Rolf J. Pöhler, „Hoffnung, die uns trägt. Wie Adventisten ihren Glauben bekennen“, Hrsg. Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Advent-Verlag, Lüneburg, 2008, softcover, 224 Seiten, 5,00 Euro, ISBN 978-3-8150-7710-8.

Eines der ältesten christlichen Glaubensbekenntnisse lautet: „Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.“ Die mit Abstand kürzesten bekenntnishaften Formulierungen jener Zeit enthalten lediglich zwei Worte: „Jesus (ist der) Christus“ und „Christus (ist der) Herr“. Was die ersten Christen in wenigen Wörtern beziehungsweise in einem einzigen Satz bezeugten, entwickelte sich im Lauf der Zeit zu sorgfältig durchdachten und ausformulierten Bekenntnissen, welche die Kernaussagen und -anliegen des christlichen Glaubens immer wieder neu zum Ausdruck brachten.

Bis heute gilt das altkirchliche „Credo“ als gemeinsames Glaubensfundament der Christenheit und wird im wöchentlichen Gottesdienst rezitiert. Siebenten-Tags-Adventisten stimmen diesem Bekenntnis zu, auch wenn es nicht zu ihrer gottesdienstlichen Liturgie gehört. Während der Reformationszeit entstanden weitere Bekenntnisse, in denen die protestantischen Kirchen Rechenschaft ablegten über ihren Glauben und ihre von der vorherrschenden Tradition abweichenden, biblisch begründeten Lehrauffassungen. Auch Adventisten haben ihre Glaubensüberzeugungen in Form von 28 kurzen Artikeln zum Ausdruck gebracht. Sie berufen sich dabei auf den Apostel Petrus, der den Christen seiner Zeit schrieb: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1. Petrusbrief 3,15).

Der Autor Rolf J. Pöhler, Dozent für Systematische Theologie an der adventistischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg, gibt in allgemein verständlicher Weise Auskunft über den Glauben der Siebenten-Tags-Adventisten, der, wie er betont, auch sein eigener Glaube geworden ist. Er erläutert sehr anschaulich anhand der 28 Artikel der Glaubensüberzeugungen der weltweiten evangelischen Freikirche worauf sich der Glaube und die Zuversicht adventistischer Christen gründen und welche Grundwerte sie im Einzelnen vertreten. Dabei werden aber nicht nur die Unterschiede im adventistischen „Credo“ zu anderen christlichen Glaubensbekenntnissen, sondern auch die vielen Gemeinsamkeiten deutlich.

In dem durchgehend vierfarbigen Buch befasst sich jedes Kapitel mit einem anderen Artikel der 28 Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Kapiteln gibt es auch Infokästen mit Erläuterungen zu bestimmten Begriffen und Buchempfehlungen zur Vertiefung einzelner Themen. Pöhler versucht in einem Nachwort den adventistischen Glauben auf den Punkt zu bringen. Im Anhang wird der Text der Glaubensüberzeugungen dokumentiert, und es findet sich weiterführendes Studienmaterial, so zu den Gottesvorstellungen in den Religionen der Welt, wie Adventisten an den dreieinigen Gott glauben lernten, die Bedeutung der Taufe und die Entwicklung der adventistischen Heiligtumslehre. Außerdem werden unter anderem die Begriffe Heiliger Geist, das Böse, das Kreuz, die „Übrigen“ im Neuen Testament, das Gesetz und das neue Jerusalem erklärt. Das Buch schließt mit einem persönlichen Glaubensbekenntnis, das in seinem Aufbau den altkirchlichen Bekenntnissen entspricht.

Holger Teubert
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