Ein Kleiderladen ändert ihr Leben

Lentigny/Schweiz | 2. Dezember 2008 | APD |

Lentigny/Schweiz, 02.12.2008/APD   Wenn ihr Ehemann zur Arbeit geht, legt sich Angst um Samodra Sulochana Amarasinghe’s Herz. Die 23-jährige flüstert jedesmal ein stilles Gebet, damit die Götter ihren Ehemann, einen Busfahrer, sicher heimbringen. In einem vom Krieg erschütterten Gebiet in Sri Lanka, wo Terroristen unberechenbare Gewaltverbrechen planen, wurde der öffentliche Verkehr eines der Hauptangriffsziele. Das Leben auf der Straße ist völlig unsicher.

Sulochana und ihr zweijähriges Kind sind völlig vom Einkommen des Ehemannes abhängig. Der Verdienst ist nicht groß, vor allem wenn man, wie er, für ein privates Busunternehmen arbeitet. Das hart verdiente Geld deckt die Haushalts-, Gesundheits- und die persönlichen Kosten nur ganz knapp. Sparen für die Zukunft ist unmöglich. Die auf sie zukommenden Ausbildungskosten ihres Kindes beschäftigen ständig ihre Gedanken. Es ist die Angst der Unsicherheit, die Sulochana dazu bewegte, ihr eigenes Geschäft zu eröffnen.

Kleider und Stoffe zu verkaufen ist nichts Neues für sie. Während ihrer Teenager-Jahre hat sie oft ihrer Mutter geholfen, die einen kleinen Stoffladen führte. Es war schon damals ihr Entschluss, in die Fußtapfen ihrer Mutter zu treten. Sie hatte aber kein Geld, um ihren Traum zu verwirklichen. Es war der richtige Zeitpunkt für sie, dass die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA gerade das Programm für Selbständige "use-to-own" (UTOP) einführte. Mit der Hilfe von ADRA hat sie ihr Geschäft eröffnet.

Zuerst ging sie von Haus zu Haus, um ihre Kleider vorzuführen und zu verkaufen. Doch jetzt, fügt sie stolz hinzu, habe sie regelmäßige Kunden, die in ihr kleines Geschäft kommen, um Kleider zu kaufen. Sie erzählt aufgeregt von den derzeitigen Trends in der Mode und wie sie versucht, ihren Laden immer auf dem neuesten Stand zu halten, was den Stil angeht. Auf die Frage, ob sie in der Lage sei, alle Stücke zu verkaufen, lächelt sie und sagt: "Ja, die meisten."

Mit Freude zeigt sie ihre Buchhaltung, die sie in den ADRA-Trainingsstunden zu führen lernte, und weist auf den Gewinn von 2.000 bis 3.000 Sri-Lanka-Rupien (12 bis 18 Euro) pro Woche hin. Das ist alles Zusatzeinkommen. Ihr Ehemann erhebt keine Einwände, denn ihr Geschäft beeinträchtigt die Haushaltsaufgaben nicht. Der Großteil des Einkommens geht in die Ersparnisse für die Zukunft des Kindes.

Mit Stolz zeigt sie das Schild neben ihrem Haus, welches auf das Geschäft hinweist. Sie hat es selbst entworfen und gemalt. Jeder farbige Pinselstrich ist ein Beweis ihrer Freude an dem was sie tut. Für Sulochana, jene unabhängige selbstbewusste Frau, die mutig einer unvorhersehbaren Zukunft ins Auge schaut, ist das kleine Geschäft nicht nur ein Einkommen.
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