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Anstieg des Handymissbrauchs

Mannheim, 30. November 2007/APD 94 Prozent aller Jugendlichen besitzen gegenwärtig ein Mobiltelefon. Die breite Ausstattung technischer Möglichkeiten, wie Datentausch oder Foto- und Videofunktionen, ermöglicht dabei zunehmend missbräuchliche Anwendungen. 29 Prozent der Handybesitzer zwischen zwölf und 19 Jahren haben schon einmal mitbekommen, dass eine Schlägerei mittels Handy gefilmt wurde. Mit einer Zunahme von zwölf Prozentpunkten gegenüber 2006 hat sich dieser Wert fast verdoppelt. Inzwischen ist jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen mit diesem unter dem Namen „happy slapping” bekannten Phänomen in Berührung gekommen. Hauptschüler berichten häufiger von solchen Vorkommnissen als Realschüler und Gymnasiasten. Dies sind Ergebnisse der JIM-Studie 2007, die heute in der Popakademie Mannheim der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Ein Drittel der jugendlichen Handybesitzer hat im Freundeskreis den Austausch von gewalthaltigen oder pornografischen Inhalten mitbekommen. Jeder zehnte Jugendliche war selbst betroffen und bekam solche jugendgefährdenden Inhalte auf sein Handy geschickt. Der Datenaustausch wird durch die gute Ausstattung der Handys begünstigt. Zwei Drittel aller Jugendlichen besitzen ein Handy mit Bluetoothschnittstelle, die den kostenfreien Austausch ermöglicht. Vier von fünf Jugendlichen können mit ihrem Handy ins Internet gehen und haben eine integrierte Kamera.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest untersucht seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen zwischen zwölf bis 19 Jahren in Deutschland. Für die repräsentative Studie werden rund 1.200 Jugendliche befragt. Die Gesamtergebnisse der 2007 zum zehnten Mal erhobenen Studie wurden heute in Mannheim vorgestellt. Der aktuelle Bericht der Studienreihe JIM steht unter www.mpfs.de zum Download bereit.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

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Missachtung der Religionsfreiheit im türkischen Malatya-Prozess

Bonn, 29.11.2007/APD Eine weitere Einschüchterung und Gefährdung von Türken, die am christlichen Glauben interessiert seien, befürchtet Ron Kubsch, Redakteur des Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz, durch das Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Prozess um die drei am 18. April 2007 ermordeten Mitarbeiter des christlichen Zirve-Verlages in Malatya.

Bereits vor dem ersten Verhandlungstag am 23. November hätte Orhan Kemal Cengiz, einer der Anwälte der Hinterbliebenen, bedauert, dass sich von den 31 Aktenordnern allein 16 nicht mit den Tätern, sondern ausgiebig mit den missionarischen Aktivitäten der Opfer und anderer protestantischer Christen im Land beschäftigten. So habe der Staatsanwalt beispielsweise sämtliche ausführliche Informationen von den Festplatten der Computer der Mordopfer über einzelne Interessenten am Christentum mit ihren Namen und Adressen in die Prozessakten aufgenommen. Dagegen seien wesentliche Fragen nach dem Beziehungsnetzwerk der Täter, ihren Unterstützern und der Wirkung provozierender Publikationen örtlicher Zeitungen unberücksichtigt geblieben, so Kubsch.

Briefe der Täter an ihre Familien und Bekannte hätten verdeutlicht, dass die Täter ihr Verbrechen als Opfer für das Heimatland verständen und sich dafür anerkannt wissen wollten. Für Cengiz hat der zunächst auf den 14. Januar vertagte Prozess wegweisende Bedeutung für die Zukunft des Landes, in dem selbst offizielle Vertreter des Staates christliche Missionare noch immer als „Feinde mitten im Land“ und „Agenten fremder Staaten“ darstellten und dadurch ähnliche Vorfälle wie in Malatya begünstigten.

Sorgen um die Lage der Religions- und Meinungsfreiheit in der Türkei löse auch der am 29. November 2007, fortgesetzte Prozess gegen Hakan Tastan und Turan Topal aus. Den beiden türkischen Christen drohten wegen Herabsetzung der türkischen Identität nach Artikel 301/1 der türkischen Strafgesetzgebung, wegen Missionierung Minderjähriger, Beleidigung des Islam (Artikel 216/1) und unerlaubten Sammelns vertraulicher Informationen von Staatsbürgern (Artikel 135/1) bis zu neun Jahren Haft. In der Presse warf man den beiden zudem Frauenhandel, Waffenbesitz und Kooperation mit Terroristen vor. Die beiden Angeklagten wiesen bereits in den ersten Verhandlungen diese Vorwürfe empört zurück. Sie bezeichneten sich als Patrioten und bekannten sich zugleich zum christlichen Glauben. Da der Begriff „Evangelium“ gute Nachricht bedeute, wollten sie das Neue Testament an Menschen weitergeben, die sich dafür interessierten. Auch in diesem Fall beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen 5.000 Adressen von interessierten Muslimen und gab leicht anonymisierte Beispiele zur Abschreckung an die Medien weiter.

Der neueste Türkei-Entwicklungs-Bericht der Europäischen Union vom 6. November hatte ausdrücklich festgestellt, dass sich die Situation für Nichtmuslime nicht verbessert habe. Vor allem die Religionsfreiheit sei unzureichend. In den Personalausweisen werde weiterhin die Religionszugehörigkeit verzeichnet. Ein auf Antrag leer bleibendes Feld könne zu Diskriminierungen führen. Zudem würden christliche Missionare in den Medien und von staatlichen Stellen als Bedrohung der türkischen Integrität dargestellt, nichtmuslimischen Vereinigungen bleibe die öffentliche Anerkennung weiterhin versagt und ihr Besitz werde nicht selten staatlich enteignet.

Hassreden gegen Nichtmuslime blieben unbestraft. Bauvorhaben würden häufig verzögert oder ganz einfach blockiert. Christliche Gemeinden könnten außerdem ihre bestehenden Gottesdiensträumlichkeiten nicht als solche im Stadtbebauungsplan anmelden, so dass sie als illegal jederzeit durch polizeiliche Anordnung geschlossen werden könnten.

Das Institut für Islamfragen, eine ständige Einrichtung der Deutschen Evangelischen Allianz möchte, nach eigenen Angaben, der theologischen und gesellschaftspolitischen „Herausforderung Islam“ in Europa durch Information und Aufklärung begegnen.

Bei Gründung des Islaminstituts im Jahr 1999 stand der Gedanke im Vordergrund, das „Feld“ der Information zum Thema Islam nicht nur muslimischen Organisationen zu überlassen, sondern auch aus christlich-evangelikaler Perspektive einen Beitrag zur gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Debatte zu leisten.
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„Globales Christliches Forum“ wird fortgesetzt

Nairobi/Kenia, 27.11.2007/APD Eine positive Bilanz zog der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) über den Verlauf des „Globalen Christlichen Forums“, das vom 6. bis 9. November im Jumuia-Konferenzzentrum in Limuru in der Nähe der kenianischen Hauptstadt Nairobi stattfand. Nach viertägigen Sitzungen hätten sich rund 240 führende Persönlichkeiten aus einem breiten Spektrum von Kirchen, Konfessionen und zwischenkirchlichen Organisationen aus über 70 Ländern darauf geeinigt, den sogenannten „Konsultationsprozess für ein Globales Christliches Forum“ fortzusetzen. Das Forum soll eine offene Plattform für Begegnung und Dialog bieten, um gegenseitiges Verständnis zu fördern sowie gemeinsame Herausforderungen aufzugreifen und anzusprechen. Eine derartige Tagung sei keine neue Organisation oder Institution, sondern basiert auch weiterhin auf „Teilnahme“ statt „Mitgliedschaft“.

„Wir sind hoch erfreut über Entwicklung und Ergebnis dieser Tagung“, sagte Pfarrer Dr. Walter Altmann, der Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK. „Was vor einem Jahrzehnt innerhalb des ÖRK als eine Idee mit eher ungewissen Aussichten auf Verwirklichung entstand, ist zu einem Meilenstein auf der ökumenischen Reise geworden.“ Die Einrichtung des Forums, das Mitte der 1990er Jahre ursprünglich von Pfarrer Konrad Raiser, dem damaligen Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, vorgeschlagen wurde, basierte auf der Erkenntnis, dass die ökumenische Bewegung breiter ist als der ÖRK. Obwohl der ÖRK den Forumsprozess mit initiierte, versteht er sich selbst als teilnehmende Organisation unter anderen.

Vier Tage lang diskutierten die Teilnehmer unter dem Motto „Unser Weg mit Jesus Christus, dem Versöhner“, wie die Kirchen am besten den Dialog und die Zusammenarbeit in Fragen christlicher Einheit und des gemeinsamen Zeugnisses in der Welt fördern könnten. Dabei berichteten die Teilnehmer in erstaunlicher Offenheit von persönlichen Glaubenserfahrungen. Die Bibelarbeiten und Kleingruppengespräche dienten dem besseren gegenseitigen Kennenlernen. Die Hauptreferate wurden während der Tagung von pfingstkirchlichen Theologen gehalten. Von den Repräsentanten der evangelikalen Gemeinschaften und Pfingstkirchen wurde anerkannt, dass es auch in den historischen Kirchen ein lebendiges Glaubensleben und eine ernstzunehmende Spiritualität gebe.

Im Plenum saßen Vertreter von in Afrika entstandenen Kirchen, Alt-Katholiken, Anglikaner, Baptisten, Brüder-Unität, Evangelikale, Gesellschaft der Freunde, Heilsarmee, Jünger Christi (Christliche Kirche), (römische) Katholiken, Lutheraner, Mennoniten, Orientalisch- und Östlich-Orthodoxe, Pfingstler, Reformierte und Siebenten-Tags-Adventisten. Neben diesen christlichen Traditionen oder „Familien“ waren auch regionale ökumenische Organisationen, internationale Jugend- und Studentenorganisationen, CVJM und CVJF, Weltbund der Bibelgesellschaften, World Vision International, das Lausanner Komitee für Weltevangelisation, der Ökumenische Rat der Kirchen sowie Organisationen mit Forumscharakter in Limuru mit dabei.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatte Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Dr. William G. Johnsson (Silver Spring), Berater des Präsidenten der Generalkonferenz für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten, und Dr. John Kakembo (Nairobi/Kenia), Direktor für die Abteilungen Familie und Pastorenschaft der adventistischen Kirchenleitung in Ost- und Zentralafrika, entsandt.

Die Teilnehmer des „Globalen Christlichen Forums“ sprachen sich für eine Fortsetzung des Prozesses aus. Dabei sollten nach der Weltkonferenz nun vor allem Treffen auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene stattfinden. Einigkeit bestand darin, dass weder eine neue Organisation entstehen soll, noch dass bestehende ökumenische Bewegungen durch die Forum-Initiative ersetzt werden könnten.

„Das Globale Christliche Forum stellt uns einen neuen Tisch für den Dialog zur Verfügung, und wir können sagen, dass das unser Tisch ist, nicht der der Anderen“, äußerte Pfarrer Geoff Tunnicliffe, Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz. „Wir sind dankbar für diesen geschützten Ort der Begegnung, den das Globale Christliche Forum darstellt und der es uns ermöglicht, uns nicht eingeschüchtert zu fühlen von den etablierten Großkirchen und ihren Vertretern und Vertreterinnen“, betonte Pfarrer Peter Sleebos, Vorsitzender der Versammlungen Gottes. „Dieses Globale Christliche Forum ist eindeutig nicht das Ende, sondern ein Anfang, und die Konferenz der Sekretäre und Sekretärinnen Weltweiter Christlicher Gemeinschaften (KWCG) ist bereit, optimal dazu beizutragen,“ hob Pfarrer Dr. Robert Welsh, Generalsekretär der Christlichen Kirche (Jünger Christi) und Vorsitzender der Konferenz der KWCG, hervor.
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Anglikanischer Theologe neuer ÖRK-Direktor von „Glauben und Kirchenverfassung“

Genf/Schweiz, 27.11.2007/APD Der Exekutivausschuss, das Leitungsgremium des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), stimmte anlässlich seiner letzten Tagung vom 25.-28. September in Etschmiadsin (Armenien) der Wahl von Kanonikus Dr. John Saint Helier Gibaut zum neuen Direktor der Programmeinheit „Glauben und Kirchenverfassung” zu. Er wird ab Januar 2008 die Leitung des „Sekretariats für Glauben und Kirchenverfassung” übernehmen.

Dr. Gibaut ist Mitglied der Anglikanischen Kirche von Kanada und Spezialist für liturgische und historische Theologie. Er verfügt nach ÖRK-Angaben über breite ökumenische Erfahrungen, insbesondere auf dem Gebiet bilateraler Kirchengespräche auf nationaler und internationaler Ebene. Zurzeit unterrichtet er an der Theologischen Fakultät der St.-Paul-Universität in Ottawa/Kanada.

Gibaut wird Nachfolger von Pfarrer Dr. Thomas F. Best, der Ende November 2007 in den Ruhestand geht. Best, Geistlicher der Christlichen Kirche (Jünger Christi) in den USA, ist seit 23 Jahren im ÖRK tätig und leitet das Programm von „Glauben und Kirchenverfassung” seit 2004.

Die Arbeit von „Glauben und Kirchenverfassung”, die auch weiterhin darauf ausgerichtet sei, „die getrennten Kirchen zur Heilung und Versöhnung aufzurufen, ist heute noch genauso faszinierend und anspruchsvoll für die ökumenische Bewegung wie in den 1920er Jahren und danach”, sagte Gibaut über seinen neuen Tätigkeitsbereich. „Eine andauernde Herausforderung besteht darin, den Dialog über Fragen von Glauben und Kirchenverfassung und die daran interessierten Kreise ständig zu erweitern.”

