"Brot für die Welt" wird 50

Berlin | 17. November 2008 | APD |

Berlin, 17.11.2008/APD   Unter dem Motto "Es ist genug für alle da" startet "Brot für die Welt" am 1. Advent (30. November) mit einem Festgottesdienst in Berlin ihre 50. Aktion. Wie die Direktorin der Hilfsinitiative der evangelischen Landes- und Freikirchen, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, betonte, sei es ein Skandal, dass mittlerweile über 930 Millionen Menschen weltweit hungern würden. Das liege an einer ungerechten Verteilung der Ressourcen. Mit dem Slogan der 50. Aktion solle dieser Skandal erneut thematisiert werden.

Füllkrug-Weitzel zog eine positive Jubiläumsbilanz. In den 50 Jahren seien rund 1,8 Milliarden Euro an Spenden gesammelt und mit ihnen weltweit über 20.000 Selbsthilfeprojekte in den Ländern des Südens finanziell unterstützt worden. "Hunderttausende Menschen haben durch unsere Arbeit eine Chance erhalten, ihr Leben in Würde und Stolz zu führen." Entwicklung brauche aber nicht nur Finanzmittel aus dem Norden, "sondern eine Änderung unserer Außenwirtschafts-, Handels- und Energiepolitik durch eine konsequente Orientierung aller politischen Handlungsfelder an der Armutsbekämpfung und den Rechten der Menschen".

Die Hilfsaktion wurde 1959 in Berlin gegründet. Am 1. Advent riefen die Kirchen zum ersten Mal unter dem Motto "Brot für die Welt" zu Spenden für Arme und Bedürftige in den Ländern des Südens auf. Anlass war eine Hungersnot in Indien, die etwa zwölf Millionen Menschen betraf. Am Ende der Aktion kam die für damalige Verhältnisse beeindruckende Summe von über 19 Millionen Mark zusammen, davon stammten fast 4,8 Millionen Mark aus der DDR. Zu keiner Zeit hatte eine kirchliche Opfersammlung ein besseres Ergebnis erzielt. Die Spendenaktion wurde schnell zu einer dauerhaften Einrichtung gemacht und unter dem Dach des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angesiedelt.

Der Vorsitzende der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Kirchen, Heilsarmee-Kommandeur Horst Charlet, erinnerte daran, dass der erste Aufruf 1959 gegen den Hunger von den evangelischen Freikirchen mit getragen worden sei. Viele Partnerorganisationen von "Brot für die Welt" gehörten in den armen Ländern zu den Freikirchen. Das freikirchliche Engagement werde auch dadurch deutlich, dass "von dem bisherigen 1,8 Milliarden Euro Spendenaufkommen die insgesamt rund 250.000 Mitglieder umfassenden deutschen Freikirchen etwa 3,5 Prozent oder 63 Millionen Euro aufbrachten". Eine einzelne Kirche oder Konfessionsfamilie hätte nicht so wirkungsvoll helfen können.

Angesichts weltweit zunehmender Armut wehrte sich der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, gegen die Behauptung, dass alle Bemühungen, dem Hunger zu begegnen, nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" seien. "Die Größe der weltweiten Not darf uns nicht die Augen für das verschließen, was mit den Mitteln von 'Brot für die Welt' bewirkt wird." Er würdigte, dass sich auch die Freikirchen an der Initiative beteiligten. Der dabei sichtbar werdende breite Konsens unter den evangelischen Christen in Deutschland sei "ein kostbarer Schatz".

Der Festakt zur bundesweiten Eröffnung der 50. Aktion „Brot für die Welt" findet am 29. November im Admiralspalast Berlin statt. Am 30. November überträgt die ARD den Festgottesdienst zur 50. Aktion aus der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg.
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