Baiersbronn/Deutschland, 20.03.2013/APD   „Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, dass die so genannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien“, so der österreichisch-britische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951), im Artikel über „Prinzipielle Grenzen der Naturwissenschaft“ von Dr. Markus Widenmeyer, der auf der Website der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ publiziert worden ist.

Die Naturwissenschaft beschäftige sich generell mit den regelmäßigen, definierten Verhaltensweisen der Gegenstände unserer sinnlichen Wahrnehmungswelt, schreibt Widenmeyer. Sie beschäftigte sich mit dispositionalen Eigenschaften (wenn-dann-Eigenschaften). So seien alle physikalischen Begriffe wie Masse, Ladung usw. auf dispositionale Eigenschaften zurückführbar und müssten operationalisierbar, also durch ein Messverfahren definierbar sein.

Alles, was nicht letztlich auf solche regelmäßigen wenn-dann-Eigenschaften zurückgeführt werden könne, überschreite die Grenzen der empirischen Naturwissenschaft. Darauf aufbauend, erläutert Widenmeyer in seinem Aufsatz fünf grundlegende Grenzen der Naturwissenschaft:

1. Die Naturwissenschaft könne die naturgesetzliche Ordnung der physikalischen Welt aus prinzipiellen Gründen nicht erklären. Vielmehr sei die naturgesetzmäßige Ordnung sowohl eine theoretisch-methodische als auch eine metaphysische Grundvoraussetzung, um überhaupt Naturwissenschaft betreiben zu können.

2. Die Naturwissenschaft könne keinerlei Aussage darüber machen, ob diese naturgesetzliche Ordnung in der Natur umfassend und ausnahmslos gelte oder nicht.

3. Die Naturwissenschaft sei nicht in der Lage, über das bloße, äußerliche Verhalten der Wahrnehmungsgegenstände hinaus ihr eigentliches, inneres Wesen zu erforschen: Sie könne zum Beispiel nichts darüber sagen, ob Naturgegenstände überhaupt materiell seien, und was Materie sei, falls es sie gäbe.

4. Die Naturwissenschaft könne die Existenz des Universums prinzipiell nicht erklären.

5. Die Naturwissenschaft könne das Geistige und seine Existenz weder erfassen noch erklären.

Die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ ist ein wissenschaftlicher gemeinnütziger Verein. Thematische Schwerpunkte der Arbeit bilden Grundlagenforschung und Bildungsarbeit im Spannungsfeld „Naturwissenschaft und christlicher Glaube“.

Der Artikel „Prinzipielle Grenzen der Naturwissenschaft“ umfasst 22 Seiten und steht als PDF-Download kostenlos zur Verfügung:
http://www.wort-und-wissen.de/artikel/a14/a14.pdf

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