Bonn, 16.09.2008/APD   Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, hat kritisiert, dass Christenverfolgungen in außereuropäischen Ländern in der Öffentlichkeit praktisch nicht beachtet würden. Offenbar betrachteten es viele Menschen als Ausdruck von Toleranz über Diskriminierungen und Verfolgungen von Christen hinwegzusehen.

Faktisch laufe dieses öffentliche Desinteresse auf eine Bagatellisierung von Christenverfolgungen und auf die Verweigerung wirksamer Hilfe hinaus, sagte Meyer am 12. September vor dem Hauptausschuss des ZdK in Bonn.

Als Beispiele nannte Meyer die Lage von Christen im Irak und die Ausschreitungen im indischen Bundesstaat Orissa. Dort befänden sich schätzungsweise bis zu 50.000 Christen auf der Flucht vor nationalistischen Hindus. Bei gewalttätigen Zusammenstößen wurden mehrere Menschen getötet und zahlreiche Kirchen, Kapellen und Häuser von Christen zerstört.

„Leider sind nicht wenige in der Politik und in den Medien auf die schäbige Nichtachtung des Leids von Christen noch besonders stolz. Ich nenne diese Haltung weiter Teile der deutschen Öffentlichkeit, eine Schande“, beklagte der ZdK-Präsident und frühere Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen.

Bereits während des Katholikentages 2008 in Osnabrück plädierte Meyer für einen stärkeren Gemeinschaftssinn. Gemeinschaft sei eine lebenswichtige Alternative zu Beliebigkeit und Bindungslosigkeit, zum Zerfall der Gesellschaft sowie zur Enge der Ichbezogenheit. So erinnerte Meyer an die Armen, Entrechteten und Verfolgten in Darfur, Tibet, Birma und Simbabwe.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) steht für die katholischen Frauen und Männer, die sich in Laienräten, Verbänden, Bewegungen, Initiativen und Organisationen aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Kirche in Deutschland beteiligen. Das ZdK ist zusammen mit dem jeweiligen katholischen Ortsbistum Veranstalter der „Deutschen Katholikentage“. Der nächste Katholikentag findet 2012 in Mannheim statt.
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