Adventisten bauen Gesundheitszentrum in Kiew

Kiew/Ukraine, 31.10.2007/APD Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Ukraine hat vom Kiewer Stadtrat (KCC) ein Grundstück erhalten, um aus einem darauf befindlichen nicht fertig gestellten Gebäude ein Gesundheits- und Ausbildungszentrum errichten zu können. Es soll an der Rudenka-Strasse im Kiewer Stadtteil Dranytsia entstehen. Die Stadtverwaltung hat mit der Freikirche kürzlich einen entsprechenden Vertrag mit 15-jähriger Laufzeit abgeschlossen.

Wie der Präsident der Freikirche in der Ukraine, Vladimir A. Krupskyi, der Nachrichtenagentur APD mitteilte, solle das adventistische Gesundheitszentrum der Kiewer Bevölkerung Lebenshilfe anbieten, wobei die Dienstleistungen vor allem einkommensschwachen oder auf Sozialhilfe angewiesenen Menschen zu Gute kommen sollten. Das christliche Beratungs-, Ausbildungs- und Therapiezentrum werde ein breites Sortiment an Dienstleistungen umfassen: Suchtberatung, Familien- und Jugendhilfe, soziale Integration, Gesundheitsvorsorge sowie ambulante ärztliche und zahnärztliche Betreuung. „Im Ausbildungsbereich sind Seminare, Workshops und Vorträge über Familie, Gesundheit und christliche, ganzheitliche Lebensweise vorgesehen.“ Ferner sei der Einsatz von so genannten Familienärzten (Family doctors) geplant. Längerfristig werde eine Zusammenarbeit mit dem medizinischen Zentrum der Loma Linda Universität (Kalifornien/USA) angestrebt. Die renommierte adventistische US-Universität mit dazugehörigen Klinikum hat seit den 1960er Jahren mit Hochschulen und Gesundheitszentren in verschiedenen Ländern Kooperationsverträge abgeschlossen.

In der Ukraine leben heute 61.241 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Sie sind in 908 Kirchengemeinden organisiert und werden von 188 Pastoren betreut. Zur Freikirche gehören außerdem das Ukrainische Institut für Künste und Wissenschaften (eine staatlich anerkannte Hochschule) bei Kiew, eine Grundschule, eine englische Sprachschule, ein Medienzentrum und ein Verlagshaus. Ferner ist die internationale Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Kiew mit einem nationalen Büro vertreten.
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Feierliche Amtseinführung des neuen Rektors in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 30.10.2007/APD Mit der symbolischen Übergabe der Amtskette wurde Professor Dr. Johann Gerhardt am Montag, den 29. Oktober, feierlich in das Amt des Rektors der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg eingeführt. Gerhardt tritt die Nachfolge von Professor Dr. Udo Worschech an, der seit 1996 als Rektor wirkte.

In einem Resümee über seine Amtszeit umriss Altrektor Worschech die Aufgaben der Theologischen Hochschule Friedensau. „Neben wissenschaftlichen Diskussionen muss die Hochschule auch eine Theologie des Alltags formulieren. Pastoren dürfen nicht nur schlichte Diener der Kirche sein, sondern sind angehalten, eine zeitgemäße und relevante Theologie für Theorie und Praxis zu entwickeln. Der Fachbereich Christliches Sozialwesen hat eine ähnliche Aufgabe, nämlich Alternativen für die Gesellschaft zu finden und nicht schlichte Diener sozialer Anstalten hervorzubringen.“

Bereits am Vortag der feierlichen Amtsübergabe wurden Worschechs Forschungsbeiträge mit einem archäologischen Symposium gewürdigt. Als Professor für Altes Testament und biblische Archäologie forschte er schwerpunktmäßig zur historischen Landeskunde der Region Palästinas. Seit 1983 führte er Oberflächenerforschungen und Grabungen östlich des Toten Meeres durch, die maßgeblich zur Erschließung der Geschichte und Kultur dieser Region beitrugen.

In seiner Antrittsrede umriss der neue Rektor, Professor Dr. Johann Gerhardt, seine Zielsetzung für eine geisteswissenschaftliche Hochschule. „Eine Hochschule muss mehr sein als ein Ort der Ausbildung, nämlich ein Ort der Entfaltung“, erläuterte er. Aufgabe des akademischen Diskurses sei es, dass Studierende durch ihre Fragestellungen zu eigenen Beantwortungsfähigkeiten gelangten und darin ihre spezifische Identität und Orientierung erfahren könnten. Nur eine selbstständig gewonnene Überzeugung könne die Grundlage für eine wahre Toleranz sein. In diesem Sinn möchte Gerhardt in seinem Amt nicht verändern, sondern fördern und pflegen.

Gerhardt, Professor für Pastoraltheologie, ist seit 1992 an der Theologischen Hochschule Friedensau tätig und amtierte bereits mehrere Jahre als Dekan des Fachbereichs Theologie und als Prorektor der Hochschule. In seiner Forschungstätigkeit befasste er sich schwerpunktmäßig mit dem „Drop-out“, dem plötzlichen Ausstieg von Pfarrern aus dem geistlichen Amt, sowie mit Ursachen und Formen religiöser Angstvorstellungen. „Ich glaube“, so Gerhardt, „an das Recht auf Bildung und an das Gute im Menschen. Ich glaube, dass die bedingungslose Annahme des Menschen die Grundlage für dessen Wachstum und Würde ist.“ Sein Glaube, durch den er die unbedingte Zuwendung Gottes zum Menschen erfahre, befähige ihn, das Amt des Rektors anzutreten.

Der Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Valentin Gramlich, würdigte die elfjährige Amtszeit von Professor Worschech als wertvolle Kontinuität in der Entwicklung der Hochschule. Mit der theologischen Forschung und Lehre werde ein Standpunkt zum Leben erarbeitet. Aufgabe der Theologie sei es, mit ihrem Gedächtnis die Kultur zu prägen und der Gesellschaft eine Zukunft zu eröffnen. Professor Gerhardt vereine in seinem Rektorat Tradition und Zukunftsfähigkeit, so Gramlich. Die Hochschule habe eine herausragende Stellung unter den bisher wenigen Theologischen Hochschulen, die im Rahmen des Bologna-Prozesses bereits Bachelor- und Masterstudiengänge anbieten.

Als Vertreter des Studentenrats wies René Zywietz darauf hin, dass nur mit Studierenden eine Hochschule Gestalt gewinnen könne. „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten“, erklärte Zywietz und bot im Namen der Studierenden eine enge Zusammenarbeit in „kritischer Loyaliltät“ bei der weiteren Entwicklung der Hochschule an.

Die 1899 gegründete Theologische Hochschule Friedensau umfasst die beiden Fachbereiche Sozialwesen und Theologie mit insgesamt elf wissenschaftlichen Instituten. Derzeit haben sich an der Hochschule 151 Studenten aus 29 Ländern in die Bachelor- und Master-Studiengänge Soziale Arbeit, Internationale Sozialwissenschaften, Beratungswissenschaften und Theologie eingeschrieben. Außerdem sind ein voruniversitäres Studium in Kirchenmusik sowie Deutsch als Fremdsprache mit den Abschlüssen „Zertifikat Deutsch“ (ZD) des Goethe-Instituts und „TestDaf“ für den Hochschulzugang möglich.
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Reformationsgottesdienste im Internet

Hannover, 29.10.2007/APD Am 31. Oktober feiert die evangelische Kirche den Reformationstag, der in einigen Regionen im Osten Deutschlands ein staatlich geschützter Feiertag ist. In vielen Kirchengemeinden in der Bundesrepublik wird deshalb an diesem Mittwoch ein Gottesdienst angeboten, manche Kirchengemeinden feiern die Reformation vor 490 Jahren auch am darauf folgenden Sonntag. Damit Interessierte schnell einen Reformationsgottesdienst in der Nähe des Wohnorts finden, bietet die EKD-Internetarbeit den Service www.reformationsgottesdienste.de an. Durch die Eingabe von Postleitzahl oder Wohnort kann der nächstgelegene Gottesdienst gefunden werden. Neben der Gottesdienstsuche bieten die Internetseiten Hintergrundinformationen zur Reformation und zur Person Martin Luthers an.

Der Reformationstag erinnert an den Beginn der theologischen Auseinandersetzung zwischen dem Wittenberger Theologen Martin Luther und der katholischen Kirche um das Bußverständnis und die Rechtfertigung der Sünder. Am 31. Oktober 1517 hat Luther 95 Thesen zu Fragen der Buße an verschiedene Kirchenfürsten und weltliche Fürsten gesandt, um eine damals im akademischen Umfeld übliche Diskussion auszulösen. Dass er seine Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat, wurde lange Zeit als Legende abgetan. Im vergangenen Jahr wurden in Wittenberg Belege entdeckt, die es wahrscheinlich machen, dass Martin Luther die Thesen auch an der Tür der Schlosskirche veröffentlicht hat. Allgemein gilt dieses Datum der Veröffentlichung der 95 Thesen als Beginn der Reformation.

Luther wandte sich gegen den damals üblichen Ablasshandel und die damit verbundene Bußpraxis. Vier Jahre nachdem der Mönch und Theologieprofessor aus Wittenberg seine Thesen veröffentlicht hatte, forderte ihn der deutsche Kaiser Karl V. auf, seine Thesen zu widerrufen. Da er dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde Luther von Papst und Kaiser mit dem Bannfluch belegt. Versteckt auf der Wartburg bei Eisenach, übersetzte er bis 1522 das Neue Testament zum ersten Mal ins Deutsche.
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Drei Jahre „Hope Channel Europa“

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 28.10.2007/APD Im Jahr 2004 startete der europäische Zweig des Satellitenfernsehens der Siebenten-Tags-Adventisten „Hope Channel“. Ab Oktober 2004 begannen die deutschsprachigen Sendungen bei „Hope Channel Europa“ und jähren sich damit zum dritten Mal. Das 24-Stunden-Programm des Senders wurde von Anfang an, zunächst von den USA aus, rund um die Uhr im Internet angeboten. Ab 31. März 2006 übernahm das damals noch in Darmstadt ansässige adventistische Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ die Aufgabe, den Live-Stream für den „Hope Channel Europa“ im Internet zu generieren.

Der „Hope Channel“ ist eine weltweite adventistische Senderfamilie, die hauptsächlich per Satellit fast überall auf der Erde empfangen werden kann. „Hope Channel Europa“ bietet als Teil dieser Senderfamilie ein mehrsprachiges Programm, das in verschiedenen europäischen Ländern erstellt wird. Die deutschsprachigen Beiträge des „Hope Channel Europa“ produziert das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ in Alsbach-Hähnlein, welche derzeit an acht Stunden pro Woche über den Satelliten Eutelsat Hotbird 6 und bei Kabel BW empfangen werden können.

„Mit den Fernsehsendungen möchte ‚Die Stimme der Hoffnung‘ ihren Zuschauern Lebenshilfe leisten und Menschen auf verständliche und zeitgemäße Weise zur persönlichen Beschäftigung mit der Bibel und dem christlichen Glauben anregen“, erläuterte der Leiter des Medienzentrums, Pastor Matthias Müller. Die Programminhalte seien ganzheitlich werteorientiert und befassten sich mit unterschiedlichen Sachgebieten, wie beispielsweise Gesundheit, Familie, Erziehung, Spiritualität und Bildung.
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Christen aus drei Ländern beim Kirchentag 2007 in Mulhouse - Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde

Mulhouse/Frankreich, 27.10.2007/APD Am Sonntag, 21. Oktober, versammelten sich Christen aus dem Dreiländereck am Rhein, der so genannten Region TriRhena, in der elsässischen Stadt Mulhouse zum 2. Tag der christlichen Kirchen am Rheinknie (KIRK 2007). Rund 3.000 Personen nahmen an den verschiedenen Veranstaltungen teil. Eröffnet wurde der Kirchentag mit einer Andachtsfeier auf dem Marktplatz. Das umfangreiche Tagesprogramm bot verschiedene Vorträge, Workshops und Podiumsgespräche mit theologischen und gesellschaftspolitischen Themen zum Kirchentagsmotto aus Offenbarung 21, Vers 1: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“. Die Schweizer Menschenrechtsexpertin und Alt-Nationalrätin Gret Haller sprach über die Bedeutung des Völkerrechts, um Kriege und Konflikte zu verhindern.

