Zweite Dialogrunde zwischen Adventisten und Presbyterianern

Louisville, Kentucky/USA | 24. September 2007 | APD |

Louisville, Kentucky/USA, 24.09.2007/APD Zur zweiten Dialogrunde trafen sich Vertreter der nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten und der Presbyterianischen Kirche in den USA (Presbyterian Church) vom 22. bis 24. August im nationalen Kirchenamt der Presbyterianer in Louisville, Kentucky. Die erste theologische Konsultation fand am 1. November 2006 im adventistischen Verwaltungszentrum in Silver Spring, Maryland, statt. Damals ging es vor allem darum, die jeweils andere Kirche kennenzulernen, wobei Referate in die Geschichte, Lehren und ethische Werte der Denominationen einführten.

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde in Louisville befassten sich mit vier Themen: Das jeweilige Verständnis des reformatorischen Prinzips „sola scriptura" (allein die Heilige Schrift), das Verhältnis göttliche Gebote und Evangelium zueinander, der Stellenwert des Schrifttums der Mitbegründerin der adventistischen Kirche, Ellen G. White (1827-1915), und die Rolle der Schriften des Reformators Johann Calvin (1509-1564). Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung fanden die Gespräche in einer herzlichen und freundschaftlichen Atmosphäre statt. Beide Seiten stimmten überein, dass die Heilige Schrift der einzige Maßstab für Glaube und Handlungsweise ist. Übereinstimmung herrschte auch darin, dass die Erlösung des Menschen allein durch den Opfertod Christi geschieht, dass ein Christ sein Leben aber nach den Geboten Gottes ausrichten solle. Ziel auch dieses Dialogs war, die Glaubensüberzeugungen und Praktiken der jeweils anderen Kirche kennenzulernen, Missverständnisse abzubauen und mögliche Bereiche für eine Zusammenarbeit zu erkunden.

Teilnehmer der Konsultation in Louisville waren von presbyterianischer Seite: Carlos L. Malavé, stellvertretender Leiter des Referates für ökumenische Beziehungen, der das Treffen organisierte, Dr. Aurelio Garcia, Dozent für Geisteswissenschaften an der Universität von Puerto Rico, Pfarrerin Eunice McGarrahan von der National Presbyterian Church in Washington, D. C., Dr. David Jensen, Dozent für Praktische Theologie am theologischen Seminar der Presbyterianer in Austin/Texas, Dr. Sheldon Sorge, Dozent für Praktische Theologie am Presbyterian Theological Seminary in Louisville/Kentucky. Die adventistische Delegation bestand aus Dr. Hal Thomson, Assistent des Präsidenten der Kirchenleitung in Nordamerika, Dr. Angel M. Rodriguez, Dr. Kwabena Donkor und Dr. Ekkehart Müller vom Biblischen Forschungsinstitut der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Professor Dr. Merlin Burt, Dozent für Kirchengeschichte an der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs/Michigan, und Dr. William G. Johnsson (Silver Spring), Berater des Präsidenten der Generalkonferenz für interreligiöse Angelegenheiten. Den Vorsitz hatten Dr. Malavé und Dr. Thomson gemeinsam.

Die Gesprächsteilnehmer beschlossen, ihren Kirchenleitungen eine Fortsetzung des Dialogs zu empfehlen. Die Presbyterianische Kirche hat in den USA 2,4 Millionen Mitglieder. Die Adventisten zählen in den Vereinigten Staaten 970.000 erwachsen getaufte Mitglieder und weltweit über 15 Millionen.

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