„Glauben und Kirchenverfassung” ist eine der historischen Gründungsbewegungen des ÖRK. Die „Kommission für Glauben und Kirchenverfassung” hat den Auftrag, Studien zu Fragen des Glaubens, der Kirchenverfassung und des Gottesdienstes im Zusammenhang mit der Einheit der Kirche durchzuführen und sich mit gesellschaftlichen, kulturellen, politischen, ethnischen und anderen Faktoren zu befassen, die sich auf die Einheit auswirken.

Die 120 Mitglieder zählende Kommission, der Vertreter und Vertreterinnen von ÖRK-Mitgliedskirchen sowie auch von Nicht-Mitgliedskirchen, etwa der römisch-katholischen Kirche und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, angehören, gilt als das repräsentativste kirchliche theologische Forum der Welt.

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„Internationales Jahr der sanitären Grundversorgung 2008": Fast die Hälfte der Menschheit ohne Toilette

New York/Genf, 27.11.2007/APD Etwa die Hälfte aller Erdbewohner hat keinen Zugang zu Toiletten. Rund 42 Prozent der Weltbevölkerung oder 2,6 Milliarden Menschen müssen ohne WCs zurechtkommen. In einigen Weltregionen gibt es weder private noch öffentliche Toiletten, fasst die Londoner Regierungsorganisation „End Water Poverty” (EWP) die Ergebnisse einer in einigen der ärmsten Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und der Karibik durchgeführten Untersuchung zusammen. Verantwortlich für das Defizit macht die Organisation, die „Wasser und sanitäre Anlagen für alle” fordert, den fehlenden politischen Willen, den ärmsten Menschen der Welt zu helfen.

Fünf Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch mangelnde Sanitärhygiene verursacht werden. Das sind unter anderem Cholera, Typhus, Gelbsucht, Wurmbefall, Diarrhö, Lungenentzündungen und Unterernährung. Diese Krankheiten bedingten häufige Schulausfälle der Kinder, führten zu Einkommensverlusten der Familien und erhöhten die Ausgaben für den häufig unterfinanzierten Gesundheitssektor. Wasserbedingte Krankheiten kosteten die Entwicklungsländer insgesamt fünf Milliarden Arbeitstage pro Jahr. Während die internationalen Bemühungen zur Verbesserung der Versorgung mit sauberem Trinkwasser beträchtlich seien, blieben die Anstrengungen zur Entsorgung verschmutzter Abwässer und die Verbreitung angepasster Toilettensysteme völlig unzureichend.

Um auf die gefährlichen Defizite und deren negative Folgen der Wasser- und Abwasserproblematik aufmerksam zu machen und einer globalen Krise zuvorzukommen, hat die UN-Vollversammlung letztes Jahr entschieden, 2008 zum „Internationales Jahr der sanitären Grundversorgung 2008″ auszurufen.

Nach Erkenntnissen des Weltkinderhilfswerks UNICEF konnten in den vergangenen 14 Jahren über eine Milliarde Menschen an das öffentliche Wassersystem angeschlossen werden. Doch noch immer könnten 2,6 Mal so viele Menschen, darunter 980 Millionen Kinder, das Privileg von Toiletten nicht in Anspruch nehmen – mit verheerenden Folgen. „Kinder sind besonders anfällig für Krankheiten, die durch einen Mangel an Hygiene entstehen”, erläutert die UNICEF-Exekutivdirektorin Ann Veneman. „Fehlende sanitäre Anlagen und unsicheres Trinkwasser verursachen jedes Jahr den Tod von 1,5 Millionen Kleinkindern unter fünf Jahren.” Hinzu komme, dass die Hälfte aller Krankenhausbetten nach Angaben der in Genf ansässigen Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Patienten belegt werden, welche an Krankheiten leiden, die durch unreines Wasser übertragen werden.

Nach UN-Angaben werden ohne massive Änderungen wegen des globalen Bevölkerungswachstums auch im Jahr 2015 noch 2,4 Milliarden Menschen ohne WCs leben müssen. Laut WHO sterben in 38 von 46 Staaten Afrikas mehr Kinder unter fünf Jahren an Diarrhö als an HIV/AIDS. „Und doch erfahren Durchfallerkrankungen, die auf inadäquate sanitäre Bedingungen und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind, bei weitem nicht die gleiche internationale Aufmerksamkeit”, so Anders Berntell, Leiter des „Internationalen Wasserinstituts”.

Zeitgleich mit dem Start des „Internationalen Jahres der sanitären Grundversorgung” fand in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Gründungs-Generalversammlung der „World Toilet Association” (WTA) mit über 1.300 Teilnehmer aus 60 Ländern statt. Die WTA will vor allem jenen armen Ländern helfen, in denen dringend Verbesserungen im sanitären Bereich notwendig sind. Zudem soll auch rasche Hilfe nach Naturkatastrophen gewährleistet werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich optimistisch, dass das „Internationales Jahr der sanitären Grundversorgung” ein Schlaglicht auf eines der dringlichsten Gesundheitsprobleme der Neuzeit werfen wird. Allen Menschen den Zugang zu Sanitäranlagen zu ermöglichen, sei ein Gebot der Menschenwürde und Menschenrechte und Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz. „Dass weltweit zwei von fünf unserer Mitmenschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben, ist ganz einfach inakzeptabel.”

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Sie war die einzige Adventistin im kommunistischen Albanien

Boston, Massachusetts/USA, 26.11.2007/APD An Herzversagen starb am 19. November Flora Sabatino Lewis im Alter von 93 Jahren in Boston/USA. Sie war fast vier Jahrzehnte lang die einzige Siebenten-Tags-Adventistin in Albanien. Geboren 1914 in Florenz, wuchs sie als Tochter eines Missionarsehepaars in Italien und in Asmara, der Hauptstadt des heutigen Eritrea, auf. Sie heiratete den Albaner Daniel C. Lewis. 1945 wurden sie mit ihrem inzwischen geborenen Sohn John als Missionare nach Albanien gesandt. Dort kam ihre Tochter Esther zur Welt.

Da es für Daniel C. Lewis unter dem kommunistischen Regime als Missionar keine Arbeitsmöglichkeit gab, versuchte er 1949 mit seiner Familie nach Griechenland zu fliehen. Doch an der Grenze wurden sie gefasst. Die Eltern kamen ins Gefängnis, die Kinder in zwei verschiedene Waisenheime. Der Missionar starb 1951 aufgrund seiner Glaubensüberzeugung im Gefängnis. Seine Witwe wurde aus der Haft entlassen und kam bei Verwandten ihres Mannes unter. Sie weigerte sich, ohne ihre Kinder nach Italien zurückzukehren. Nach langer, schwerer Suche fand sie ihre Kinder. Ihr Sohn starb im Alter von 24 Jahren während seines Militärdienstes. Die Tochter blieb bei ihr.

Flora Sabatino Lewis hielt an ihrem christlichen Glauben im „ersten atheistischen Land der Welt“ fest. Während der letzten 15 Jahre des Kommunismus feierte sie heimlich mit Verwandten Gottesdienste in einer Privatwohnung in Korçë im Süden des Landes. 1996 wanderte sie mit ihrer Tochter Esther und deren Familie nach Boston aus.

Seit 1909 gibt es in Albanien Siebenten-Tags-Adventisten. Fast alle verließen ihre Heimat während des Zweiten Weltkrieges und zum Beginn der kommunistischen Herrschaft. Heute zählt die dortige Freikirche 287 erwachsen getaufte Mitglieder in drei Gemeinden, die von vier Pastoren betreut werden.
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Neue Mitglieder bei Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Karlsruhe, 26.11.2007/APD Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat während ihrer Mitgliederversammlung vom 19. und 20. November in Karlsruhe drei neue Freikirchen aufgenommen. Neues Vollmitglied wurde die pfingstkirchlich geprägte Gemeinde Gottes. Die 4.000 Mitglieder in 100 Gemeinden zählende Pfingstkirche ist seit über zehn Jahren mit der VEF verbunden, zunächst als Beobachter, seit dem Jahr 2.000 als Gastmitglied. Sie ist in den letzten Jahren nach eigenen Angaben jeweils um sechs bis acht Prozent gewachsen.

Als neue Gastmitglieder wurden das Freikirchliche Evangelische Gemeindewerk (fegw) und die Anskar-Kirche aufgenommen. Das Gemeindewerk ist der 1986 gegründete deutsche Zweig der pfingstkirchlichen amerikanischen Foursquare-Bewegung. In Deutschland gehören 30 Gemeinden mit rund 2.500 Mitgliedern zu der Freikirche. Wie deren Vorsitzender, Pastor Jan von Wille (Gau-Algesheim), erläuterte, sind die vier geistlichen „Eckpfeiler“ Namensgeber für die Foursquare-Bewegung: Jesus der Retter, Heiler, der Täufer im Heiligen Geist sowie der wiederkommende König. In den letzten fünf Jahren habe es ein deutliches Gemeindewachstum von 19 auf nunmehr 30 Gemeinden gegeben.

Die Anskar-Kirche ist nach Anskar (801-865), dem „Apostel des Nordens“, benannt. Sie entstand 1988, nachdem der damalige Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pastor Wolfram Kopfermann (Hamburg), aus der Landeskirche ausgetreten war und die neue Kirche gegründet hatte. Heute gehören sechs Gemeinden und zwölf Gemeindegründungsprojekte mit insgesamt rund 800 Mitgliedern zur Anskar-Kirche. Zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen zählen 14 Mitglieds- und Gastmitgliedskirchen, die insgesamt rund 260.000 Mitglieder vertreten.

Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner, berichtete während der Mitgliederversammlung, dass in ihrer Kirchenzentrale in Frankfurt am Main seit neuestem eine Amerikanerin als Missionarin tätig sei. Sie kümmere sich vor allem um die immer größer werdende Zahl von englisch-sprachigen afrikanischen Gemeinden. Der Präses des Mülheimer Verbandes, Ekkehard Vetter (Mülheim/Ruhr), informierte, dass seine Freikirche nach 38 Jahren als Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) nun den Antrag auf Vollmitgliedschaft gestellt habe. Werner Funk von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden erläuterte, dass in seiner Freikirche „erfrischende Erfahrungen“ mit der „Bibel in gerechter Sprache“ gemacht worden seien.

Der Präsident des Süddeutschen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), teilte mit, dass die Adventisten auf Deutschlandebene eine Namensänderung von „Gemeinschaft“ in „Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ vollzogen hätten. Außerdem seien die zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg nun endgültig akkreditiert. Präses Ingolf Ellßel berichtete, dass das Theologische Seminar Beröa (Erzhausen) des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden sich eines großen Zuspruchs erfreue. 104 Studierende seien gegenwärtig eingeschrieben, so viel wie nie zuvor. Pastor Friedrich Schneider (Oldenburg) vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden wies darauf hin, dass die Strukturveränderungen der letzten Jahre abgeschlossen seien und sich bewährt hätten. Nun könne sich seine Freikirche verstärkt den missionarischen und diakonischen Aufgaben zuwenden.
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Keine Rechtfertigung für religiös motivierten Mord

Bracknell, Berkshire/England, 25.11.2007/APD Eine Gastvorlesung zum Thema „Religionen für den Frieden?” hielt der frühere lutherische Bischof in Oslo und derzeitiges Mitglied des Nobel-Friedenspreis-Komitees, Gunnar Staalsett, am Newbold College der Siebenten-Tags-Adventisten in Bracknell westlich von London. Er forderte die Zuhörer auf, sich mit den gegenwärtigen Problemen in dieser Welt, wie Armut, Hunger, Krieg und Aids, auseinanderzusetzen. Gläubige Menschen, einschließlich Christen, seien nicht immer die Vorkämpfer für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte gewesen.

Die Konflikte seit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hätten nicht nur den Hass zwischen den Anhängern der auf Abraham zurückgehenden Religionen offenbart, sondern auch Feindseligkeiten unter Christen, für die sie sich eigentlich schämen müssten. „Ist all‘ das, was wir im Namen Gottes unterstützt haben, wirklich von Gott gewesen?”, fragte er. Es gebe keine Rechtfertigung für Menschen, die andere im Namen Gottes töteten, betonte Staalsett. Ob Religion wirklich für den Frieden förderlich sei, beantwortete er am Schluss seiner Vorlesung: „Beim Streben nach Frieden brauchen wir mehr Religion. Beim Lösen von Konflikten ist dagegen weniger Religion besser.”

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Autorenlesung in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 25.11.2007/APD In der Bibliothek der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg findet am 29. November um 20 Uhr eine Lesung mit Titus Müller statt. Bei seiner dritten Autorenlesung in Friedensau stellt Müller seinen fünften Roman mit dem Titel „Das Mysterium“ vor.

