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Bundesweite Straßenaktionen zum Welttag gegen Kinderarbeit

So hat das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 11. Juni anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit (12.06.) mit Beteiligung von ADRA Deutschland e.V. gegen Kinderarbeit demonstriert. Dies geschah mit einer bundesweiten Aktion zeitgleich auf zentralen Plätzen in Berlin, Köln und Frankfurt am Main.

Über Kinderarbeit
In einer Pressemeldung weist ADRA darauf hin, dass Jedes fünfte Kind auf dem afrikanischen Kontinent – das seien mehr als 72 Millionen Mädchen und Jungen – unter extremen und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten, müssten, um ihr Überleben zu sichern. Weltweit sei jedes zehnte Kind von Kinderarbeit betroffen. Das seien etwa 152 Millionen Kinder. Fast die Hälfte von ihnen sei unter zwölf Jahren alt. Viele arbeiteten zum Beispiel in der Landwirtschaft im Kakao-, Kaffee- und Palmölanbau oder im Bergbau zur Rohstoffgewinnung für Handys, Batterien und Computer oder von Gold und Edelsteinen. Aber auch als Prostituierte, Kindersoldaten oder Haussklaven müssten sich viele Kinder verdingen.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA
GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 13 Hilfsorganisationen, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt. Zwölf Mitgliedsorganisationen, darunter ADRA Deutschland e.V., unterstützen das Bündnis. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Weitere Informationen: www.gemeinsam-fuer-afrika.de und www.adra.de.




Der 28. Mai ist Welttag der Frauengesundheit

„Warum“, fragt Pierre Schweitzer, Projektassistent bei ADRA, „wird dieser Aktionstag zelebriert? Gibt es nicht schon den internationalen Frauentag am 08. März?“ Am internationalen Frauentag werde auf die fehlende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stünden die sozialen, politischen und kulturellen Rechte der Frauen. Am 28. Mai werde hingegen an das Recht aller Frauen auf eine uneingeschränkte medizinische Versorgung erinnert. „Gesundheit ist ein hohes Gut und Voraussetzung für ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben“, so Schweitzer. Leider sterben noch viele Frauen weltweit, insbesondere in den Entwicklungsländern, weil sie nicht rechtzeitig medizinisch behandelt werden könnten. Krankenhäuser gebe es oft nur in den Großstädten. Der Weg dorthin sei für viele Frauen, die auf dem Land leben, sehr weit und gefährlich. Hinzu kämen die Kosten einer medizinischen Behandlung, die sich Frauen selten leisten könnten, weil sie entweder über kein eigenes Einkommen verfügten oder ihre Familie in Armut lebe.

Die Notlage, in der sich viele Frauen befänden, habe Konsequenzen. Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge, sterbe alle elf Sekunden eine Mutter an den Folgen von Komplikationen bei der Schwangerschaft oder bei der Geburt. In der Südhalbkugel sei die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate am höchsten. Frauen seien auch verstärkt Opfer häuslicher Gewalt oder Ausbeutungen ausgesetzt, die ein Leben in Frieden und Glück verhindern.

Mit ihrer Unterstützung fördere ADRA weltweit, in unterschiedlichen Projekten, die Aufklärung, die Prävention und den Zugang zu medizinischer Versorgung für alle Frauen. „Ob in unseren Krankenhäusern im Jemen, in den Jugendheimen in Thailand oder in Dörfern in Kenia, wir setzen uns für die Unversehrbarkeit der Frauen ein und bieten ihnen Schutz vor Übergriffen und Ausbeutungen. Jede sollte das Recht genießen, ein Leben in Würde zu führen. Wir dürfen niemanden zurücklassen. Nur gemeinsam können wir die Missstände in dieser Welt aufheben“, so der Aufruf von ADRA Deutschland.

ADRA Deutschland
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation und arbeitet in einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros. ADRA Deutschland e.V. wurde 1986 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit − Mitgefühl − Liebe“ arbeitet die Hilfsorganisation partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden können.




Der 20. Februar ist „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“

Jedes Jahr am 20. Februar machen die Vereinten Nationen mit dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit auf Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft aufmerksam.  Wie sehr die Pandemie Arm und Reich trennt, zeige sich im Inland wie auch in den Projektländern von ADRA, so eine Pressemeldung der Hilfsorganisation. ADRA appelliere an Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, den Armen beizustehen, „sonst werden wir die Pandemie nicht überwinden“. Das Motto des Welttages 2021 lautet: „Ein Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit in der digitalen Wirtschaft”

Gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und zahlreichen Sozialverbänden unterstütze auch ADRA Deutschland e.V. den Appell „Corona trifft Arme extra hart – Soforthilfen jetzt!“. Innerhalb kürzester Zeit hätten sich bereits über 130.000 Menschen dem Aufruf angeschlossen. Nächste Woche berate der Deutsche Bundestag die Forderungen dieser Kampagne.

