrikas in Friedensau als Pastoren auszubilden.

Bachelor- und Masterstudiengänge

Nach der staatlichen Anerkennung als Hochschule am 15. September 1990 wurde neben dem Fachbereich Theologie, der seit 1992 einen Diplom- und einen Magisterstudiengang Theologie anbot, ein Fachbereich Christliches Sozialwesen aufgebaut. Gegenwärtig können in Friedensau acht Bachelor- (B.A.) und Masterstudiengänge (M.A.) – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den Studierenden und Lehrenden vertreten.

Weitere Informationen: https://www.thh-friedensau.de.




Adventisten: 125 Jahre Advent-Verlag

Ein Traditionsverlag mit Zukunft
Der Advent-Verlag wurde 1895 von Ludwig Richard Conradi in Hamburg gegründet mit dem Ziel, vom Hamburger Hafen aus adventistische Literatur in die ganze Welt zu verbreiten. Heute, 125 Jahre später, ist die Advent-Verlag GmbH ein modernes Verlagshaus mit aktuell 16 Angestellten und einem Tochterunternehmen, der Wartberg-Verlag GmbH. Die Advent-Verlag GmbH ist ein eingetragenes Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren für die Zukunft aufgestellt hat. „Wir haben in der jüngsten Vergangenheit bewusst einen Generationswechsel im Verlag eingeleitet und die Führungsebene vertrauensvoll in die Hände einer neuen Generation übergeben, wobei es uns wichtig war, dass das neue Team mit der Expertise von langjährigen Verlagsmitarbeitern unterstützt wird, damit der Verlag optimal aufgestellt ist und seine traditionsreiche Verlagsgeschichte fortgeschrieben werden kann“, so Gesellschaftervertreter Pastor Johannes Naether.

Worte, die bleiben
‚Worte, die bleiben‘, das sei nicht nur ein Slogan, sondern seit 125 Jahren die DNA des Advent-Verlags, sagt Verlagsleiterin Jessica Schultka. „Denn obwohl sich das Aufgabenspektrum in den vergangenen Jahren gewandelt hat, ist die Kernkompetenz des Verlags seit jeher, die Herausgabe von adventistischen Büchern, Zeitschriften und Studienmaterialien, die damals wie heute dazu anregen möchten, über Gott nachzudenken“, führt Schultka fort. Um dies auch für die Zukunft gewährleisten zu können, arbeite ihr Redaktionsteam täglich an der Herausgabe von Büchern zu Themen rund um Theologie, Seelsorge und Glaubenserfahrungen, an Andachtsbüchern, Studienheften, Zeitschriften und Magazinen, welche den Glauben fördern, vertiefen und begleiten wollen.

Anlässlich des Jubiläums war die IHK Lüneburg-Wolfsburg im Verlagshaus zu Gast. Sönke Feldhusen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg überreichte zum Jubiläum eine Ehrenurkunde. „Wir sind stolz und dankbar für unsere traditionsreiche Vergangenheit, denn der Advent-Verlag ist ein prägender Bestandteil der Adventgeschichte in Deutschland“, so Geschäftsführer Neef. Als Verlagshaus seien sie aber auch Arbeitgeber in der Region Lüneburg und sicherten hier seit 1994 Arbeitsplätze. Deshalb freuten sie sich, dass die IHK Lüneburg-Wolfsburg dieses Ereignis mit ihnen würdigt.

Die Advent-Verlag GmbH
Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit ihren Publikationen bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsverlages den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und sprechen sie ganzheitlich und generationenübergreifend an. Sie wollen nach eigener Beschreibung dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben, indem sie ihn nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten gemäß ihrem Motto: „Wir schaffen Worte, die bleiben.“

Festakt auf 2021 verschoben

Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste der geplante Festakt zum Jubiläum auf das nächste Jahr verschoben werden. Einblicke in die Arbeit und den Alltag des Advent-Verlags Lüneburg gibt es online unter: https://advent-verlag.de/wir-feiern und als Video https://youtu.be/VGdTzIPaJGQ.




Mission Neandertal auf historischen Postkarten

Missionsschule Neandertal auf Postkarten
Anlässlich 150 Jahre Postkarten in Deutschland gibt es im Raum Mettmann eine Reihe von Veröffentlichungen über historische Postkarten mit Motiven landschaftprägender Gebäude. Die Autorin Rabea Gruber lässt mit freundlicher Unterstützung des „Stadtarchivs Mettmann“ die Geschichte der Gebäude in ihrer Umgebung kurz aufblitzen und erwähnt dabei auch die ehemalige Missionsschule Neandertal.

