Howick/Neuseeland, 14.01.2014/APD   Laut den im Dezember publizierten Zahlen der Volkszählung 2013 sei es das erste Mal seit über hundert Jahren, dass Neuseelands Bewohner sich mehrheitlich nicht mehr als Christen bezeichneten. 2006 hätten 56 Prozent der Bevölkerung angegeben, Christen zu sein, 2013 seien es nur noch 47 Prozent gewesen, teilte „Record2“, die australische Kirchenzeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten, mit.

Große Kirchen mit großen Verlusten
Demnach habe die Anglikanische Kirche in Neuseeland mit einem Verlust von knapp 100.000 Mitgliedern in den letzten sieben Jahren den größten Rückgang zu verzeichnen gehabt. Bei der römisch-katholischen und der presbyterianischen Kirche hätte die Mitgliederzahl ebenfalls abgenommen.

Parallele Entwicklungen in Neuseeland und Australien
„Die Zahlen der Volkszählung lösen zwar Besorgnis aus, sind aber nicht überraschend“, sagte Pastor Dr. Brad Kemp, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland. „Was wir in Neuseeland beobachten, spiegelt die Entwicklung in Australien: Ein markanter Anstieg jener Personen, die sich als säkular bezeichnen oder keine Religionszugehörigkeit angeben sowie das Wachstum nicht-christlicher Religionen.“

Mehr Nicht-Religiöse, Hindus und Moslems
Zugenommen habe laut „Record“ in den letzten sieben Jahren die Zahl der Neuseeländer, welche sich als nicht religiös bezeichneten, um 26 Prozent, jene der Hindus in der gleichen Zeitspanne von 64.000 auf 90.000, und auch die muslimische Bevölkerung sei angewachsen.

Adventisten als Ausnahme
Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wäre im Rahmen des generellen Rückgangs der Mitgliederzahlen bei christlichen Konfessionen in Neuseeland eine Ausnahme, so „Record“. 2006 hätten sich 14.154 Personen bei der Volkszählung als Adventisten bezeichnet, 2013 seien es 15.120 gewesen. Neuseeland hat 4,43 Millionen Einwohner.

Adventistische Kinder und Jugendliche sind üblicherweise in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die Freikirche keine Säuglinge tauft, sondern ihnen Taufe und Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können.

Er sei froh, dass die adventistischen Kirchenleitungen auf der Nord- und Südinsel nach Zugängen suchten, um säkulare Neuseeländer mit der christlichen Botschaft zu erreichen, sagte Pastor Kemp. Es müssten aber auch Wege gefunden werden, um Angehörige anderer Religionen im Land ansprechen zu können.

Die Adventisten in Neuseeland unterhalten 19 Grund- und höher Schulen, eine Seniorenwohnsiedlung, eine Gesundkostfabrik sowie das Hilfswerk ADRA.
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