Silver Spring, Maryland/USA, 08.05.2013/APD   Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer, sondern unterhält ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnte gehört. Am 3. Mai veröffentlichte Claude Richli, Marketingdirektor der globalen Kirchenzeitschrift „Adventist World“, eine weltweite Zehntenstatistik 2011, die das Zehntenaufkommen der Adventisten im jeweiligen Land ausweist. Sie berücksichtigt gleichzeitig das entsprechende Bruttoinlandsprodukt (BIP) und damit die Kaufkraftparität.

Demnach habe das Zehntenaufkommen bei den Adventisten von 2010 auf 2011 weltweit um elf Prozent zugenommen. Die europäischen Adventisten hätten im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt am meisten für ihre Kirche gespendet.

Laut statistischem Bericht 2013 der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) für das Jahr 2011 hatte die weltweite Freikirche Gesamteinnahmen von über 2,3 Milliarden Euro aus Zehnten- und Spendengeldern für ihre Tätigkeit zur Verfügung. Davon waren 1,67 Milliarden Euro Zehntengelder.

Laut Statistik stehen innerhalb der weltweiten Freikirche die Adventisten der Schweiz auf dem ersten, die Moldawier auf dem zweiten, die Österreicher auf dem dritten, die Togolesen auf dem vierten, die Dänen auf dem fünften und die Deutschen auf dem sechsten Rang bezüglich des Zehntenaufkommens pro Kopf. Viele Adventisten würden neben dem Zehnten noch weitere Spenden für besondere Projekte geben.

Statistische Quellen
Wie Richli mitteilte, basiere der Index auf den von der adventistischen Weltkirchenleitung jährlich veröffentlichten Zahlen und Berichten sowie den Angaben der Länderübersicht „CIA Factbooks“. Seine Statistik sei ein Managementinstrument, das einen objektiven Vergleich der Länder beim Zehntenaufkommen sowie der Zehntenentwicklung ermögliche. Sie gebe die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes, die Inflation und die Wechselkursentwicklung wieder und mache damit die Länder untereinander vergleichbar.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf eines Landes, zum Beispiel 20.000 Euro, werde mit dem pro Kopf Zehntenaufkommen aller Adventisten im jeweiligen Land verglichen. Idealerweise würden nach diesem Beispiel 2.000 Euro an Zehnten gezahlt, was einem Zehntenindex von 100 Prozent entspreche. Gingen aber nur durchschnittlich 500 Euro an Zehnten ein, ergebe sich ein Index von 25 Prozent, so Richli.

Laut dem Bericht 2011 könnten folgende Faktoren das Zehntengeben und damit auch die Ergebnisse des Indexes beeinflussen, etwa eine kleine Mitgliedschaft in einem Land, welche möglicherweise keine repräsentative Bevölkerungszusammensetzung darstelle. Wenn sich die Mitgliedschaft in einem Land vorwiegend aus Frauen, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen oder aus Menschen von sozialen Unterschichten zusammensetze, könne dies die Zahlen negativ beeinflussen. Auch wenn die Kirchenmitglieder vorwiegend in ländlichen Gebieten wohnten oder noch in Tauschwirtschaft lebten und den Zehnten in Naturalien beglichen, könne dies nicht in Zahlen dargestellt werden.

Neu sei in der diesjährigen Ausgabe, dass sieben Länder (Ägypten, Albanien, Eritrea, Griechenland, Island, Israel, Kongo und Slowenien) mit weniger als 1.000 Kirchenmitgliedern nicht mehr im Zehntenindex berücksichtigt würden. Und zwar deshalb, weil deren Landesstatistik durch Zehntenzahlende aus dem Ausland leicht beeinflussbar und die demographische oder ökonomische Zusammensetzung der Mitgliedschaft nicht immer repräsentativ für das Land sei.

Es seien im diesjährigen Weltzehntenindex sieben Länder (Kap Verde, Fidschi, Moldawien, Surinam, Trinidad und Tobago, Vietnam und Weissrussland) zusätzlich berücksichtigt worden, die alle eine Mitgliedschaft von über 3.000 Personen hätten, aber wegen ihrer Unbedeutsamkeit bei früheren Ausgaben des Indexes nicht aufgeführt worden seien.

