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Friedensauer Besucher- und Informationssystem fertiggestellt

Ergänzt werden die Informationen durch ein digitales Angebot unter www.friedensau.de, so die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. Dort seien verschiedene Touren hinterlegt, die mit dem Smartphone als Navigationshilfe abgelaufen werden könnten. Die Informationsangebote würden ständig erweitert.

Die Schilder bestehen aus einem Aluminium-Strangpressprofil-System mit pulverbeschichteter Oberfläche. Die Konzeption, Grafik und Digitalisierung erfolgten durch Ecke-Design (Berlin). Die Umsetzung wurde vom Land Sachsen-Anhalt zur Förderung der touristischen Infrastruktur im Rahmen des ELER-Programms der Europäischen Union finanziell unterstützt.

Hohe Anzahl von international Studierenden und Gästen
Friedensau habe eine hohe Anzahl internationaler Studentinnen und Studenten. Außer in Zeiten von Corona fänden mehrfach im Jahr Tagungen, Kongresse und Pfadfinder-Camps statt, die häufig von in- und ausländischen Gästen besucht würden. Touristische Ziele in Friedensau seien die Bibliothek, die Museums- und Kulturscheune, das Ladencafé zur Alten Feuerwehr, der Zeltplatz, die Arena mit 1.500 Sitzplätzen, das Öko-Partner-Haus, das Hüttendorf auf dem Zeltplatz, die Spielplätze im Ort, das Seniorenheim mit Bewegungsbad, der Bibelgarten, der Naturschwimmteich, das Gästehaus sowie Wander- und Waldwege rund um den Ort.

1899 von Adventisten gegründet
Besucher können den Ort Friedensau, der 1899 als Ausbildungsstätte für Missionare, Krankenpflegerinnen und -pfleger von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet wurde, besser verstehen und deren Angebote nutzen, wenn sie eine übersichtliche Information erhalten. Bisher wäre die geschichtliche Erschließung des Ortes nur innerhalb einer angemeldeten Führung möglich gewesen. Dies könne in Zukunft das Besucher-, Leit- und Informationssystem übernehmen.

Auf dem Gelände von Friedensau, das seit 2002 als Ortsteil zur Stadt Möckern gehört, befindet sich die adventistische Theologische Hochschule. Sie ist staatlich anerkannt. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den Studierenden vertreten.




Bochumer Ruhr-Uni: Keine Prüfungen mehr an religiösen Feiertagen

Bundesweit vorbildhaft
Die Initiatorin dieser Entscheidung, Senatorin Prof. Dr. Isolde Karle von der evangelisch-theologischen Fakultät und Lehrstuhlinhaberin für praktische Theologie, freue sich ganz besonders, „dass dieser Entschluss nach langer Diskussion mit allen Senatsgruppen und dem Rektorat einstimmig gefällt wurde. Die RUB gehe damit als religionssensible und Diversität achtende Universität bundesweit vorbildhaft voran. Die am 9. Juli getroffene Resolution des Senats zur Prüfungsordnung leiste einen wesentlichen Beitrag, die Religionsfreiheit aller Universitätsangehörigen zu gewährleisten, wie sie in Artikel 4, Absatz 2 des Grundgesetzes (ungestörte Religionsausübung) verankert ist.

Sollten Prüfungen an für Studierende religiösen Feiertagen dennoch nicht vermeidbar sein, müsse es einen zeitnahen Ersatztermin für die Betroffenen geben. Der Beschluss gelte für alle Religionsgemeinschaften, so Prof. Dr. Isolde Karle, die auch Universitätspredigerin der RUB ist. „Meines Wissens sind wir die erste Universität in Deutschland, die das in dieser Form umsetzt.“

Adventisten und Juden profitieren besonders
Relevant wird die neue Regelung beispielsweise für Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und für orthodoxe Jüdinnen und Juden. Karle schätzt allerdings, dass nur sehr wenige Studierende überhaupt Gebrauch von der Regelung machen werden. „Wir sprechen über eine Zahl im ganz niedrigen zweistelligen Bereich.“ Natürlich freuten sich auch Muslime, wenn man auf sie im Hinblick auf das Ramadanfest oder Opferfest Rücksicht nehme.

Der Pressesprecher der Adventisten in Deutschland, Pastor Jens-Oliver Mohr, freut sich über die Resolution der RUB und ist dankbar, „dass Frau Prof. Dr. Isolde Karle diese Resolution initiiert hat.“ Nicht nur orthodoxe Jüdinnen und Juden, auch Mitglieder der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten seien in ihrem Studium hin und wieder damit konfrontiert, dass Prüfungen oder andere studienrelevante Veranstaltungen an ihrem Ruhetag, dem biblischen Sabbat, angesetzt werden. Es bleibe zu hoffen, dass viele weitere deutsche Hochschulen ähnliche Regelungen erlassen.

Antragstellung bei Konfliktlage

Die Studierenden, die durch eine Prüfung in eine religiöse Konfliktlage kommen, müssen rechtzeitig die Prüfenden beziehungsweise den jeweiligen Prüfungsausschuss informieren, dann wird ihnen ein Ausweichtermin ermöglicht. Sie müssen dazu einen Nachweis vorlegen, der die Notwendigkeit einer Teilnahme an einer religiösen Feier oder ein religiöses Arbeitsverbot bezeugt.

Hintergrund
Die Initiative von Senatorin Karle geht zurück auf eine öffentliche Veranstaltung im Dezember 2019 mit dem Antisemitismus-Beauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, und Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich an der RUB. Vor dem Hintergrund zunehmender Diskriminierung und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden in Deutschland stellte sich in der Diskussion danach die Frage, was man an der Uni dagegen tun könne, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Volker Beck, Grünen-Politiker und Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der RUB, wies darauf hin, dass die Prüfungsterminierung ein seit Jahrzehnten bestehendes Problem für observante Juden und Jüdinnen sei. So sei laut Karle in der weiteren Debatte das Anliegen und der Text dann aber bewusst ganz offen formuliert worden. „Alle Bekenntnisse und Religionsgemeinschaften sind in den Beschluss grundsätzlich einzuschließen“, heißt es daher in der verabschiedeten Resolution. Die RUB setze damit exakt und proaktiv um, was die Bundesregierung und einige Abgeordnete aus den Oppositionsparteien, insbesondere Bündnis 90/Die Grünen, sich ohnehin wünschten und für die Hochschulpolitik reklamierten.