Berliner Krankenhausseelsorgerin "Frau des Jahres 2008"

Seattle, Washington/USA | 8. Oktober 2008 | APD |

Seattle, Washington/USA, 08.10.2008/APD  Die private Laienorganisation "Association of Adventist Women" (Verband adventistischer Frauen) in Seattle/US-Bundesstaat Washington hat Gabriele Stangl, seit 1996 Seelsorgerin des adventistischen Krankenhauses "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf, zur "Frau des Jahres 2008" gekürt. 1961 in Braunau am Inn/Österreich geboren, unterrichtete die studierte Theologin und Pädagogin am österreichischen Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten Hebräisch, alttestamentliche Fächer und Deutsch für Ausländer, bevor sie Seelsorgerin im adventistischen Seniorenheim "Haus Wittelsbach" im oberbayerischen Bad Aibling und später im Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin wurde.

"Durch die tägliche Konfrontation mit Leid, Krankheit und Tod ist mein Leben noch tiefer, reicher, glücklicher und vor allem dankbarer geworden. Der Tod, den wir in guten Zeiten so perfekt verdrängen, ist mein ständiger Begleiter geworden. Krankheit ist keine Strafe Gottes, sondern wertvolle Zeit, in der ich mein Leben überdenken und korrigieren kann", sagte sie in einem Interview der adventistischen Gemeindezeitschrift "Adventecho". "Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Ich sehe das Leben heute aus einer ganz anderen Perspektive: Gott liebt uns, auch ganz besonders in den dunklen Stunden unseres Lebens."

Schlagzeilen machte die von Gabriele Stangl im September 2000 initiierte "Babyklappe" im Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf, in der verzweifelte Mütter ihr Baby hineinlegen können. Sobald ein Neugeborenes in dieses "Nest" gelegt wird, schlagen Bewegungsmelder und Wärmesensoren Alarm. Dann kann das Baby untersucht und versorgt werden. Später wird das Jugendamt informiert, damit das Kind an Pflegeeltern vermittelt werden kann. Zur "Babywiege", wie sie in "Waldfriede" heißt, gehört ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot, denn nicht selten meldeten sich die Mütter laut Stangl später telefonisch im Krankenhaus, sodass sie sich dann doch für ihr Kind entscheiden würden.
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