Ungleichheit reduzieren
„Während wir in Deutschland und Europa über die Bestellung von Impfstoff streiten“, heißt es weiter in der Meldung, „gehen die Länder des globalen Südens zurzeit noch leer aus. Sie können im finanziellen Wettstreit um den Erwerb von Impfdosen nicht mithalten. Ihnen fehlt die „Marktmacht“ im Vergleich zum globalen Norden.“ Eines habe die Corona-Krise schon jetzt gelehrt: Gesundheit sei ein globales Thema! „Was geschieht, wenn in den Entwicklungsländern kaum Impfungen stattfinden?“

Bis jetzt würden 75 Prozent aller Covid19-Impfungen in nur zehn Ländern durchgeführt. Zeitgleich hätten aber 130 Länder noch nicht einmal eine einzige Dosis erhalten. ADRA Deutschland schließe sich in dieser Sache dem Aufruf des UN-Generalsekretär António Guterres an, der einen weltweiten Impfplan gegen die Corona-Pandemie verlange.

Niemanden zurücklassen!
Die neuen Virusvarianten belegten auch, wie wenig ein „Impfnationalismus“ grundlegend einer Bekämpfung der Pandemie dienen würde. Eine sogenannte südafrikanische oder britische Virusmutation werde sich in einer mobilen Welt unaufhaltsam weiter ausbreiten. Niemand könne sich dauerhaft einbilden, auf einer isolierten Insel zu überleben. Aus diesem Grund müsse die Impfstrategie global gedacht werden. In dieser besonderen Corona-Krise gelte der Grundsatz: „Niemand darf zurückgelassen werden“! Letztlich sei es im Interesse aller Menschen und entspreche dem Verständnis der Würde des Menschen. Bundesminister Gerd Müller (CSU) machte deshalb unlängst deutlich, man müsse auch in Entwicklungsländern baldmöglichst mit dem Impfen anfangen, „sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zu uns zurück“.

Den Zustand der Gerechtigkeit könne man daran bemessen, wie mit den Ärmsten der Armen umgegangen wird. Zunehmende Ungleichheit zwischen Norden und Süden auf unserem Globus, den sogenannten entwickelten und wenig entwickelten Ländern, sowie zunehmende Ungleichheit in jeweils einzeln zu betrachtenden Ländern führe unweigerlich zu sozialer Ungerechtigkeit. Dem müssten sich die Weltgemeinschaft und einzelne Staaten, dem müsse sich jeder einzelne Bürger und jede Bürgerin in zivilgesellschaftlichen Strukturen entgegenstellen. ADRA Deutschland e.V. sehe den Auftrag, sich dieser großen Herausforderung zu stellen.

Weitere Informationen zu ADRA Deutschland e.V.: www.adra.de




Der 19. August ist Welttag der humanitären Hilfe

Geschichte eines Tages
Internationale Tage dienten der Steigerung der Aufmerksamkeit und des Wissens der Öffentlichkeit für und über bestimmte Herausforderungen und Themen, so eine Erläuterung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Anlass für die Einrichtung dieses Tages sei der Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen-Mission (VN) in Bagdad im Jahr 2003 gewesen, der 22 Personen das Leben kostete und bei dem über 100 Menschen verletzt wurden. Unter den Todesopfern befand sich auch der Sondergesandte des VN-Generalsekretärs für Irak und frühere VN-Nothilfekoordinator, Sergio Vieira de Mello.

Professioneller Beistand ohne Ansehen der Person

Für die Hilfsorganisation ADRA Deutschland e.V. gelte die wichtigste Erkenntnis aus der Frühzeit der international koordinierten Krisenhilfe noch heute: professioneller materieller und logistischer Beistand für Menschen in Not müsse ohne Ansehen der Person, unparteiisch und neutral gewährt werden. Betroffene müssten ein Anrecht auf Hilfe haben. Vor allen anderen müsse den Schwächsten und Verletzlichsten geholfen werden. Heute spreche man sogar vom „humanitären Imperativ“, der die internationale Gemeinschaft verpflichte, zu helfen, wo immer Hilfe auf der Welt gebraucht werde. Außerdem gebe es schon lange obligatorische und immer wieder aktualisierte Mindeststandards zum Beispiel für die Unterbringung von Flüchtlingen, für die Versorgung Hungernder oder die medizinische Behandlung, auf die sich unter anderem die meisten humanitären Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie ADRA) und die Vereinten Nationen (VN) geeinigt hätten.

