Lüneburg, 05.02.2013/APD   Im Mai feiert die weltweite Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ihren 150. Geburtstag. In der Januar-Ausgabe der Gemeindezeitschrift „Adventisten heute“ gingen die Präsidenten der Freikirche in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Nord- und Ostdeutschland) und Pastor Günther Machel (Süddeutschland) auf die Naherwartung der Wiederkunft von Jesus heute und vor 150 Jahren ein: „Für die Kirchengründer war es undenkbar, dass die Gemeinde noch 150 Jahre bestehen würde. Sie rechneten viel früher mit dem Kommen Jesu Christi, nämlich noch zu ihren Lebzeiten. Sollen wir 2013 nun als Jubiläumsjahr feiern und stolz darauf verweisen, wie lange unsere Gemeinden schon bestehen? Oder müssen wir enttäuscht feststellen, dass die Naherwartung eine Fehlerwartung war?“

Beide Pastoren erinnerten daran, dass es überflüssig und falsch sei, Zeitberechnungen für das zweite Kommen von Jesus anzustellen. Vielmehr sei Wachsamkeit geboten, wie Christus selbst gesagt habe: „Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint“ (Matthäus 24,44). Machel und Naether schlussfolgerten: „Eine nervöse Hektik, die verbunden ist mit einer krampfhaften Suche nach Hinweisen auf ,die allerletzten Ereignisse‘ vor der Wiederkunft Jesu, ist genauso wenig angebracht wie eine partyhafte Gleichgültigkeit, die von Jesus mit der Lebenseinstellung der Menschen zur Zeit Noahs verglichen wurde.“

Der Name ist Programm
Auch beim alljährlichen Satellitengottesdienst, der am 19. Januar über das adventistische Fernsehen „Hope Channel“ ausgestrahlt und in etwa 300 Gemeinden live übertragen wurde, ging Pastor Johannes Naether (Hannover) auf das Jubiläum ein und erklärte, woher der Name der weltweiten Kirche komme. Er hebe hervor, dass es sich um Christen handelte, die den biblischen Ruhetag (Sabbat) am siebten Tag der Woche, dem Samstag, feierten und darauf warteten, dass Jesu bald wiederkomme. Am 21. Mai 1863 gründeten 20 Delegierte der damals 3.500 Adventisten Nordamerikas in Battle Creek, Michigan/USA, eine „Generalkonferenz“ und gaben damit der jungen Kirche auch eine organisatorische Struktur.

Naether erinnerte daran, dass sich 1860 eine Gruppe von Christen in Nordamerika den Namen „Siebenten-Tags-Adventisten“ gegeben habe. „Doch wie leben wir Adventisten, welche die Botschaft vom bald wiederkommenden Herrn verkündigen, mit einem 150-jährigen Jubiläum?“, fragte er. „Unsere Uhren und Kalender erweisen sich als unbrauchbar beim Messen und Bewerten des göttlichen Handelns, trotz aller Deutungen prophetischer Bibeltexte“, stellte der Freikirchenleiter fest. Schon der Apostel Petrus rede im Neuen Testament von der Geduld, Barmherzigkeit und Gnade Gottes, der Ausschau nach Menschen halte, die Rettung finden sollten.

Geschichte(n) schreiben
In der Februar-Ausgabe von „Adventisten heute“ greifen Günther Machel und Johannes Naether das Jubiläumsthema erneut auf. Zuerst erinnern sie daran, wie die Kirche Lebensläufe geprägt und Lebensqualität verbessert habe: „Fakt ist, dass sich aus einer kleinen Gruppe von Gläubigen eine weltweit organisierte Kirche entwickelt hat, die Millionen Menschen den Weg zu Christus gezeigt hat. Dazu hat sie durch ihr soziales, medizinisches und pädagogisches Engagement ganz praktisch dazu beigetragen, die Lebensqualität vieler Menschen entscheidend zu verbessern. Damit hat unsere Kirche nicht nur Geschichte geschrieben, sondern auch Geschichten. Sie hat das Leben von Menschen beeinflusst. Tragische Lebensläufe nahmen eine positive Wendung, Versöhnungen konnten geschehen, Menschen fanden einen Sinn in ihrem Leben.“

Anschließend fragen Machel und Naether die Leser, worin ihr Anteil an dieser Geschichte bestehe, die von der weltweiten Kirche geschrieben werde: „Die Feier eines Jubiläums würdigt in der Regel den großen Wurf einer Kirche, zeichnet die entscheidenden Linien nach. Das ist gut so, wenn diese Linien exemplarisch für das persönliche Leben und jede Ortsgemeinde stehen können. Wo also schreibst du in deinem Leben mit deinem persönlichen Glauben und mit Unterstützung deiner Gemeinde reale Geschichten für andere Menschen? Jede Gemeinde ist eingeladen, nicht nur das Fotoalbum mit den alten Bildern anzuschauen, sondern das Jubiläum als einen geeigneten Anlass zu sehen, die Geschichte vor Ort künftig mitzugestalten.“

Internetseite und Plakate
Wie die Freikirche in Deutschland und der Schweiz das Jubiläumsjahr begleiten und die Kirchengemeinden vor Ort unterstützen wolle, berichtet Pastor Jochen Streit, Sekretär (Geschäftsführer) der Freikirche in Süddeutschland, ebenfalls in der Februar-Ausgabe von „Adventisten heute“. So werde beispielsweise vierteljährlich ein Plakat erscheinen, dessen Slogan oder Schlagwort im Gottesdienst und im Schaukasten der Gemeinde thematisiert werden könne. Auch Flyer zum Weitergeben seien geplant. Zudem stehe eine eingerichtete Webpräsenz (www.150jahre-adventisten.org) zur Verfügung. Außerdem empfehle Streit den Gemeinden, einmal im Vierteljahr „einen Moment der Erinnerung während eines Gottesdienstes zu gestalten“.

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