Baptistische Jugendliche und Leipziger Bürger können voneinander lernen

Leipzig | 31. Juli 2008 | APD |

Leipzig, 31.07.2008/APD "Jugendliche haben eine Leidenschaft, die Welt zu verändern. Sie können sich mit Armut, Gewalt und Ungerechtigkeit nicht abfinden", sagte der Präsident des Baptistischen Weltbundes, Pastor David Coffey (Großbritannien), anlässlich der 15. baptistischen Weltjugendkonferenz vom 30. Juli bis 3. August in Leipzig. Er gab zu bedenken, dass Veränderungen in der Gesellschaft nicht durch eine Massenbewegung, sondern durch den Weitblick einzelner Menschen beginnen würden. Unter dem Motto "dive deeper" (tiefer eintauchen) wollten sich die Teilnehmer der Weltjugendkonferenz über ihre Glaubenserfahrungen und Lebensfragen austauschen. Christen hätten zwar nicht die Antwort auf alle Fragen, aber sie sollten ihre Vorstellungen in die Gesellschaft einbringen.

Laut Emmet Dunn (Liberia), Jugenddirektor des Baptistischen Weltbundes, sei Leipzig auch deshalb als Veranstaltungsort gewählt worden, da hier die friedlich Revolution, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer führte, begonnen habe. Jugendliche könnten in Leipzig lernen, dass es keine Gewalt brauche, um Dinge zu verändern. Zur Weltjugendkonferenz seien 6.300 junge Menschen aus 89 Ländern zusammengekommen. An ihnen könnten wiederum die Leipziger Bürger erkennen, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Volksgruppen Gemeinschaft miteinander haben könnten. Diese Gemeinschaft werde während dem Treffen bewusst in sogenannten Familiengruppen, in denen sich je 20 Teilnehmer aus aller Welt über Glaubens- und Lebensfragen austauschten, praktiziert.

Am Samstag, dem 2. August, kämen die Jugendlichen in die Stadt, um Leipzig kennenzulernen, teilte Mirko Kormannshaus von den deutschen Baptisten mit. Bei der Abendveranstaltung um 19 Uhr auf dem Augustusplatz gehe es auch um die Lebensveränderung von Menschen in Gemza, einem Gebiet im Norden Äthiopiens. Durch einen Spendenaufruf, sollen sie Brunnen mit sauberem Trinkwasser erhalten. Die Weltjugendkonferenz wird am Sonntag, dem 3. August, mit einem Gottesdienst beendet, der live vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) von 10 bis 11 Uhr im Fernsehen übertragen wird.

Die erste Baptistische Weltjugendkonferenz fand 1931 in Prag statt. Nach Houston (Texas), Glasgow (Großbritannien), Harare (Simbabwe) und Hongkong ist in diesem Jahr erstmalig Deutschland Veranstaltungsort. Das alle fünf Jahre stattfindende Großereignis wird vom Baptistischen Weltbund (BWA) organisiert. Gastgeber in Deutschland ist der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) mit seinem Jugendverband, dem Gemeindejugendwerk (GJW). Von den 6.300 Teilnehmern kämen laut Kormannshaus 2.400 aus Deutschland. Außerdem stellten die deutschen Baptisten 650 Freiwillige, die bei der Durchführung der Konferenz mithelfen.

Die Baptisten leiten ihren Namen vom griechischen Wort für "taufen" (baptizein) ab. In Baptistengemeinden werden Menschen getauft, die sich persönlich für den Glauben an Jesus entscheiden und Mitglied einer Ortsgemeinde werden wollen. Die Taufe geschieht durch vollständiges Untertauchen. Die Baptisten sind eine Freikirche, da die Trennung von Staat und Kirche zu ihren Grundprinzipien gehört. Vor rund 400 Jahren entstanden die ersten Baptistengemeinden auf dem europäischen Kontinent. In Deutschland gründete Johann Gerhard Oncken vor 175 Jahren die erste Baptistengemeinde in Hamburg.

Der 1905 entstandene Baptistische Weltbund (Baptist World Alliance – BWA) umfasst 215 Baptistenbünde in 117 Ländern mit 37 Millionen getauften Mitgliedern. Etwa noch einmal so viele nicht baptistisch getaufte Kinder und Freunde gehören den Gemeinden innerhalb des BWA an. Daneben finden sich verschiedene kleinere Baptisten-Vereinigungen und ungezählte freie Einzelgemeinden. Schätzungen zufolge gibt es weltweit insgesamt 110 Millionen Baptisten.

Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind ca. 840 Baptisten- und Brüdergemeinden mit insgesamt rund 84.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Der Bund bildet die größte Freikirche in Deutschland. Das Gemeindejugendwerk kümmert sich deutschlandweit um über 35.000 Kinder und Jugendliche in etwa 2.100 Gruppen, die von 5.000 meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden.
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