Wien/Österreich, 29.08.2012/APD   Vom 20. bis 26. September findet auf Einladung der evangelischen Kirchen Italiens in Florenz die Siebente Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) statt. Nach Angaben der Veranstalter werden rund 250 Delegierte aus den protestantischen Kirchen Europas, ökumenische Beobachter und Gäste sowie Medienvertreter erwartet. Bei der Versammlung des europäischen Protestantismus, die unter dem Motto „Frei für die Zukunft“ steht, sollen die Weichen für die Arbeit der Kirchengemeinschaft in den nächsten Jahren gestellt werden. Schwerpunkte bildeten dabei die Zukunft der Kirchengemeinschaft und die Pluralität der Religionen in Europa. Weitere Themenbereiche seien das Reformationsjubiläum 2017 und die Ökumene.

Ein breiter Raum nehme während der Vollversammlung die Begegnung mit den örtlichen protestantischen Kirchen ein. Die Wurzeln des italienischen Protestantismus gingen bis auf die vorreformatorische Bewegung der Waldenser zurück. So feiere die Vollversammlung ihren zentralen Sonntagsgottesdienst in der Waldenserkirche in Florenz. Neben der Waldensischen Gemeinde gehörten die Evangelisch-lutherische Kirche in Italien und die Methodistische Kirche mit ihren Ortskirchen in Florenz zu den Gastgeberinnen der Vollversammlung.

Die etwa alle sechs Jahre stattfindende Vollversammlung der GEKE wähle nicht nur einen neuen Rat, sondern nehme auch die Ergebnisse von Lehrgesprächen, Empfehlungen aus Arbeitsgruppen und Vorschläge aus Studien entgegen. Beschlüsse würden gefasst und in die Mitgliedskirchen getragen. Beraten würden die Delegierten darüber hinaus Fragen der Gerechtigkeit, das Amtsverständnis, eine Gottesdienststudie und Ausbildungsfragen.

„Das Wort von der Freiheit hat für evangelische Kirchen eine zentrale Bedeutung“, betont Michael Bünker, Generalsekretär der GEKE. „Auf der Vollversammlung werden sich die europäischen Protestanten fragen: Was bedeutet es, evangelische Kirche in der heutigen Zeit zu sein und vor welchen gemeinsamen und geographisch, kulturell oder gesellschaftlich spezifischen Herausforderungen stehen die protestantischen Kirchen? Was gilt es zu reformieren? Ich erwarte mir dazu von der Vollversammlung intensive Diskussionen und zukunftsweisende Beschlüsse.“

Zur „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft“ haben sich 106 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammengeschlossen. Sie vertreten gegenwärtig rund 50 Millionen Evangelische. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Damit endete die mehr als 450-jährige Epoche der Kirchenspaltung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen.

Die Geschäftsstelle der GEKE befindet sich seit 1. Januar 2007 in Wien (Österreich). Geschäftsführender Präsident ist der Schweizer Theologe und Pfarrer Thomas Wipf (Bern), Generalsekretär der lutherische Bischof Michael Bünker (Wien).

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