APD nahm dies zum Anlass, beim historischen „Archiv der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa“ nachzufragen und wurde fündig. Das auf dem Gelände der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg untergebrachte Forschungsarchiv fand etliche Postkarten mit Abbildungen der „Missionsschule Neandertal“. Heute befindet sich auf dem Gelände das „Seniorenheim Neandertal“, eine Einrichtung des Advent-Wohlfahrts-Werks (AWW), dem Sozialwerk der Adventisten.

Theologische Ausbildung der Adventisten in Neandertal
Durch das rasche Wachstum der Freikirche, das auch durch den ersten Weltkrieg nicht aufgehalten wurde, seien immer mehr Prediger und Missionare notwendig geworden. So habe die Kirchenleitung 1920 die Gründung einer zweiten Missionsschule beschlossen und 1921 die leerstehende Hellenbrucher Mühle im Neandertal bei Düsseldorf erworben. Am 23. August sei das Gelände übernommen und bereits am 30. November desselben Jahres der Lehrbetrieb aufgenommen worden. Die Kapazitäten des Hauses seien schon bei der Eröffnung voll ausgeschöpft gewesen.

Während des zweiten Weltkrieges habe das Gebäude zeitweilig als Aufnahmeheim für Volksdeutsche und später als Auffanglager für Flüchtlinge gedient. 1948 sei das Seminar noch einmal für kurze Zeit eröffnet worden, um aber wenig später mit einer weiteren Bildungseinrichtung bei Darmstadt zusammengelegt zu werden. Das Gebäude diente seither als Senioren- und Pflegheim und wurde 1980 durch einen Neubau ersetzt und in den Jahren 2009 bis 2012 umfangreich modernisiert.

Moderne Pflegeinrichtung für Senioren

Heute liegt das Haus für 182 Bewohner und 150 Mitarbeiter in einem idyllisch gelegenen Naturschutzgebiet. Neben dem ganz in der Nähe gelegenen multimedialen Erlebnismuseum über die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit ist das Gelände ein beliebtes Ausflugsziel. Im Außenbereich beim als das „Haus mit den Tieren“ bekannte Seniorenheim können Besucher Ziegen, Schafe, Hühner, Hasen, Meerschweinchen, Gänse, Pferde und Alpakas treffen.

Weitere Infos zum Seniorenheim Neandertal: www.seniorenheim-neandertal.de.




Corona-Krise: Adventistisches Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin vertagt Jubiläumsveranstaltung

Das Gesundheitsnetzwerk des Krankenhauses „Waldfriede“ sei mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden, so Quoß. Neben dem Krankenhaus „Waldfriede“, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit eigenem Schwimmbad gehören auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus „Waldfriede“ und eine ambulante Tagesklinik für psychiatrisch-psychosomatische Erkrankungen zum Netzwerk. Damit zähle das Netzwerk Waldfriede auch zu den größten Arbeitgebern im Bezirk.

Beginn mit noch nicht fertiggestelltem OP-Raum

Im Herbst 1919 erwarb der Arzt Dr. L. E. Conradi im Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ein geeignetes Gebäude in Berlin-Zehlendorf und begann dort ein Krankenhaus einzurichten. Am 15. April 1920 wurde das Krankenhaus „Waldfriede“ mit 39 Betten in 27 Krankenzimmern und einem noch nicht ganz fertig gestellten OP-Raum feierlich seiner Bestimmung übergeben. Im Juli 1922 erhielt das Krankenhaus die staatliche Anerkennung sowie die Erlaubnis, eine Krankenpflegeschule zu eröffnen. Seit Ende Januar 1933 führte die Errichtung einer totalitären Diktatur durch die NSDAP mit bisher nicht gekannten Gesetzen und Verordnungen zu erheblich belastenden Auswirkungen auf den Anstaltsalltag. Von den 310 Luftangriffen auf Berlin im Zweiten Weltkrieg blieben die Gebäude des Krankenhauses Waldfriede wie durch ein Wunder verschont.

Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“

Das freigemeinnützige Akutkrankenhaus „Waldfriede“ ist mit seinen 160 Betten und elf Fachabteilungen seit 2008 auch europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie. Pro Jahr würden in „Waldfriede“ laut Bernd Quoß etwa 13.500 Patienten stationär und 58.000 Patienten ambulant behandelt. Seit seiner Gründung im Jahr 1920 orientiere sich das medizinische Handeln „an ganzheitlichen Präventions- und Therapiekonzepten zum Wohl des gesamten Menschen“. Neben dem Krankenhaus sei in den letzten Jahren ein umfangreiches Gesundheitsnetzwerk etabliert worden, das sich stetig weiterentwickele.

Nach Quoß bestand bis 1989 das Krankenhaus „Waldfriede“, gemeinsam mit der heutigen „Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege“, als solitäres Akutkrankenhaus ohne ein angeschlossenes Netzwerk. 1989 wurde die Sozialstation „Waldfriede“ auf dem Gelände des Krankenhauses gegründet. Sie ist bis heute in der ambulanten häuslichen Krankenpflege im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv und versorge 180 Patienten. Das 1993 ebenfalls auf dem Gelände des Krankenhauses ins Leben gerufene Gesundheitszentrum PrimaVita verfügt seit dem Jahr 2008 zusätzlich zu den Sporträumen über ein Schwimmbad am Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf. Insgesamt würden pro Jahr 5.000 Interessenten an den Kursen und Dauergruppen des PrimaVita teilnehmen. Das Zentrum bietet seit 2010 auch einen „Medical Check Up“ an.

Im Jahr 1999 folgte die Gründung der Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede. Sie ist seitdem für die Reinigung innerhalb des Krankenhauses und für den Betrieb der Küche sowie die Essensversorgung zuständig. Im Januar 2012 folgte die Übernahme der Privatklinik Nikolassee in der Von-Luck-Straße. Die Villa hat Platz für 16 Patienten mit internistischen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen. Am 11. September 2013 wurde das Desert-Flower-Center Waldfriede gegründet. Hier finden Frauen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung.

Im Mai 2017 übernahm das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“ das Seniorenhaus „Arche“ in der Adolfstraße in Berlin-Zehlendorf. Die im Jahr 2007 gegründete Einrichtung verfügt über ein 5.300 Quadratmeter großes Grundstück und beschäftigt 60 Mitarbeitende, die sich um 84 Bewohner in 70 Einzel- und sieben Doppelzimmern kümmern. Die jetzt unter dem Namen Seniorenhaus Waldfriede geführte Einrichtung, ergänze das vielfältige Medizin- und Pflegenetzwerk „Waldfriede“, so Quoß. Zum 1. Juni 2017 eröffnete das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der Tagesklinik Waldfriede eine neue Einrichtung seines Gesundheitsnetzwerks im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Die Einrichtung wendet sich mit ihrem teilstationären Angebot an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, Ängsten, Zwängen und Suchtfolgestörungen.

Zudem eröffnete 2007 „Waldfriede“ in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrts-Werk (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das Kinderhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf, eine Tagesstätte mit 65 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren. Bereits seit 2000 bietet das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der „Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept für Mütter in Not an.

„Waldfriede“ ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischer Krankenhausverband e.V. (DEKV) und im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP). Weitere Informationen unter: http://www.krankenhaus-waldfriede.de/




Adventistisches Seniorenheim Uelzen feiert 50-jähriges Bestehen

Festgottesdienst
Im Rahmen eines Festgottesdienstes für die Bewohner am Samstagmorgen betonte der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen, Pastor Ralf Schönfeld, den Gedanken der Barmherzigkeit. Über Jesus meinte er, wenn es um Barmherzigkeit ginge, kannte er keine Gnade. Er hätte getan, was den Menschen guttat. Ein Seniorenheim biete die größte Gelegenheit, Zuwendung und Barmherzigkeit zu schenken. Am Nachmittag begeisterte Konzertpianist Ronny Kaufhold mit Werken von Bach, Chopin, César Franck und zuletzt Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Festakt
Am Sonntagmorgen waren Mitarbeiter, Partner und Gäste eingeladen, einen Rückblick auf die fünf vergangenen Jahrzehnte zu werfen. Außergewöhnlich war, dass der erste Heimleiter mit seiner Frau anwesend sein konnte. Der bereits 92-jährige Herbert Wagner berichtete eindrucksvoll von den bescheidenen Anfängen. Man habe sich eher als Heimleiter-Eltern verstanden und Hausfrauen als erstes Pflegepersonal beschäftigt.

