Hamburg, 05.05.2013/APD   Mit einem Gottesdienst im Hamburger Stadtpark ist der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag zu Ende gegangen. 130.000 Menschen nahmen nach Veranstalterangaben an der Feier unter freiem Himmel teil. Als Zeichen der Verbundenheit mit den orthodoxen Christen entzündete zu Beginn der griechisch-orthodoxe Erzpriester Georgios Manos ein Osterlicht. Der Abschluss des Kirchentags fiel auf das orthodoxe Osterfest.

In der Predigt zu Micha 4,4-5 entfaltete der anglikanische Bischof Nicholas Baines die Vision des Propheten über das kommende Friedensreich Gottes. Der Prophet mahne die Menschen, nicht zu vergessen, dass sie Kinder Gottes seien, „der das Universum geschaffen hat und alles, was darin ist, einschließlich der Armen, der Ausländer und derjenigen, die ‚anders‘ sind“. Die Vision des Micha fordere auf, sich nicht mit der Realität zufrieden zu geben. „Die Welt muss nicht so sein, wie sie jetzt ist“, rief Bischof Baines den Gottesdienstteilnehmern zu. „Der Gott Israels nimmt die Angst und schafft eine neue Welt voller neuer Möglichkeiten für das Aufblühen und das Gemeinwohl aller Völker.“ Gott berufe die Menschen, „so in der Welt zu leben, dass alle Menschen in diesem Volk das Gesicht Gottes erkennen können“, sagte Bischof Baines.

Während des fünftägigen Kirchentags mit der Losung „Soviel du brauchst“ befassten sich zahlreiche Veranstaltungen mit einem verantwortungsvollen Wirtschaften, einer gerechten Teilhabe und dem interreligiösen Dialog. Nach den Worten des Kirchentagspräsidenten Gerhard Robbers gebe es in Deutschland neben dem Katholikentag und dem Evangelischen Kirchentag keine vergleichbaren Initiativen, die mit einer solchen Bandbreite der Gesprächsteilnehmer die aktuellen Fragen der Gesellschaft thematisierten. Dabei sei der Kirchentag weder eine reine Politveranstaltung noch eine ausschließlich spirituelle Angelegenheit, betonte Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Kirchentags. Anders als bei einem wissenschaftlichen Kongress gebe es unmittelbar vor der Veranstaltung eine Bibelarbeit, in der Wege gesucht würden, das Evangelium in die Gegenwart umzusetzen. Anschließend folge ein Mittagsgebet. „Kirchentagsteilnehmende sind mündige Christinnen und Bürger, die fröhlich ihren Glauben leben und zugleich mit anderen gemeinsam die Welt verändern wollen“, erläuterte die Generalsekretärin.

Während des Kirchentags wurden fünf Resolutionen verabschiedet. Sie beinhalteten die Bekämpfung des Menschenhandels, die Ächtung von Uranmunition, die Verhinderung von Altersarmut, das Menschenrecht auf sauberes Wasser sowie ein grundsätzliches Verbot von Waffenexporten. Bundestag, Bundesregierung und die Länder würden aufgefordert, die Gesetze zum Export von Waffen und Rüstungsgütern zu verschärfen und die Überwachung durch den Bundestag zu verbessern.

Der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag wird vom 3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart stattfinden. Evangelischer Kirchentag und Katholikentag streben für das 2019 einen gemeinsamen 3. Ökumenischen Kirchentag an.
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