Daneben gab es Ausstellungen, Konzerte sowie einen „Markt der Möglichkeiten“ unter den Arkaden des Square de la Bourse, an dem sich neben den karitativen und diakonischen Einrichtungen (Caritas und Diakonie) auch Pfarreien, Spezialseelsorge-Einrichtungen, Tagungsstätten, Kommunitäten, Jugend- und Missionswerke aus der Grenzregion beteiligten. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten war mit einem Gemeinschaftsstand der Adventgemeinden Basel, Mulhouse und Südbaden erstmals auf dem Kirchentag vertreten.

Die Teilnehmer am Kirchentag hätten demonstriert, „dass das Evangelium eine unerschöpfliche Quelle ist, dank der wir auf einen neuen Himmel und eine neue Erde hoffen können, die uns verheißen sind“, sagte der Straßburger Weihbischof Christian Kratz.

Höhepunkt des Christentreffens war ein gemeinsamer Gottesdienst im „Palais des Sports“ von Mulhouse. Wie der Leiter des Kirchentag-Organisationsteams, Pfarrer Jean Marc Heintz, gegenüber der Nachrichtenagentur APD erklärte, seien erfreulicherweise die maximal 5.000 Personen fassende Sporthalle zu 60 Prozent, bis zu den obersten Rängen mit Gottesdienstbesuchern besetzt gewesen. Zahlreiche Kirchengemeinden aus dem Badischen, dem Elsass und aus den Kantonen Basel-Stadt und Baselland wären mit Bahn und Bus zum Kirchentag angereist.

Veranstalter des Kirchentages waren die reformierten Kirchen von Elsass-Lothringen, Basel-Stadt und Basel-Landschaft, die evangelischen Dekanate Lörrach und Schopfheim, die Lutherische Kirche Elsass-Lothringen und die römisch-katholische Kirche Basel-Stadt und Basel-Landschaft, die katholischen Dekanate Säckingen und Wiesental sowie die katholischen Pastoralgebiete von Mulhouse und Südelsass.

Im Oktober 2003 fand in Lörrach erstmals ein Kirchentag am Rheinknie statt, an dem sich über 1.200 Besucher aus Kirchengemeinden der Region TriRhena beteiligten. 2011 soll der 3. Tag der Kirchen am Rheinknie stattfinden. Es stehe allerdings noch nicht fest, ob die Einladung von den Basler Kirchen ausgehen werde, hieß es beim diesjährigen Organisationsteam.

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Waldbrände in Kalifornien bedrohen adventistische Schulen und Kirchen

Riverside, Kalifornien/USA, 26.10.2006/APD „Unter den wegen der Waldbrände in Kalifornien Evakuierten befinden sich auch 117 adventistische Familien“, teilte der Vizepräsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Südosten Kaliforniens, Pastor George King (Riverside), mit. Die Häuser von 22 dieser Familien seien bereits ein Raub der Flammen geworden. Etwa 20 bis 25 adventistische Kirchen in den Landkreisen San Diego und San Bernadino wären vom Feuer bedroht. Die Escondido Academy, die Hemet Adventist Christian School, die La Sierra Academy, die Murrieta Springs Adventist Christian School und die San Diego Academy hätten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen.

„Mehrere adventistische Kirchengemeinden haben“, laut King, „ihre Räumlichkeiten für Evakuierte geöffnet.“ Die Fallbrook Church im San Diego Landkreis verpflege Feuerwehrleute und die La Mesa Church beherberge elf Notfallseelsorger. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA habe als Soforthilfe 50.000 US-Dollar (35.500 Euro) zur Verfügung gestellt.
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Rektorenwechsel an Theologischer Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 26.10.2007/APD Zu Ehren des scheidenden Rektors, Professor Dr. Udo Worschech, lädt die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg am 28. Oktober zu einem archäologischen Symposium ein. Dabei sprechen unter anderem Professor Dr. Wolfgang Zwickel von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zu dem Thema „Die Biblische Archäologie in Deutschland“ und Dr. Friedbert Ninow (Theologische Hochschule Friedensau) über „Udo Worschech: Ein Porträt“. Das Symposium bildet den feierlichen Abschluss einer elfjährigen Tätigkeit von Worschech als Rektor, der aus Altersgründen aus dem Amt ausscheidet. Als Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie unterhielt er seit 1983 archäologische Grabungen im antiken Moab in Jordanien, deren Ergebnisse maßgeblich zur Erforschung der Eisenzeit jener Region beitrugen.

Mit einem Festakt wird am 29. Oktober der bisherige Dekan des Fachbereichs Theologie der Friedensauer Hochschule, Professor Dr. Johann Gerhardt, in das Amt des neuen Rektors eingeführt. Die Festansprache hält der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Gerhard wirkt seit 1992 an der Theologischen Hochschule Friedensau und wurde 2004 zum Professor für Pastoraltheologie berufen.

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Führung durch Hochschulbibliothek Friedensau am Tag der historischen Bibliotheken

Friedensau bei Magdeburg, 25.10.2007/APD Anlässlich des in Sachsen-Anhalt landesweiten Tages der historischen Bibliotheken lädt die Bibliothek der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg zu einer Führung durch die Bibliothek am Sonntag, 28. Oktober 2007, um 14 Uhr ein. Neben einem Rundgang durch die Bibliotheksräume und Erklärungen zu den Sammelschwerpunkten werden auch die Sondersammlungen gezeigt. Besonderer Höhepunkt ist die Präsentation des ältesten Buches des Bestands, die „Leychpredigten, darinnen viel schoene troestliche Sprueche aus dem alten und newen Testament erkleret werden“, die der Leipziger Superintendent Heinrich Salmuth im Jahr 1588 veröffentlichte.

Die Bibliothek der Theologischen Hochschule umfasst etwa 100.000 Medienbestände zu verschiedenen Wissenschaftsgebieten. 330 Zeitschriften werden fortlaufend bezogen, weitere 4.600 Zeitschriften sind digital verfügbar. Pro Woche hat die Hochschulbibliothek 74 Stunden geöffnet und steht den Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Rund 75.000 Besuche werden jedes Jahr verzeichnet.

Unter dem Motto „Verborgene Bücherwelten“ öffnen in Sachsen-Anhalt zum ersten landesweiten Bibliothekstag am 28. Oktober 2007 über 40 weitere Bibliotheken zwischen der Altmark und Zeitz, der Lutherstadt Wittenberg und Wernigerode ihre Türen, um mit ihren Buchbeständen auf ein wertvolles Kulturgut aufmerksam zu machen. Der Aktionstag ermöglicht Einblicke in die Sammlungs-, Forschungs- und Baugeschichte der Bibliotheken, in die Biografien herausragender Sammler und in die besonderen Schätze der Bestände. Das Spektrum der beteiligten Einrichtungen reicht von mittelalterlichen Klosterbibliotheken, über protestantische Kirchenbibliotheken und bedeutende Gelehrtensammlungen des 18. Jahrhunderts bis hin zu Privat- und Unternehmensbibliotheken der jüngeren Vergangenheit.
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Kirchentalkshow Tacheles geht wieder auf Sendung - Müssen die Zehn Gebote neu geschrieben werden?

Hannover, 25.10.2007/APD Nach längerer Pause und neu konzipiert geht die evangelische Fernseh-Talkshow „Tacheles“ zunächst mit zwölf Ausgaben wieder auf Sendung. In der Erstausgabe, die der Fernsehsender PHOENIX am Samstag, 27. Oktober, um 22.15 Uhr zeigt, steht die aktuelle Wertediskussion im Mittelpunkt. Zu Gast bei Moderatorin Ursula Ott (stellvertretende Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins „chrismon“) sind Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der stellvertretende „Stern“-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges, die Schriftstellerin Thea Dorn, die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sowie der Regisseur und Intendant Ulrich Khuon. Aufgezeichnet wurde die Sendung in der Sankt Matthäus-Kirche in Berlin.

Wie wichtig sind die Zehn Gebote als Werte für das Fundament unseres Zusammenlebens und des Staates? Ist die Kirche der Wertemonopolist? Braucht die Gegenwart noch die Zehn Gebote? Oder müssen sie gar neu geschrieben werden? Über die Wertediskussion in den Bereichen gesellschaftliche Entwicklung, Medien, Wirtschaft, Erziehung, Bildung und Familie diskutiert Ursula Ott mit ihren Gästen in „Tacheles – Die Zehn Gebote“. Die kommenden Folgen dieser Tacheles-Staffel setzen sich mit weiteren Aspekten der Zehn Gebote auseinander. Sie werden jeweils in einer anderen Kirche in Deutschland aufgezeichnet.

PHOENIX zeigt die Auftaktsendung am Samstag, 27.Oktober 2007, um 22.15 Uhr und am Sonntag, 28. Oktober, um 17.00 Uhr. Auch die folgenden Tacheles-Sendungen zu je einem der zehn Gebote sowie die Abschlusssendung sind bei PHOENIX zu sehen.
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Internationale Bezirksapostelversammlung der Neuapostolischen Kirche in Toronto

Toronto/Kanada, 24.10.2007/APD Unter dem Vorsitz ihres Stammapostels Wilhelm Leber (Zürich) findet am 25. und 26. Oktober in Toronto, der größten Stadt Kanadas und Hauptstadt der Provinz Ontario, die internationale Bezirksapostelversammlung der Neuapostolischen Kirche (NAK) statt. Bereits am 24. Oktober wird eine afrikanische und zum ersten Mal in der Geschichte der Neuapostolischen Kirche auch eine asiatische Bezirksapostelversammlung abgehalten.

An der internationalen Bezirksapostelversammlung nehmen alle 18 Bezirksapostel sowie 14 Bezirksapostelhelfer teil. Auf der Tagesordnung stehen verschiedene theologische und organisatorische Fragen.

Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts aus den Katholisch-Apostolischen Gemeinden entwickelt hat. Ihre Lehre betont die in der Offenbarung des Johannes (auch Apokalypse genannt) prophezeite nahe Wiederkunft Jesu Christi (Gemeinschaft mit apokalyptischer Endzeiterwartung).

Die Hierarchie umfasst in absteigender Reihenfolge drei Amtsgruppen: Apostel (Stammapostel, Bezirksapostel, Apostel), Priesterliche Ämter (Bischof, Bezirksältester, Bezirksevangelist, Hirte, [Gemeinde]-Evangelist, Priester) sowie Diakone (Diakon, bis 2002 auch noch Unterdiakon). Alle Amtsträger sind Männer und Laien. Sie arbeiten bis zur Stufe des Bezirksältesten in der Regel ehrenamtlich. Bischöfe und Apostel (Stammapostel, Bezirksapostel und Apostel) sind oftmals Angestellte der Kirche.

An der Spitze der Neuapostolischen Kirche steht seit Mai 2005 der Stammapostel Dr. Wilhelm Leber und leitet die Kirche von ihrem Hauptsitz in Zürich aus.

Die Neuapostolische Kirche hat nach eigenen Angaben weltweit über elf Millionen Mitglieder. In der Schweiz gibt es 35.000 Mitglieder in 230 Gemeinden. Mit ihren rund 375.000 Mitgliedern ist die Neuapostolische Kirche in Deutschland die viertgrößte christliche Konfession, neben der evangelischen Kirche, der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen.

Die NAK finanziert sich aus Spenden, so genannten Opfern der Mitglieder, eine Orientierung am biblischen Zehnten wird empfohlen.
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ACK Aschaffenburg nimmt Neuapostolische Kirche als Gastmitglied auf

Aschaffenburg, 24.10.2007/APD Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Aschaffenburg hat während ihrer Jahresversammlung die örtliche neuapostolische Kirchengemeinde als Gastmitglied aufgenommen. Gaststatus haben dort bereits die Freie evangelische Gemeinde und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Mitglieder sind die Katholiken, Lutheraner, Alt-Katholiken, Baptisten sowie die Syrisch-, Griechisch- und Rumänisch-Orthodoxen. Dem Aufnahmeverfahren der Neuapostolischen Gemeinde ging eine Selbstdarstellung mehrerer leitender Mitglieder der Glaubensgemeinschaft voraus, zu der auch der Glaube an den dreieinigen Gott gehöre. Ihr Taufverständnis entspreche dem der meisten christlichen Konfessionen. Andererseits billige die Neuapostolische Kirche dem Apostelamt eine besondere Bedeutung zu, das sich von den üblichen christlichen Führungsstrukturen wesentlich unterscheide.

