In Italien leben bereits eine Million orthodoxe Christen

Rom/Italien | 4. Dezember 2007 | 8/APD |

Rom/Italien, 04.12.20078/APD Die starke Zuwanderung aus Ost- und Südosteuropa hat dazu geführt, dass die orthodoxe Kirche in Italien heute eine Million Gläubige zählt. Das berichtet das Magazin „Panorama" auf Grundlage von Daten, die von der italienischen Caritas veröffentlicht wurden. Allein im Vorjahr seien 259.000 orthodoxe Christen nach Italien eingewandert, in der Hauptsache Rumänen, Moldawier, Ukrainer und Albaner.

Unter den Immigranten sind insgesamt ungefähr gleich viel orthodoxe Christen wie Muslime. Experten schätzen, dass bei einem Wachstum in der jetzigen Stärke die Orthodoxie in Kürze Italiens zweitstärkste Glaubengemeinschaft sein werde. So besuchten bereits 117.000 nichtitalienische orthodoxe Kinder und Jugendliche in Italien die Schule; dies seien 23 Prozent aller ausländischen Schüler.

Keine einheitlichen Kirchenstrukturen
Nach Angaben der Agentur „Kathpress" gibt es in Italien, wie in den meisten Ländern der orthodoxen Emigration, keine einheitliche orthodoxe Kirchenstruktur. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel ist durch den Metropoliten von Italien vertreten, der seinen Sitz in Venedig hat. Seine Kathedrale San Giorgio dei Greci ist eine der schönsten orthodoxen Kirchen der Welt. Aber auch die Patriarchate von Moskau, Bukarest, Belgrad sind mit eigenen Strukturen in Italien vertreten.

Zwar gilt Italien mit 80,2 Prozent Katholiken und 16,2 Prozent Konfessionslosen als ein römisch-katholisch geprägtes Land. Nur 3,6 Prozent der Einwohner gehören anderen Religionen an, darunter 231.000 Zeugen Jehovas, 35.000 Juden und über 50.000 Protestanten.

Islam derzeit zweitstärkste Religion
In Italien ist der Islam seit fast 1.300 Jahren mit einer Unterbrechung von rund 600 Jahren präsent. 250 Jahre stand Sizilien unter muslimischer Herrschaft, Sardinien noch länger. Im 9. und nochmals im 13. Jahrhundert gab es auch in Apulien eine muslimische Minderheit. Nach neuen Schätzungen leben heute, vor allem in Norditalien, über eine Million Muslime, was etwa 1,7 Prozent der 58 Millionen Einwohner Italiens entspricht.

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