Volker Kauder (Hrsg.), „Verfolgte Christen – Einsatz für die Religionsfreiheit“, SCM Hänssler, Holzgerlingen, 2012, 256 Seiten, gebunden, 14,95 Euro, ISBN 978-3-7751-5418-5.

Ostfildern, 05.01.2013/APD   Endlich hat ein Spitzenpolitiker einer führenden deutschen Partei das leidige Thema „verfolgte Christen“ aufgenommen und in Buchform einer breiteren Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit vorgestellt. Einleitend stellt der Herausgeber, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU fest, dass Christen die Religionsgruppe sind, deren Angehörige weltweit am häufigsten verfolgt werden. Umso mehr freue er sich nun, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Parlamentes der Einsatz für Religionsfreiheit als wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik durch einen entsprechenden Beschluss Erwähnung fand. Mit ihm bekennt sich der Deutsche Bundestag zum Recht auf freie Ausübung der Religion.

Worte zum Generalthema schrieben der Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick, und der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Schindehütte, die sich über Verfolgung und Martyrium aus christlicher Sicht sowie christliche Verantwortung für die Verfolgten äußerten.

Volker Kauder selbst geht recht ausführlich auf die mitunter verzweifelte Situation der Christen in Indien, im Irak, in Ägypten, der Türkei, in Nigeria, Indonesien und China ein. Schon aus den ersten Seiten geht hervor, dass in keinem Zeitraum seit Christi Geburt soviel Märtyrerblut wie im aufgeklärten, von Fortschritt und Humanität geprägten 20. Jahrhundert geflossen ist. Menschenrechte werden in über einhundert Staaten mit Füßen getreten. Der Bischof der Chaldäisch-Katholischen Kirche aus Bagdad, Shlemon Warduni, verglich den Irak mit der Hölle. Seine sarkastische Einladung in den Irak für nur eine Woche sollte diesen Vergleich bestätigen.

Die Probleme der Kopten in Ägypten sind trotz Mubaraks Sturz fast die gleichen geblieben. Der religiöse Fanatismus, der schon immer eine ziemliche Rolle in Nigerias Politik gespielt hatte, zeigte sich auch bei den letzten Parlamentswahlen im April 2011, in deren Zusammenhang es zu vielen Toten und zur vielfältigen Zerstörung privaten Eigentums kam. Laut Volker Kauder wuchs das Christentum in Indonesien in den 1950er und 1960er Jahren und nahm dazu großen Einfluss. In den 1970er Jahren schien sich das Klima zwischen dem Islam und dem Christentum (über 33 Millionen) wesentlich zu verschlechtern. „Politisch gewinnen fundamentalistische islamische Parteien durch geschicktes Taktieren immer mehr an Einfluss.“ Die häufigste christenfeindliche Aktivität in Indonesien ist die Zerstörung von Kirchen oder deren Schließung. Beides zusammen betraf 2011 43 Gotteshäuser. Für eine interessante Berichterstattung zu China sorgte der Asienreferent des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio (MWI), Aachen, Dr. Georg Evers, mit seinem Beitrag „Christen in China – verfolgt oder Nutznießer staatlich gewährter Religionsfreiheit?“

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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