Bereits im letzten Jahr wurde die örtliche neuapostolische Kirchengemeinde im bayerischen Memmingen als Gastmitglied in die dortige ACK aufgenommen. Zwischen der ACK Baden-Württemberg und der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland gibt es seit 2001 informelle Gespräche. Sie sollen dem gegenseitigen Kennenlernen dienen. Die Frage nach einer Mitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der ACK stand zu keinem Zeitpunkt im Raum. Beide Seiten einigten sich 2002 auf die Veröffentlichung eines gemeinsamen Kommuniqués, das unter http://cms.nak-sued/Kommunique_ACK.18404.0.html im Internet zu finden ist. In Deutschland gibt es rund 375.000 neuapostolische Christen, weltweit sind es über elf Millionen. Die Glaubensgemeinschaft hat in den letzten Jahren einige Lehränderungen vorgenommen und sucht eine vorsichtige Annäherung zu anderen Konfessionen.

Ausgelöst durch die Frage nach einer Mitarbeit bei der EXPO 02 nahm die Schweizer Neuapostolische Kirche Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz auf. Daraufhin wurde von beiden Seiten eine Gesprächsgruppe eingerichtet. Die neuapostolische Gesprächsdelegation besteht aus den Mitgliedern der internationalen Projektgruppe „Ökumene“ (PGÖ). Obwohl die Gespräche inoffiziellen Charakter haben, soll demnächst ein gemeinsames Positionspapier herausgegeben werden.

Auf der Ebene der weltweiten Neuapostolischen Kirche (NAK) mit Sitz in Zürich ist die internationale Projektgruppe „Ökumene“ seit Oktober 1999 tätig. Sie hat das Ziel, die Kontakte zu führenden Vertretern christlicher Kirchen und Gemeinschaften auszubauen sowie das Gespräch mit leitenden Persönlichkeiten innerhalb der ökumenischen Bewegung zu suchen. „Die Gespräche sind geprägt von einer sehr großen Aufgeschlossenheit und gegenseitiger Wertschätzung“, so der Vorsitzende der NAK-Projektgruppe, Apostel Volker Kühnle. Während einer Informationsveranstaltung zum Thema „Ökumene“ Ende September in Stuttgart erklärte Kühnle, die Gespräche hätten längerfristig „das Ziel der Prüfung eines Beobachterstatus beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und eines Gaststatus‘ bei der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)“.
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Deutsche Lutheraner für vertiefte Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche

Goslar, 23.10.2007/APD Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat sich für eine Vertiefung der Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche im Rahmen ihrer Beziehungen zu allen christlichen Kirchen ausgesprochen. Sie empfiehlt, dass die Bilaterale Arbeitsgruppe von VELKD und römisch-katholischer Deutscher Bischofskonferenz zügig ihre Arbeit aufnimmt. Die Generalsynode „sieht die ökumenische Gemeinschaft grundsätzlich nicht in Frage gestellt, wenn die in ihr verbundenen Kirchen für sich jeweils auf dem Grund der sie prägenden Tradition zu Regelungen ihres kirchlichen Lebens kommen, die bei den Partnern auf Grund ihrer Traditionen nicht praktiziert werden können“. Diese gehörten zu den Unterschieden, die eine Gemeinschaft aushalten müsse und könne, solange sie sich nicht kirchentrennend auswirkten.

Am Schlusstag ihrer Beratungen bekräftigte die Generalsynode in einer einstimmig gefassten Entschließung ihr „Ja zu einer Gemeinschaft in Vielfalt, die ihre Einheit in Jesus Christus vorgegeben weiß“. Die 62 Vertreterinnen und Vertreter teilen den Unmut in den Gemeinden über die jüngste Veröffentlichung der römisch-katholischen Glaubenskongregation „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“. Dieses Papier werde dem Stand der ökumenischen Beziehungen nicht gerecht. „Sie haben die schon bestehende ökumenische Gemeinschaft unnötig beschwert“, heißt es in der Entschließung. Den ökumenischen Partnerkirchen wird empfohlen, zu bedenken, dass sie in ihren grundsätzlichen Äußerungen zum Verständnis der Kirche Jesu Christi Erklärungen vermeiden, die den Eindruck vermitteln, andere Kirchen würden abgewertet und in ihrer Würde, Glieder am Leibe Christi zu sein, beschädigt.

Der vollständige Wortlaut der Entschließung ist im Internet unter www.velkd.de abrufbar.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen. Die VELKD repräsentiert rund 10,4 Millionen lutherische Gemeindeglieder.
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Weltweit 15,4 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 23.10.2007/APD „Zum 30. Juni 2007 gab es weltweit genau 15.433.470 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten“, teilte der Generalsekretär der Weltkirchenleitung, Pastor Matthew A. Bediako, mit. Von Juli 2006 bis Juni 2007 hätte sich über eine Million Menschen der Freikirche angeschlossen. Die Mitgliederzahl sei um 4,62 Prozent gestiegen. Das hänge auch mit der rückläufigen Zahl an Austritten zusammen, so Bediako. Während im Zeitraum 2005/2006 bei 100 neuen Mitgliedern gleichzeitig 45 bisherige die Freikirche verlassen hätten, seien es diesmal lediglich 24 gewesen. „Doch es gibt keinen Anlass, Lobeshymnen zu singen, solange uns Mitglieder aus den unterschiedlichsten Gründen den Rücken kehren.“
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Jiri Unger neuer Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz

Evia/Griechenland, 22.10.2007/APD Der seit vier Jahren als Generalsekretär der Evangelischen Allianz in der Tschechischen Republik amtierende Jiri Unger wird neuer Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz. Das beschloss die auf der Insel Evia in Griechenland tagende Mitgliederversammlung. Unger folgt dem bisherigen Präsidenten Dr. Nick Nedelchev aus Sofia, der nach zwei Amtsperioden satzungsgemäß nicht mehr für dieses Amt kandidieren konnte. In seiner acht Jahre währenden Amtszeit hat die Europäische Evangelische Allianz eine ganze Reihe neuer Mitgliedsallianzen aufgenommen, so dass sie jetzt nationale Allianzen aus 34 Ländern repräsentiert. Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeit, dass international arbeitende christliche Werke Mitglied werden können. Davon machten bisher 18 Organisationen Gebrauch.

Der 33-jährige Unger studierte Religion und Soziologie. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Amt als Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz führt er ehrenamtlich aus.

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Roms Sicht anderer Kirchen wie eine „kalte Dusche“

Goslar, 22.10.2007/APD Die Kirchen werden ihrem Auftrag besser gerecht, wenn sie ihn als gemeinsame Aufgabe verstehen. Darauf hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), aufmerksam gemacht. „Unser Wort wird kräftiger, wenn wir es gemeinsam sagen“, betonte er in seiner Analyse vor der Generalsynode der VELKD am 22. Oktober in Goslar über aktuelle Entwicklungen in der römisch-katholischen Kirche. Das Funktionieren der Ökumene auf den Ebenen des praktischen Miteinanders in Gemeinden und Kirchenkreisen sei der „Normalfall“. Zur „guten gelebten Ökumene“ auf diesen Ebenen gehöre auch die „funktionierende Zusammenarbeit auf manchen Feldern der Diakonie, der Bildung des Dienstes an Kindern und Jugendlichen und selbst der Seelsorge“. Insbesondere dort, wo eine der beiden Kirchen in einer deutlichen Diasporasituation sei, sei es üblich, dass Gemeindeglieder manche Dienste der anderen Kirche in Anspruch nähmen.

Der Braunschweiger Landesbischof monierte, dass die letzte Veröffentlichung der römisch-katholischen Glaubenskongregation – „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre von der Kirche“ – „ärgerlich und traurig“ mache. „Ärgerlich, weil dadurch, dass uns immer wieder gesagt wird, wir seien aus der Sicht Roms keine Kirche, immer wieder auch Wunden aufgerissen werden und Abkühlung entsteht.“ So ein Dokument wirke wie eine „kalte Dusche“. Traurig mache der Text aus folgenden Gründen: „Zum einen, weil sich die römisch-katholische Kirche damit selbst isoliert.“ Indem die eigene Sicht absolut gesetzt und damit die notwendig anzuerkennende Perspektivität geisteswissenschaftlicher Aussagen negiert werde, verabschiede sich der Vatikan aus dem Kreis ernst zu nehmender wissenschaftlicher Theologie. Zum anderen, weil solche Dokumente – „wahrscheinlich bewusst und gewollt – vor allem auf die wachsende Zahl in den eigenen Reihen zielen, die ökumenisch voran wollen, vor allem in den Gemeinden“. Unabhängig von der ausgelösten Verärgerung sollten wir „das Unsrige dafür tun, das Klima durch den Text der Glaubenskongregation nicht weiter abkühlen zu lassen“, empfahl der Catholica-Beauftragte.

Der Bericht des Catholica-Beauftragten kann im Internet unter www.velkd.de abgerufen werden.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaum­burg-Lippe und Thüringen. Die VELKD repräsentiert rund 10,4 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) sein Stellvertreter. Dem Amt der VELKD in Hannover steht der Leiter Dr. Friedrich Hauschildt vor. Einmal jährlich tagt im Oktober die Generalsynode der VELKD. Dieses Gremium umfasst 62 Vertreter aus den Gliedkirchen der VELKD. An der Spitze der Generalsynode steht als Präsident Richter Dirk Veldtrup (Hannover).

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Wenn der Urgroßvater mit der Urenkelin...

Aschaffenburg, 22.10.2007/APD Höchst ungewöhnlich klingt die Vorgeschichte eines kürzlichen Taufgottesdienstes in der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in Aschaffenburg. Die dortige Gymnasiastin Irina Sophie Krause (16) hatte schon länger ihre Entscheidung für Jesus Christus getroffen und wartete mit ihren Angehörigen und Freundinnen auf den Tag der Taufe. Sie war als einzige für die feierliche Handlung vorgesehen. Doch da gab es noch einen engen Verwandten der Familie, Irinas 88-jährigen Urgroßvater Ewald Kurpanek.

Der frühere SED-Spitzenfunktionär und Wirtschaftsführer aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, einst ein eingefleischter Atheist, entschloss sich zwei Tage vor der Taufe seiner Urenkelin spontan zu demselben Schritt, nachdem er schon vor längerer Zeit den Weg zu seiner gläubigen Verwandtschaft zurückgefunden hatte. Die Überraschung der Gemeinde war groß, als Bezirkspastor Martin Wanitschek plötzlich mit zwei Täuflingen am Taufbecken stand. Gemeindeleiterin Christina Zilk, Tochter von Ewald Kurpanek, konnte es kaum fassen, dass ihr Vater und ihre Enkelin am gleichen Tag gemeinsam ihr Leben Christus in der Glaubenstaufe übergaben. Sie nahm beide freudestrahlend in die Adventgemeinde auf.
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Alt-Katholiken in Österreich seit 130 Jahren staatlich anerkannt

Wien/Österreich, 21.10.2007/APD Die Alt-katholische Kirche Österreichs feiert am 21. Oktober mit einem Gottesdienst in der ihnen 1871 vom Wiener Magistrat überlassenen Rathauskapelle St. Salvator Kirche in Wien den 130. Jahrestag der staatlichen Anerkennung. Sie entstand aus dem innerkatholischen Widerstand gegen die beiden Dogmen von der Unfehlbarkeit (Infallibilität) und der bischöflichen Universalgewalt (Jurisdiktionsprimat) des Papstes, die 1870 allgemein verpflichtend verkündet wurden. Für eine Massenbewegung reichte dieser Anstoß allerdings nicht. Heute gibt es weltweit eine halbe Million Alt-Katholiken.

Die Alt-katholische Kirche Österreichs hat elf Kirchengemeinden mit knapp 15.000 Gläubigen. Sie gehört zur sogenannten „Utrechter Union“, dem Zusammenschluss der selbständigen alt-katholischen Landeskirchen. Alt-katholische Kirchen gibt es auch in Deutschland, Polen, Tschechien und in den USA. Die Alt-Katholiken in der Schweiz nennen sich Christkatholiken. Ehrenoberhaupt ist der Erzbischof der Kirche von Utrecht (Niederlande), die sich schon im 18. Jahrhundert nach einem kirchenrechtlichen Streit von Rom abgespalten hatte.

Die ersten alt-katholischen Aktionskomitees hatten sich unmittelbar nach der Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas gebildet. Einer ihrer berühmtesten Fürsprecher war der Münchner Stiftspropst und Kirchenhistoriker Johann Josef Ignaz von Döllinger, der später exkommuniziert wurde. Die ersten „antivatikanisch gesinnten Katholiken“ fühlten sich als die wahren Vertreter der katholischen Kirche, während sie den Papst und seine romtreuen Anhänger als Begründer einer neuen Kirche betrachteten.

