Dritte Gesprächsrunde zwischen Adventisten und der Heilsarmee

Silver Spring, Maryland/USA | 7. März 2008 | APD |

Silver Spring, Maryland/USA, 07.03.2008/APD Unter Leitung von Kommandeur Dr. William Francis, Sekretär des internationalen Hauptquartiers der Heilsarmee für Außenbeziehungen in London, und Dr. John Graz, Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, fand vom 25. bis 27. Februar der dritte theologische Dialog der beiden Konfessionsfamilien im Verwaltungsgebäude der adventistischen Generalkonferenz in Silver Spring, Maryland/USA, statt.

Bei den bilateralen Gesprächen ging es um Fragen der Ekklesiologie (Lehre von der Kirche), Religionsfreiheit sowie Gebote Gottes und Evangelium. Vertreter beider Seiten hielten zu den jeweiligen Themen Referate, die diskutiert wurden. Wie Dr. William G. Johnsson, Assistent des Generalkonferenz-Präsidenten für zwischenkirchliche Angelegenheiten, mitteilte, sei auch diese Begegnung von Offenheit sowie gegenseitigem Respekt und Einfühlungsvermögen geprägt gewesen. Schon die beiden früheren Dialoge hätten ergeben, dass beide Weltgemeinschaften die Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben an Jesus Christus und die Heiligung des Menschen durch das Wirken des Heiligen Geistes im Leben des Christen vertreten. Beide seien sehr missionarisch ausgerichtet, wozu die Evangeliumsverkündigung und die Sozialarbeit gehörten. Gemeinsam sei beider Auffassung, dass der Mensch mit seinen Kräften und Fähigkeiten sich ganzheitlich entfalten sollte – physisch, psychisch, sozial, geistig und spirituell.

Auch Unterschiede seien laut Johnsson bei den Gesprächen sichtbar geworden: etwa im Bereich der Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen), dem Sabbat als Ruhetag sowie bei Taufe und Abendmahl; beides Handlungen, welche die Heilsarmee nicht praktiziere. Ungeachtet dessen seien die Gesprächsteilnehmer der Überzeugung, dass aufgrund der Gemeinsamkeiten beide Weltgemeinschaften als „Brüder und Schwestern" zusammenarbeiten könnten, um den Menschen bei der Bewältigung von geistlichen und materiellen Nöten zu helfen.

„Die Heilsarmee und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind sich in manchen Dingen ähnlich", betonte Johnsson. Beide seien weltweit organisierte Glaubensgemeinschaften, die fast zur selben Zeit entstanden wären: die Adventisten 1863 in den USA, die Heilsarmee 1865 in England. Bei beiden hätten Ehepaare während der Gründung eine entscheidende Rolle gespielt: Ellen und James White bei den Adventisten sowie William und Catherine Booth bei der Heilsarmee. Beide Konfessionsfamilien hätten Wurzeln in der Theologie des Begründers der Methodisten, John Wesley († 1791).

An der Konsultation in Silver Spring nahmen von adventistischer Seite, außer Dr. Graz und Dr. Johnsson, der Rektor der Andrews Universität (Berrien Springs, Michigan/USA), Dr. Niels-Erik Andreasen, und Dr. Bert B. Beach, früherer Direktor für zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz, teil. Weitere Gesprächspartner waren Dr. Lisa Beardsley, stellvertretende Direktorin der Generalkonferenz für Bildung, Dr. Denis Fortin, Dekan der Theologischen Fakultät der Andrews Universität, Direktor Dr. Angel Manuel Rodríguez sowie einer seiner Stellvertreter, Dr. Ekkehardt Müller, vom Biblischen Forschungsinstitut der Generalkonferenz.

Zur Gesprächsdelegation der Heilsarmee gehörten neben Kommandeur Dr. William Francis der Theologe Lars Lydholm aus Dänemark, Oberst Dr. Brian Tuck aus Südafrika, Kommandeurin Linda Bond aus Kanada, Majorin Karen Shakespeare aus England und Kapitän Gordon Sparks aus den USA.

Nach über 25 Jahren informeller Kontakte und Gespräche auf verschiedenen Ebenen trafen sich Theologen der Siebenten-Tags-Adventisten und der Heilsarmee erstmals 2004 in der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring zu einem theologischen Dialog. Dabei ging es um einen Einblick in die jeweils andere Konfessionsfamilie und um die Bibelauslegung. Bei der zweiten Konsultation 2005 im Jackson‘s Point Konferenzzentrum der Heilsarmee nördlich von Toronto/Kanada standen die Themen Taufe, Abendmahl, Mission, Sozialarbeit, Rolle der Frau in der christlichen Gemeinde, Bildung und Natur des Menschen im Mittelpunkt.

Die Heilsarmee arbeitet in 113 Ländern und zählt weltweit rund drei Millionen Mitglieder, darunter 1.062.453 Heilssoldaten und 25.966 Offiziere (Pastoren). Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist mit fast 16 Millionen erwachsen getauften Mitgliedern in 203 Ländern vertreten.
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