Schauplatz der Handlung ist die Stadt München des 14. Jahrhunderts. Nemo, ein Meister der Täuschung, versucht, seine wahre Identität zu verbergen, weil er ein geheimnisvolles Vermächtnis hütet. Als eines Tages Amiel von Ax, ein charismatischer Sektenführer, auftaucht, holt Nemo seine Vergangenheit ein, so dass ihn die Inquisition verfolgt. Umrahmt wird die Lesung von mittelalterlicher Harfenmusik, gespielt von Sören Wendt.
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Adventisten für demokratische Verhältnisse auf den Fidschi-Inseln

Suva/Fidschi-Inseln, 24.11.2007/APD Die Siebenten-Tags-Adventisten auf den Fidschi-Inseln begrüßten die Ankündigung der Militärregierung, nach allgemeinen Wahlen wieder demokratische Verhältnisse zu schaffen. Übergangspremierminister Kommodore Voreqe Bainimarama hatte erklärt, dass im Frühjahr 2009 die Inselrepublik durch Wahlen zur parlamentarischen Demokratie zurückkehren würde. Pastor Joesateki N. Talemaitoga, Generalsekretär der adventistischen Kirche auf den Fidschi-Inseln, betonte gegenüber Journalisten, dass die Siebenten-Tags-Adventisten für die Regierung beten würden, damit das Land in Frieden leben könne. „Wir setzen uns für die Menschen ein, die Verantwortung für unsere Nation tragen, und sie zur Normalität und zur Demokratie zurückführen wollen.“

Die 870.000 Einwohner der Inselrepublik sind etwa zur Hälfte Christen, meist Methodisten, zu 40 Prozent Hindus und zu acht Prozent Muslime. Auf den Fidschi-Inseln leben 25.220 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 144 Gemeinden, die von 39 Pastoren betreut werden. Die dortige Freikirche unterhält ein College, ein Gymnasium, eine Mittelschule und einige Grundschulen.
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Deutscher Text der Erklärung zum Dialog Evangelikale und Adventisten

Ostfildern bei Stuttgart, 23.11.2007/APD In den Jahren 2006 und 2007 fanden theologische Gespräche zwischen Vertretern der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) und der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. In einer gemeinsam herausgegebenen Erklärung zu den Konsultationen heißt es: „Die Teilnehmer stellten positiv eine weitgehende Gemeinsamkeit in inhaltlichen Fragen des Glaubens und der Spiritualität fest. Adventisten stimmen der WEA-Glaubensbasis zu.” Da die Gespräche eine gemeinsam vertretene Glaubensgrundlage ergeben hätten, gebe es die Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen Evangelikalen und Adventisten bei gemeinsamen Anliegen; etwa beim Gebet, beim Bibelstudium, bei der Unterstützung der Bibelgesellschaften, im Bereich der Religionsfreiheit und bei der Linderung von dringenden Nöten der Gesellschaft.

Der jetzt auch in deutscher Übersetzung erschienene Text der gemeinsamen Erklärung der WEA und der Generalkonferenz ist im Internet unter www.adventisten.info zu finden.

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Belgien bekommt einen Rat der religiösen Führer

Brüssel/Belgien, 22.11.2007/APD In Belgien gibt es künftig einen „Rat der Religionsführer“. Eine erste Sitzung zur Gründungsvorbereitung fand am 20. November unter dem Vorsitz von Pfarrer Dr. Guy Liagre, Präsident des Synodalen Rates der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien (EPUB), auf Schloss Sainte-Anne in Brüssel-Auderghem statt. Ein Dreier-Ausschuss mit leitenden Repräsentanten der Christen, des Islams und der Buddhisten soll jetzt Leitlinien und Organisationsstruktur erarbeiten.

Ziele des „Rates der Religionsführer“ seien die Vertrauensbildung zwischen den Religionsgemeinschaften zu fördern sowie den Dialog der Religionen in Belgien untereinander und mit den staatlichen und politischen Behörden zu führen, so der Moderator Pfarrer Liagre. Der Rat setzt sich vorerst aus Vertretern der christlichen Kirchen, Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten und Sikhs zusammen. Zwar seien noch nicht alle religiösen Strömungen dabei, aber der neue Zusammenschluss stehe auch anderen spirituellen Richtungen offen.

Das Gremium werde sich vor allem mit Fragen der Ethik, der Moral und der Gesellschaft befassen und sehr darauf bedacht sein, dass niemand ihm Proselytismus vorwerfen könne. Der Rat habe nicht die Absicht „lehrmeisterlich“ in Erscheinung zu treten und werde keinem Synkretismus Hand bieten, der etwa die Verschiedenheit der darin vertretenen Religionen verwischen könnte, sagte Liagre dem Adventistischen Pressedienst (APD). Die Initiative zur Gründung sei vom belgischen Zweig der „Weltkonferenz der Religionen für den Frieden“ (WCRP) ausgegangen. Der Aufbau erfolge hingegen ohne Beteiligung von WCRP.

In der Schweiz wurde im Mai 2006 mit dem „Schweizerischen Rat der Religionen“ (SCR) ein ähnliches Gremium gegründet. Die religiöse Dialogplattform auf nationaler Ebene wolle einen Beitrag zum religiösen Frieden, zur gegenseitigen Verständigung und zur Vertrauensbildung in der Schweiz leisten, heißt es in einer Selbstdarstellung. Der SCR biete sich ferner den Bundesbehörden als Gesprächspartner an.

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Kirchen zur Diskussion um Sterbehilfe-Organisation „Dignitas“ in der Schweiz

Bern/Schweiz, 21.11.2007/APD Die Meldung, dass die Schweizer Sterbehilfe-Organisation „Dignitas“ zwei Männern in einem Auto auf einem Parkplatz Sterbehilfe geleistet haben soll, löste europaweit ein enormes Medienecho aus. „Dignitas“ will auch in Deutschland einen Präzedenzfall schaffen. Der Widerstand wächst in der Schweiz.

Die vorwiegend politische Debatte gibt den Schweizer Kirchen Gelegenheit ihre Positionen öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Hinzu kommt, dass die Errungenschaften der modernen Medizin die Entscheidungen im Hinblick auf den Dienst an Sterbenden noch schwieriger gemacht haben. So betonte der Abt der Schweizer Benediktinerabtei St. Otmarsberg (Uznach) in einem Gespräch mit Journalisten, dass „nur die absolute Norm der Unantastbarkeit des Lebens den Einzelnen gegenüber Dritten, aber auch vor sich selbst, zu schützen vermag“. Im Hinblick auf die gegenwärtig in der Schweiz heftig geführte Diskussion um die „Beihilfe zum Selbstmord“ meinte der Abt: „Das Verhängnis beginnt nicht erst bei der Illusion, den massenhaften Selbstmord objektiv regeln zu können, sondern bei der Akzeptanz des organisierten Selbstmords im allgemeinen Denken der Leute. Auch eine höchstrichterliche Instanz und ein Volk, das Gesetze erlässt, sind fehlbar.“

Schweizer Bischöfe lehnen „Beihilfe zum Suizid“ eindeutig ab

Die Schweizer katholischen Bischöfe verweisen auf die ausführliche und detailreiche Kritik an der Schweizer Sterbehilfe-Praxis, wie sie diese in ihrem Pastoralschreiben Nr. 9 unter dem Titel „Die Würde des sterbenden Menschen“ bereits im Jahr 2002 dargelegt haben. Darin unterscheiden die Bischöfe zunächst deutlich zwischen den verschiedenen Formen der Sterbehilfe. Ethisch zulässig seien den Bischöfen zu Folge sowohl die auf eine ausdrückliche und rechtlich korrekte Patientenverfügung zurückgehende „passive Sterbehilfe“, die den Tod des Patienten durch Behandlungsabbruch oder -verzicht in Kauf nimmt, sowie die „indirekte aktive Sterbehilfe“, bei der die lebensverkürzende Wirkung durch eine intensive medikamentöse Symptom- oder Schmerzbehandlung in Kauf genommen wird.

Klar abgelehnt wird durch die Bischöfe hingegen jede Form der „direkten aktiven Sterbehilfe“ sowie der „Beihilfe zum Suizid“, wie sie beispielsweise durch „Dignitas“ geleitet werde. Der für die rechtliche Regelung des Tatbestandes der Suizidbeihilfe zuständige Art. 115 des Schweizerischen Strafgesetzbuches stelle eine „veraltete Strafgesetzgebung“ dar, die den Unterschied zwischen dem Tatrechtsbestand der „Beihilfe zum Suizid“ und der „Tötung auf Verlangen“ verwische. So biete der Artikel den Bischöfen zu Folge „eine Möglichkeit der Straffreiheit“ auch bei Tötung auf Verlangen, wenn es gelinge, den Ausschluss „selbstsüchtiger Beweggründe“ nachzuweisen.

Zu verurteilen sei die Praxis der Suizidbeihilfe weiterhin aufgrund weitreichender „sozialethischer Konsequenzen“, so die katholischen Schweizer Bischöfe. In ihrem Pastoralschreiben heißt es: „Wir erinnern an den Nachahmungseffekt und an die möglichen Folgen der Publikation von Freitod-Anleitungen. Eine verbreitete Suizidpraxis trägt auch zur Banalisierung des Todes bei. Sie leistet einer irrigen Ideologie menschlicher Selbstbestimmung Vorschub und zeugt von einer oberflächlichen Lebensauffasung, die auftretenden grösseren Schwierigkeiten durch Beendung des Lebens aus dem Weg gehen will. Schwer behinderte Menschen sehen sich vor die Frage gestellt, ob sie sich nicht lieber umbringen sollten, statt wie bisher grosse Mittel einsetzen zu lassen, um ihr Weiterleben einigermassen zu erleichtern.“ Die Erfahrungen in den Niederlanden hätten außerdem gezeigt, dass es immer wieder zu gravierenden Problemen bei der Durchführung ärztlicher Suizidhilfe gekommen sei.

Schweizerischer Protestanten beziehen Stellung zur Sterbehilfe

Auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) meldet nun Kritik an. „Sterbewillige werden zum Instrument einer politischen Debatte“, heißt es in einer Presseaussendung. Der Rat des SEK beschäftige sich seit einiger Zeit mit den Fragen rund um das Sterben. Für den 22. November hat der SEK die Veröffentlichung einer Studie mit dem Titel „Das Sterben leben“ angekündigt, die sich mit den Entscheidungen am Lebensende aus evangelischer Sicht auseinandersetzt und klare Positionen aufzeigt.

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hatte bereits im Dezember 2005 anlässlich der Gründung des „Dignitas“-Ablegers in Deutschland klare Worte gegen die Aktivitäten von „Dignitas“ formuliert. Dabei wies der SEK-Rat auf die Unveräußerlichkeit der Menschenwürde hin, die unabhängig vom Zustand und den Eigenschaften einer Person gelte. Diese schließe den unbedingten Respekt vor den Leiden, Ängsten und der Verzweiflung jedes Menschen ein und nehme auch einen daraus resultierenden Sterbewunsch ernst. Aus christlichethischer Perspektive seien im Rahmen der Beihilfe zum Suizid vier Punkte zu bedenken: 1. Es kann kein Recht auf Sterbehilfe geben. 2. Sterbehilfe darf niemals zu einem (sozial oder gesundheits) politischen Instrument oder einer Alternative zur Sterbebegleitung werden. 3. Angesichts unerträglicher Schmerzen und Leiden versagt jedes „theoretische“ oder prinzipielle Urteil. Das gilt in beide Richtungen, hinsichtlich der Bestreitung des Wunsches nach Sterbehilfe genauso wie im Hinblick auf seine Legitimation. 4. Die Frage der Sterbehilfe verweist auf eine Gewissensentscheidung der und des Einzelnen, die nicht delegiert werden kann und darf. Daher ist die Würde der Person mit dem Sterbewunsch, der Angehörigen und der Beteiligten unbedingt zu schützen.

Ein klares Votum gegen jede Form aktiver Sterbehilfe und der Beihilfe zum Suizid formuliert auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Der „Dienst an Sterbenden“ bestehe nicht in der „Hilfe zum Selbstmord“ oder in der Interpretation des „barmherzigen Tötens“; vielmehr müsse jede Form palliativer Versorgung des Patienten zur Schmerz- und Leidenslinderung sichergestellt werden, heisst es in einer weltweit gültigen Konsenserklärung der Adventisten über die Betreuung Sterbender.

Schweizer Recht kennt vier Rechtsbegriffe

Das Schweizer Recht unterscheidet vier Begriffe: Die „direkte aktive Sterbehilfe“ sowie die Tötung eines Menschen auf Verlangen sind auch in der Schweiz verboten und stehen unter Strafe. Unter den Begriff der „indirekten aktiven Sterbehilfe“ fällt beispielsweise die Verabreichung eines Medikaments zur Schmerzlinderung bei Inkaufnahme des eventuellen beschleunigten Todes des Patienten. Solche Maßnahmen gelten grundsätzlich nicht als strafbar. Die am häufigsten in der Schweiz praktizierte Form der Sterbehilfe ist die „passive Sterbehilfe“. Gemeint ist damit der Verzicht auf lebenserhaltende Massnahmen oder deren bewussten Abbruch auf Wunsch des Patienten. Sie ist in den meisten Fällen straflos, in jedem Fall immer dann, wenn die Einwilligung der betroffenen Person vorliegt. Der „Dienst“ von „Dignitas“ fällt unter die Bezeichnung der „Suizidbeihilfe“ und ist rechtlich von der Sterbehilfe unterschieden, da die aktive Handlung bei der betreffenden Person selbst liegt. Strafbar ist sie nur in dem Fall, wo „selbstsüchtige Motive“ nachweisbar sind.

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Predigtpreis 2007 wird verliehen

Bonn, 20.11.2007/APD Im Rahmen eines Festaktes in der Schlosskirche (Universitätskirche) in Bonn wird am 21. November der diesjährige ökumenische „Predigtpreis“ des Verlags für die Deutsche Wirtschaft verliehen. In der Kategorie „Beste Predigt 2007“ geht der Preis an Pfarrer Dr. Fernando Enns. Der mennonitische Theologe, 1964 in Curitiba/Brasilien geboren, hat derzeit eine Stiftungsdozentur am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg inne. Er wird für eine Predigt über Matthäus 18,15-22 ausgezeichnet, die er am „Tag der Ökumene“ 2006 in Hamburg hielt. Den Sonderpreis in der Kategorie „Beste Liedpredigt“ erhält Antje Rösener. Die 46-jährige Pfarrerin ist Theologische Studienleiterin im Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen-Lippe in Dortmund. Sie setzte sich mit dem Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Philipp Nicolai (1556-1608) auseinander. Die nicht dotierte Auszeichnung besteht aus einer Bronzeplakette und einer Bibel.