Die österreichischen Alt-Katholiken verlangten daher bei ihrem ersten Gespräch mit dem Kultusminister das Mitbenutzungsrecht des Stephansdoms. Die Stadt Wien stellte ihnen dann immerhin die Kapelle St. Salvator im Alten Rathaus, mit 60 Sitzplätzen zur Verfügung. 1871 fand dort der erste alt-katholische Gottesdienst in Österreich statt. Die gesetzliche Anerkennung erfolgte 18. Oktober 1877 durch den damaligen k. u. k. Minister für Cultus und Unterricht, aufgrund des Anerkennungsgesetzes von 1874 (RGBl. 68/1874).
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Mahnmale für die Opfer der Stalindiktatur

St. Petersburg/Moskau, Russland, 24.10.2007/APD Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Stadt St. Petersburg enthüllten auf dem Levaschowskij Friedhof ein Mahnmal für die unter Josef Stalin in den 1930er Jahren ermordeten Adventisten. Laut dem Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Freikirche in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Viktor V. Vitko (Moskau), seien in den Jahren 1937 und 1938 140 Adventisten in Leningrad, wie St. Petersburg damals hieß, umgebracht worden. Die Gräber von fünf dieser Märtyrer hätten kürzlich identifiziert werden können. Es handele sich dabei um Nikolaij Arefiew, Grigorij Kichaew, Theodor Kotuhow, Adam Pletser und Wladimir Teppone. Der sowjetische Geheimdienst KGB habe den Friedhof bis 1989 genutzt.

Nach neueren Untersuchungen sollen in den 1930er Jahren allein in Leningrad über 40.000 Menschen von der politischen Polizei NKWD, einer Vorläuferorganisation des KGB, ermordet worden sein, berichtete Vitko. Die junge Generation wisse von diesen Ereignissen kaum noch etwas. „Deshalb ist ein derartiges Mahnmal wichtig.“ Während der Stalinzeit seien in der Sowjetunion über 3.000 Siebenten-Tags-Adventisten in Gefängnisse und Zwangsarbeitslager gebracht worden, darunter mehr als 200 Pastoren und Gemeindeleiter. Viele von ihnen hätten die Misshandlungen nicht überlebt. Heute gibt es in Russland rund 53.000 erwachsen getaufte Adventisten in 728 Gemeinden, die von 173 Pastoren betreut werden.

Auch in Moskau wurde ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Stalinismus eingeweiht. Rund 500 Menschen nahmen an einem orthodoxen Gottesdienst zur Segnung eines 12,5 Meter hohen Holzkreuzes in dem Vorort Butovo teil. Auf dem Gelände waren 1937 und 1938 über 20.000 politische Gefangene erschossen worden. Das Holzkreuz wurde in einem orthodoxen Kloster auf dem Solovki-Archipel in Nordrussland angefertigt. Dort war unter Stalin das erste der berüchtigten sowjetischen Arbeitslager errichtet worden.
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Theologische Hochschule Friedensau verleiht akademische Grade

Friedensau bei Magdeburg, 19.10.2007/APD „Ziele sich vornehmen, die auch erreichbar sind“, empfahl Klaus Ronsdorf, Leitender Regierungsdirektor im Kultusministerium Niedersachsens und Mitglied des Kuratoriums der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, den Absolventen der Hochschule anlässlich der Feierstunde zur Verleihung der akademischen Grade. Zu den Zielen gehörten aber auch Wertvorstellungen, die für das Leben maßgebend seien. Ein erfülltes Leben sei in ein Ganzes eingebettet. Dazu gehöre auch der Glauben an Gott, denn „gläubige Menschen sind gesünder und nicht so anfällig bei Krisen“.

Im Fachbereich Theologie erhielten zwei Absolventen den Magister Theologiae, darunter einer aus Serbien, elf den Master of Arts in Theology, von denen je einer aus Südkorea, Tansania und Moldawien stammt, sowie drei den Bachelor of Arts in Theology. Im Fachbereich Christliches Sozialwesen bekamen 18 Studierende den Bachelor of Arts in Social Work (Sozialarbeit), von denen zwei aus Rumänien und Kroatien kommen, eine den Magister Artium in Soziale Verhaltenswissenschaften und sieben den Master of Arts in Social Work, International Social Science (Internationale Sozialwissenschaften) oder Counseling (Beratungswissenschaften). Die Masterabsolventen sind aus Deutschland, Usbekistan, Jordanien, Bulgarien und Thailand.

Die 1899 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründete und 1990 staatlich anerkannte Theologische Hochschule Friedensau umfasst die beiden Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie mit insgesamt elf wissenschaftlichen Instituten. Derzeit studieren an der Hochschule 155 Studenten aus 29 Ländern in den Bachelor- und Master-Studiengängen Sozialarbeit, Internationale Sozialwissenschaften, Beratungswissenschaften und Theologie. Außerdem sind ein voruniversitäres Studium in Kirchenmusik sowie Deutsch als Fremdsprache mit den Abschlüssen „Zertifikat Deutsch“ (ZD) des Goethe-Instituts und „TestDaf“ für den Hochschulzugang möglich. Die Hochschulbibliothek umfasst etwa 100.000 Bücher, Videos und CDs aus den Bereichen Sozialwissenschaft, Politik, Geschichte, Philosophie, Theologie, Musik und benachbarten Gebieten. Rund 330 Zeitschriften werden fortlaufend bezogen.
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Jugendliche machen bei Web 2.0 mit

Stuttgart, 18.10.2007/APD Ein Viertel der jugendlichen Internetnutzer beteiligt sich aktiv am Web 2.0 und produziert mehrmals pro Woche eigene Inhalte, sei es durch das Einstellen von Bildern, Videos und Musikdateien oder das Verfassen von Blogs und Newsgroupbeiträgen. Fast jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen mit Interneterfahrung trägt so regelmäßig zum Web 2.0 bei. Dies sind erste Ergebnisse der repräsentativen JIM-Studie 2007 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zum Medienverhalten 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.

Wie die Untersuchung konkreter Web 2.0 Angebote weiter zeigt, werden diese aber vor allem passiv genutzt. So haben beispielsweise 78 Prozent der Internetnutzer schon einmal etwas in der Web 2.0 – Enzyklopädie Wikipedia gesucht, aber nur vier Prozent verfassten selbst Einträge. Ähnliches gilt für die Videoplattform „YouTube“, hier hat immerhin schon jeder zehnte jugendliche Internetnutzer einmal ein Video eingestellt, drei Fünftel nutzen diese Seite jedoch nur passiv und schauen Videos an. Bei „Myspace“ stellten sieben Prozent der Internetnutzer zwischen 12 – bis 19 Jahren Inhalte ein.

Dass das Thema Web 2.0 bei den Jugendlichen angekommen ist, zeigen auch die Angaben zu den Lieblingsseiten im Internet. Hier werden neben den Portalen der Provider und der Suchmaschinen von den Jugendlichen vor allem Angebote aus dem Bereich Web 2.0 genannt, die von den Nutzern selbst kreierte Inhalte präsentieren.

Insgesamt sind Computer und Internet bei den Jugendlichen weiter auf dem Vormarsch: Über zwei Drittel haben inzwischen einen eigenen PC oder ein Laptop, 45 Prozent können vom eigenen Zimmer aus online gehen. Die Bedeutung des Internets nimmt weiter zu: Aktuell zählen 93 Prozent der Jugendlichen zu den Onlinern. Die meisten sind dabei intensive Nutzer: 83 Prozent gehen mehrmals pro Woche oder täglich ins Netz.

Das sind erste Ergebnisse der JIM-Studie 2007, die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest nunmehr zum zehnten Mal jährlich erhebt. Sie dokumentiert das Medienverhalten der Jugendlichen zwischen 12- bis 19 Jahren in Deutschland. Die Gesamtergebnisse werden Ende November 2007 vorgestellt.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).
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Filmdokumentation über Adventist World Radio

Silver Spring, Maryland/USA, 17.10.2007/APD Tibetaner, die mehrere Tagesmärsche auf sich nahmen, um getauft zu werden, und Angehörige zahlreicher anderer Volksgruppen, die durch Rundfunksendungen zum Glauben an Jesus Christus fanden, zeigt eine Filmreihe, mit der Adventist World Radio seine Arbeit dokumentieren und bekannt machen will. „Making Waves“ (Wellen schlagen) soll Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika und andernorts die weltweite Radioarbeit ihrer Kirche nahebringen.

Für die ersten Folgen wurden Begebenheiten in Indien, Nepal und Myanmar aufgenommen. Sendungen aus anderen Ländern sind geplant. In den Programmen soll es nicht nur um die religiöse Bedeutung von AWR gehen, sondern die Produzenten wollen auch etwas von der Kultur und gesellschaftlichen Lage der besuchten Länder vermitteln.

Adventist World Radio (AWR) wurde 1971 gegründet, um Sendungen nach Europa und Nordafrika ausstrahlen zu können. Daraus hat sich inzwischen eine weltumspannende Radiomission mit Programmen in 70 Sprachen entwickelt. Allerdings konzentriert sich AWR auf Länder, in denen wegen geographischer, politischer oder religiöser Gründe Missionare nicht arbeiten können. Das hat zur Folge, dass adventistische Kirchenmitglieder in den Industriestaaten diese Sendungen nicht empfangen können und deshalb wenig über die Arbeit von Adventist World Radio wissen. Da sie aber die Radioarbeit hauptsächlich finanzieren, wurde die Filmdokumentation entwickelt.
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Jeder zehnte Christ aus Glaubensgründen diskriminiert

Bonn, 16.10.2007/APD Von den weltweit rund 2,1 Milliarden Christen leiden etwa 200 Millionen wegen ihres Glaubens unter Diskriminierungen, schwerwiegenden Benachteiligungen und zum Teil heftigen Anfeindungen bis hin zu Verfolgung. Informationen dazu liefert das neue Jahrbuch zur Christenverfolgung, das in Bonn von den Herausgebern, der Deutschen Evangelischen Allianz und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), vorgestellt worden ist. Das Taschenbuch „Märtyrer 2007″ ist als Dokumentation der evangelischen Nachrichtenagentur idea erschienen und über den Buchhandel oder die Herausgeber erhältlich.

Im vergangenen Jahr sei die Lage der meisten betroffenen Christen gleichbleibend angespannt geblieben oder habe sich noch weiter verschlechtert. Vor allem im Irak gebe es eine dramatische Zuspitzung der Situation. Drei Viertel der christlichen Iraker hätten wegen gezielter Einschüchterungen, Übergriffen und Entführungen ihre Heimat verlassen. Auch in Indien und Pakistan sei die Zahl der Drohungen und Gewalttaten durch nichtstaatliche Extremisten weiter gestiegen. Völlig neu wären in Pakistan Drohungen gegen Christen, entweder zum Islam überzutreten oder vertrieben zu werden.

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Literarischer Nachruf zum Tod des Schriftstellers Wolfgang Hilbig

Friedensau bei Magdeburg, 15.10.2007/APD In Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Schriftsteller Wolfgang Hilbig findet am 18.10.2007 um 20 Uhr in der Bibliothek der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau eine Lesung statt.

Hilbig, am 31.8.1941 in Meuselwitz/Thüringen geboren, von Beruf Dreher, Werkzeugmacher, Monteur, Erdarbeiter, Heizer, LPG-Schlosser, Aufräumer in einer Ausflugsgaststätte, Kesselwart und mehrfach ausgezeichneter Dichter (unter anderem der Georg-Büchner-Preis 2002), starb am 2. Juni 2007 an einem schweren Krebsleiden. Damit fehlt der deutschen Gegenwartsliteratur ein aufrechter, klarsichtiger und enorm sprachmächtiger Dichter, der vom „apokalyptischen Heizer von Meuselwitz“ (Bernd-Lutz Lange) zu „einem der gewaltigsten Meister der deutschen Sprache der Gegenwart“ (Die ZEIT) avancierte. „Seine Bücher sind Einladungen ins Bodenlose, sie gleichen Wegweisern ins Unwegsame. Wer ihnen folgt, darf darauf vertrauen, ein gründlich unvertrautes Reich zu betreten“ (Uwe Wittstock).

