Berlin, 30.07.2008/APD Mit dem Logo „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ wird von 2008 bis 2017 auf den 500. Jahrestag des Wittenberger Thesenanschlags Luthers am 31. Oktober 1517 hingewiesen. Die Wort-/Bildmarke basiert auf dem wohl bekanntesten Portrait Luthers, das 1528 Lucas Cranach d. Ä. malte. Die Darstellung als Pixelgrafik soll die Aktualität des Themas „Reformation“ zeigen. Die Jahreszahl 2017 bekomme durch die Nutzung einer traditionellen Schrift den historischen Bezug, während die Kernbotschaft „Luther““ und „500 Jahre Reformation“ durch klare Linien der modernen Typographie vermittelt werde, erläuterte der Vorsitzende des Lenkungsausschusses zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums, der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Mit dem europaweit geschützten Logo könnten künftig alle mit Luther und der Reformation verbundenen Städte und Stätten Deutschlands für ihre Veranstaltungen im Rahmen der Lutherdekade von 2008 bis 2017 landesweit und international werben.

Die Lutherdekade beginne am 21. September mit einem Festgottesdienst in der Schlosskirche Wittenberg, teilte der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum, Stephan Dorgerloh, mit. Die Predigt halte der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson (Chicago). Mit der Eröffnung der Dekade werde auf Luthers Lehrtätigkeit an der Universität Wittenberg hingewiesen, die er vor 500 Jahren als junger Professor im Herbst 1508 begann.

Die Lutherdekade 2008 bis 2017 stehe laut Dorgerloh unter dem Spannungsbogen „Freiheit und Verantwortung“. Es gehe dabei um die theologische Wiederentdeckung der Impulse sowie um die gesellschaftspolitischen Veränderungen und kulturellen Dimensionen der Reformation.

Die Aktualität der gesellschaftlichen Impulse der Reformation solle, so Dorgerloh, durch die Produktion von acht Spielfilmen veranschaulicht werden. Geplant seien auch die Ausstellung „Das protestantische Pfarrhaus“ sowie ein „Luthergarten“ in Wittenberg mit 500 Bäumen, die in Form einer Lutherrose gepflanzt würden. Ein „Lutherweg“ für Pilger, Wanderer und Radfahrer verbinde bereits seit Frühjahr 2008 die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg.

Es gebe Gespräche zwischen der EKD und der (römisch-katholischen) Deutschen Bischofskonferenz über eine Beteiligung von Katholiken an der Lutherdekade. Ungeachtet dessen handele es sich 2017 um ein Jubiläum der evangelischen Kirche, betonte Dorgerloh. Ob sich an den Vorbereitungen auch die evangelischen Freikirchen beteiligen könnten, hänge von deren Selbstverständnis ab: „Verstehen sie sich als Kirchen der Reformation, und wo sehen sie ihre Wurzeln?“ Fest stehe, dass die Kirchen der Reformation mehr als nur die Lutheraner seien.

Gegenüber früheren Reformationsjubiläen, die national begangen worden wären, biete das Jubiläum 2017 erstmals die Möglichkeit, es weltweit gemeinsam mit allen Christen zu feiern, hob Dorgerloh hervor.
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