Stuttgart, 19.10.2012/APD   Pastor Michael Walter (Stuttgart), stellvertretender Vorsteher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, hat sich gegen Pläne der Landesregierung gewandt, den Rundfunkratssitz der Freikirchen beim Südwestrundfunk (SWR) zu streichen. Den Platz solle künftig ein Vertreter muslimischer Verbände erhalten.

Walter wies in einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) darauf hin, dass Freiwilligkeitskirchen ein eigenständiges Profil in der kirchlichen Landschaft mit einem hohen Maß an Ehrenamt und Engagement hätten. Ihre Aufgaben würden aus freiwilligen Spenden bezahlt. Die adventistischen Kirchengemeinden seien Teil der aktiven Bürgergesellschaft. „Gerade grüne Politik müsste ein solches Engagement außerhalb fest gefügter Großorganisationen zu schätzen wissen“, so Pastor Walter.

Die etablierten Freikirchen seien meist Körperschaften des öffentlichen Rechts und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) organisiert. Eine freikirchliche Vertretung in dem Aufsichtsgremium bestehe bereits seit den Zeiten des Süddeutschen Rundfunks (SDR). Der jetzige freikirchliche Rundfunkrat Bernd Friedrich von der Evangelisch-methodistischen Kirche genieße auch das Vertrauen der Adventisten.

Die Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg wende sich nicht grundsätzlich gegen eine muslimische Vertretung, die nachvollziehbar sei, betonte Walter. Die Lösung müsse jedoch nicht zu Lasten der Freikirchen erfolgen. Auch andere Varianten seien denkbar und sollten geprüft werden, da einige Organisationen im SWR-Rundfunkrat mit drei bis vier Sitzen vertreten wären.

In der Streichung der Freikirchenvertretung beim SWR würden die Adventisten laut Pastor Michael Walter „eine mangelnde Wertschätzung für ehrenamtliches, christlich motiviertes Engagement in Baden-Württemberg durch die grün geführte Landesregierung“ sehen.
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