Rückblick
Mit einem geschichtlichen Rückblick ließ der Präsident der überregionalen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether, Vergangenes noch einmal Revue passieren. Bereits 1960, so seine Ausführungen, sei nach einem geeigneten Grundstück für ein Altenheim gesucht worden. Fünf Jahre später sei dann der Beschluss zum Erwerb des Grundstücks Waldstr. 1 gefasst worden. In einer Bauzeit von 19 Monaten und 11 Tagen sei das Baugeschehen abgeschlossen und ein Haus mit 100 Betten errichtet worden. Am 1. Oktober 1969 war dann Betriebsbeginn mit insgesamt 95 Personen, davon 82 Frauen und 13 Männer und 4 Ehepaare. Das Durchschnittsalter lag bei 76,1 Jahren.

Unvermeidliche Brandschutzmaßnahmen und auch der Blick auf die beginnende Pflegeversicherung machten Mitte der 90er Jahre unbedingt notwendige bauliche Veränderungen erforderlich, die mit 8 Millionen D-Mark zu Buche schlugen. Schließlich entschied man sich aber für einen Neubau an jetziger Stelle mit Gesamtfinanzierungskosten in Höhe von 18,4 Millionen D-Mark. In diesen Bau wurde Ende November 2002 mit nun 114 Plätzen umgezogen, 16 davon in einem geschützten Bereich für dementiell erkrankte Menschen.

Heute gehören zum Campus ein Seniorenheim, ein Gemeindehaus, das Uelzener Hospiz und ein Wohnhaus für Senioren, die bei Bedarf Unterstützung erhalten können. Geschäftsführer Georg Remmert wies darauf hin, dass das Haus jedem offen stehe, nicht nur Mitgliedern der Freikirche. Naether schloss seinen Rückblick mit den Worten: „Wo Menschen von einer Idee vom Evangelium getrieben sind, da finden sich Wege. Gott ist mit uns, dafür danke ich.“

Advent-Wohlfahrtswerk
Ein Jahr vor Inbetriebnahme wurde der Verein „Advent-Wohlfahrtswerk Altenheim Uelzen e.V.“ als Trägerverein des Seniorenheims gegründet. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und unterhält in Deutschland neben vier Seniorenheimen Kindergärten, Schulen, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen und Hospize. Als Gründungspartner der Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ leistet der AWW seinen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland. Der geschäftsführende Vorsitzende des AWW, Lothar Scheel, verwies auf die Gründung des christlichen Hilfevereins vor 120 Jahren. Den Gründern sei es damals darum gegangen, sich um die Armen und Elenden zu kümmern. Getrieben habe sie dabei die Vorstellung, Werke der Barmherzigkeit zu tun, um zu zeigen, dass es ihnen ernst war mit dem christlichen Glauben. Seit 2017 ist der Träger in die „Advent-Wohlfahrtswerk Seniorenheim Uelzen gGmbH“ umbenannt.

Gäste und Danksagungen
Propst Hagen vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen mit dem benachbarten Heilig-Geist-Stift sprach als erster der geladenen Gäste. Er bestätigte dem Seniorenheim einen guten Ruf. Es sei eine Erfolgsgeschichte, auf die die Träger stolz sein könnten. Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer ließ die Anwesenden wissen, dass der Staat Nächstenliebe nicht organisieren könne und er deshalb froh sei, dass es solche Einrichtungen gebe. Der Bundestagsabgeordnete Henning Otte betonte, der Beruf der Pflegekraft müsse attraktiver und entsprechend entlohnt werden. Beide CDU-Politiker unterstrichen die christliche Nächstenliebe und Wärme als Grundlage des sozialen Handelns, die allerdings auch mit viel Kraft einhergehe.

Für ihren Dienst im Seniorenheim wurden besonders das Heimleiter-Ehepaar Herbert und Gisela Wagner, der technische Leiter Erich Schillberg und der erste Chefkoch Dieter Burvelit geehrt. Sie seien alle Mitarbeiter der ersten Stunde und hätten mit ihrem langjährigen Dienst zum Erfolg der Einrichtung beigetragen. Unter den Aufmerksamkeiten befand sich auch ein Arbeitsbuch mit dem Titel: ProBuch. Es enthält themenorientierte Texte und ist als Arbeitsbuch für Bewohner und Mitarbeiter solcher sozialen Einrichtungen gedacht. Gemeinsam mit den Leitern des Seniorenheims Neandertal bei Düsseldorf hat Herausgeber Manuel Bendig ein Werk publiziert, das zum Nachdenken über Themen von A wie Abend bis Z wie Zukunft anregen möchte.

