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Pitcairninseln im Südpazifik senden Beileidsbekundung an britisches Königshaus

„Eine offizielle Beileidsbekundung der Pitcairninseln wurde kurz nach Bekanntwerden ihres Todes an den Palast gesandt“, so der Sprecher. Am 9. September sei die Glocke von Pitcairn Island zu Ehren des Alters der Königin 96-mal geläutet worden und das Leben auf der Insel sei in dieser Zeit praktisch zum Stillstand gekommen.

Beileidsbuch wurde aufgelegt

In der öffentlichen Halle der Insel sei ein Gedenkbuch ausgelegt worden, in das sich jeder auf der Insel eintragen und eine Beileidsbekundung hinzufügen konnte.  „Royal Warren (94) war einer der ersten, der sich in das Buch eintrug. Es wird bis zum Ende der offiziellen Trauertage in der Halle verbleiben“, so der Sprecher.

Samstag ist inselweit der Ruhetag

Am Sonntag, 11. September fand auf Pitcairn eine Zeremonie anlässlich der Proklamation zum König von Charles III. statt. Ursprünglich sei die Zeremonie für Samstag geplant gewesen. Sie sei aber auf Sonntag verlegt worden, möglicherweise aus Rücksicht auf den Glauben einiger Inselbewohner, die Siebenten-Tags-Adventisten sind und am Samstag, dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst feiern, so der Sprecher. Der Samstag sei inselweit der Ruhetag auf Pitcairn Island.

Die kürzlich ernannte Gouverneurin von Pitcairn Island – Iona Thomas – habe per Videolink von ihrem Büro in Wellington, Neuseeland, an der Zeremonie der Proklamation zum König von Charles III teilgenommen.

In Pitcairn leben Nachkommen der Meuterer auf der Bounty

Im Jahr 1789 wurden einige der meuternden Matrosen des Schiffes und ihre polynesischen Begleiter auf die Insel Pitcairn gebracht, wo sie sich fast zwei Jahrzehnte vor der Entdeckung und der britischen Justiz versteckten. Heute führt eine Reihe von Einwohnern auf Pitcairn ihre Abstammung auf diese Vorfahren zurück.

Prinz Philip besuchte 1971 Pitcairn Island

Obwohl Pitcairn Island seit Hunderten von Jahren zum britischen Empire gehört, gab es bisher nur einen offiziellen Besuch eines Mitglieds der königlichen Familie. Prinz Philip, der 2021 verstorbene Ehemann der Königin, und Lord Louis Mountbatten legten im Februar 1971 mit der königlichen Jacht Britannia auf Pitcairn Island an.




Adventisten in Großbritannien gedenken Queen Elisabeth II.

Als verfassungsmäßiges Oberhaupt des Commonwealth habe die Königin ihr Leben guten Zwecken rund um den Globus gewidmet und als Symbol der Stabilität in einer Nation fungiert, die seit ihrer Krönung 15 Premierminister erlebt hatte. „Die letzte [Premierministerin], Liz Truss, hatte sie erst vor zwei Tagen empfangen“, heißt es in der Mitteilung.

Eine überzeugte Christin

Die Königin sei auch eine überzeugte und engagierte Christin gewesen und habe in ihren Botschaften an die Öffentlichkeit häufig auf ihren Glauben verwiesen. In einer Weihnachtsbotschaft sagte sie 2014: „Für mich ist das Leben von Jesus Christus, dem Friedensfürsten … eine Inspiration und ein Anker in meinem Leben. Als Vorbild für Versöhnung und Vergebung hat er seine Hände in Liebe, Annahme und Heilung ausgestreckt. Das Beispiel Christi hat mich gelehrt, Menschen zu respektieren und zu schätzen, ganz gleich, ob sie glauben und welchen Glaubens sie sind.“[i]

Erklärungen adventistischer Kirchenleiter

Der Präsident adventistischen Kirchenleitung in Großbritannien mit Sitz in Watford (England), Pastor Eglan Brooks, sagte zum Tod der Königin: „Mein ganzes Leben lang wurde das Vereinigte Königreich von einer Frau geführt, die ein vorbildliches Leben führte.  Es ist schwer vorstellbar, wie diese Nation ohne sie aussehen wird. Sie war eine Monarchin, die ihr Leben der Wegweisung, dem Dienst und der unerschütterlichen Hingabe gewidmet hat. Wie es der Tradition entspricht, möchte ich unseren neuen König, Charles III. und seine Gemahlin, würdigen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei der königlichen Familie, die den Verlust einer Mutter und Großmutter betrauert. Wir laden alle ein, für Trost in dieser schwierigen Zeit zu beten“, heißt es in der Mitteilung.

Pastor Dr. Daniel Duda, Präsident der adventistischen Kirchenleitung für in Nord- und Osteuropa, die ihren Sitz in St. Albans bei London hat, sprach den Mitgliedern der königlichen Familie, sein Beileid aus. „Wir trauern auch mit einer ganzen Nation, den Bürgern des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland. Während wir alle Mitglieder der königlichen Familie ins Gebet einschließen, denken wir besonders an König Charles III.“

Pastorin Audrey Andersson, Vizepräsidentin der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die aus Großbritannien stammt und zuvor in der Kirchenleitung für Nord- und Osteuropa tätig war, bezeichnete Königin Elisabeth II. als eine Frau, „deren Leben des Dienstes auf ihrem tiefen persönlichen Glauben beruhte. Ihr Pflichtbewusstsein gegenüber Gott, dem Land und dem Commonwealth war eine Quelle der Stabilität und Hoffnung in schwierigen Zeiten und eine Inspiration für viele. Während wir ihren Tod betrauern, erkennen wir an, dass ihr Vermächtnis des bescheidenen Dienstes im Leben der vielen Menschen, die sie berührt hat, fortbestehen wird.“

[i] Elizabeth II, Christmas Address 2014– zitiert in: The Queen’s Way, A Celebration of Biblical Discipleship in Public Life.