Für sein Lebenswerk wird der katholische Theologieprofessor Rolf Zerfaß (Würzburg) geehrt. Der 73-Jährige gilt als einer der profiliertesten Pastoraltheologen und Homiletiker der Gegenwart, der mit seiner Predigtlehre Kirchen übergreifend hohe Anerkennung genießt.

Mit dem 2000 erstmals vergebenen „Predigtpreis“ will der Verlag für die Deutsche Wirtschaft die Redekunst in den Kirchen fördern. Bewerben können sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kirchen, Freikirchen und Landeskirchlichen Gemeinschaften. Ausgezeichnet wurden bislang unter anderem der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (Köln), der Erfurter katholische Bischof Dr. Joachim Wanke, der Rhetorik-Professor Walter Jens (Tübingen), Schwester Isa Vermehren RSCJ (Bonn), der Theologe Dr. Jörg Zink (Stuttgart), der Schweizer Dichter und Pfarrer Kurt Marti, der Tübinger Theologieprofessor Eberhard Jüngel, die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, der Franziskaner Pater Heribert Arens (Geismar), die Berliner Pfarrerin Barbara Manterfeld-Wormit, der katholische Religionspädagoge Dr. Thomas Meurer (Münster), Pfarrerin Margot Runge (Sangerhausen), Pastor Klaus Eulenberger (Rellingen), Pfarrerin Sylvia Bukowski (Wuppertal) und Pater Dr. Ulrich Engel (Köln/Berlin).

Die elfköpfige ökumenisch besetzte Jury umfasst Theologinnen und Theologen sowie Publizisten. Sie steht unter dem Vorsitz von Oberkirchenrat Udo Hahn (Hannover), Medien- und Publizistik-Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
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Bibelstudienkurse europaweit beliebt

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 19.11.2007/APD Das Internationale Bibelstudieninstitut des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung” der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bietet gegenwärtig zehn verschiedene Bibelkurse an und betreut zurzeit rund 4.500 Lehrgangsteilnehmer. Wie der Leiter des Instituts, Pastor Siegfried Wittwer, mitteilte, seien einige deutschsprachige Kurse übersetzt worden, um sie in anderen Ländern ebenfalls verwenden zu können.

Den Kurs „Start ins Leben” gebe es auch in Englisch, Französisch, Griechisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Norwegisch, Schwedisch, Dänisch und Niederländisch. Übersetzungen in Italienisch und Ungarisch seien geplant. „Tour of Life” mit Denkanstößen für Teenager wurde in Dänisch und Ungarisch übersetzt. Den Kinderkurs „Tipps für Kids” gibt es auch in Tschechisch und Slowakisch. Laut Wittwer will das Bibelstudieninstitut im nächsten Jahr den englischsprachigen Fernkurs „Discover – Entdecke den Glauben” in Deutsch herausgeben. Außerdem sei ein Studienkurs für Muslime geplant, der ihnen ein besseres Verständnis des christlichen Glaubens ermöglichen soll.

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Engere Zusammenarbeit zwischen deutschen Methodisten und Evangelischem Kirchentag

Fulda, 19.11.2007/APD Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) haben vereinbart, in Zukunft verbindlicher zusammenzuarbeiten. Zu diesem Zweck bildet die EmK einen eigenen Kirchentagsausschuss.

Die Methodisten arbeiten schon lange an der Vorbereitung und Gestaltung von Kirchentagen mit. Der Kirchentag ist nach DEKT-Angaben „eine freie Bewegung von Menschen, die der christliche Glaube und das Engagement für die Zukunft von Kirche und Welt zusammenführt“.

Dank der jetzt getroffenen Vereinbarung, die von der methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner und dem Präsidenten des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages, Reinhard Höppner, unterzeichnet wurde, ist der Kirchentagsausschuss der EmK den seit Jahrzehnten bestehenden Ausschüssen in den evangelischen Landeskirchen gleichgestellt und wie diese in der Konferenz der Landesausschüsse und in der Präsidialversammlung des DEKT vertreten.

„Als international arbeitende Freikirche, die Frömmigkeit und Weltverantwortung verbindet, bringen wir uns gerne ein, um das große Christentreffen zu fördern“, sagte Bischöfin Wenner. „Wir bedanken uns für das Vertrauen, werden den DEKT gerne noch mehr als bisher mitgestalten und freuen uns, jetzt auch offiziell Teil der Kirchentagsbewegung zu sein.“

Reinhard Höppner begrüßte die Vereinbarung: „Dass sich über Christinnen und Christen aus den Landeskirchen hinaus nun auch Mitglieder einer evangelischen Freikirche in fester und dauerhafter Kooperation für den Deutschen Evangelischen Kirchentag engagieren, ist für uns ein großer Gewinn.“

Der nächste, nämlich der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag, findet vom 20. – 24. Mai 2009 in Bremen statt. 1949 gegründet, ist der Kirchentag die größte Bewegung evangelischer Laien in Deutschland, denen die Unabhängigkeit von der Amtskirche ebenso wichtig war wie ein christlicher Glaube, der Frömmigkeit mit Verantwortung für Gesellschaft und Welt vereint.

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Weltgrößter „echter“ Adventskranz befindet sich im Allgäu

Kaufbeuren, 19.11.2007/APD Die Stadt Kaufbeuren im Allgäu verzaubert ihre Besucher vom 1. Dezember bis zum 6. Januar mit dem „Kaufbeurer Weihnachtszauber“. Dann erstrahlt auch der nach städtischen Angaben größte „echte“ Adventskranz der Welt am Neptunbrunnen im Licht seiner fast zwei Meter hohen echten Wachskerzen. Der Kaufbeurer Rekordkranz wiegt rund drei Tonnen und hat einen Durchmesser über als acht Metern.

Es gebe zwar größere Kränze, räumte ein Sprecher des Verkehrsvereins der Allgäu-Stadt ein. Diese bestünden aber nicht aus echtem Tannengrün und echten Kerzen. Gesegnet wird der Kranz pünktlich am ersten Adventsonntag.
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Mitgliedsorganisationen der „Aktion Deutschland Hilft“ bereits in Bangladesch im Einsatz

Bonn, 18.11.2007/APD Der Zyklon Sidr hat am Donnerstag die Küste des südasiatischen Landes Bangladesch getroffen und dabei eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Mindestens 3.000 Menschen verloren ihr Leben. Vier der zehn Mitgliedsorganisationen der „Aktion Deutschland Hilft“ sind bereits vor Ort, um zu helfen.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International sandte Nothilfeteams aus der Hauptstadt Dakka ins Katastrophengebiet, um Nahrungsmittel, Trinkwasser, Kleidung und Planen für Notunterkünfte zu verteilen. CARE brachte fünf mobile Wasseraufbereitungsanlagen in die Region und hat damit begonnen, an rund 5.000 Familien Hilfsgüter auszugeben. World Vision stellt Notunterkünfte für rund 20.000 Obdachlose bereit und die Bonner Helfer von HELP haben gemeinsam mit einer Partnerorganisation die Verteilung von notwendigen Gütern eingeleitet.

Spenden können unter dem Stichwort „Bangladesch“ auf das Konto 10 20 30 der „Aktion Deutschland Hilft“ bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln (BLZ 370 205 00) überwiesen werden.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von zehn deutschen Organisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Es handelt sich dabei um action medeor, ADRA, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, CARE International Deutschland, HELP – Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Paritätischer Wohlfahrtsverband und World Vision Deutschland. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Auslandshilfe zusammen, um so ihre Arbeit noch zu optimieren.
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Neuer Bischof für Altkatholische Kirche in Österreich gewählt

Wien/Österreich, 18.11.2007/APD Die Sondersynode der Altkatholischen Kirche Österreichs wählte am 17. November im dritten Wahlgang mit 40 Stimmen bei zwei Enthaltungen den gebürtigen Nigerianer und Vorarlberger Pfarrer Mag. theol. Dr. phil. Johannes Ekemezie Okoro (58) zu ihrem neuen Bischof. Er wird am 1. Januar 2008 Nachfolger von Bischof Bernhard Heitz (65), der aus Altersgründen aus dem Amt scheidet.

Okoro wurde am 21. August 1949 im nigerianischen Kano geboren und ist seit 1994 österreichischer Staatsbürger. Der studierte Psychologe, Philosoph und Theologe arbeitet unter anderem als Psychotherapeut in Dornbirn. In den 1990er Jahren war er im Rahmen der UNO-Einsätze auf Zypern und in Syrien als Militärpfarrer tätig. Zur Altkatholischen Kirche konvertierte der vormals römisch-katholische Geistliche 1999.

„Mit dieser Wahl haben die Delegierten nicht nur ihre Weltoffenheit unter Beweis gestellt, mit der charismatischen Persönlichkeit von Pfarrer Okoro unterstreicht die altkatholische Kirche auch ihr Leitbild, in welchem sich die Kirche als eine offene, einladende und gastfreundliche Kirche präsentiert. Die Altkatholische Kirche hat damit ein lebendiges Zeichen der Integration gesetzt”, heißt es in einer Glückwunschbotschaft der Kirchenleitung.

Die Altkatholiken verstehen sich als demokratische Kirche: Nicht die Bischofskonferenz macht Vorschläge zur Wahl eines neuen Bischofs, alle Gemeinden, der Synodalrat und die Geistlichenkonferenz waren aufgefordert, Kandidaten zu nennen. Frauen steht das Bischofsamt zwar offen, doch es kandidierte keine ordinierte Geistliche. Die Synode setzt sich aus zwei Drittel Laien und einem Drittel Geistlichen zusammen.

Die Altkatholische Kirche Österreichs zählt derzeit rund 18.000 Mitglieder. Sie erhielt 1877, nach langen Konflikten und vielen Zugeständnissen auf altkatholischer Seite, die staatliche Anerkennung auf Grund des Anerkennungsgesetzes von 1874.

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Jugendliche nutzen zunehmend unterschiedliche Zugänge zum Radioprogramm

Stuttgart, 18.11.2007/APD Obwohl die klassische Radionutzung in den letzten Jahren bei Jugendlichen zurückging, kann das Medium seine Position im gesamten Medienrepertoire Jugendlicher nach den Ergebnissen der aktuellen JIM-Studie 2007 weiterhin behaupten und durch die Nutzung vielfältiger Empfangswege stärken.

Während die Fernsehnutzung bisher weitestgehend über das herkömmliche Fernsehgerät erfolgt und das Internet in der Regel vom heimischen Computer aus genutzt wird, erreicht das Radio seine jugendlichen Nutzer mittlerweile über verschiedene Plattformen. Innerhalb von 14 Tagen wird Radio von den 12- bis 19-Jährigen zwar vor allem über ein stationäres Radiogerät (82 Prozent) oder über das Autoradio (74 Prozent) gehört, 19 Prozent finden aber auch über den MP3-Player, 17 Prozent über das Internet und 15 Prozent über das Handy Zugang zum Radioprogramm ihrer Wahl. In ähnlicher Größenordnung erfolgt auch die Nutzung mobiler Radiogeräte (18 Prozent). Generell etabliert sich das Internet immer stärker als Radioplattform: So besuchen immerhin 31 Prozent der jugendlichen Onlinenutzer die Homepage eines Radioprogramms.

Insgesamt hören 74 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche Radio. Auf die Frage an Radiohörer, ob im Vergleich zu heute vor einem Jahr mehr oder weniger Radio gehört wurde, gibt ein Drittel eine intensivere Radionutzung an. Knapp die Hälfte der Jugendlichen hat ihr Nutzungsverhalten in diesem Zeitraum nicht geändert, ein Fünftel hört weniger Radio als vor einem Jahr. Begründet wird Letzteres vor allem mit Zeitmangel und anderer Alternativen wie dem MP3-Player oder dem Internet.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest bildet seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren in Deutschland ab. Für die repräsentative Studie wurden rund 1.200 Jugendliche befragt. Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

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Österreichs Aleviten wollen Anerkennung als Glaubensgemeinschaft

Wien/Österreich, 17.11.2007/APD Die Aleviten in Österreich streben eine staatliche Anerkennung an. In der Alpenrepublik gibt es nach eigenen Angaben etwa 60.000 Aleviten, die ethnisch ungefähr zu gleichen Teilen Türken und Kurden sind. Sie fühlen sich als eigenständige Religionsgemeinschaft innerhalb des Islam, der von ihnen anders interpretiert wird. Wie der Generalsekretär des Dachverbands der Aleviten in Österreich (Avusturya Alevi Birlikleri Federasyonu/AABF), Deniz Karabulut, anlässlich einer Veranstaltung des Verbands katholischer Publizisten Österreichs (VKPÖ) in Wien mitteilte, wollen die Aleviten 2008 im Kultusamt den Antrag auf Anerkennung als „religiöse Bekenntnisgemeinschaft“ stellen.

Seit etwa zehn Jahren erlebe das Bekenntnis zum Alevitentum eine erstaunliche Renaissance, so Karabuluts. In Deutschland und Österreich hätten sich sehr aktive Verbände herausgebildet. Auch in der Türkei sei heute die Gründung von Vereinigungen, welche die Bezeichnung „alevitisch“ tragen, möglich. „Das war lange verboten gewesen.“

Karabulut sehe zwar große Fortschritte in der Türkei im Blick auf den angestrebten EU-Beitritt, den die Aleviten durchwegs befürworteten. Allerdings sei das Hauptproblem, das die Aleviten in ihrer Heimat hätten, nicht gelöst. Es gehe dabei um den zwangsweisen sunnitisch-hanefische Religionsunterricht nicht nur für Sunniten, sondern auch für Schiiten und Aleviten.

