Hannover, 23.08.2007/APD Bis zum Januar 2008 muss jedes Bundesland ein Nichtraucherschutzgesetz haben. „Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland befürwortet derartige Regelungen“, betonte deren Vorsitzender Pastor Klaus van Treeck (Hannover) gegenüber dem Adventistischen Pressedienst (APD), denn Rauchen verursache in der Bundesrepublik jährlich etwa 140.000 unmittelbare Todesfälle, und Passivrauchen sei für weitere 3.300 Todesfälle verantwortlich. Zwar könnten Kirchen ihre eigenen Angelegenheiten regeln und ihre Gebäude fielen nicht unter solch ein staatliches Gesetz, trotzdem sollten gerade Kirchen, die das Wohl des Menschen im Blick hätten, sich ebenfalls Gedanken über den Nichtraucherschutz machen.

Zu den Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten gehöre laut van Treeck, „dass wir für unseren Körper, der ein Geschenk Gottes ist, in vernünftiger Weise Sorge tragen“. Das schließe mit ein, dass Mitglieder der Freikirche nicht rauchten. „Wir sind eine Nichtraucherkirche“, unterstrich van Treeck. Zwar gebe es auch in anderen Kirchen einen unausgesprochenen Konsens, dass Kirchen und Gottesdiensträume grundsätzlich rauchfrei seien. Doch Adventisten praktizierten das ebenfalls bei Gemeindefesten, Tagungen, Sitzungen kirchenleitender Gremien und Delegiertenversammlungen (Synoden). Da Gesundheitseinrichtungen eine Vorbildfunktion hätten, sei das adventistische Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf ebenfalls ein „rauchfreies Krankenhaus“. Geraucht werden dürfe auch nicht am adventistischen Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt, an der Theologischen Hochschule der Freikirche in Friedensau bei Magdeburg sowie in den adventistischen Altenheimen und Tagungsstätten.

„Nikotin ist ein Suchtmittel, das abhängig macht“, gab van Treeck zu bedenken. „Deshalb untersagen wir nicht einfach das Rauchen und lassen den Menschen allein, sondern bieten ihm auch Hilfe an, damit aufzuhören.“ Der von der Freikirche 1899 gegründete Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) „übernahm deshalb den 1959 von Adventisten in den USA entwickelten Raucherentwöhnungskurs ,Fünf-Tage-Plan‘, der in Deutschland erstmals 1968 in Frankfurt/Main durchgeführt wurde.“ Damit hätte, so van Treeck, zum ersten Mal ein wissenschaftlich fundiertes Programm zur Raucherentwöhnung zur Verfügung gestanden. Seit 1994 gebe es die neue Version „Endlich frei!“ als Erweiterung des „5-Tage-Planes“ und dessen Anpassung an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.

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