Silver Spring, Maryland/USA, 24.07.2013/APD   Am 27. Juli führt die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten weltweit einen Aktionstag für die beiden Adventisten, Pastor Antonio Monteiro und Kirchenmitglied Bruno Amah, durch. Unter dem Motto „500 Tage Unrecht“, wolle die Kirche darauf aufmerksam machen, dass die beiden Adventisten in der Hauptstadt Lomé/Togo (Westafrika) seit 500 Tagen ohne Gerichtsverfahren inhaftiert seien. Laut der adventistischen Weltkirchenleitung würden in den Gottesdiensten am kommenden Samstag Millionen von Adventisten weltweit für die beiden Kirchenmitglieder sowie andere unrechtmäßig Inhaftierte beten.

Der aus den Kapverden stammende Pastor Monteiro ist seit 2009 in Togo für die Adventisten tätig und wurde im März 2012 inhaftiert. Ein geständiger Serienmörder, der 20 Mädchen umgebracht und deren Blut verkauft haben soll, habe Pastor Monteiro, ein adventistisches Kirchenmitglied sowie eine weitere Person bezichtigt, an dem mit den Morden im Zusammenhang stehenden Bluthändlerring beteiligt gewesen zu sein, wie „Adventist News Network“ (ANN) berichtete. Laut dem Beschuldiger seien Pastor Monteiro und Bruno Amah am Mordkomplott beteiligt gewesen, weil sie Körperteile der ermordeten Frauen für religiöse Rituale hätten verwenden wollen. Während einer polizeilichen Hausdurchsuchung bei Pastor Monteiro sei keinerlei belastendes Material gefunden worden, so ANN. Pastor Monteiro und Bruno Amah seien trotz fehlender Beweise und ohne Prozess seit 500 Tagen fälschlicherweise inhaftiert.

Der Beschuldiger sei durch eine ärztliche Untersuchung vor Gericht als psychisch instabil und als „pathologischer Lügner“ bezeichnet worden. Zudem habe er seine Beschuldigungen widerrufen und erklärt, dass ihn die Polizei durch Gewaltanwendung gezwungen habe, Namen von Menschen anzugeben, die er kenne.

Alle bisherigen Bemühungen zur Freilassung der Inhaftierten hätten nichts gefruchtet, so die Medienmitteilung. Der Anwalt der adventistischen Weltkirchenleitung habe fünfmal versucht zu intervenieren. Diplomaten verschiedener Staaten hätten sich für die Inhaftierten eingesetzt. Versprechen der togolesischen Regierung gegenüber der adventistischen Weltkirchenleitung seien gebrochen worden.

„Pastor Monteiro ist unschuldig – Punkt“, sagte Pastor Dr. John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung. „Die abscheuliche Anklage gegen Monteiro besteht darin, dass er als adventistischer Pastor am Komplott zur Tötung dieser Frauen beteiligt gewesen sein soll, um verschiedene Körperteile in Verbindung mit einer religiösen Zeremonie verwenden zu können“, so Graz. „Dies ist eine absolut unglaubliche und groteske Anschuldigung.“

ANN hat in Englisch eine ausführliche vierteilige Dokumentation zum Fall publiziert: http://news.adventist.org/. Ein Sprecher des togolesischen Justizministeriums wollte laut „Adventist News Network“ dazu keine Stellung nehmen.

Zur evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehörten weltweit über 17 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder in 208 Ländern. Mehr als ein Drittel der Adventisten lebten in Afrika, ein weiteres Drittel in Mittel- und Südamerika. Die Kirche betreibe weltweit das größte protestantische Netz von Krankenhäusern und Schulen. Adventisten ermutigten Menschen zu einem erfüllten und frohen Leben, indem sie sich einsetzten, das Denken durch Bildung, den Körper durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die spirituelle Beziehung zu Gott durch persönliches Bibelstudium und Gebet zu fördern. Mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versuche die Kirche durch gemeinnützige Dienste und weltweite Projekte bedürftigen Menschen, unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht oder politischer Überzeugung, zu helfen.
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