Die Lesung, gestaltet von Elke Siebert, M.A., Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, würdigt das Leben Hilbigs und stellt in Auszügen dessen Lyrik und Prosa vor.
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Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset neuer Apostolischen Nuntius in Deutschland

Bonn, 15.10.2007/APD Papst Benedikt XVI. hat Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset zum neuen Apostolischen Nuntius in Deutschland ernannt. Der zurzeit in Rumänien und Moldawien als Apostolischer Nuntius tätige Périsset hat eine fast 35-jährige Erfahrung im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Er ist Nachfolger von Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender, der am 30. September in den Ruhestand trat.

Erzbischof Périsset wurde am 13. April 1939 in Estavayer-le-Lac im Kanton Freiburg in der Schweiz geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Sarnen und Freiburg. Am 28. Juni 1964 empfing er die Priesterweihe in Freiburg. Nach seiner Promotion zum Doktor des Kirchenrechts in Rom trat er 1973 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er war in den Apostolischen Nuntiaturen im südlichen Afrika, in Peru, Frankreich, Pakistan und Japan tätig sowie im Staatssekretariat in Rom in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten.

Am 16. November 1996 wurde Périsset zum Titularbischof von Accia und zum außerordentlichen Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannt. Die Bischofsweihe durch Papst Johannes Paul II. erfolgte am 6. Januar 1997. Am 12. November 1998 wurde Périsset zum Titularerzbischof von Iustiniana Prima und zum Apostolischen Nuntius in Rumänien ernannt. Seit dem 22. März 2003 ist er zusätzlich Apostolischer Nuntius in Moldawien. Außer seiner Muttersprache Französisch spricht der Erzbischof deutsch, italienisch, spanisch, englisch und rumänisch.

Als Apostolischer Nuntius wird der päpstliche Gesandte bezeichnet, der den Heiligen Stuhl bei der Regierung eines Landes als Botschafter vertritt. Zugleich gewährleistet er als Vertreter des Papstes gegenüber den jeweiligen Ortskirchen das Einvernehmen zwischen der Teilkirche und der Gesamtkirche. In vielen Staaten ist der Vertreter des Vatikans „Doyen“ (Ältester) des Diplomatischen Korps und hat als solcher einige Ehrenrechte. Das gilt auch für Deutschland.
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Freikirchen im 19. Jahrhundert zwischen Wertschätzung und Ablehnung

Niedenstein bei Kassel, 15.10.2007/APD Mit dem Thema „Freikirchen als Außenseiter. Ihr Verhältnis zu Staaten und Kirchen im Deutschland des 19. Jahrhunderts“ befasste sich der Verein für Freikirchenforschung (VFF) während seiner Herbsttagung vom 11. bis 13. Oktober in Niedenstein bei Kassel in der Tagungsstätte des Mühlheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. Der pensionierte methodistische Pfarrer Dr. Hans Hauzenberger (Hölstein/Schweiz) beleuchtete dabei die Rolle der Evangelischen Allianz bei der Etablierung der Freikirchen in Deutschland. Bei ihrer Gründung 1846 in London habe die Allianz freikirchliche Prinzipien, wie die Glaubens- und Gewissensfreiheit, die Trennung von Kirche und Staat sowie das Prinzip der Freiwilligkeit, übernommen. Derartige Ideen hätten jedoch im Deutschland des 19. Jahrhunderts als revolutionär und als Gefahr für die bestehende Ordnung gegolten, so dass die Evangelische Allianz als eine Angelegenheit der Freikirchen angesehen worden und damit auf Ablehnung gestoßen sei.

Über die Freikirchen aus Sicht des römisch-katholischen Theologen Johann Adam Möhler (1796-1838) sprach Dr. Tim Lindfeld, Assistent am Johann-Adam-Möhler-Institut Paderborn. Möhler sei kein Ökumeniker im heutigen Sinne gewesen. Für ihn sei die Lehre der katholischen Kirche der Maßstab zur Beurteilung von Nichtkatholiken gewesen. Der Professor in Tübingen und München habe für die von ihm beschriebenen Wiedertäufer samt Mennoniten, Quäker, Herrnhuter, Methodisten, Swedenborgianer, Sozianer und Arminianer den damals üblichen Sektenbegriff verwendet. „Dennoch fand er bei ihnen mehr Übereinstimmung mit der katholischen Lehre als bei den evangelischen Kirchen, so dass die Sekten für ihn höher zu bewerten waren.“

Als die Heilsarmee 1886 in Stuttgart mit ihrer Arbeit begann, habe sie Unterstützung bei den Methodisten und bei der evangelischen Abstinenzbewegung „Blaues Kreuz“ gefunden, berichtete Uwe Heimowski, Mitglied der Heilsarmee und Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gera. „Abgelehnt wurde sie von Theologen der evangelischen Kirchen. Auch gab es Übergriffe durch den Straßenpöbel und Einschränkungen ihrer Arbeit durch die Polizei.“

Der Jurist Dr. Harald Mueller (Wunstorf), Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, erläuterte die rechtliche Lage der Freikirchen in den deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts. Manche Verfassungen hätten ihren Bürgern Glaubens- und Gewissensfreiheit zugesichert. Dennoch sei auch in diesen Ländern zwischen staatlich anerkannten Kirchen und nur geduldeten Religionsgemeinschaften, die als Vereine unter Polizeirecht standen, unterschieden worden.

Diplom-Theologe Thomas Hahn-Bruckart (Edewecht/Oldenburg) befasste sich mit Friedrich von Schlümbach (1842-1901), der als Methodist von 1881 bis 1883 aus den USA nach Deutschland kam, um innerhalb der Landeskirchen mit Genehmigung der zuständigen Pfarrer Evangelisationen zu halten. Schlümbach gab 1882 den Anstoß zur Gründung des Vereins Christlicher Junger Männer (CVJM). Obwohl seine Evangelisationen viele Menschen ansprachen und er nie jemanden von der evangelischen Kirche abwarb, wurde die Kritik an seiner methodistischen Zugehörigkeit immer größer. Daher trat Schlümbach aus der Methodistenkirche aus, schloss sich in den USA der Evangelischen Synode an, um weiterhin unter den Deutschen evangelischen Glaubens als Evangelist tätig sein zu können.

Stefan Duhr (Berlin) untersuchte im Rahmen seiner Magisterarbeit die freikirchlichen Bibliotheken der theologischen Seminare der Siebenten-Tags-Adventisten und Baptisten in Friedensau bei Magdeburg und in Buckow in der Märkischen Schweiz bei Berlin. In Friedensau habe es 1947 einen Buchbestand von 4.000 Bänden gegeben, der bis 1988 auf 15.000 angewachsen sei. In Buckow hätten sich 1959 bei Gründung des Seminars lediglich 150 Bücher befunden, die bis 1989 auf etwa 3.000 Bände hätten aufgestockt werden können. Duhr erläuterte, wie die Bibliotheken sich neue Bücher auf legale, bedingt legale und illegale Weise beschafften.

Die Haltung von Baptistengemeinden zum NS-Staat stellte Dr. Hans-Joachim Leisten (Berlin) anhand deren Festschriften dar. Sein Fazit: In den Gemeinden habe große Angst geherrscht, so dass sie sich den damaligen Gegebenheiten angepasst hätten. Günter Balders, Mitglied der Paul-Gerhard-Gesellschaft, dokumentierte die Wertschätzung der Freikirchen für den evangelischen Liederdichter Paul Gerhard (1607-1676). In den von ihm untersuchten 43 Liederbüchern von 13 Freikirchen aus den Jahren 1850 bis 1998 seien insgesamt 44 verschiedene Paul-Gerhard-Lieder zu finden.

Die nächste Frühjahrstagung des Vereins für Freikirchenforschung findet vom 6. bis 8. März 2008 zum Thema „Das Erbe weitergeben“ an der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg statt.
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Gute Zusammenarbeit zwischen „Bibel TV“ und „Stimme der Hoffnung“

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 14.10.2007/APD Schon seit einigen Jahren gebe es freundschaftliche Kontakte zwischen den beiden christlichen Sendeanstalten „Bibel TV“ und „Stimme der Hoffnung“ der Siebenten-Tags-Adventisten, betonte der Geschäftsführer des adventistischen Medienzentrums, Pastor Matthias Müller. Erstmals besuchte mit Geschäftsführer Pfarrer Bernd Merz ein Vertreter von Bibel-TV das neue Medienzentrum der Adventisten in Alsbach-Hähnlein. Merz war Rundfunkbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit dem 1. Oktober ist er gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Henning Röhl gleichberechtigter Geschäftsführer von „Bibel TV“. Merz wird vor allem für den neuen Jugendsender von „Bibel TV“ mit dem Arbeitstitel „JTV“ verantwortlich sein, der demnächst starten soll.

„Wir erleben die Kollegen von ‚Bibel TV‘ als sehr aufgeschlossen. Wir können uns eine weitere Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen gut vorstellen. Sowohl die ‚Stimme der Hoffnung‘ als auch ‚Bibel TV‘ würden davon profitieren“, sagte Müller bei der Begegnung. Beide christlichen Sendeanstalten tauschten immer wieder Beiträge aus. Dabei stelle die „Stimme der Hoffnung“ verschiedene Sendungen aus ihrem „Hope Channel“-Programm „Bibel TV“ für dessen Programm zur Verfügung. Derzeit würden in loser Folge Beiträge der Reihe „Die Suche“ über „Bibel TV“ ausgestrahlt, teilte Müller mit.
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20.000 Euro für Behindertenwohnheim

Karlsruhe, 13.10.2007/APD Die rund 7.000 Besucher der Konferenz des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten am 22. September in der dm-Arena in Karlsruhe haben für das „Haus Odenwald“, eine adventistische Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen in Groß-Umstadt bei Darmstadt, 20.016 Euro gespendet.

Das „Haus Odenwald“ verfügt über 20 Einzel- und zwei Doppelzimmer, die individuell gestaltet und möbliert werden können. Die seit Juni 2006 bestehende Einrichtung bietet für 24 Geistig- und Mehrfachbehinderte Wohnräume von 18 bis 37 Quadratmetern Größe mit eigenem Bad, welche alle die staatlich festgelegte Norm überschreiten. Dazu kommen Gemeinschaftsräume sowie Räumlichkeiten zum Werken, Basteln und Sport. Die üblichen Kommunikationsmöglichkeiten, wie Radio, Fernsehen, Telefon, Internet, Literatur und Zeitungen, sind vorhanden. Auch Gästezimmer für Besucher gibt es. Mit der Dieburger Werkstatt für Behinderte besteht eine Kooperation, so dass ein Teil der Bewohner dort arbeiten kann.
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Europäischer Gerichtshof für Befreiung vom Religionsunterricht in der Türkei

Straßburg/Frankreich, 13.10.2007/APD Die Tochter einer türkischen Familie alevitischen Glaubens braucht nicht am Religionsunterricht an einer öffentlichen Schule in der Türkei teilzunehmen, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Die Aleviten, deren Glauben sich auch aus dem schiitischen Islam entwickelt hat, bilden in der Türkei mit etwa 20 Prozent die größte Religionsgruppe nach den sunnitischen Muslimen. Der Vater hatte gegenüber der Schulbehörde geltend gemacht, dass der staatlich verordnete Religionsunterricht nicht neutral sei, da hauptsächlich der Islam sunnitischer Prägung gelehrt werde. Der türkische Staatsrat lehnte jedoch im Jahr 2003 den Antrag auf Befreiung vom Religionsunterricht ab, da dieses Schulfach in der türkischen Verfassung verankert sei.