In der Aussprache betonte Karabulut, dass in den Glaubensvorstellungen der Aleviten auch vorislamische Elemente eine große Rolle spielten. Ihr Glaube sei stark vom Sufismus (der mystischen Strömung im Islam) beeinflusst und weise zahlreiche Berührungspunkte mit dem Christentum und dem Zoroastrismus auf. Zum Kult der Aleviten, in eigenen Versammlungshäusern (Cemevi) und nicht in Moscheen, gehörten Musik und Tanz beider Geschlechter. Das Alevitentum kenne keine Pflichtgebete sowie keinen besonderen Raum und keine besondere Zeit für das Gebet.

Als Religionsgruppe sind die Aleviten nicht homogen, da es in den einzelnen Ländern unterschiedliche Strömungen gibt und das Alevitentum keine zentrale Organisation hat. Der Ursprung des alevitischen Glaubens liegt in der Frühzeit des Islam, die von der Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten gekennzeichnet war. Die Verehrung Alis, des ermordeten Schwiegersohns Mohammeds, ist Aleviten und Schiiten gemeinsam, unter den Aleviten aber noch stärker ausgeprägt.

Ab dem 16. Jahrhundert haben sich innerhalb der Bewegung zwei große Strömungen gebildet, die auch für das gegenwärtige Alevitentum charakteristisch sind: auf der einen Seite der Glaube in den städtischen Gemeinschaften, repräsentiert durch den Orden der Bektashi; auf der anderen Seite die weniger organisierte Religionsbewegung auf dem Land, die „Dorfaleviten“.

Mit den Reformen Atatürks ging 1925 ein Verbot der Derwischorden einher. Der Staat beschlagnahmte ihr Vermögen, und die Sitze der Sufi-Gemeinschaften wurden in Museen umgewandelt. Der alevitische Glaube blieb jedoch im Untergrund und in vielen Dorfgemeinschaften fernab jeglicher staatlicher Kontrolle erhalten. Das Verbot von 1925 gilt auch heute noch, wird allerdings kaum noch kontrolliert. „Dorfaleviten“ von orthodoxen Muslimen zu unterscheiden ist verhältnismässig leicht, da die Frauen zum Großteil unverschleiert sind.

Das Kultusamt im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur hat aufgrund des Bundesgesetzes über die Rechtspersönlichkeit von religiösen Bekenntnisgemeinschaften (BGBI) von 1998 folgenden zehn Gruppierungen die Rechtspersönlichkeit einer „religiösen Bekenntnisgemeinschaft“ zuerkannt: den Bahá’ì, dem Bund der Baptistengemeinden, dem Bund evangelikaler Gemeinden, der Christengemeinschaft (Anthroposophen), der Freien Christengemeinde/Pfingstgemeinde, der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, den Zeugen Jehovas, der Hinduistischen Religionsgesellschaft, der Mennonitischen Freikirche, der Pfingstkirche Gemeinde Gottes. Die Aleviten wären die elfte sogenannte Bekenntnisgemeinschaft.

Die Bekenntnisgemeinschaft bildet eine Art Vorstufe zum Status einer gesetzlich anerkannten Kirche und Religionsgesellschaft. Bis heute hat nur die 1998 als Bekenntnisgemeinschaft anerkannte Koptisch-Orthodoxe Kirche unter staatsrechtlich umstrittenen Umständen – unter Zuhilfenahme des Orientalisch-orthodoxen Kirchengesetzes von 2003 – den Weg zu den gesetzlich anerkannten Kirchen gefunden.
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Umstrittenes Kirchengesetz in Tschechien verfassungsgemäß

Prag/Tschechische Republik, 17.11.2007/APD Kirchliche Schulen, Krankenhäuser, Altenheime und andere Sozialeinrichtungen in der Tschechischen Republik brauchen auch künftig eine Genehmigung des Kultusministeriums. Das tschechische Verfassungsgericht in Brünn erklärte ein entsprechendes Kirchengesetz aus dem Jahr 2005 für verfassungsgemäß. Das umstrittene Gesetz, welches eine Parlamentsmehrheit aus Sozialdemokraten und Kommunisten verabschiedet hatte, regelt die Registrierung von Religionsgemeinschaften und ihrer Organisationen.

Eine Verfassungsklage von 25 überwiegend christdemokratische und konservative Abgeordnete und Senatoren blieb damit erfolglos. Sie waren der Ansicht, die Regelung schränke die Unabhängigkeit der Kirche zu stark ein. Auch die römisch-katholische Tschechische Bischofskonferenz und der Ökumenische Rat der Kirchen der Tschechischen Republik (ÖRK R) sprachen sich gegen das Gesetz aus, da es die Kirchen unter „Vormundschaft des Staates” stelle.

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„Von Tuten und Blasen haben wir Ahnung“ - Evangelischer Posaunentag 2008 in Leipzig

Leipzig, 16.11.2007/APD Vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2008 findet in Leipzig der Deutsche Evangelische Posaunentag unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler statt. An dem wohl größten Bläser-Ereignis aller Zeiten werden über 15.000 Musikerinnen und Musiker teilnehmen und die ganze Bach-Stadt Leipzig in Schwingung versetzen, so die Veranstalter.

Der Evangelische Posaunendienst in Deutschland e.V. (EPiD), der als Dachverband alle Evangelischen Posaunenchorverbände in der Bundesrepublik verbindet, lädt zum Posaunentag unter dem Motto „OhrenBlickmal“ nach Leipzig ein. Zum EPiD gehört auch das Advent-Posaunenwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Alle 6.400 Posaunenchöre aus Landes- und Freikirchen in Deutschland wurden zum Posaunentag nach Leipzig eingeladen. Neben den aktiven Teilnehmern sind auch Kirchengemeinden, Musikliebhaber und Gäste willkommen. Ein vielseitiges Angebot, von der Eröffnungsfeier auf dem Augustusplatz, den Serenaden auf 25 Einzelbühnen der Mitgliedsverbände, den 25 Abendkonzerten in den Leipziger Kirchen bis zum großen Fernseh-Abschlussgottesdienst im Zentralstadion, wo mit über 15.000 Bläsern und 45.000 Kilogramm Messing der weltgrößte Posaunenchor zum Gotteslob erschallen soll und eine eigens dafür geschaffene Komposition uraufgeführt wird, erwartet die Besucher. Die Abschlussfeier mit der Predigt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, wird vom MDR-Fernsehen live übertragen.

„Der Deutsche Evangelische Posaunentag wird für Bläser und Christen gleichermaßen ein besonderer Tag werden“, prophezeite Klaus Geiger, Leiter des Posaunentages beim EPiD. „Von Klassik über Swing bis Pop spielen die Posaunenchöre alles, was das Messing hergibt; denn ‚von Tuten und Blasen‘ haben die tongewaltigen Musiker eine Ahnung“. Weitere Informationen über den Posaunentag 2008 sind im Internet unter www.ohrenblickmal.de zu finden.
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Studiengänge der Friedensauer Hochschule endgültig akkreditiert

Friedensau bei Magdeburg, 16.11.2007/APD Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat den Akkreditierungsprozess ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge erfolgreich abgeschlossen. Sie ist damit die erste Hochschule in Sachsen-Anhalt, welche die endgültige Anerkennung all ihrer Studiengänge nach dem Bologna-Prozess erlangt hat. Mit dem Prozess streben die Hochschulen seit 1999 eine internationale Vergleichbarkeit der Lehre nach europäischen Standards an.

„Das abgeschlossene Akkreditierungsverfahren der zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge nach dem Bologna-Modell bestätigt die Qualität der Studiengänge“, erklärte der Rektor der Theologischen Hochschule, Professor Dr. Johann Gerhardt. „Die Masterstudiengänge wurden als überwiegend forschungsorientiert eingestuft, was das Profil als wissenschaftliche Hochschule bekräftigt.“

Der endgültigen Anerkennung gingen umfangreiche Neustrukturierungsmaßnahmen der Studieninhalte und Gutachtervisitationen der „Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen“ (AQAS) voraus, aufgrund dessen die Studiengänge im Jahr 2005 vorläufig anerkannt wurden. Die von AQAS auferlegten Modifikationen in der Studiengangsgestaltung wurden zwischenzeitlich von der Hochschule erfüllt, was zur endgültigen Akkreditierung führte.

Studierende im Fachbereich Christliches Sozialwesen haben nun nach einem dreijährigen Grundlagenstudium zum „Bachelor of Arts in Social Work“ die Möglichkeit, zwischen verschiedenen jeweils zweijährigen Masterstudiengängen zu wählen. Der Studiengang „International Social Science“ konzentriert sich auf das Berufsbild eines international tätigen Sozial- und Projektmanagers einer humanitären Hilfsorganisation. Mit dem „Master of Arts in Counseling“ wird eine universitäre Ausbildung für Ehe-, Familien- und Lebensberatung angeboten. Der Studiengang „Master of Arts in Social Work“ bietet eine Vertiefung der Sozialen Arbeit in Wissenschaft und Forschung sowie Qualifikationen in den Bereichen Führung, Anleitung und Beratung.

Im Fachbereich Theologie bietet die Hochschule ein sechssemestriges Grundlagenstudium mit dem Abschluss „Bachelor of Arts in Theology“ an, das die alten Sprachen und exegetische Methoden vermittelt und in das theologische Denken einführt. Dem schließt sich das Studium zum „Master of Arts in Theology“ an. In vier Studiensemestern werden Qualifikationen in den Bereichen Bibelwissenschaft, Kirchengeschichte, Dogmatik, Ethik, Seelsorge, Predigt und Gemeindeaufbau erlangt.

An der 1899 gegründeten Theologischen Hochschule Friedensau mit ihren elf wissenschaftlichen Instituten sind derzeit 151 Studentinnen und Studenten aus über zwanzig Ländern eingeschrieben.
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Ohne Gebet kein wirklicher Aufbruch der Kirche - Kommentar zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 4. bis 7. November 2007

Der Wunsch nach einer im Aufbruch befindlichen, veränderten evangelischen Kirche führte 120 Synodale von 23 deutschen Gliedkirchen für vier Tage in Dresden zusammen. Unter dem Motto „Evangelisch Kirche sein” diskutierten sie über zahlreiche Reformvorschläge aus dem Impulspapier „Kirche der Freiheit”, die schon auf dem Wittenberger Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Januar angesprochen wurden. Störend, ja missverständlich wirkte vor allem die Formulierung, über die Kirche der Zukunft theologisch nachzudenken, sind doch letztendlich die Kirchengemeinden die Träger kirchlicher Erneuerung, die in erster Linie für den Gottesdienst, die Seelsorge und Diakonie neue Impulse erwarten.

Stattdessen ging es der Dresdner EKD-Synode vorerst um Kompetenzfragen, wie weit sich Rat, Kirchenkonferenz, Synode und Kirchenamt in die zukunftsweisende Entwicklung einbringen, bei der außerdem noch ein zu bildendes Steuerungsorgan mit entscheiden wird. Es wurde nicht verhehlt, das mit diesen für die Kirche wichtigen Einrichtungen ein Prioritätsgerangel den ohnehin schon langsamer gewordenen Reformprozess bremsen könnte.

Zu den Zukunftsvorstellungen des Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Wolfgang Huber, gehört insbesondere ein lebendiger evangelischer Gottesdienst, der Gottesbegegnung, Orientierung und Gemeinschaft schafft. Theologie für den Gemeindebereich publizierbarer zu machen, dürfte dagegen noch weit hinter den missionarischen und seelsorgerlichen Anliegen der evangelischen Pfarreien liegen, für die theologische Vorstellungen, die von der EKD kommen, ohnehin nur schwer vermittelbar sind.

So fiel auch der für die Gemeinden vorgesehene Kundgebungsentwurf „Evangelisch Kirche sein” erst einmal bei den meisten Kirchenparlamentariern durch und wurde buchstäblich zerpflückt. „Wo bliebt hier die klare Botschaft der Bibel, wo die Leidenschaft?”, wurde zu Recht gefragt. Es waren vor allem Frauen, die ihre Bedenken vorbrachten und dem Entwurf Halbherzigkeit vorwarfen.

Trotz gewisser Phasen der Ratlosigkeit hielt die Synode daran fest, dass der Aufbruch der Kirche unumkehrbar sei und konkrete Beschlüsse folgen müssten. Es wurde an eine intensivere Pfarrer- und Laienausbildung gedacht, mehr Laienverantwortung verlangt und eine Stärkung des evangelischen Profils gefordert. Übereinstimmung gab es in der Frage des Aufbruchs, der zwar bereits an vielen Stellen begonnen, aber der Prozess des Aufeinanderhörens und Aufeinanderzugehens erst angefangen habe.

Was nützen jedoch alle möglichen Anstrengungen um eine Erneuerung, ja Erweckung der evangelischen Kirche, wenn das Gebet nur die übliche gottesdienstliche Funktion hat und übrigens während der Synode kaum erwähnt wurde? Bei früheren Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts in den USA und in Großbritannien beteten Hunderttausende allein und in Gemeinschaft um die Erneuerung ihrer Kirchen und Gemeinden und baten Gott um die Hilfe des Heiligen Geistes.