Zehntenstatistik 2011
In der globalen Zehntenstatistik pro Kopf, welche die durchschnittliche Zehntenzahlung der Adventisten des jeweiligen Landes darstellt, sind acht europäische sowie Togo und Australien unter den ersten zehn aufgeführt.

1. Schweiz – 4.358 Mitglieder:
BIP (Bruttoinlandsprodukt) pro Kopf: 33.951 Euro
Zehnten total: 9.563.481 Euro
Zehnten pro Kopf: 2.194 Euro
Zehntenindexrate: 64,6 Prozent

2. Moldawien – 10.053 Mitglieder:
BIP pro Kopf: 2.594 Euro
Zehnten total: 1.385.930 Euro
Zehnten pro Kopf: 137 Euro
Zehntenindexrate: 53,1 Prozent

3. Österreich – 3.928 Mitglieder:
BIP pro Kopf: 31.739 Euro
Zehnten total: 6.136.877 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.562 Euro
Zehntenindexrate: 49,2 Prozent

4. Togo – 5.517 Mitglieder:
BIP pro Kopf: 763 Euro
Zehnten total: 174.732 Euro
Zehnten pro Kopf: 31 Euro
Zehntenindexrate: 41,5 Prozent

5. Dänemark – 2.509 Mitglieder:
BIP pro Kopf: 28.229 Euro
Zehnten total: 2.704.296 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.077 Euro
Zehntenindexrate: 38,2 Prozent

6. Deutschland – 35.099 Mitglieder:
BIP pro Kopf: 29.068 Euro
Zehnten total: 38.902.686 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.108 Euro
Zehntenindexrate: 38,1 Prozent.

In der Zehntenstatistik pro Kopf folgen Australien auf Rang 9, Russland an 18., Kanada an 19. Stelle und die USA auf Platz 42.

Die größten Beitragszahlenden
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in 208 Ländern und Territorien vertreten und kennt ein solidarisches Finanzierungssystem oder einen Finanzausgleich, bei dem unter anderem mittels Zehntengeldern reiche Nationen die Tätigkeit der Kirche in armen Ländern mitfinanzieren. Laut Statistik hätten die Adventisten in folgenden Staaten im Jahr 2011 die größten Zehntensummen gezahlt:

1. USA – 1.142.039 Mitglieder:
Die USA weise Zehntensumme von 648 Millionen Euro aus, was knapp 59 Prozent des Weltzehntenaufkommens ausmacht.

2. Brasilien – 1.309.791 Mitglieder:
Die gesamten Zehnteneinnahmen in Brasilien belaufen sich auf 326 Millionen Euro. Das entspricht 28 Prozent der internationalen Zehntensumme.

3. Australien – 56.741 Mitglieder:
Die Australier haben laut Statistik 4,5 Prozent der internationalen Zehntensumme gespendet. Das entspricht 52 Millionen Euro.

4. Kanada – 63.681 Mitglieder:
In Kanada sind von Adventisten insgesamt 52 Millionen Euro an Zehnten gespendet worden, was 4,1 Prozent des globalen Zehntenbetrages gleichkommen.

5. Mexiko – 693.450 Mitglieder:
In Mexiko betrugen die Zehnteneinnahmen 43 Millionen Euro oder 3,7 Prozent des Weltzehntens.

6. Südkorea – 221.868 Mitglieder
In Südkorea wurden von Adventisten insgesamt 41 Millionen Euro an Zehnten gegeben, was 3,7 Prozent des globalen Zehntenbetrages entsprechen.

Der globale adventistische Zehntenindex wird von Claude Richli, schweizerisch-kanadischer Doppelstaatsbürger, seit 2004 jährlich erstellt. Dozenten für Ökonomie am „Adventist International Institute for Advanced Studies“ (AIIAS) auf den Philippinen, beraten den Herausgeber des Weltzehntenindexes.

Die 73-seitige Spendenstatistik des Jahres 2011 und der letzten sieben Jahre kann in englischer Sprache unter www.aiias.edu/gti/ heruntergeladen werden.
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