Evangeliumsverkündigung in Sportstadion auf Kuba

Santiago/Kuba | 17. April 2008 | APD |

Santiago/Kuba, 17.04.2008/APD Erstmals fand auf Kuba eine Evangelisationsveranstaltung der Siebenten-Tags-Adventisten in einem Sportstadion statt. Zu den achttägigen per Satellit übertragenen Vorträgen von Pastor Mark Finley, einem der Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, kamen jeden Abend über 2.500 Besucher ins Polivalento Stadion von Santiago. Zum Abschluss der Evangeliumsverkündigung erhielt die Freikirche die Genehmigung, eine Tauffeier im Schwimmstadion von Santiago durchzuführen, bei der sich 235 Menschen der Freikirche anschlossen. Weitere 565 Besucher der Satellitenevangelisation wurden an anderen Orten Kubas getauft. Auf der Karibikinsel leben etwa 28.000 erwachsen getaufte Adventisten in 272 Gemeinden, die von 53 Pastoren betreut werden. Die dortige Freikirche unterhält in Santiago de las Vegas, nahe der Hauptstadt Havanna, ein theologisches Seminar.

Seit 1904 gibt es auf Kuba Siebenten-Tags-Adventisten. 1905 entstand die erste Gemeinde in La Lisa, einem Vorort von Marianao bei Havanna. 1932 zählte die Freikirche 1.000 Mitglieder. 1922 gab es bereits mehrere adventistische Grundschulen. Eine höhere Schule entstand 1922 auf der San Claudio Farm bei Cabañas. Aus ihr gingen ein Gymnasium und ein theologisches Seminar hervor, die 1940 nach Santa Clara verlegt wurden. 1935 sendete in Havanna eine Radiostation unter dem Namen „La Voz del Atalaya" (Die Stimme des Wächters) das erste adventistische Rundfunkprogramm.

Nach Anbruch der kommunistischen Herrschaft im Jahr 1959 durften religiöse Aktivitäten nur noch in Kirchengebäuden ausgeübt werden. Die Radiosendungen mussten eingestellt werden. Das Gymnasium und das theologische Seminar in Santa Clara wurden 1967, die 40 Grundschulen bereits 1961 enteignet. 1992 lebten auf der Karibikinsel 11.235 erwachsen getaufte Adventisten in 112 Gemeinden mit 48 Pastoren.

Die Verfassungsänderung von 1992, in der die Religionsfreiheit verankert wurde, brachte manche Erleichterungen. 1993 bekamen die Adventisten zum ersten Mal nach 30 Jahren die Erlaubnis, wieder Studienanleitungen zur Bibel zu drucken. Seit 1994 durfte zu Evangelisationsvorträgen in Kirchen und zu Bibelkreisen in Privathäusern eingeladen werden. 1995 konnte die Freikirche 250.000 Broschüren mit dem Titel „Der Weg zu Christus" für Evangelisationsveranstaltungen drucken. 1996 weihte sie ein neues theologisches Seminar in Santiago de las Vegas, nahe der Hauptstadt Havanna, ein. 1998 erhielten die Adventisten die Genehmigung, in Haftanstalten religiös tätig zu sein. 2001 führten sie nach 42 Jahren wieder eine Evangelisation in einem öffentlichem Saal, dem 1.500 Plätze fassenden Mella Theater in Vedado bei Havanna, durch. Seit 1994 wurden mit ausländischer Hilfe 190 Gemeindezentren auf Kuba saniert oder neu gebaut.
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