Mit rein organisatorischen Vorkehrungen und Reformbemühungen wird das hehre Vorhaben der deutschen Protestanten nach Erneuerung ihrer Kirche nicht gelingen. Zwei Passagen aus dem Kirchengesangbuch lassen das klar erkennen: Martin Luthers „Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren” und Paul Gerhardts „Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst eigener Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein”. Die deutschen Protestanten sollten sich an ihre christlichen Vorväter erinnern und bei allem Planen das Gebet für die Erneuerung ihrer Kirche nicht vergessen.

Dr. Wolfgang Tulaszewski

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Zentralausschuss der Konferenz Europäischer Kirchen tagt in Wien

Wien/Österreich, 14.11.2007/APD Das Leitungsgremium der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) beschäftigt sich während ihrer jährlichen Tagung vom 14. bis 17. November in Wien mit der Auswertung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, die vom 4. bis 9. September in Sibiu/Rumänien stattfand. An diesem großen Kirchentreffen hatten rund 3.000 Menschen aus allen Regionen Europas teilgenommen. Neben dem Rückblick soll es laut dem Evangelischen Pressedienst für Österreich auch einen Ausblick auf die nächste Vollversammlung der KEK geben, die 2009 im französischen Lyon stattfinden wird. In Wien wollen die Delegierten über Thema und Inhalt für die alle sechs Jahre stattfindende Versammlung, dem höchsten Entscheidungsorgan der KEK, beraten.

Die 40 Mitglieder des Zentralausschusses leiten die Konferenz Europäischer Kirchen zwischen den Vollversammlungen. Am 15. November ist ein Empfang der Zentralausschuss-Mitglieder im Wiener Rathaus und am 16. November ein Treffen mit Repräsentanten der Ökumene in Österreich vorgesehen.

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 126 orthodoxen, reformatorischen, anglikanischen, freikirchlichen und alt-katholischen Kirchen sowie 43 assoziierten Organisationen in allen Ländern des europäischen Kontinents. Die KEK wurde 1959 gegründet und hat Büros in Genf, Brüssel und Straßburg.
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Fürstentum Liechtenstein will institutionelle Trennung von Staat und Kirche

Vaduz/Liechtenstein, 13.11.2007/APD Das Fürstentum Liechtenstein plant eine Neuordnung des Verhältnisses von Staat und Kirche. Regierungschef Otmar Hasler legte ein Konzept zur Entflechtung von Staat und Kirche vor. Verfassungsänderungen und neue Gesetze sollen das Verhältnis zwischen dem Staat und den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Zukunft neu regeln.

In der Verfassung des Fürstentums, die 2003 nach einer Teilrevision durch Volksabstimmung in Kraft gesetzt wurde, genießt die römisch-katholische Kirche unverändert eine besondere Stellung. Sie wird ausdrücklich als „Landeskirche“ bezeichnet und hat „den vollen Schutz des Staates“. Aus der jahrelangen Verfassungsdiskussion, die hauptsächlich über die Aufteilung der Machtverhältnisse zwischen Monarchie und Demokratie geführt wurde, blieb die Kirchenfrage ausgeklammert. Die Trennung oder Entflechtung von Staat und Kirche bildete in den vergangenen zehn Jahren, insbesondere nach der Errichtung des katholischen Erzbistums Vaduz, aber dennoch ein aktuelles Thema.

Die Gesellschaft, ihre Zusammensetzung und auch die religiöse Lebenswelt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert, unterstrich Regierungschef Otmar Hasler bei der Präsentation des Reformkonzeptes. Eine Entflechtung von Staat und Kirche sowie eine Reform des Staatskirchenrechts seien im Interesse des Staates und der römisch-katholischen Kirche. Der Staat, dessen Bevölkerung unterschiedlichen Religionen angehöre, habe ein Interesse daran, sich neutral zu den einzelnen Religionen zu verhalten, um ein klares Signal abzugeben, dass die Religionsfreiheit auch die Freiheit vom Staat bedeute. Auf der anderen Seite habe sich auch die römisch-katholische Kirche verändert, indem sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf Distanz zum Staat gegangen sei und die institutionelle Unabhängigkeit von Staat und Politik betone.

Das von Regierungschef Hasler vorgelegte Konzept für eine Neuordnung des Staatskirchenrechts sieht eine institutionelle Trennung von Staat und Kirche vor. Keine der anerkannten Religionsgemeinschaften soll in Zukunft noch in die staatliche Organisation eingegliedert sein und somit auch nicht der staatlichen Aufsicht unterstehen.

Das Reformpaket enthält eine Änderung der Verfassung, ein Religionsgesetz für die Beziehungen des Staates zu den öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften und ein Modell für deren Mitfinanzierung durch den Staat.

Als Religionsgemeinschaften mit öffentlich-rechtlicher Selbständigkeit und eigener Rechtspersönlichkeit sind vorgesehen: Die römisch-katholische Kirche, die evangelische Kirche und die evangelisch-lutherische Kirche. Allen anderen Religionsgemeinschaften steht grundsätzlich der Weg zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung ebenfalls offen, sofern sie einige wesentliche Kriterien, wie die Anerkennung der geltenden staatlichen Rechtsordnung und die Respektierung des Religionsfriedens erfüllen, und eine bestimmte gesellschaftliche Bedeutung aufweisen.

Für die Finanzierung der öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften schlägt die Regierung ein Zwei-Pfeiler-Modell vor. Einerseits solle die Möglichkeit bestehen, dass die Religionsgemeinschaften finanzielle Unterstützung und auch Vergünstigungen des Staates für Leistungen erhalten, die sie für die Allgemeinheit erbringen. Anderseits bilden die freiwilligen Zuwendungen der Steuerzahler aus der Vermögens- und Erwerbsteuer den Kern der Religionsfinanzierung, die aber keine eigentliche Kirchensteuer vorsieht. Konkret bedeute dieses Modell, dass der Steuerzahler künftig entscheiden kann, ob er einen Teil seiner Vermögens- und Erwerbsteuer einer der öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften zukommen lassen möchte oder nicht. Ist dies nicht der Fall, so steht der Steuerbetrag für den allgemeinen Staatshaushalt zur Verfügung.

Die Regierung bindet mit dem vorgelegten Konzept auch die Gemeinden in die Entflechtung von Staat und Kirche ein. In der Vergangenheit haben die Gemeinden einen großen Teil der anfallen Kosten der römisch-katholischen Kirche getragen. Insbesondere die Besoldung der Geistlichen und den Unterhalt der kirchlichen Infrastruktur. Die historisch gewachsenen Leistungsverpflichtungen der Gemeinden sollen in gesonderten Entflechtungsverhandlungen gelöst werden.
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Evangelische Kirche und Erzbistum Berlin klagen gegen verkaufsoffene Sonntage

Berlin, 13.11.2007/APD Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin haben Verfassungsbeschwerden gegen das Ladenöffnungsgesetz des Landes Berlin beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Die Beschwerden der Landeskirche und des Erzbistums richten sich gegen die Ladenöffnung an bis zu zehn Sonntagen einschließlich der vier Adventssonntage pro Jahr in Berlin. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Beschwerden.

„Der Sonn- und Feiertagsschutz ist ein hohes Verfassungsgut. Anders als in vielen Staaten ist im Grundgesetz der Sonntag von Verfassungs wegen geschützt. Er dient der freien Religionsausübung, aber auch der Erholung und des Ausgleichs vom Alltag. Dieses hohe Verfassungsgut darf um der Menschen willen nicht leichtfertig für ökonomische Belange aufs Spiel gesetzt werden,“ erklärte der Leiter der Rechtsabteilung und Vizepräsident des EKD-Kirchenamtes, Burkhard Guntau. Der Sonntag sei als Tag des Gottesdienstes, der Muße und der Besinnung zu erhalten. „Beim Sonntagsschutz geht es um die Bewahrung einer wichtigen sozialen Institution, um die kulturelle Qualität des Zusammenlebens, um den Raum für die Freiheit der Religion.“ Die Kirchenkonferenz, die aus den Leitungen der EKD-Gliedkirchen gebildet wird, habe bereits frühzeitig die Unterstützung der Verfassungsbeschwerde durch die Berliner Landeskirche zugesagt.

Mit der Aushöhlung des Sonntagsschutzes, der im Grundgesetz durch Artikel 140 in Aufnahme von Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung verfassungsrechtlich verbürgt sei, verstoße der Berliner Gesetzgeber nach der Überzeugung der Kirchen gegen das Grundgesetz. Da Sonn- und Feiertage durch die Verfassung geschützt seien, könne die Aufhebung des Sonntagsschutzes an bis zu zehn Sonntagen im Jahr durch das Abgeordnetenhaus von Berlin keinen Bestand haben.

Besonders eklatant zeige sich der Verfassungsverstoß daran, dass alle Adventssonntage für die Ladenöffnung frei gegeben werden; daraus ergebe sich, dass im Dezember die Freigabe des Sonntags für den Handel die Regel, sein Schutz dagegen die Ausnahme sei.

Die beiden klagenden Kirchen weisen darauf hin, dass der Schutz der Sonn- und Feiertage im unmittelbaren Zusammenhang mit der Religionsfreiheit (Art. 4 des Grundgesetzes) betrachtet werden müsse. Wenn eine Erweiterung der Öffnungszeiten zwischen Montag und Samstag mit den berechtigten Interessen der Beschäftigten vereinbar sei, könne dadurch den Kundeninteressen in ausreichendem Maß Rechnung getragen werden. Sonn- und Feiertage müssten hingegen der Verfassungsvorschrift entsprechend den nötigen Freiraum für Arbeitsruhe und Muße, für Gottesdienst und familiäre Begegnung bieten. Die Absicht, den Schutz der Sonn- und Feiertage wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen, könne nicht hingenommen werden und sei in der Verfassung ausdrücklich nicht vorgesehen.
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„Worte der Hoffnung“

Ostfildern, 12.11.2007/APD Unter dem Motto „Worte der Hoffnung” findet vom 17. bis 24. November die jährliche, weltweite Gebetswoche der Siebenten-Tags-Adventisten statt, an der sich die 572 deutschen Gemeinden der evangelischen Freikirche mit besonderen Gebetsversammlungen beteiligen. Die täglichen Lesungen befassen sich diesmal mit der Zusage Jesu aus dem Johannesevangelium Kapitel 14, dass er wiederkommen werde. „In den Botschaften, welche die Medien verbreiten, geht es meistens um Tod und Leiden. Die Menschen brauchen deshalb auch eine Stimme der Hoffnung und des Trostes”, schreibt der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Jan Paulsen, im Vorwort zu den Gebetslesungen. Zum Abschlussgottesdienst am 24. November gehört auch die traditionelle Opfersammlung für die weltweite Mission der Freikirche. Im letzten Jahr betrugen die „Gebetstagsgaben” der 36.000 Adventisten in Deutschland 663.865 Euro.

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Fernsehserie „Anatolien in der Bibel“ in der Türkei

Istanbul/Türkei, 11.11.2007/APD „Anatolien in der Bibel“ ist das Thema einer neuen Serie, die im christlichen Fernsehsender „Turk-7″ (Türkçe Hýristiyan Televizyon Kanali) ausgestrahlt wird. „Für mich bedeutet das Projekt sehr viel, aber ich glaube auch, dass es für die türkische Gesellschaft und die christlichen Kirchen im Lande wichtig ist“, sagte Tamar Karasu, Generalsekretärin der Türkischen Bibelgesellschaft (BST) und Verwaltungsratsmitglied der Fernsehanstalt „Turk-7″.

Die neue Fernsehserie zeigt die historischen Wurzeln des Christentums auf. Das Gebiet der heutigen Türkei war das erste Missionsfeld der Christen. Von hier aus machten sich Paulus und seine Begleiter auf den Weg, um den Menschen die neue Lehre zu bringen. Besonders wichtig für die damalige Christenheit wurde Ephesus, nahe dem heutigen Selçuk, am Fluss Kystros gelegen. Es handelte sich um eine große Hafenstadt und ein einflussreiches kultisches und kulturelles Zentrum im Mittelmeerraum.

Kaum ein Land außer Palästina ist so stark mit der Bibel verbunden wie die heutige Türkei. Die Serie soll einerseits das Selbstbewusstsein der Christen in der Türkei fördern und der nicht-christlichen Bevölkerung die lange Geschichte christlicher Präsenz aufzeigen. Die Produktion der Fernsehserie wurde von der niederländischen Missionsagentur 3xM unterstützt.

Um 1870 bekannte sich im heute türkischen Teil des Osmanischen Reichs noch jeder dritte Untertan zum Christentum. Doch dann folgten in drei Phasen Rückschläge, welche die Türkei zu einem islamischen Land machten und die christlichen Gemeinden nach rund 1900-jährigem Bestehen fast vollständig auslöschten.

Der christliche Fernsehkanal „Turk-7″ wurde im Oktober 2003 gegründet und ist heute ein Gemeinschaftsprojekt von rund 30 Kirchen und christlichen Organisationen. Die Fernsehsendungen per Satellit begannen am 10. Januar 2006 mit vier Stunden wöchentlich. Im Dezember 2006 sind daraus vier Stunden täglich als Fensterprogramm beim Farsi-sprachigen christlichen Fernsehprogramm Sat-7 Pars geworden. Turk-7 sendet täglich 10.30–12.30 und 22.30–00.30 Uhr türkischer Zeit über den Eutelsat Hot Bird 6, Transponder 157 (11.642 GHz h, 27500 Signalrate FEC ¾).
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Oberhaupt der orthodoxen Christenheit empfängt evangelikalen Theologen

Bonn, 10.11.2007/APD Im Auftrag der Weltweiten Evangelischen Allianz hat der deutsche evangelikale Theologe und Religionssoziologe Professor Thomas Schirrmacher das Oberhaupt der Orthodoxen Kirchen, den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., besucht. Das einstündige Gespräch fand im Arbeitszimmer des Patriarchen im Phanar in Istanbul statt.