Die Straßburger Richter urteilten, dass an türkischen Schulen der Religionsunterricht „nicht den Kriterien einer pluralistischen Erziehung in einer demokratischen Gesellschaft“ entspräche, da hauptsächlich der sunnitische Islam gelehrt werde. Ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit liege auch deshalb vor, weil die Antragstellung auf Befreiung vom Religionsunterricht zu „schwerfällig und belastend“ sei, da die Antragsteller verpflichtet wären, „ihre religiösen oder philosophischen Überzeugungen offenzulegen“.
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ADRA Marokko als Hilfswerk staatlich anerkannt

Rabat/Marokko, 11.10.2007/APD Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Marokko hat die staatliche Anerkennung als humanitäre Organisation erlangt. Dadurch könne das Hilfswerk noch besser auf die vielfältigen Nöte im Land reagieren, sagte ADRA-Landesdirektor Michael Reich. ADRA ist seit Mitte 1980 in Marokko tätig und bekam 1998 mit Jean-Phillipe Lezeau den ersten Landesdirektor.
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ADRA hilft in schwieriger Situation in Afghanistan

Weiterstadt bei Darmstadt, 11.10.2007/APD Flüchtlinge, die in ihre afghanische Heimat zurückkehren, werden mit einer zerstörten Infrastruktur, Arbeitslosigkeit, Ablehnung bei den Daheimgebliebenen, überforderten Behörden und unklaren Rechtsverhältnissen konfrontiert. Sie stehen vor den Trümmern ihrer eigenen Vergangenheit und sind auf Hilfe angewiesen. Trotz der instabilen Verhältnisse wird die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes das Überleben in den Wintermonaten sichern. In dem von der afghanischen Regierung zugeteilten Gebiet Bariq-Ab, nahe der Grenze zu Parwan, erhalten die Familien dringend benötigte Winterhilfe in Form von Decken, Plastikplanen, Holzkohle und Schuhen.
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Studenten aus fünf Kontinenten beginnen Studium in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 11.10.2007/APD Zum Wintersemester 2007/2008 beginnen 34 Studenten ihr Studium an der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau. Die Studienanfänger stammen unter anderem aus Haiti, Brasilien, Ghana, Nigeria, Myanmar, Korea, China und mehreren europäischen Staaten. Die Studentenschaft umfasst insgesamt 29 Nationen. Der Ausländeranteil beträgt 34 Prozent. Zur Einschreibung begrüßte der neue Rektor, Professor Dr. Johann Gerhardt, die Studienanfänger und verglich den Studienbeginn mit einem zum Greifen ausgestreckten Arm. So erfordere ein Studium eine progressive Haltung mit Motivation und Zielorientierung. Gleichzeitig sei es notwendig, den Arm nicht nur zur Verwirklichung der abgesteckten Ziele auszustrecken, sondern auch den Kommilitonen und Mitbürgern mit fremder Kultur und Sprache die Hand entgegen zu reichen.

Zum Semesterbeginn wurden an der Hochschule personelle Änderungen wirksam. Im Fachbereich Christliches Sozialwesen übernahm Dr. phil. Dr. rer. medic. Silvia Hedenigg den Lehrstuhl für Soziale Arbeit und Gesundheitswissenschaften und leitet den Masterstudiengang Soziale Arbeit. Sie wirkte bisher als Studiengangsleiterin für Soziale Dienstleistungen für Menschen mit Betreuungsbedarf an der Fachhochschule Linz/Österreich. Im Fachbereich Theologie trat der Neutestamentler Dr. Bernhard Oestreich das Amt des Dekans an. Der bisherige Dekan, Professor Dr. Johann Gerhardt, ist seit 1. Oktober Rektor der Theologischen Hochschule. Er wurde im Februar vom Kuratorium der Hochschule zum Rektor gewählt und wird am 29. Oktober in Anwesenheit von Kultusminister Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz feierlich in das Amt eingeführt.

Zur Eröffnung des akademischen Jahres 2007/2008 findet am Samstag, 13. Oktober 2007 um 16 Uhr in der Kirche „Unser Lieben Frauen“ (Oberkirche) in Burg ein Orchesterkonzert statt. Es erklingen L’Arlésienne Suite Nr. 1 von Georges Bizet (1838-1875), das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 24 c-Moll KV 491 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) sowie die Sinfonie Nr. 7 h-Moll („Die Unvollendete“) von Franz Schubert (1797-1828). Es spielt das Orchester der Theologischen Hochschule Friedensau unter der Leitung von Prof. Wolfgang Kabus, Augsburg, und Jürgen Hartmann, Berlin.
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Sergijew Possad Kloster wieder Zentrum orthodoxer Spiritualität

Moskau/Russland, 10.10.2007/APD Mit 170 Mönchen, 550 Studenten und über 1.000 Studenten im Fernstudium ist das vom Heiligen Sergij von Radonesch im Jahre 1340 gegründete russisch-orthodoxe Dreifaltigkeitskloster Sergijew Possad, 80 Kilometer nordöstlich von Moskau, das bedeutendste Zentrum orthodoxer Spiritualität und Lehre Russlands. Wie der stellvertretende Rektor und Geschäftsführer der seit 1814 im Klosterkomplex angesiedelten Moskauer Geistlichen Akademie, Hegumen Wassijan Zmejew, einer Gruppe ausländischer Journalisten mitteilte, wachse die Studentenzahl weiter an. Nachdem das Kloster während der Zeit der sowjetischen Herrschaft geschlossen war, blühe es seit Beginn der neunziger Jahre erneut auf.

Neben der Geistlichen Akademie, an der auch Laientheologen studieren können, unterhält das Kloster ein Priesterseminar und eine Ikonenmalschule. Die meisten ausländischen Studenten kommen aus Serbien und Bulgarien, einige auch aus dem deutschsprachigen Raum. Von der Bedeutung des Klosters zeuge laut Zmejew auch die prominente Leitung. Ehrenabt ist der Patriarch von Moskau, Aleksij II.. Geleitet wird es von seiner „rechten Hand“, Erzbischof Ewgenji.

In den ehemaligen Wohnräumen des russischen Zaren, die ebenfalls zur weitläufigen Klosteranlage zählen, ist heute ein Museum untergebracht, welches neben der Geschichte des Klosters in einem eigenen Raum auch über die römisch-katholische Kirche informiert. Dies sei notwendig, so Zmejew, da selbst unter den orthodoxen Studenten eine „große Unwissenheit“ über die katholische Kirche herrsche.

Die weltbekannte Klosteranlage wurde im Zuge der russischen Revolution 1917 verstaatlicht. Die Mönche flohen oder versteckten sich, zahlreiche wurden ermordet. Zu Sowjetzeiten wurde die Stadt und das Kloster zu Ehren des Revolutionärs Wladimir Sagorski in Sagorsk umbenannt. Erst im Jahr 1943 konnte mit der Wiedereröffnung des Klosters das religiöse Leben erneut aufgenommen.

Von 1946 bis 1988 war das Kloster Sitz des Patriarchen von Moskau und ganz Russland. Seit 1993 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aufgrund seiner Bedeutung sowie seiner architektonischen Besonderheit wurde es zur „Lawra“ erhoben, ein Ehrentitel, den nur wenige Klöster in Russland und in der Ukraine tragen, darunter das Alexander-Newski-Kloster in St. Petersburg, das Kiewer Höhlenkloster, das Himmelfahrtskloster von Potschajew sowie das Himmelfahrtskloster von Swjatogorsk.

Nach dem Besuch der Klosteranlagen in Sergijew Possad und deren theologischen Einrichtungen trafen die Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Moskau auch mit Leitern der russischen Kirchen zusammen. An der Informationsreise nahmen unter anderem Vertreter des ORF Hörfunk sowie der Nachrichtenagenturen APA (Wien), APD (Basel) und Kathpress (Wien) teil.
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Verzicht auf Todesstrafe ist Merkmal für Demokratie

Ostfildern bei Stuttgart, 09.10.2007/APD Die „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“ (ACAT) ruft anlässlich des 5. Welttages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober zum Protest gegen die Todesstrafe und zum Einsatz für ihre weltweite Abschaffung auf. Zusammen mit anderen Menschenrechtsorganisationen wird darauf hingewiesen, dass die Todesstrafe das Recht auf Leben verletze, eine grausame und unmenschliche Strafe darstelle, dauerhaft die Gefahr berge, unschuldige Personen irrtümlich hinzurichten, keine zusätzliche Abschreckungswirkung habe und die Gesellschaften verrohe, die diese Form der staatlich sanktionierten Tötung anwendeten.

Die Mitglieder der internationalen christlichen Menschenrechtsvereinigung ACAT setzen sich seit über 30 Jahren für eine Welt ohne Folter ein. Mit Briefaktionen, Protestnoten und Eingaben an Regierungen und Behörden in aller Welt wehrt sich die ACAT gegen Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Misshandlung und Todesstrafe.

Nach ACAT-Angaben wird die 62. Generalversammlung der Vereinten Nationen über eine Resolution für ein weltweiten Moratorium für Hinrichtungen beraten. Im Dezember soll über diesen weltweiten Hinrichtungsstopp abgestimmt werden.

Kirchliche Stimmen
Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, hat die Abschaffung der Todesstrafe als „wesentliches Merkmal eines demokratischen Rechtsstaates“ bezeichnet. Der Verzicht auf Hinrichtungen bringe zum Ausdruck, dass der Staat seine Macht nicht unbegrenzt ausüben könne, erklärte Schindehütte im Hinblick auf den internationalen Aktionstag.

Auch der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaelle, forderte die Abschaffung der Todesstrafe in aller Welt. „Die moderne Gesellschaft hat alle Mittel, um eine Person unter Kontrolle zu halten, die sich eines Gewaltverbrechens schuldig gemacht hat“, erklärte der Kurienkardinal wörtlich. Er sehe „absolut keine rationale Begründung für die Todesstrafe“.

Amnesty International
Amnesty International (ai) rief die internationale Staatengemeinschaft ebenfalls dazu auf, bei der UNO-Generalversammlung im Dezember für einen weltweiten Hinrichtungsstopp zu stimmen. Die Versammlung sei eine historische Chance für die Menschenrechte. Die Staaten, welche die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft hätten, verfügten in der Versammlung über die notwendige Mehrheit, um den geplanten Hinrichtungsstopp zu erreichen. Trotz der Mehrheitsverhältnisse in der Generalversammlung fürchtet Amnesty International, dass die Mehrheit für einen Hinrichtungsstopp wegen politischer Absprachen nicht zustande kommt. „Bei UN-Entscheidungen spielen politische Allianzen und Abhängigkeiten eine nicht zu vernachlässigende Rolle“, betonte ai-Experte Oliver Hendrich. Die Länder mit Todesstrafe würden versuchen, andere Staaten auf ihre Seite zu ziehen, um einen Hinrichtungsstopp zu verhindern.

Zwar beobachte ai seit Jahren den Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe. Bereits jetzt würden etwa zwei Drittel aller Länder diese Form der Bestrafung nicht mehr anwenden. Doch lebe ein Großteil der Weltbevölkerung in Ländern, in denen die Todesstrafe weiterhin gelte. Weltweit sitzen derzeit über 20.000 Menschen im Todestrakt. 2006 wurden mindestens 1.591 Menschen hingerichtet und 3.861 zum Tode verurteilt.

Nach ai-Recherchen halten noch immer 68 Staaten rechtlich an der Todesstrafe fest. Nur wenige jedoch vollstreckten tatsächlich jedes Jahr auch Todesurteile. So fanden im Jahr 2005 94 Prozent aller weltweiten Hinrichtungen in den vier Ländern China (1.770), Iran (94), Saudi-Arabien (86) und USA (60) statt.

Blick auf Europa
In Europa gibt es, mit Ausnahme von Weissrussland, keine Todesstrafe mehr. Durch das Moratorium in der Russischen Föderation und in Monaco wurde die Todesstrafe in den 47 Mitgliedsstaaten des Europarates de facto abgeschafft.

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„Schatzkiste“, das neue Bibelheft für Schulkinder

Hannover, 09.10.2007/APD Seit über 150 Jahren gehört zum wöchentlichen Sabbatgottesdienst der Siebenten-Tags-Adventisten neben der Predigt auch ein Bibelgespräch in kleinen Gruppen. Jedes Vierteljahr erscheint dazu ein neues „Studienheft zur Bibel“, das weltweit die gleiche Thematik hat, mit einer deutschsprachigen Auflage von etwa 27.000 Exemplaren. Daneben gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ebenfalls vierteljährlich mit einem neuen Thema, das Heft „Side by Side“ zum Bibelgespräch für Jugendliche (16 bis 19 Jahre), „4you“ für zwölf- bis 15-jährige, ein Heft für Schulkinder sowie Material für Kinder und Kleinkinder.

Neu ist seit Oktober die „Schatzkiste“, ein Bibelheft für acht- bis elfjährige. Es ersetzt die bisherige Reihe „Er liebt auch mich“. Die „Schatzkiste“ bietet biblische Inhalte altersgerecht an. Jedes dieser vierteljährlichen Hefte ist vierfarbig gestaltet, hat einen Umfang von 96 Seiten und enthält bebilderte biblische Geschichten mit Rätseln. Außerdem gibt es im Anhang die Themen „Tiere und Natur“, „Welt der Bibel“, „Selbst gemacht“ und „Kurioses“. Erstellt wird das Material für Kleinkinder bis zu den Jugendlichen vom Religionspädagogischen Institut der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und der Schweiz.

