Wustermark bei Berlin, 04.09.2013/APD   Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat im Vorfeld der Bundestagswahl am 22. September einen Fragenkatalog an die im Bundestag vertretenen Parteien geschickt. Alle Parteien gaben Auskunft über ihre Ziele, welche sie im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Wahl anstreben. Bei den Fragen geht es um die Themen Familie, Migration, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Frieden, das Verhältnis von Kirche und Staat, den Umgang mit Flüchtlingen und die älter werdende Gesellschaft.

Wie wollen die Parteien eine familienfreundliche Gesellschaft oder das Miteinander der Generationen fördern? Mit welchen Mitteln möchten sie Altersarmut verhindern, die Umweltbelastung verringern, den Export von Waffen in Krisenregionen unterbinden, Bildungsgerechtigkeit erreichen? Wie halten sie es mit der Aufnahme von Flüchtlingen, wie mit dem Religionsunterricht an Schulen? Einen Katalog mit 24 Fragen haben CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke der VEF beantwortet.

Autor des Fragenkatalogs ist VEF-Vorstandsmitglied Friedrich Schneider. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, die Mitglieder der Freikirche zu ermutigen, „sich in der Verantwortung vor Gott für die Gesellschaft einzubringen und eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen“. Bei der Auswahl der Themen habe er versucht, sich nicht von parteipolitischen Vorlieben leiten zu lassen, sondern typische Fragen gestellt, „die Christen in der Mitverantwortung für diese Welt im Blick haben“. Diese Mitverantwortung beschreibt der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, Peter Jörgensen, als „christlichen Auftrag, zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen zu handeln“. Hierzu gehöre für ihn auch, dass Christen am politischen Leben teilnehmen und dabei das Gemeinwohl im Blick haben: „Dem Gemeinwohl sind auch die Parteien verpflichtet. Darin wollen wir sie kritisch begleiten. Darum achten wir in Parteiprogrammen auf bestimmte Themen, die aus unserer Sicht wesentlich zum Wohlergehen gehören.“ Eine konkrete Wahlempfehlung der VEF komme für ihn allerdings nicht infrage. Es sei charakteristisch für das theologische Grundverständnis der Freikirchen, so Jörgensen, dass Christen „Themen persönlich und verantwortlich vor Gott klären“.

Auch für VEF-Präsident Ansgar Hörsting sei der christliche Glaube „eine entscheidende Kraft und Motivation zur Mitgestaltung der Gesellschaft“. Mit den Wahlprüfsteinen wolle die VEF bei Parteien und Politikern als glaubwürdiger Gesprächspartner aus der Mitte der Gesellschaft wahrgenommen werden: „Wir stellen unsere speziellen Fragen und denken konkret mit.“ Das geschehe auch durch die tägliche Arbeit von Peter Jörgensen, der als VEF-Beauftragter in Berlin die Themen der Freikirchen in den politischen Betrieb einbringen würde.

Die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der VEF sind im Internet unter www.vef.de/wahl2013 zu finden.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zehn Mitglieds- und vier Gastkirchen an. Weitere Informationen bei www.vef.de.

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