Schirrmacher führte das Gespräch als Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). Er überbrachte Grüße des Generalsekretärs der WEA, Geoff Tunnicliffe, und versicherte dem Patriarchen die Solidarität der weltweiten evangelikalen Gemeinschaft. Durch die fehlende Religionsfreiheit im Lande und angesichts vieler staatlicher Hindernisse befindet sich der Patriarch in einer bedrängten Situation. Die Evangelische Allianz setze sich seit über 150 Jahren für die alteingesessenen Kirchen der Türkei ein und sei dafür schon im 19. Jahrhundert beim türkischen Sultan vorstellig geworden.

Wichtiges Gesprächsthema war die gegenseitige Information über den Stand der Arbeit an einem Verhaltenskodex für Missionsaktivitäten im Zusammenhang mit der Bekehrung zum Christentum, mit deren Ausarbeitung sich derzeit eine Projektgruppe mit Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog (PRID) im Vatikan sowie der Weltweiten Evangelischen Allianz beschäftigt. Schirrmacher informierte sich in diesem Zusammenhang auch über einen Angriff eines evangelikalen Autors auf den Patriarchen in der türkischen Presse und sagte zu, auf die Bereinigung des Vorfalls hin zu arbeiten.

Der Patriarch informierte Schirrmacher außerdem über seinen kürzlichen Antrittsbesuch bei dem neuen türkischen Präsidenten Abdullah Gül. Die griechisch-orthodoxen Christen seien loyale Staatsbürger, die sich nicht in die Politik einmischen wollten, sondern lediglich die gleichen friedlichen Rechte wie alle anderen wünschten.

Bartholomaios I. brachte Schirrmacher gegenüber den Dank zum Ausdruck, dass sich Regierung, Kirchen und Christen in Deutschland immer wieder für das Patriarchat einsetzten. So seien Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und die amtierende Bundeskanzlerin ebenfalls bei ihm gewesen und hätten ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht.

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel ist das Ehrenoberhaupt aller orthodoxen Kirchen mit weltweit etwa 300 Millionen Christen weltweit. Er hat den Ehrenvorrang vor allen anderen orthodoxen Patriarchen inne, ist aber in seinem Wirken durch die türkische Regierung stark eingeschränkt, die ihn lediglich als Oberhaupt der rund 3.000 griechisch-orthodoxen Christen in Istanbul sieht.
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Friedensauer Altrektor Professor Dr. Pfeiffer mit Festschrift geehrt

Friedensau bei Magdeburg, 09.11.2007/APD Mit einer Festschrift hat die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg Professor Dr. phil. Baldur E. Pfeiffer anlässlich seines 70. Geburtstags geehrt. Er war von 1991 bis 1996 Rektor der Hochschule.

„Die Festschrift ist eine Würdigung des Engagements von Professor Pfeiffer für die drei Themen Geschichte, Gesellschaft und Gerechtigkeit, die in seinem Leben und Wirken zentrale Anliegen waren“, erläuterte Dr. Stefan Höschele, Dozent für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule, in einer Laudatio die Verdienste von Pfeiffer und hob besonders dessen interkulturelle Arbeit hervor. „Die Auseinandersetzung mit dem Islam und mit Jahrtausende alten Kulturen, die sich eigenständig und kaum berührt von der europäischen Geistesgeschichte entwickelt haben, waren Herausforderungen, die er mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit meisterte. Auch in sein Denken, Lehren und seine Veröffentlichungen ging die Überzeugung von der Notwendigkeit der Anerkennung kultureller Vielfalt ein.“ Die von Dr. theol. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte und Ökumenik in Friedensau, und Dr. Stefan Höschele herausgegebene Festschrift mit dem Titel „Geschichte, Gesellschaft, Gerechtigkeit“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-86596-149-5).

Pfeiffer, 1937 in Würzburg geboren, studierte Geschichte und Religionswissenschaft in Beirut (Libanon) und Berrien Springs (Michigan, USA). 1967 promovierte er an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit einer Forschungsarbeit zum Verhältnis der deutschen Staaten zur USA im 19. Jahrhundert. Dem schloss sich eine elfjährige Lehrtätigkeit im Libanon an. Seit 1980 war Pfeiffer Beauftragter der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (AIDLR) in Bern, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen hat und in Zusammenarbeit mit der UN-Menschenrechtskommission den Schutz der Gewissens- und Religionsfreiheit fördert. In seiner Amtszeit als Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau leitete Pfeiffer seit 1991 wichtige Investitionsmaßnahmen zum Ausbau der Hochschule ein und gründete den Fachbereich Christliches Sozialwesen. Die Begegnung mit afrikanischen Studierenden veranlasste ihn, die nichtstaatliche und nichtreligiöse Hilfsorganisation „Support Africa“ ins Leben zu rufen, welche die Entwicklung von Universitäten in Afrika mit unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen fördert. Für dieses Engagement erhielt Pfeiffer im Jahr 2003 von der University of Eastern Africa die Ehrendoktorwürde.
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Vatikan fordert UN-Resolution zur Religionsfreiheit

New York/USA, 08.11.2007/APD „Der Heilige Stuhl fordert eine Resolution des UNO-Menschrechtsrates zum Thema Religionsfreiheit“, sagte der Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen (UNO), Erzbischof Celestino Migliore, am 6. November in New York bei einer Sitzung des dritten Ausschusses der UNO-Generalversammlung. Eine solche Resolution könne einen Beitrag zur Konsolidierung des Friedens darstellen. Außerdem würde eine Resolution die Glaubwürdigkeit des UNO-Gremiums stärken. Vielerorts seien Gläubige aller Religionen Opfer von Unterdrückung und Verhöhnung. Die Resolution könne auch zum interreligiösen Dialog ermutigen, ohne diejenigen zu vergessen, die keinerlei Religion angehörten.

Migliore beklagte außerdem, dass immer noch weltweit die Menschenrechte missachtet würden, so das Recht auf Leben, Informationsfreiheit und die Rechtsstaatlichkeit. Problematisch seien auch die Unterdrückung von Dissidenten, eine Familienpolitik gegen den Willen der Eltern, eine restriktive Migrationspolitik, katastrophale Arbeitsbedingungen und die Unterdrückung der Frau.

Der UNO-Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf war im vergangenen Jahr neu konstituiert worden. Durch das Wahlverfahren können auch Länder wie China, Saudi-Arabien oder Kuba Mitglied sein, die nicht als Verteidiger von grundlegenden Menschenrechten bekannt sind. Dies hatte immer wieder zu Kritik geführt.

Bereits Ende Oktober hatte der Vatikan vor der UNO in New York eindringlich die Religionsfreiheit gefordert. In einem Debattenbeitrag während der Vollversammlung wandte sich Erzbischof Celestino Migliore entschieden gegen „Zwangsbekehrungen, Entweihungen von Kultstätten oder Vertreibung von religiösen Minderheiten“. All dies seien Verstöße gegen das Recht auf Religionsfreiheit, das in der UNO-Menschenrechtserklärung festgelegt sei.

Das Recht auf Religionsfreiheit ist in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO“ von 1948 wie folgt formuliert: „Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung eines Ritus zu bekunden.“

Die Religionsfreiheit ist auch im UN-Zivilpakt über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) in Artikel18 festgeschrieben.

Unter dem Begriff „Heiliger Stuhl“ wird das Amt des Papstes mit seinen Dienststellen verstanden. Außer dem Träger der päpstlichen Gewalt werden auch die päpstlichen Kongregationen, Gerichte und andere Einrichtungen der römischen Kurie, mit deren Hilfe der Papst die Gesamtkirche regiert, dem Heiligen Stuhl zugerechnet; nicht jedoch der Vatikanstaat, der aber von der päpstlichen Diplomatie mit vertreten wird. Als Völkerrechtssubjekt tauscht der Heilige Stuhl mit zahlreichen Staaten Gesandte aus. Es handelt sich dabei um Nuntien, Pro-Nuntien oder päpstliche Legaten. Derzeit unterhält der Heilige Stuhl zu 178 Staaten volle diplomatische Beziehungen.

So ist der Heilige Stuhl auch Mitglied der Internationalen Atombehörde (IAEA) in Wien, der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf sowie beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf. Ferner entsendet er Beobachter zur UNO sowie einer Vielzahl internationaler Gremien und Sonderorganisationen wie FAO, WTO, WHO, UNESCO und Europarat. Bei all diesen internationalen Organisationen ist der Heilige Stuhl durch „Ständige Vertreter“, „Ständige Beobachter“ oder durch entsprechende Delegationen vertreten.
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Gebetstag für verfolgte Christen

Bad Blankenburg, 08.11.2007/APD Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) ruft am 11. November wieder zum „Gebetstag für verfolgte Christen“ auf. Der Generalsekretär der DEA, Hartmut Steeb, bezeichnete seine Organisation als „eine der ältesten Menschenrechtsorganisationen“. Schon bei der Gründungsversammlung vom 19. August bis 2. September 1846 in London habe sich die Evangelische Allianz klar neben der Festlegung einer Glaubensbasis auf der Grundlage reformatorischer Bekenntnisse auch gegen jede Form der Sklavenhaltung ausgesprochen. „1855 hat sie sich bei ihrer dritten internationalen Allianzkonferenz in Paris erstmals mit der Situation der Religionsfreiheit in der Türkei befasst und ein Memorandum veröffentlicht. 1870 besuchte eine hochrangige internationale Kommission den türkischen Sultan und erreichte wesentliche Erleichterungen für einheimische Kirchen.“

Leider hätten die Menschenrechtsverletzungen samt der Verletzung des Rechtes auf Religionsfreiheit in den vergangenen 130 Jahren nicht ab- sondern zugenommen, betonte Steeb. Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) habe deshalb eine eigene „Kommission für Religionsfreiheit“ eingerichtet, die seit 1997 einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen besitze. Zu ihren Aufgaben gehöre, durch Mobilisierung von Christen im Gebet, Sensibilisierung von Regierungen und Medien sowie durch die Zusammenarbeit mit anderen Menschenrechtsorganisationen für die Religionsfreiheit im Sinne von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte einzutreten. Auch die Deutsche Evangelische Allianz habe seit 2000 einen eigenen „Arbeitskreis Religionsfreiheit – Menschenrechte – Einsatz für verfolgte Christen“.
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Christliches Familienradio weitet den Sendebetrieb in Kanada aus

Nakusp, British Columbia/Kanada, 07.11.2007/APD „Voice of Adventist Radio“ (VOAR), eine christliche Rundfunkanstalt mit Programmen für die Familie, hat am 21. Okt. 2007 einen weiteren UKW-Sender eingeweiht. Der Umsetzer ist das Resultat einer interkonfessionellen Zusammenarbeit der Kirchengemeinde Nakusp der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Arrow Lakes Alliance Church, auf deren Gelände in Glenbank die Sendeanlage steht. Die Station begann Anfang Oktober mit Testsendungen auf 92,9 MHz für das Gebiet von Nakusp und Glenbank in British Columbia.

„Voice of Adventist Radio“ ist die einzige adventistische Rundfunkanstalt in Kanada und war lange Zeit der einzige christliche Radiosender des Landes überhaupt, der Programme rund um die Uhr ausstrahlte. Das kanadische Rundfunksystem hatte sich in Abgrenzung vom US-amerikanischen freien Markt und seinen Auswüchsen entwickelt und erst spät private Rundfunksender in religiöser Trägerschaft gestattet.

Als VOAR in St. John’s 1929 gegründet wurde, gehörte das vor der kanadischen Ostküste gelegene Neufundland noch nicht zu Kanada und war von dessen Regelungen nicht betroffen. Nachdem 1949 die Insel eine kanadische Provinz wurde, konnte VOAR die bestehenden Senderechte beibehalten. Lange Zeit war die Station nur in Neufundland auf Mittelwelle zu hören, doch 2002 begann der Aufbau einer UKW-Sendekette, die zunächst Gebiete an der Ostküste abdecken sollte. Die Satellitenzuspielung wird mittlerweile auch in anderen Regionen genutzt, wie jetzt an der Westküste in Glenbank, British Columbia.
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Arbeitskreis Christlicher Publizisten feiert Geburtstag

Niedenstein bei Kassel, 07.11.2007/APD Am 10. November feiert der Arbeitskreis Christlicher Publizisten (ACP) im Offizierskasino Fritzlar sein 35-jähriges Jubiläum. Dabei sprechen Brigadegeneral V. Barth (Hannover) über „Sechs Monate in Afghanistan“ und Oberst im Generalstab a. D., Kurt Heinz (Lörzweiler), zum Thema „Als Christ und Soldat im Auslandseinsatz auf dem Balkan“. Richter Peter Rode (Bückeburg) hält das Referat „Veränderung der bundesdeutschen Familien“, und Kriminalhauptkommissar Günter Wiebe (Paderborn) setzt sich mit der Frage „Wie wurde ich Christ – warum ich Christ?“ auseinander. Im Rahmen eines geselligen Beisammenseins berichtet Ministerpräsident a. D., Dr. Ernst Albrecht, aus seinem Leben.