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Landesweit adventistische Laienevangelisten in der Ukraine im Einsatz

Kiew/Ukraine, 08.10.2007/APD Rund einhundert Laienmitglieder und Pastoren der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus Europa und Nordamerika führen bis zum 14. Oktober an 50 Orten der Ukraine Evangelisationsvorträge durch. Wie der Präsident der Ukrainischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Volodymyr A. Krupskyi, der Nachrichtenagentur APD mitteilte, seien fünfzig Teams, bestehend aus Laien, Pastoren und Übersetzern, im evangelistischen Einsatz. Zu den Mitwirkenden der landesweiten Evangelisation zählten laut Krupskyi das private adventistische Missionswerk „The Quiet Hour“ (Redlands/Kalifornien) und deren Partnerorganisation „Share Him“ (Apison/Tennessee). Beide Laienorganisationen verfügen über Erfahrungen in der Durchführung von Laienevangelisationen sowie über Ausbildungs- und Vortragsmaterialien in russischer und ukrainischer Sprache.

Vor Beginn der Evangelisationseinsätze absolvierten die einheimischen Pastoren ein Trainingsprogramm, um auch ukrainische Laienmitglieder in der Verbreitung der Evangeliumsbotschaft anzuleiten. „Wir glauben, dass durch diese evangelistischen Bemühungen in dieser kritischen Zeit der ukrainischen Geschichte Zehntausende zum Glauben an Christus geführt werden können“, so Kirchenpräsident Krupsky. Ein Team von ehrenamtlich tätigen Ärzten und Zahnärzten der kalifornischen Loma Linda Universität begleitet die Laienevangelisten während ihres 19-tägigen Einsatzes und bietet den Besuchern der Bibelvorträge Gesundheitstipps sowie die Möglichkeit zu kurzen ärztlichen Konsultationen.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist schon seit 140 Jahren in der Ukraine vertreten. Heute leben in dem Land 61.241 erwachsen getaufte Mitglieder. Sie sind in 908 Kirchengemeinden organisiert und werden von 188 Pastoren betreut. Für die Gemeinden gibt es jedoch nur 609 Kirchen und Kapellen. Derzeit sind landesweit 155 Kirchengebäude im Bau. Zur Freikirche gehören auch das Ukrainische Institut für Künste und Wissenschaften (eine staatlich anerkannte Hochschule) bei Kiew, eine Grundschule, eine englische Sprachschule sowie ein Medienzentrum und ein Verlagshaus. Ferner ist die internationale Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Kiew mit einem nationalen Büro vertreten.

Das von der Freikirche unabhängige adventistische Missionswerk „The Quiet Hour“ wurde 1937 von Adventistenpastor Julius L. Tucker gegründet, während „Share Him“ eine eigenständige adventistische Laienevangelisationsbewegung ist, die vom früheren Präsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, Pastor Robert S. Folkenberg (Charlotte/ North Carolina), ins Leben gerufen wurde. Das auf Freiwilligeneinsätze im In- und Ausland spezialisierte Werk arbeitete bis vor kurzem unter dem Namen „Global Evangelism“ (Globale Evangelisation). Es wird von der regionalen North Carolina-Vereinigung der Freikirche mitgetragen.
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Christlicher Buchhändler in Gaza-Stadt entführt und ermordet

Gaza-Stadt, 08.10.2007/APD Wie die Palästinensische Bibelgesellschaft (PBG) bekanntgab, wurde der Leiter ihres Buchladens in Gaza-Stadt, Rami Khader Ayyad, am Samstag (6.10.) von einer „unbekannten Gruppe“ gekidnappt, kurz nachdem er die Buchhandlung geschlossen hatte. Er konnte offensichtlich noch beobachten, wie ein Auto ohne Kennzeichen ihn verfolgte. Gegen 18 Uhr habe seine Familie einen Anruf von ihm erhalten. Am Sonntagmorgen (7.10.) fand die palästinensische Polizei des Gazastreifens die Leiche des christlichen Buchhändlers in der Nähe seiner Buchhandlung. Nach Angaben von Vertretern der Gesundheitsbehörden soll Ayyads Leiche mehrere Einschüsse und Messerstiche aufweisen.

Der 32-jährige hinterlässt eine schwangere Frau und zwei Kinder. Bislang hat sich noch niemand zu dem Mord bekannt. Die Identität der Täter und deren Motive sind noch völlig unbekannt. Ayyad habe bereits früher mehrfach Todesdrohungen erhalten.

Der Baptistenpastor in Gaza, Hanna Massad, berichtete der in Bonn ansässigen katholischen Nachrichtenagentur KNA, dass nach Angaben der Polizei Ayyad durch zwei Schüsse aus nächster Nähe in den Kopf und in die Schulter getötet worden sei. Ebenso müsse er schwer geschlagen worden sein, wovon offene Knochenbrüche zeugten. Massad ging von der Tat einer extremistischen Gruppe aus. Das von der Hamas geführte Innenministerium im Gazastreifen verurteilte inzwischen das Verbrechen.

Nach Angaben des Pastors wurde Ayyad schon vor einigen Tagen von Unbekannten verfolgt, wie er seinen Freunden berichtet habe. Nach seiner Entführung hätten ihm die Kidnapper offenbar noch erlaubt, mit seiner schwangeren Frau und seinen Freunden von der Bibelgesellschaft zu sprechen. „Er sagte, dass er in Ordnung sei, aber seine Stimme klang nervös.“ Der Pastor erklärte weiter, dass Ayyad früher der römisch-katholischen Kirche angehört habe, ehe er Baptist wurde. Muslim sei er nie gewesen.

Die Bibelgesellschaft im Gazastreifen wird von Suhad Massad, der Gattin des Baptistenpastors, geleitet. Die 1993 gegründete Palästinensische Bibelgesellschaft (PBG) hat ihren Hauptsitz im Ostteil Jerusalems. Sie unterhält vier Niederlassungen im Gaza-Streifen und im Westjordanland. Zusammen mit 139 weiteren nationalen Bibelgesellschaften ist die die PBG Mitglied im Weltbundes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies).

Im Gazastreifen, der zur Zeit von der Hamas kontrolliert wird, leben rund 1,5 Millionen Einwohner. 99 Prozent sind islamischen Glaubens. Von den über 2,4 Millionen Einwohnern im Westjordanland sind etwa 75 Prozent Muslime, 17 Prozent Juden und acht Prozent Christen.
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Richtfest für die neue Friedensauer Bibliothek ohne Alkohol

Friedensau bei Magdeburg, 07.10.2007/APD Nach viermonatiger Bauzeit feierte die Theologische Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg das Richtfest für ihre neue Bibliothek. Der dabei sonst übliche Schnaps nach dem Zimmermannsspruch entfiel. Auch bei dem anschließenden Fest gab es neben belegten Brötchen nur alkoholfreie Getränke. Laut dem Kanzler der Hochschule, Roland Nickel, lebten Adventisten aus Verantwortung gegenüber Gott, sich selbst und dem Mitmenschen abstinent. „Wer erkannt hat, was für ein Problem der Alkoholismus in unserer modernen Gesellschaft ist, der wird unser Richtfest als zukunftsweisend ansehen.“

Der Neubau hat mit dem Richtfest das dritte Geschoss erreicht. Er soll mit insgesamt 2.750 Quadratmetern Nutzfläche einmal rund 230.000 Medieneinheiten Platz bieten. Neben den 100.000 bereits vorhandenen Büchern und Zeitschriftenbänden soll eine moderne Glasfaserkabelverbindung den weltweiten Austausch mit Katalogen und Datenbanken anderer Bibliotheken ermöglichen. Die Friedensauer Hochschulbibliothek verwaltet außerdem die Bibliothek des Vereins für Freikirchenforschung mit einer Sammlung von Büchern und Zeitschriften der verschiedenen Freikirchen in Deutschland. Auch das in Friedensau ansässige Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa wird in der neuen Bibliothek Räumlichkeiten erhalten. Die Einweihung der neuen Hochschulbibliothek ist für das Frühjahr 2008 vorgesehen. Bis dahin können die Bauarbeiten mittels einer Webcam über die Homepage der Theologischen Hochschule unter http://www.thh-friedensau.de verfolgt werden.
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Europäische Baptisten mit neuem Präsidenten

Budapest/Ungarn, 07.10.2007/APD Die Europäische Baptistische Föderation (EBF), der Dachverband von rund 800.000 Baptisten in Europa und im Nahen Osten, hat mit Pastor Toma Magda (47) einen neuen Präsidenten. Der Leiter des kroatischen Baptistenbundes wurde zum Abschluss der EBF-Ratstagung vom 26. bis 29. September in Budapest in sein neues Amt eingeführt. Nach seinem Theologiestudium in Osijek arbeitete Magda 17 Jahre lang als Regionalpastor in der Region Osijek. Seit 2003 ist er Leiter des Pastoralzentrums der Baptisten in Cakovec.

Die 150 Delegierten der Ratstagung nahmen eine Resolution an, in der sie die Baptisten dazu einladen, sich auch mit anderen Glaubensgemeinschaften gemeinsam für Religionsfreiheit und Menschenrechte zu engagieren. Ausdrücklich wird darauf verwiesen, dass zur Religionsfreiheit das Recht gehöre, seinen Glauben ohne Behinderungen zu leben und auch zu wechseln.
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Die Bibel als Hörbuch

Stuttgart, 06.10.2007/APD Die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart gibt eine komplette Hörbibel heraus. Sie ist eine szenische Lesung, bei der über 80 Schauspielerinnen und Schauspieler in verteilten Rollen mitgewirkt haben. Auf 80 Audio-CDs enthält die „Große HörBibel“ erstmals den ungekürzten Text des Alten und Neuen Testaments in der revidierten Übersetzung nach Martin Luther von 1984. Die Gesamtspieldauer beträgt mehr als 80 Stunden. Der Erscheinungstermin ist der 1. November. Die Hörbibel gibt es auch als MP3-Ausgabe. Sie wird auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

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Der „WebFish“ sucht wieder das beste christliche Internetangebot

Hannover, 05.10.2007/APD Zum zwölften Mal startet der Wettbewerb um den EKD-Internet-Award „WebFish“ 2008. Mit dieser Trophäe prämieren die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) gemeinsam die besten Online-Angebote in deutscher oder englischer Sprache, die den christlichen Glauben aktuell und kreativ darstellen. Anbieter von christlichen Internetseiten können ihre Bewerbungen bis zum 31. Dezember 2007 online (www.webfish.de) einreichen.

Tausende von christlichen Websites sind im Internet erreichbar. Die besten unter ihnen werden seit 1996 mit dem Symbol des Wettbewerbes, dem augenzwinkernden Fisch, ausgezeichnet. Darüber hinaus gibt es Geld- und Sachpreise. Die Entscheidung trifft eine Fachjury. Auswahlkriterien sind das Design, der Informationsgehalt, die technische Realisierung und die Möglichkeit der Interaktion. Besonders berücksichtigt werden Angebote, die barrierefrei sind und somit allen Menschen Zugang zu Informationen bieten.

Der Erstplatzierte erhält neben dem Goldenen WebFish einen Geldpreis in Höhe von 1.500 Euro. Der zweite Gewinner bekommt einen Silbernen WebFish und 1.000 Euro, und für den dritten Sieger gibt es den Bronzenen WebFish sowie eine Siegerprämie von 500 Euro. Zusätzlich werden zwei weitere Preise ausgelobt: der WebFish „Innovation“ und der WebFish „Förderpreis“. Der WebFish „Innovation“ ist mit einer Geldprämie von 500 Euro dotiert. Für den WebFish „Förderpreis“ gibt es eine kostenlose Beratung durch eine Multimedia-Agentur.

