Adventisten fassungslos über Hanauer Terroranschlag

Ostfildern | 21. Februar 2020 | APD |

Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), äußert sich fassungslos über den rassistisch motivierten Terroranschlag mit elf Todesopfern in Hanau. „Es gibt keine rationale Erklärung für solch eine abscheuliche Tat. Mit Erschütterung, Entsetzen und Unverständnis reagieren wir als Freikirche auf dieses brutale und menschenverachtende Geschehen in Hanau. Unsere Gebete und unser Mitgefühl gelten den Opfern und deren Angehörigen.“

Dullinger weiter: „Wir trauern mit den Angehörigen und bitten um Genesung für die durch diese Tat an Leib und Seele verletzten Menschen.“ Er hoffe insbesondere, dass die Überlebenden in ihrem Umfeld den Beistand und die Unterstützung erfahren, die ihnen helfen, dieses Trauma zu verarbeiten.

Mit großer Besorgnis nehme die Freikirchenleitung wahr, dass Hass und Feindseligkeit in vielerlei Varianten mittlerweile einen öffentlichen Platz in unserer Gesellschaft eingenommen hätten. Populistische, hetzerische und menschenverachtende Kommunikationsweisen vermittelten den Eindruck, im öffentlichen Raum, in Politik und Religion wieder salonfähig geworden zu sein und bildeten die ideologische Basis für Gewalt.

Deshalb sieht es der Kirchenleiter als christliche Pflicht an, dagegen deutlich und kompromisslos die Stimme zu erheben. Adventisten verurteilten jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der Terroranschlag in Hanau sei ein Angriff auf uns alle, auf die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aber auch auf die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. In unserer Gesellschaft sollten daher Hassbotschaften und Verschwörungstheorien kein Gehör finden. Dieses Menschenbild in die jeweilige Gegenwart zu übersetzen sei eine Aufgabe, die Adventisten mit allen, die sich für Menschlichkeit und Frieden einsetzen, teilen.

„In unserem christlichen Leben darf es keinen Platz für Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit geben. Die große ethnische und kulturelle Vielfalt gehört zu unserem Selbstverständnis als weltweite Kirche. Jeder Mensch ist, unabhängig von seinen Merkmalen, nach dem christlichen Menschenbild ein Ebenbild Gottes, dessen Leben und Integrität es zu achten und zu schützen gilt“, so Dullinger.

Die weltweite evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie über 21 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 215 Ländern der Erde. In der Bundesrepublik Deutschland sind rund 35.000 Mitglieder in 555 Gemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.