Frankfurt am Main, 04.07.2013/APD   Die Griechisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (Antakya) in Deutschland, die Syrisch-Orthodoxe Diözese in der Bundesrepublik und der Bundesverband der Aramäer in Deutschland rufen gemeinsam zu einer Kerzen-Demonstration für den Frieden in Syrien am 6. Juli in Frankfurt am Main auf. Dabei fordern sie auch die sofortige Freilassung der Erzbischöfe Paulus (Yazigi), Metropolit von Aleppo und Alexandretta (Iskenderun) der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, sowie von Johannes (Ibrahim), Metropolit von Aleppo der Syrisch-Orthodoxen Kirche. Die Geistlichen seien am 22. April an der syrisch-türkischen Grenze von einer unbekannten Gruppe entführt worden. Seitdem gebe es kein Lebenszeichen von ihnen. Alle Versuche, sie frei zu bekommen, seien bislang gescheitert.

Die Kundgebung beginnt am Samstag um 10.30 Uhr in der Alten Nikolaikirche, Römerberg, Frankfurter Innenstadt. Erwartet würden etwa 1.000 bis 1.500 Personen. „Gemeinsam werden wir friedlich demonstrieren, denn wir verurteilen diese unmenschliche Aktion gegenüber friedlichen Würdenträgern und fordern ihre sofortige bedingungslose Freilassung“, so die Veranstalter. Das syrische Volk brauche dringend jeden Beitrag zur Förderung des politischen Dialogs zwischen den Konfliktparteien. „Dies können wir mit Sicherheit in Deutschland leisten, indem wir für den Frieden beten und die Konfliktparteien dazu bewegen, vom aussichtslosen militärischen Kampf abzusehen und das Gespräch miteinander zu suchen.“

Als religiöse Minderheit hätten laut dem internationalen Hilfswerk „Open Doors“ die meisten Christen das alawitische Regime von Präsident Baschar al-Assad, welches selbst eine Minderheit im Land sei. Das habe ihnen relativen Frieden und Ruhe garantiert. Heute jedoch versuchten die Christen im Konflikt, strikt neutral zu sein und friedlich zu leben, ohne in die Politik oder den Krieg hineingezogen zu werden. Ihre Unterstützung des alawitischen Regimes in der Vergangenheit werde ihnen jedoch jetzt zum Verhängnis. Sie erlebten deshalb massiv Feindseligkeiten. Gefahr drohe ihnen auch aus religiösen Gründen, da fundamentalistische islamische Gruppierungen jeder Religion im Land, die nicht islamisch sei, entgegenträten. Solche Gruppen kämen aus dem Land selbst, häufig aber auch aus anderen Ländern. Die Situation der Christen sei katastrophal: Mehr als 150.000 syrische Christen lebten als Flüchtlinge im eigenen Land, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Eine noch größere Zahl sei ins Ausland geflohen, wo insgesamt nach UN-Angaben 1,25 Millionen Flüchtlinge aus Syrien Zuflucht gefunden hätten.

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