Klischees im Verhältnis zum Islam überwinden

Lüneburg | 2. März 2008 | APD |

Lüneburg, 02.03.2008/APD Zur Überwindung von Klischees in der Auseinandersetzung mit dem Islam ruft der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Jan Paulsen, im Editorial der März-Ausgabe der Gemeindezeitschrift „AdventEcho" der deutschsprachigen Adventisten auf. „Die Komplexität der Beziehung zwischen Christentum und Islam soll keineswegs heruntergespielt werden. Tief sitzendes Misstrauen und oft sogar Feindschaft haben das vergangene Jahrtausend der Missverständnisse und Fehler geprägt. Beide Seiten sind dabei schuldig geworden", meint Paulsen. Sich gegenseitig als gleichwertige Menschen zu akzeptieren, sei der wichtigste Schritt auf dem Weg zu persönlichen Beziehungen. „Diese sollten sich auf Fakten statt auf Klischeevorstellungen und auf eigene Kenntnisse sowie Erfahrungen, statt auf Schlagzeilen der Boulevardpresse gründen."

In weiteren Beiträgen befassen sich adventistische Islam-Fachleute und kompetente Mitarbeiter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in islamischen Gebieten mit der Einstellung und der Beziehung adventistischer Christen zu Muslimen. Fritz Neuberg und Frank Brenda, Mitarbeiter von ADRA Deutschland, erläutern, welchen Anteil der Westen an der Entwicklung des Islam habe und wie durch humanitäre Hilfe Menschen in islamischen Ländern als Freunde gewonnen werden könnten. Voraussetzung dabei sei, dass die kulturelle Prägung der Muslime berücksichtigt und geachtet werde.

Jerald Whitehouse, Leiter des islamischen Studienzentrums der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten auf Zypern, geht der Frage nach, was Adventisten und Muslime trenne, aber auch verbinde. Der Gründer des Zentrums und ehemalige Dozent am Newbold College in England, der Däne Dr. Boerge Schantz, erläutert, woher der islamische Fundamentalismus kommt. Fundamentalismus sei der Feind aller Religionen. So wie viele Muslime den islamischen Fundamentalisten grundsätzlich nicht zustimmten, sei der christliche Fundamentalismus, der weniger zu tödlichen Waffen greife, dafür sich verfeinerter sprachlicher oder schriftlicher Mittel bediene, ebenso für die meisten Christen inakzeptabel. Auf ganz praktische Prinzipien für den alltäglichen Umgang mit den moslemischen Nachbarn geht der gebürtige Türke und ehemalige Muslim Nevzat Alci ein, der nun als adventistischer Pastor in der Schweiz tätig ist.
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