Koptischer Papst Shenouda III. feiert 85. Geburtstag

Kairo/Ägypten | 3. August 2008 | APD |

Kairo/Ägypten, 03.08.2008/APD Der koptisch-orthodoxe Papst Shenouda III. feiert am 3. August seinen 85. Geburtstag. Als Patriarch von Alexandrien steht er seit 1971 einer der ältesten und christlichen Kirchen mit weltweit rund 15 Millionen Mitgliedern vor. Der "Papst von Alexandrien und Patriarch der Verkündigungsgebiete des Heiligen Markus", so sein offizieller Titel, ist laut Tradition der 116. Nachfolger des Evangelisten und Schreibers des ältesten Evangeliums Markus.

Das koptische Kirchenoberhaupt ist seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Im Mai reiste er wegen schwerer Nierenprobleme zur medizinischen Behandlung nach Cleveland in die USA. Mitte Juni wurde er nach einem Oberschenkelhalsbruch als Folge eines Sturzes in seiner Wohnung in Kairo erneut in die USA gebracht.

Shenouda III. wurde am 3. August 1923 als Nasir Gayid Rafail in Aboub in der oberägyptischen Provinz Assiut geboren. Er nahm 1948 als ägyptischer Offizier am ersten Palästinakrieg teil, der zur israelischen Unabhängigkeit führte. Dieser Krieg war die Wende in seinem Leben: Der Historiker begann, in Kairo Theologie zu studieren. Nach seinen Studien der Theologie, Geschichte und Archäologie trat er 1954 ins Kloster ein. Der damalige Papst-Patriarch Kyrillos VI. ernannte den 1955 geweihten Priester zu seinem Privatsekretär. 1962 folgte die Bischofsweihe. Am 31. Oktober 1971 wurde er als Shenouda III. zum Oberhaupt der koptischen Kirche gewählt.

Seit der ägyptischen Revolution von 1952 sind fast zwei Millionen koptische Christen ausgewandert. Dadurch entstanden auch in Europa, Nordamerika und Australien koptische Gemeinden. Für sie entsandte der Patriarch Seelsorger und begann vor einigen Jahren, Diözesen zu errichten und Bischöfe zu bestellen. In Deutschland ist Bischof Anba Damian für rund 6.000 Kopten in über zehn Gemeinden und zwei Klöstern zuständig. Hier besteht seit Mai 1980 in Waldsolms-Kröffelbach im Taunus das erste koptische Kloster in Europa. 1991 weihte Papst Shenouda III. die dazugehörige St. Antonius-Kirche. Im Juli 2004 weihte das koptische Oberhaut auch. in Meyrin bei Genf das erste eigene Gotteshaus seiner Kirche in der Schweiz.

Auch in Ägypten hat Shenouda III. in seiner Amtszeit die pastorale Arbeit wesentlich ausgebaut. Schon als Student der Kunstgeschichte unterrichtete er Kinder in der Sonntagsschule. Von seinem Vorgänger wurde er zum Bischof mit der Verantwortung für die ganze Sonntagsschulbewegung bestellt; ein Engagement, das er auch nach seiner Patriarchenwahl 1971 weiterführte. Aus dieser Bewegung gingen viele Berufungen hervor, so dass die fast ausgestorbenen Klöster nun wieder Hunderte Mönche zählen. Zudem gibt es zahlreiche Priesteramtskandidaten.

Aus dem Bestand der koptisch-orthodoxen Kirche gingen hervor: die koptisch-katholische Kirche, die 1895 als eine der mit Rom unierten Kirchen entstand und ein eigenes Oberhaupt im "Patriarchen von Alexandria und dem ganzen Missionsgebiet des heiligen Markus" mit Sitz in Kairo hat, sowie die koptisch-evangelische Kirche, die auf presbyterianische Mission um die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht.
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