Heuersdorfer Kirche in Borna wieder geweiht

Borna bei Leipzig | 25. März 2008 | APD |

Borna bei Leipzig, 25.03.2008/APD „Wir haben nicht die Welt bewegt, aber immerhin diese Kirche“, so das Resümee von Superintendent Weißmann am Beginn des Gottesdienstes in der 750Jahre alten Emmauskirche auf dem Lutherplatz in Borna, südlich von Leipzig. In der voll besetzten evangelischen Stadtkirche St. Marien und der nun wenige Meter entfernten kleinen Dorfkirche aus Heuersdorf wurde am Ostermontag mit einigen Hundert Gästen die Wieder-Einweihung gefeiert.

Die Kirche von Heuersdorf wurde als ganzes Gebäude im Oktober 2007 in das zwölf Kilometer entfernte Borna umgesetzt. Mit 1.000 Tonnen Gesamtgewicht, 14,5 Metern Länge, 8,8 Metern Breite und 19,6 Metern Höhe war es eine technische Herausforderung für die beauftragte Transportfirma. Im Vorfeld wurden Hohlräume im maroden Mauerwerk mit Injektionsschaum ausgefüllt. Die Orgel musste entfernt werden, um das Gewicht zu verringern. Im Inneren der Kirche sowie außen schützten Stahlträger und Verstrebungen das Mauerwerk vor dem Einstürzen. Ein 800 PS starker Spezialtrailer transportierte die Kirche sicher durch Straßen, über Flüsse und Bahnübergänge bis zu ihrem Zielpunkt in Borna.

Mit der spektakulären Umsetzung des Gotteshauses ist eine der ältesten Wehrkirchen Sachsens vor dem Abriss gerettet worden. Wehrkirchen wurden von den Bauern, meist als einziger massiver Steinbau im Ort, als Zufluchtsstätte vor Unwettern, Bränden oder Räubern errichtet. Typisch sind daher bei der Emmauskirche die kleinen Fenster in großer Höhe, die fensterlose West- und Nordseite des Chores und das Fehlen der Priesterpforte.

Am neuen Standort soll die Emmauskirche ein Denkmal für zwei Dutzend vom Braunkohletagebau verschluckte Dörfer und elf abgerissene Kirchen sein. Doch in ihrer neuen Heimat ist das alte Kirchlein nicht unumstritten. Kritisiert werden unter anderem die geschätzten Umzugskosten von drei Millionen Euro, die allerdings ausschließlich vom Kohleunternehmen MIBRAG getragen werden.
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