Die Bilanz des Arbeitskreises Christlicher Publizisten (ACP) in den letzten 35 Jahren könne sich sehen lassen, betonte dessen Vorsitzender und Gründer, Heinz Matthias (Niedenstein bei Kassel). Es habe in dieser Zeit 250 Interviews mit Spitzenpolitikern und prominenten Persönlichkeiten weltweit gegeben. „700 Besuche bei leitenden Mitarbeitern von ARD und ZDF waren die Grundlage für 160 ausgestrahlte Fernsehbeiträge biblischen Inhalts von beiden Sendern seit 1972.“ Es hätten 50 Presseseminare mit 1.200 Teilnehmern in Rundfunkhäusern stattgefunden. Der ACP habe 500 Mitglieder in zwölf europäischen Ländern und fünf Erdteilen. Dennoch gebe es keine hauptamtlichen Mitarbeiter. „Löhne und Spesen sind beim ACP unbekannte Größen.“ Ziel des ACP sei, so Matthias, christlichen Wertvorstellungen in der Publizistik zu stärkerem Einfluss zu verhelfen.
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Globales christliches Forum in Kenia mit hochrangigen Vertretern

Nairobi/Kenia, 06.11.2007/APD Rund 250 hochrangige Vertreter der wichtigsten christlichen Traditionen und ihrer internationalen Organisationen sind beim sogenannten „Globalen Christlichen Forum“ vertreten , das vom 6. bis 9. November im Jumuia-Konferenzzentrum in Limuru in der Nähe der kenianischen Hauptstadt Nairobi tagt.

Ziel des Forums ist, einen offenen Raum zu schaffen, wo sich Vertreter und Vertreterinnen eines breiten Spektrums christlicher Kirchen und zwischenkirchlicher Organisationen versammeln können, um sich besser kennen und verstehen zu lernen sowie über gemeinsame Herausforderungen zu sprechen. Das Forum will alle christlichen Strömungen in den Dialog einbeziehen, einschließlich derer, die bislang noch nicht im Gespräch miteinander stehen. In Limuru gehört etwa die Hälfte aller Teilnehmenden evangelikalen und pfingstkirchlichen Traditionen an.

Vier Tage lang wollen die Teilnehmer unter dem Thema „Unser Weg mit Jesus Christus, dem Versöhner“ darüber diskutieren, wie die Kirchen am besten den Dialog und die Zusammenarbeit in Fragen christlicher Einheit und des gemeinsamen Zeugnisses in der Welt fördern können. Sie werden über Vorschläge für die Zukunft des Forums beraten und hoffen, dass die Ergebnisse der Tagung in einem „Brief an die Kirchen“ zusammengefasst werden können.

Die Einrichtung des Forums, das Mitte der 1990er Jahre ursprünglich von Pfarrer Konrad Raiser, dem damaligen Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), vorgeschlagen wurde, basierte auf der Erkenntnis, dass die ökumenische Bewegung breiter ist als der ÖRK. Obwohl der ÖRK den Forumsprozess mit initiierte, versteht er sich selbst als teilnehmende Organisation unter anderen.

Seither haben regionale Konsultationen in Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika stattgefunden. Diese Begegnungen waren methodisch so ausgerichtet, dass die Teilnehmenden zu einem Austausch über ihren persönlichen Glaubensweg und zu Erfahrungsberichten aus ihren Glaubensgemeinschaften ermutigt wurden. Der Forumsprozess, der durch einen 12-köpfigen Fortsetzungsausschuss gelenkt wird, mündete bisher bewusst nicht in einer neuen Organisation oder Institution, sondern basiert auch weiterhin auf „Teilnahme“ statt „Mitgliedschaft“.

Bei der Forumstagung in Limuru sind folgende christliche Traditionen vertreten: in Afrika entstandene Kirchen, Alt-Katholiken, Anglikaner, Baptisten, Brüder-Unität, Evangelikale, Gesellschaft der Freunde, Heiligkeitskirchen, Heilsarmee, Jünger Christi (Christliche Kirche), (römische) Katholiken, Lutheraner, Mennoniten, Orientalisch- und Östlich-Orthodoxe, Pfingstler, Reformierte, Siebenten-Tags-Adventisten, Vereinigte und sich vereinigende Kirchen.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Dr. William G. Johnsson (Silver Spring), Berater des Präsidenten der Generalkonferenz für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten, und Dr. John Kakembo (Nairobi/Kenia), Direktor für die Abteilungen Familie und Pastorenschaft der adventistischen Kirchenleitung in Ost- und Zentralafrika, entsandt.

Neben diesen christlichen Traditionen oder „Familien“ sind auch regionale ökumenische Organisationen, internationale Jugend- und Studentenorganisationen, CVJM und CVJF, Weltbund der Bibelgesellschaften, World Vision International, das Lausanner Komitee für Weltevangelisation, der Ökumenische Rat der Kirchen sowie Organisationen mit Forumscharakter in Limuru mit dabei.
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Scientology in Spanien als Religionsgemeinschaft anerkannt

Madrid/Spanien, 06.11.2007/APD Der Spanische Verwaltungsgerichtshof hat am 31. Oktober entschieden, dass die umstrittene Scientology-Organisation (Iglesia de la Cienciología de España) vom Justizministerium in das Register der offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften eingetragen werden muss. Scientology erfülle gemäß der spanischen Verfassung alle rechtlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung als Religion, entschieden die Richter. Die Organisation versuche „geistliche, humanistische oder ähnliche Werte“ zu verbreiten. Das Gericht bezog sich bei seiner Entscheidung auch auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom April 2007, in welchem festgestellt wird, dass Scientology den Schutz von Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention beanspruchen könne.

Im Februar 2005 hatte das spanische Justizministerium eine Eintragung abgelehnt. Dagegen erhob Scientology Klage. Die Organisation kam Anfang der 1980er Jahre nach Spanien. 2004 eröffnete sie ein neues Zentrum in Madrid. Die Ideologie der Scientologen geht auf den US-amerikanischen Schriftsteller L. Ron Hubbard zurück. Die Organisation mit Sitz in Los Angeles wurde 1954 gegründet und hat nach eigenen Angaben weltweit zehn Millionen Mitglieder. Ihnen werde spirituelles Wachstum und Selbstheilung durch besondere Therapien in Aussicht gestellt. Kritiker betrachten Scientology dagegen als profitorientiertes, mit zweifelhaften Methoden arbeitendes Unternehmen.

In den USA gilt Scientology als „Kirche“. Einige Hollywood-Stars, wie Tom Cruise, sind bekennende Scientologen. Im September 2007 hatte die Organisation auch in Portugal die staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft erlangt. In Deutschland beobachtet in den meisten Bundesländern der Verfassungsschutz Scientology. Die Organisation wird von deutschen Behörden als Wirtschaftsvereinigung mit antidemokratischem Charakter angesehen.
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Weihnachtsbriefmarken der Cayman-Inseln mit Kirchenfenstern

Georgetown/Cayman-Inseln, 05.11.2007/APD Die Postverwaltung der kleinen Cayman-Inselgruppe in Westindien vor Kuba hat eine Weihnachts-Briefmarkenserie mit Kirchenfenstern herausgegeben. Sie besteht aus sechs Marken und einem Ersttagsbrief. Die Postwertzeichen zeigen Kirchenfenster der Wesleyan Holiness Church (25 Cent), der Elmslie Memorial Church (50 Cent), der St. George’s Anglican Church (75 Cent), der East End Seventh-day Adventist Church (80 Cent), der First Baptist Church of Grand Cayman (1 Dollar) und der Frank Sound Church of God (1,50 Dollar). Der Ersttagsbrief erläutert die Symbolik der abgebildeten Kirchenfenster und stellt kurz die Kirchengemeinden vor.

Das Fenster der adventistischen Kirche zeigt eine Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel als Symbol der Hoffnung. Mit 3.273 erwachsen getauften Mitgliedern in 14 Gemeinden zählen die Siebenten-Tags-Adventisten zu den größten Kirchen der Cayman-Inseln, die rund 45.000 Einwohner haben.

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Nach Tropensturm „Noel“ Lebensmittel für Bedürftige

Silver Spring, Maryland/USA, 28.11.2007/APD Der Tropensturm „Noel“ hat durch heftige Regenfälle schwere Überschwemmungen in Haiti, der Dominikanischen Republik und im mexikanischen Bundesstaat Tabasco verursacht. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versorgte inzwischen in der Dominikanischen Republik 210 Familien und in Haiti 200 Familien mit Lebensmitteln. In Mexiko wurden 15 Suppenküchen eingerichtet, um etwa 2.000 Menschen täglich eine warme Mahlzeit zu bieten.
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„Aktion Deutschland Hilft“ will sich um Überschwemmungsopfer in Mexiko kümmern

Bonn, 04.11.2007/APD Im mexikanischen Bundesstaat Tabasco haben heftige Niederschläge zu schweren Überflutungen geführt. 80 Prozent des Bundesstaates stehen unter Wasser. 900.000 Menschen, etwa die Hälfte der Einwohner Tabascos, mussten ihre Häuser verlassen. In der Hauptstadt Villahermosa warten tausende Betroffene weiter auf Hilfe. Staatspräsident Felipe Calderon spricht von einer der „schlimmsten Naturkatastrophen“ in der Geschichte Mexikos.

Mittelamerika trifft es derzeit hart: Durch den Tropensturm „Noel“ kamen bisher fast 150 Menschen ums Leben. Bereits zuvor hatten zwei Hurrikans größere Schäden in Nicaragua und Mexiko angerichtet. Der relativ schwache und deshalb wohl auch unterschätzte Tropensturm „Noel“ schüttete in weiten Teilen Mittelamerikas riesige Wassermassen aus. Die Meteorologen geben zunächst keine Entwarnung. Es sei mit weiteren Niederschlägen zu rechnen und die Lage könne sich weiter verschärfen.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ prüft Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen. Mehrere Mitgliedsorganisationen des Bündnisses sind seit Jahren in der Region aktiv. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat bereits mit der Verteilung von Lebensmitteln begonnen.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von zehn deutschen Organisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Es handelt sich dabei um action medeor, ADRA, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, CARE International Deutschland, HELP – Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Paritätischer Wohlfahrtsverband und World Vision Deutschland. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Auslandshilfe zusammen, um so ihre Arbeit noch zu optimieren. Unter dem gemeinsamen Spendenkonto 102030 bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf.
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First Lady zu Besuch bei ADRA Peru

Lima/Peru, 03.11.2007/APD Pilar Nores de Garcia, Gattin des peruanischen Staatspräsidenten Alan Garcia Perez, stattete in Lima mit ihrer Referentin für soziale Entwicklung, Violeta Correa, dem Landesbüro der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Peru einen Besuch ab. Bei der dreistündigen Unterredung mit ADRA-Direktor Walter Britton und seinem Mitarbeiterstab ließ sich die First Lady, welche als studierte Volkswirtschaftlerin in mehreren Nichtregierungsorganisationen mitwirkt, über die Arbeit des Hilfswerkes informieren.

ADRA kümmert sich zur Zeit in Südperu um die vom Erdbeben im August Geschädigten. Nores de Garcia dankte für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes in ihrem Land. ADRA arbeitet seit 1965 in Peru und ist dort eine der größten und ältesten Nichtregierungsorganisationen. Sie ist unter anderem in den Bereichen Infrastruktur, Grundschulbildung, wirtschaftlicher und landwirtschaftliche Entwicklung, Gesundheitsvorsorge sowie Aufbau von demokratischen Strukturen auf Ortsebene tätig.
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Adventistische Volksschulen in Österreich

Linz/Österreich, 02.11.2007/APD Seit zwei Jahren gibt es in Linz die „Adventistische Volksschule“ mit den Klassen eins bis vier. Sie wurde im Sommer 2005 nach einem Jahr Vorarbeit von engagierten Eltern und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ins Leben gerufen. Träger ist der Schulverein der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Wien. Schon 2005 erhielt die Schule das Öffentlichkeitsrecht, das heißt, sie darf staatlich anerkannte Zeugnisse ausstellen, so dass die Schüler keine externen Prüfungen abzulegen brauchen. Laut Schulleiterin Christiane Aeschbacher sei es den Lehrkräften ein Anliegen, Glaube und Alltag zu verbinden. Christliche Werte, welche in der Gesellschaft immer mehr verloren gingen, würden gelehrt. Eltern und Lehrerschaft arbeiteten nicht gegeneinander, sondern zum Wohle der Kinder miteinander. Weitere Informationen über die „Adventistische Volksschule Linz“ sind im Internet unter www.vs-linz.at zu finden.

Die österreichischen Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten weitere Volksschulen in Bogenhofen (St. Peter/Hart), Wien, Herrnberg und Lustenau sowie in Bogenhofen ein Oberstufen Realgymnasium und ein Theologisches Seminar. In Österreich zählt die Kirche 3.800 erwachsen getaufte Mitglieder in 49 Gemeinden.
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ADRA Österreich sammelt Weihnachtspakete für Kinder in Moldawien

Wien/Österreich, 01.11.2007/APD Bereits zum sechsten Mal in Folge sammelt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA im Rahmen der Aktion „Kinder helfen Kindern“ wieder in ganz Österreich Weihnachtspakete für Osteuropa. Kurz vor Weihnachten wird ADRA die Gaben in diesem Jahr in Moldawien an Waisenkinder und Kinder aus sozial benachteiligten Familien verteilen.
Die Aktion verfolge nicht nur das vordergründige Ziel, osteuropäischen Kindern eine Weihnachtsfreude zu machen, sondern ziele auch auf die Sensibilisierung von österreichischen Kindern, erläuterte Robert Spannlang, Geschäftsführer von ADRA Österreich. „Die Offenheit für fremde Länder, Kulturen und Religionen wird gefördert und der Wille, selbst zugunsten eines anderen Kindes zu verzichten, soll verstärkt werden.“

Weitere Informationen zur ADRA-Weihnachtsaktion, zum Einheitskarton und den Paketausgabe- und Sammelstellen gibt es unter www.adra.at. Auch in Deutschland und in der Schweiz führt ADRA die Aktion „Kinder helfen Kindern“ durch.
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