„Nacktetatsachen“ - Ausweg aus Pornografieabhängigkeit

Altena/Westfalen | 24. Februar 2008 | APD |

Altena/Westfalen, 24.02.2008/APD „Pornosucht macht auch vor Christen nicht Halt", betonte Phil Pöschl (Wien), Vorsitzender des Vereins „Nacktetatsachen", beim 13. Online-Forum und Webmastertreffen von „staonline e.V." im adventistischen Bergheim Mühlenrahmede in Altena/Westfalen. Der Zugang zur Pornografie sei durch die Verbreitung breitbandiger Internetanschlüsse und die im Web mögliche Anonymität enorm gestiegen. Selbst härteste Pornos wären nur einen Mausklick weit entfernt. „Vielen Eltern ist nicht bewusst, wo ihre Kinder im Internet überall unterwegs sind." Pöschl habe selbst unter der Porno-Sucht gelitten, auch während er in christlichen Gemeinden mitarbeitete.

Um die Betroffenen direkt „vor Ort" zu erreichen, arbeiten Pöschl und sein Team hauptsächlich über das Internet. Mittlerweile betreibt der Österreicher die Website www.nacktetatsachen.at mit monatlich über 8.000 Besuchern. Dass der Bedarf nach Hilfe riesig sei, erlebe das Team immer wieder bei anonymen Umfragen: Etwa 50 Prozent der Männer, Familienväter wie Jugendliche, würden zugeben, in den letzten sechs Monaten aktiv Pornos angesehen zu haben. Auch zehn bis 20 Prozent der Frauen hätten mit Pornografie Probleme.

Der erhobene Zeigefinger helfe laut Pöschl Betroffenen gar nicht. Er treibe sie im Gegenteil tiefer in die Heimlichtuerei und damit in die Sucht. „Wichtig ist, dass wir Raum schaffen, damit die Menschen ihre Probleme ansprechen können, Verständnis finden und eine liebevolle Begleitung aus der Sucht bekommen." Auch Kirchen sollten ein sicherer Hafen werden, um das Thema anzusprechen, seien es aber leider nicht, beklagte er.

Phil Pöschl sieht die Schwerpunkte des Vereins in der Aufklärung über das Problem und in der ersten Hilfestellung für Betroffene. Dabei arbeite „Nacktetatsachen" mit bestehenden Organisationen zusammen, die in der Seelsorge und im therapeutischen Bereich kompetent seien. Seine Arbeit sieht Pöschl als „Weiche", die Betroffenen helfe, in den richtigen Weg aus der Sucht einzubiegen.

Das Forum des Vereins „staonline" stand unter dem Motto „HotBlogMission – Online schreiben für Gott". Mit relativ geringem Aufwand lernten Webmaster aus adventistischen Gemeinden ein Blog einzurichten und als Plattform für christliche Inhalte und interaktive Kommunikation zu betreiben. Außerdem gab es Workshops, wie „Einführung in die kirchliche Pressearbeit" und „Arbeiten als Online-Redakteur".
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