NGO’s – die maßgeblichen Akteure humanitärer Hilfe

Die VN und internationale wie nationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) seien neben den Staaten selbst (oder auch der EU) die maßgeblichen Akteure der humanitären Hilfe: Sie sammelten Spenden, beantragten Budgets bei Regierungen und Institutionen, planten die notwendigen Projekte, führten sie durch und beschäftigten die Helfer. Heute würden pro Jahr weltweit etwa 25 Milliarden Euro aus privaten Spenden, Stiftungsgeldern und aus Steuermitteln v.a. der wohlhabenden Länder für Sofort- und Nothilfe ausgegeben. Das klinge nach viel, sei aber wenig, wenn man sich die Vielzahl der weltweit gärenden Konflikte, die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, Naturkatastrophen und aktuell etwa 70 Millionen Geflüchteten vor Augen führe.

Internationales ADRA-Netzwerk
ADRA Deutschland e. V. sei seit seiner Gründung 1986 in der humanitären Hilfe aktiv. Das internationale ADRA-Netzwerk, heute in über 130 Ländern vertreten, gewährleiste bei Konflikten und Katastrophen schnelle und direkte Hilfe an Millionen von Menschen in Not. Ein Schwerpunkt der humanitären Arbeit von ADRA Deutschland liege derzeit zum Beispiel im Jemen, wo durch die Kriegssituation, durch Restriktionen und Zerstörung der Zugang zu besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen allerdings schwierig sei. Nichtsdestotrotz unterstütze ADRA dort mittlerweile fast eine halbe Million Menschen unter anderem mit einer medizinischen Grundversorgung und mit Nahrungsmittelhilfen und sei eine der aktivsten Hilfsorganisationen im Land.

ADRA kümmere sich aber etwa auch um die Leidtragenden eines fast vergessenen Konflikts, der zudem vor der Haustür der EU stattfinde. In der Ostukraine seien vor allem Alte und Schwache vom Zusammenbruch der technischen und sozialen Infrastruktur durch den Krieg zwischen der Ukraine und den Separatisten betroffen. ADRA helfe den Bedürftigen hier zum Beispiel in Sachen Zugang zu Strom und Wasser, die Häuser winterfest zu machen, beim Transport zu Ärzten und bei der psychosozialen Versorgung.

Hilfsprojekte auf vier Kontinenten

Der Jemen und die Ukraine seien nur zwei Beispiele für die Arbeit von ADRA in der Sofort- und Nothilfe. Derzeit betreue ADRA Deutschland fast 20 humanitär orientierte Hilfsprojekte auf vier Kontinenten. Über die Jahrzehnte habe sich die Arbeit in der humanitären Hilfe auch bei ADRA sehr verändert, geradezu modernisiert. Stand früher in Krisen die Lieferung von Hilfsgütern im Mittelpunkt – etwa: Nahrung, Zelte und Decken – gehe es heute mehr um die Stärkung der Kapazitäten in den Gemeinschaften vor Ort, um Hilfe zur Selbsthilfe, oft sogar auch schon um Katastrophenvorsorge. ADRA habe zum Beispiel bei humanitären Interventionen (etwa in Somalia, im Jemen oder in Zimbabwe) schon oft das inzwischen als sehr fortschrittlich geltende Instrument der Bargeldauszahlung erfolgreich angewandt. Diese so genannten Cash-Transfers seien zielgerichtete Auszahlungen an unmittelbar Betroffene in Not, die in Krisenzeiten nicht nur den Bedürftigen ein Stück Würde erhalten, sondern auch die lokalen Märkte stärkten, eine faire Bezahlung für dringend notwendige Wiederaufbau-Arbeiten an Personal vor Ort ermöglichten und vor allem sehr schnell und flexibel einsetzbar seien.

Nur GEMEINSAM kann humanitäre Hilfe bewältigt werden

Am Ende gehe es eben auch in der humanitären Hilfe – und damit auch bei ADRA – ums Geld. Es gehe darum, wieviel wir alle als Spender und Steuerzahler in den wohlhabenden Ländern bereit sind, für andere in Not auszugeben. ADRA Deutschland e.V. ermutigt, dass humanitäre Hilfe nur GEMEINSAM bewältigt werden könne. Die Erfolge, seien auch die Erfolge von Spenderinnen und Spendern. „Nur zusammen“, so ADRA, „können wir großartige Ergebnisse erzielen … und an einer besseren Welt arbeiten.“