Jubiläumsfest
Am Nachmittag ab 14 Uhr war auf der Wiesenfläche ein Zelt für ein Gospelkonzert aufgestellt. Im Haus selber gab es verschiedene Führungen und Stationen zum Thema „Alt werden“. So konnte man an einer Stelle erleben, wie beschwerlich es einem im Alter von achtzig Jahren beim Gehen, Sehen und Schreiben geht. Weitere Informationen zu AWW und Seniorenheim unter www.aww.info




Medienzentrum feiert 10 Jahre Hoffnungsfernsehen

Jubiläumsfeier
Am Sonntagnachmittag führte Diplompädagoge, Kabarettist und HopeTV-Moderator der Sendung „2 weiter“, Bernd Hock, durch die Geburtstagsshow, stellte Produzenten und Moderatoren der Sendungen vor und warf einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gab er den Personen hinter den Fernseh-Formaten, die seit zehn Jahren auf HopeTV laufen, ein Gesicht.

Der Bürgermeister von Alsbach-Hähnlein, Sebastian Bubenzer, bezeichnete das Programm von HopeTV als wohltuende Ausnahme gegenüber den Sendungen und Formaten an einem ganz normalen Fernsehabend in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt gelänge es dem Sender, „rund um die Uhr Qualitäts-Fernsehen in die Haushalte der Republik – und auch darüber hinaus“ zu bringen.

Neue Projekte
Das Medienzentrum HopeMedia wolle mit seinen medialen Angeboten eine Brücke zu tragfähigen sozialen Verbindungen mitgestalten und einen Beitrag der Hoffnung für eine werteorientierte Gesellschaft leisten, so Geschäftsführer Klaus Popa. Marc Naumann, Leiter für Neuentwicklungen, Kooperationen und Fundraising bezog sich im Gespräch auf fünf Werte, die den Deutschen laut aktuellem Werte-Index am wichtigsten seien: Natur, Gesundheit, Familie, Freiheit und Sicherheit. Aufgrund dieser Werte nannte er sieben förderungswürdige Hope-Projekte, die eine Alternative zu den gängigen Medieninhalten böten. Dazu gehörten Produktionen und Serien wie z.B. die Kochserie „Lust auf Lecker“, die TV-Serie „Meine tierischen Begegnungen“ mit dem dazugehörigen Film „Pura Vida“, eine neue Web- und TV-Realitydoku „Refresh“ für einen ganzheitlich gesunden Lebensstil, die Serie „Beziehungskiste“ über Partnerschaft, Beziehung und Familie und die Kindersendung „Fribos Dachboden“, bei der Kinder die Welt und die Bibel besser kennenlernen könnten. 14 Episoden inklusive Online-Kurs über das Bibelbuch Daniel für das 21. Jahrhundert sind ebenfalls in der Planung.

Eine Marke wird etabliert
Im Laufe der letzten Jahre seien alle Dienste des Medienzentrums umbenannt worden. Damit würde die Marke Hope etabliert. So heißt das „Internationale Bibelstudien-Institut“ seit September 2015 Hope Bibelstudien-Institut und die „Blindenhörbücherei“ seit Januar 2017 Hope Hörbücherei. Die Audioangebote laufen unter dem Namen Hope Podcasts. Das, was alle seit der Vereinsgründung der „Stimme der Hoffnung“ e.V. im Jahr 1948 vereine, sei Hope, die Hoffnung. Diese Zusammengehörigkeit werde nun am gemeinsamen Namen Hope erkennbar, informierte PR-Redakteurin Judith Olsen. Nachdem 2018 die Marke HopeMedia als Name für alle Angebote des adventistischen Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ e.V. eingeführt worden sei, würde jetzt auch der Name des christlichen Fernsehsenders „Hope Channel“ in HopeTV geändert. Unabhängig von der Umbenennung des Medienzentrums bleibe aber der Verein, der Träger der Hope-Angebote ist, weiterhin die „Stimme der Hoffnung“ e.V., der zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehört.

Internationales Netzwerk

Seit 2009 wird bei HopeTV ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht.

Die Geburtstagsshow wird am 28. September um 20:15 Uhr auf HopeTV übertragen und ist anschließend in der Mediathek abrufbar. Ebenso das Konzert von Alex Jacobowitz. Weitere Infos unter: www.hopetv.de.