Jakarta/Indonesien, 25.03.2013/APD   Eine Woche vor Ostern verwüsteten Unbekannte eine Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der indonesischen Provinz Westjava. Der Anschlag in der Stadt Tasikmalaya habe sich nur einen Tag nach dem Abriss eines Gotteshauses der protestantischen Huria Batak Kirche in der westjavanischen Großstadt Bekasi am 21. März ereignet. Das berichtete laut Katholischer Nachrichtenagentur KNA die Onlineausgabe des „Jakarta Globe“ am 23. März. Anders als die Kirche in Bekasi habe das Gotteshaus der Adventisten über eine Baugenehmigung verfügt. Allerdings hätten nach Angaben des Blattes mehr als 50 islamische Gelehrte in der Region die Stimmung gegen die Adventistenkirche geschürt.

Westjava sei nach Angaben von Kathpress eine Hochburg des konservativ-militanten Islam in Indonesien. Mit Unterstützung der Behörden und Teilen der Polizei gehe die radikale Islamische Verteidigungsfront (FPI) gegen christliche Gemeinden sowie die islamische Glaubensrichtung Ahmadiya vor. Die religiösen Spannungen seien seit der Wiederwahl des Gouverneurs von Westjava Ende Februar gestiegen. Der Politiker von der islamischen Gerechtigkeits- und Wohlfahrtspartei habe kurz vor der Wahl der Islamischen Verteidigungsfront (FPI) die Einführung von Schariagesetzen in Westjava versprochen.

Insgesamt seien laut Kathpress in den ersten zweieinhalb Monaten dieses Jahres in ganz Indonesien bereits mehr als 20 Übergriffe auf katholische und protestantische Kirchen und kirchliche Einrichtungen erfolgt. Sie reichten von der Androhung von Gewalt bis zu Bombenanschlägen. Neben Westjava seien die Provinzen Ostjava und Südsulawesi am stärksten von der Christenverfolgung betroffen gewesen. Die Gemeindemitglieder der Adventisten in Tasikmalaya hätten sich trotz großer Angst vor weiteren Angriffen am Samstag in ihrer Kirche zum Gottesdienst eingefunden, berichteten indonesische Medien. Der Gottesdienst habe unter Polizeischutz stattgefunden.
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