Um den WebFish Preis 2007 hatten sich rund 200 christliche Internetanbieter aus dem In- und Ausland beworben. EKD und GEP wollen mit dem Internet-Award vorbildhafte Seiten im World Wide Web auszeichnen und das christliche Internet-Engagement unterstützen. In der Vergangenheit haben sich insgesamt rund 2.400 Web-Angebote beworben.
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Sao Tomé und Príncipe keine Trauminseln am Äquator

Weiterstadt bei Darmstadt, 04.10.2007/APD Sao Tomé und Príncipe gelten als Trauminseln am Äquator vor der Küste Afrikas. Doch immer noch sind die Menschen des Inselstaates viel zu wenig über HIV/Aids, ihre Ansteckungswege und die Möglichkeiten der Vorbeugung aufgeklärt. Werden die Zeichen der Infektion erkannt, ist der Kranke sogleich stigmatisiert. Aberglaube, mangelnde Bildung und Armut der knapp 150.000 Einwohner führen zu solchen Verurteilungen. Zwei Drittel sind unter 25 Jahre alt. Die meisten davon verlassen die Schule vorzeitig, nur ein Viertel der Schülerinnen und Schüler hält bis zum Ende durch. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Ansteckungsrate bei Aids steigt folglich kontinuierlich an. Die Zahl junger, schwangerer Frauen mit der Immunschwächekrankheit ist in den Jahren 2001 bis 2005 auf das Fünfzehnfache angestiegen. Auch junge Menschen, die ohne entsprechende Aufklärung im Alter zwischen elf und 15 Jahren ihre sexuellen Aktivitäten mit wechselnden Partnern entfalten, gehören zur Risiko-Gruppe. Die am stärksten betroffene Gruppe sind jedoch die 30- bis 50-jährigen. Sie studieren oder arbeiten auf dem Kontinent, meistens in Gabun, und sind wohl auch für die Einschleppung der Krankheit verantwortlich.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland kümmert sich zunächst um das kommunale Gesundheitssystem, um es besonders in den ärmsten Distrikten Caué und Pgué effizienter zu gestalten. In einem zweiten Schritt werden Frauen und Mädchen geschult, ihre Familien anzuleiten, Gesundheitsfragen zu verstehen, die täglichen Probleme zu meistern und sich im Geschäftsleben zurechtzufinden. Dazu erhalten sie eine einjährige Ausbildung in 14 Frauenverbänden. Begonnen wird das Programm mit der Ausbildung von zehn Krankenpflegerinnen. Sie erhalten spezielle Kenntnisse zum Thema HIV/Aids sowie zum Themenkreis Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt. Als Gesundheitsberaterinnen werden sie später die örtlichen Behörden unterstützen und fehlende Strukturen in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung aufbauen.

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Positive Veränderungen durch Hilfe für Menschen in Dafur

Weiterstadt bei Darmstadt, 03.10.2007/APD Die sudanesische Krisenregion Dafur verändert sich langsam, aber ständig. Im Umfeld der Stadt Geneina haben Tausende von Flüchtlingen die Zeltlager in den Außenbereichen verlassen und sind unmerklich in das Stadtgebiet eingesickert. Einige durften ihre Zelte auf dem Grundstück von Verwandten aufschlagen, andere fanden in den Randgebieten der Stadt Raum, um eine traditionelle Lehmhütte zu bauen. Besucht man die Flüchtlingslager im Nordosten und Osten der Stadt, sind vergleichbare Veränderungen im Gang. Es gibt sie zwar noch, die aus Ästen und Plastikbahnen zusammengeflickten Notbehausungen der ersten Stunde. Doch im Lager entwickeln sich erste Strukturen. Mauern aus Lehmziegeln grenzen Grundstücke ab, verbergen dahinter die Privatsphäre einer Familie und bilden erste Straßenzüge. Aus Zelten werden Verschläge und Wellblechhütten oder auch erste kleine Häuser. Diese Metamorphose geht weiter und signalisiert den Willen zum Bleiben. Tatsächlich denkt keiner der Befragten an eine Rückkehr zu den alten Heimatorten, von denen sie schmerzhaft verjagt wurden. Die Vertriebenen wissen, dass sie dort keine Chance mehr haben. Sie müssen wieder ganz von unten anfangen und neue Wurzeln schlagen.

Dass derartige Prozesse möglich sind, ist auch eine Folge der Arbeit internationaler Hilfsorganisationen. Mike Perekrestenko, Mitarbeiter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, begutachtet den Bau von sechs neuen Brunnen und prüft den Zustand von zehn bereits sanierten. Schon nach 25 bis 30 Metern Bohrung gibt es sehr gutes, schmackhaftes Wasser. Wenn es gelingt, die wachsende Anzahl von Menschen ausreichend damit zu versorgen, ist eine erste Bedingung für eine friedliche Ansiedlung und weitere Entwicklung gegeben.

Diese zeigt sich bereits darin, dass auf den entstehenden Parzellen Gemüse und Gewürze angebaut werden. Damit geht die Last der Nahrungsmittelbeschaffung durch Hilfsorganisationen allmählich in eine Selbstversorgung der Familien über. Hier stabilisieren sich die Verhältnisse deutlich. Allerdings wird dabei die mangelhafte Infrastruktur immer stärker spürbar. So hinken besonders der Straßenbau, die Energieversorgung und die Entsorgungseinrichtungen noch hinterher. Wenn aber Müllabfuhr, Wegereinigung, Trennung von Frisch- und Schmutzwasser nicht funktionieren, entstehen infektiöse Krankheiten, die sich bei der dichten Bevölkerung schnell ausbreiten.

ADRA Deutschland hat die Gefahr mangelnder Hygiene schon sehr früh erkannt und Tausende von Latrinen in Zusammenarbeit mit den Einheimischen gebaut, die sie auch benutzen. Frischwasser und Latrinenbau haben bisher den Ausbruch von Seuchen verhindern können. Perekrestenko verbucht dies als Erfolg der Arbeit von ADRA.

Reitermilizen, Brandschatzung, Vertreibung und Vergewaltigungen gibt es in Dafur leider immer noch. Dennoch ist es in der Stadt Geneina um die Sicherheit relativ gut bestellt. Die ADRA-Mitarbeiter bewegen sich frei mit dem gekennzeichneten Dienstwagen oder zu Fuß durch die Stadt. Soll die Fahrt jedoch über Land gehen, werden neutrale Fahrzeuge angemietet, denn dort herrscht ein nicht definierbares „allgemeines Banditentum“. So lässt sich auch nicht immer gleich feststellen, ob es ein bewaffneter Reiter ein Jenjaweed-Soldat oder ein harmloser Hirte ist.

Zufrieden äußert sich Perekrestenko über die Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden. Komplizierter sei die Einschätzung, wo sich staatliche Gewalt eigentlich manifestiere. Die offiziellen Regierungsbehörden könnten die Ordnung weder errichten noch erhalten oder gar verteidigen. Das politische Gewicht der traditionellen Strukturen der Scheichtümer und Sultanate, der gesellschaftliche Einfluss der islamischen Geistlichkeit und der Scharia als gesetzliche Gewalt, die Macht des Militärs und die Interessen bewaffneter Banden existierten nebeneinander und meistens auch gegeneinander. „Das macht die Arbeit im Land nicht immer leicht, doch die politische Einheit herzustellen kann nur von den Menschen im Sudan selber kommen“, betonte Perekrestenko. Jede Einmischung von außen sei für diesen bisweilen schmerzvollen und langwierigen Prozess hinderlich. Die Hilfsorganisationen könnten aber für diesen Prozess Freiräume schaffen.
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Kirchen rufen in Myanmar zum Gebet für Frieden im Land auf - Sicherheitsagenten durchsuchen kirchliche Einrichtungen

Rangun/Myanmar, 02.10.2007/APD Die christlichen Kirchen in Myanmar rufen landesweit zu Gebetsversammlungen auf, um für Frieden und Gerechtigkeit in dem südostasiatischen Land zu bitten. Zu den Initianten gehört unter anderen der anglikanische Erzbischof Samuel San Si, der Generalsekretär der römisch-katholischen Bischofskonferenz in Myanmar, Charles Maung Bo, und die Leitung der Myanmar Baptist Convention (MBC).

Während den seit zwei Wochen andauernden Protestdemonstrationen seien verschiedene christliche Kirchen, darunter auch die Räumlichkeiten der MBC und des nationalen Kirchenrates von Myanmar (MCC) von Sicherheitsagenten der Regierung durchsucht und Mitarbeitende ins Kreuzverhör genommen worden, verlautet aus zuverlässiger kirchlicher Quelle in Rangun. Seit der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1988 überwacht der Staat die Tätigkeiten und Kontakte der Christen. Jede Art von Publikationen, Internet und E-Mail-Verkehr unterliegen der staatlichen Zensur.

Rund 89 Prozent der über 50 Millionen Einwohner sind Buddhisten. Sie gehören mehrheitlich der ältesten noch existierenden Schultradition, dem Theravada-Buddhismus an. Die Christen bilden eine fünfprozentige Minderheit. Mit über 1,2 Millionen stellen die Baptisten in Myanmar mehr als die Hälfte aller Christen. Die andere Hälfte sind Katholiken, Reformierte, Siebenten-Tags-Adventisten, Methodisten sowie Gläubige anderer christlichen Gemeinschaften.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) sind in Myanmar systematische Menschenrechtsverletzungen seit Jahren weit verbreitet. Dazu gehören auch Zwangsarbeit und die Rekrutierung von Kindersoldaten. Gesetze des Landes stellen die friedliche Äußerung politisch abweichender Meinungen unter Strafe. Ende 2006 waren die wichtigsten Oppositionsführer per Gerichtsurteil oder durch administrative Verfügung in Haft oder unter Hausarrest, zusammen mit über 1.160 politischen Gefangenen, die unter den sich zusehends verschlechternden Haftbedingungen in Gefängnissen einsitzen. Häufig werden Personen ohne Vorlage eines Haftbefehls eingesperrt und der Kontakt zur Außenwelt wird ihnen verwehrt. Folter und andere Formen einer grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung sind besonders bei Verhören und während der Untersuchungshaft an der Tagesordnung. International geltende Standards für faire Gerichtsverfahren werden zudem bei politisch motivierten Prozessen routinemäßig missachtet.

Hintergrund:

Protestbewegung buddhistischer Mönche

Erste friedliche Demonstrationen begannen im August dieses Jahres aus Anlass einer drastischen Erhöhung der Benzinpreise und gewannen rasch an Zulauf. Nachdem bekanntgeworden war, dass Mönche in der Stadt Pakokku durch Sicherheitskräfte verletzt worden waren, setzten sich buddhistische Mönche an die Spitze der Protestkundgebungen. Sie forderten eine Rücknahme der Preiserhöhungen bei vielen Gütern des täglichen Bedarfs, die Freilassung politischer Gefangener sowie einen nationalen Versöhnungsprozess, um die tiefe politische Spaltung des Landes zu überwinden. Am Abend des 25. September 2007 begannen die Behörden gegen Demonstranten vorzugehen, erließen für die kommenden 60 Tage eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens und drohten der Bevölkerung mit rechtlichen Schritten gegen Teilnehmer an den Protesten.
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Patriarchat in Istanbul drängt Türkei auf rechtliche Anerkennung

Istanbul/Türkei, 01.10.2007/APD Mit Nachdruck fordert das Ökumenische Patriarchat in Istanbul die neu gewählte türkische Regierung auf, den Status des Patriarchats rechtlich anzuerkennen. Nach Meinung des Sekretärs des Heiligen Synods, Archimandrit Elpidophoros Lambriniadis, müsse „die de facto-Existenz des Patriarchats auch de jure anerkannt werden“. Ohne diese Anerkennung seien dem Patriarchat „in jeder Hinsicht die Hände gebunden“, und ein offizieller Dialog mit dem Staat zur offenen Frage des Kirchenbesitzes sei nicht möglich, so der Archimandrit. Ausserdem sinke die Zahl der griechisch-orthodoxen Gläubigen wie auch anderer Minderheitskirchen in der Türkei durch die Emigration weiter, so dass „dringender Handlungsbedarf“ bestehe. Er habe den Eindruck, dass die Untätigkeit der Regierung in dieser Frage eine „bewusste Taktik“ darstelle, um das Patriarchat weiter zu schwächen.

Die türkische Regierung erkennt den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., nur in seiner Eigenschaft als Oberhaupt der griechischen Orthodoxen in der Türkei an, nicht jedoch als Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel versteht sich als spiritueller Führer der Weltorthodoxie und ist damit Oberhaupt über etwa 300 Millionen Christen. Allerdings sind die Rechte des Patriarchen eingeschränkt. Er hat zum Beispiel keine Befugnisse bei anderen Patriarchaten oder über autokephale Kirchen. Das Patriarchat wird als Primus inter pares (Erster unter Gleichen) verstanden.

Das Gerichtsverfahren gegen Bartholomaios I. wegen des Gebrauchs des Titels „Ökumenischer Patriarch“ während einer Rede im Juli wurde zwar kürzlich durch die türkische Justiz eingestellt, doch sei es immer noch nicht zur längst fälligen „offiziellen Anerkennung des Patriarchats als Rechtsperson gekommen“, so der Sekretär des Heiligen Synods.
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