Wien/Österreich, 31.01.2008/APD Nicht ein starker Islam, sondern ein schwaches Christentum sei zu befürchten: Das sagte der russisch-orthodoxe Bischof Hilarion beim Gottesdienst des Ökumenischen Rats Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur diesjährigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen in Wien.

Wenn die „eine oder andere christliche Gemeinschaft“ eine Revision der theologischen oder moralischen Lehre des Christentums beginne, um sie „moderner“ oder „politisch korrekter“ zu machen, so sei dies der „gerade Weg in den geistlichen Untergang“. Ein Christentum, das „innerlich leer ist“, werde nicht in der Lage sein, den Herausforderungen der Gegenwart zu widerstehen.

Heute seien viele Christen über das Erstarken des Islam in Europa sowie über die Zunahme der Zahl der Muslime bei einem gleichzeitigen langsamen Rückgang der Zahl der Christen besorgt, sagte Bischof Hilarion, der das Moskauer Patriarchat bei der Europäischen Union vertritt. Unter Bezugnahme auf Äußerungen eines Schweizer katholischen Theologen meinte er: „Wir müssen nicht den starken Islam fürchten, sondern das schwache Christentum. Wir müssen Angst haben, unter dem Einfluss der liberalen Ideen jene geistlich-moralische Lehre zu verlieren, auf der die christliche Kirche errichtet ist.“

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