Gesundheit erleben beim Kongress christlicher Führungskräfte

Düsseldorf, 27.02.2009/APD   Zu den 270 Ausstellern beim Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf gehört auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, mit einem 300 Quadratmeter großen Informationsstand. Unter dem Motto „Gesundheit ganzheitlich erleben“ können Kongressteilnehmer testen, wie gesund ihr Lebensstil ist. Dabei werden die Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie der Blutdruck ermittelt. Der Harvard-Fitnesstest gibt Auskunft über die körperliche Verfassung, es geht um Gewicht und Körperfett, einen Stresstest sowie die Messung des Lungenvolumens. Wer die Tests durchläuft, kann sein biologisches Alter feststellen und sich über eine gesunde Lebensweise beraten lassen. Entspannen dürfen sich Besucher des Standes bei einer Schulter- und Nackenmassage. Außerdem stellt der DVG sein Kursangebot vor.

Geprägt durch das biblische Menschenbild, sieht der DVG den Menschen als Ganzheit und will zu seinem körperlichen, geistig-seelischen, spirituellen und sozialen Wohlbefinden beitragen. Laut DVG-Geschäftsführer Bernd Wöhner (Ostfildern bei Stuttgart) „sind die Angebote des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege und seiner Regionalgruppen biblisch fundiert, wissenschaftlich untermauert, frei von Esoterik und fördern eine positive Lebenseinstellung“.

Der bereits 1899 gegründete Verein richte sein Augenmerk vor allem auf vermeidbare Krankheiten und biete entsprechende Programme zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung an. Dazu gehöre die Ausbildung zum DVG-Gesundheitsberater und Studienwochen über Ernährungslehre und Lebensmittelkunde, Natürliche Heilmittel, Bewegung/Fitness, Gewichtsmanagement, Sucht und Abhängigkeit, natürliche Lebenskrisen/Depression/Trauer, Stress und Burnout sowie Seelsorge/Menschen verstehen und begleiten. „Gesundheit ganzheitlich erleben“ sei ebenfalls bei dem DVG Urlaubsangebot vom 2. bis 16. August 2009 in einem Alpenhotel in Kärnten möglich. Zur Wiederherstellung und Förderung des seelischen Gleichgewichts gehöre laut Wöhner aber auch der spirituelle Bereich. Daher würden in Düsseldorf am Stand des DVG zum Thema „Nimm Jesus“ auch Fernkurse zum besseren Kennenlernen der Bibel angeboten. Weitere Informationen zum Deutschen Verein für Gesundheitspflege sind im Internet unter www.dvg-online.de zu finden.

Der Kongress christlicher Führungskräfte, welcher noch bis zum 28. Februar stattfindet, wird bereits zum sechsten Mal von der Evangelische Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme veranstaltet.
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Bundestagsabgeordneter zu Gast bei Mittagstisch für Bedürftige

Berlin, 27.02.2009/APD   Der Bundestagsabgeordnete und Justitiar der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Uwe Benneter, besuchte am 26. Februar den Mittagstisch für Bedürftige im Adventhaus der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf. In den Wintermonaten November bis März nutzen bis zu vierzig Personen dienstags und donnerstags den Mittagstisch, dessen Träger das Sozialwerk der Freikirche, das Advent-Wohlfahrtswerk, Ortsgruppe Zehlendorf, ist. In Absprache mit der sich in unmittelbarer Nähe befindenden Evangelischen Paulus Gemeinde gibt es dort an den anderen Werktagen in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk eine warme Mahlzeit.

Der Mittagstisch für Bedürftige und Obdachlose, der im Herbst sein fünfzehnjähriges Jubiläum feiert, finanziert sich allein durch Spenden und wird unter Leitung von Astrid und Gerd Schuster nur von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen adventistischen Gemeinden der Hauptstadt sowie dem Berliner Umland getragen. Benneter, Abgeordneter des Berliner Wahlkreises Zehlendorf-Steglitz, setzte sich zu den Mittagstischgästen und unterhielt sich mit ihnen. Bei einem Rundgang durch das Kirchengebäude informierte er sich zudem über die Gottesdienste und den Glauben der Freikirche.
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Führungskräfte in der Wirtschaft sollen sich an Gottes Geboten orientieren

Düsseldorf, 26.02.2009/APD   Mit 3.600 Teilnehmern ist am 26. Februar der Kongress christlicher Führungskräfte im Congress Center Düsseldorf eröffnet worden. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident, Jürgen Rüttgers, sagte in seinem Grußwort mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise, er vermisse Ideen zur Bewältigung der Krise, bei denen es um Werte gehe. Für ihn habe der Kongress unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ eine wichtige Funktion.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer und Manager des Henkel-Konzerns, Thomas Müller-Kirschbaum (Düsseldorf), mahnte ein „Werte-Hilfspaket“ an. Bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise bestehe die Gefahr, in rein materiell ausgerichteten Hilfsprogrammen für Banken, Konjunktur und Konsum steckenzubleiben. Dies verkenne, dass die Wirtschaftskrise eine Wertekrise sei, die durch übertriebene Gewinnsucht, Hochmut und Habgier entstanden sei. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), rief die Verantwortlichen in der Wirtschaft auf, sich an den Geboten Gottes zu orientieren, um Maßlosigkeit zu vermeiden. Wer sich auf diese feste Basis stelle, werde einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Gütern pflegen.

In Düsseldorf behandeln 60 Seminare aus 15 Themenbereichen unter anderem Wirtschaft und Ethik, Glaube am Arbeitsplatz, christliche Führungsprinzipien, gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, Work-Life-Balance und Persönlichkeitsentwicklung. 270 Aussteller präsentieren sich bis zum 28. Februar mit ihren Dienstleistungen, Produkten und Projekten. Der überkonfessionelle Kongress christlicher Führungskräfte, der nach Fellbach (1999), Kassel (2001), Hannover (2003), Nürnberg (2005) und Leipzig (2007) bereits zum sechsten Mal stattfindet, wird von der Evangelische Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme veranstaltet.
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Finanzkrise führt zu Sparmaßnahmen bei Weltkirchenleitung der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 25.02.2009/APD   Die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, müsse zwar kein Personal entlassen, doch der Einstellungstopp bleibe bestehen, teilte der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz laut der adventistischen Gemeindezeitschrift „Adventecho“ mit. Die ersten Auswirkungen der Rezession machten sich in verminderten Spenden aus den Gemeinden in Nordamerika bemerkbar.

Wie Robert E. Lemon, Schatzmeister der Generakonferenz bekannt gab, habe der Zehnten-Anteil für die Weltkirchenleitung aus den adventistischen Gemeinden Nordamerikas im Jahr 2008 71,5 Millionen US-Dollar (56,75 Millionen Euro) betragen, etwa 0,4 Prozent weniger als im Jahr 2007. „Viele Adventisten geben den ‚biblischen Zehnten‘, also zehn Prozent ihres Einkommens für ihre Kirche. Davon erhält die Generalkonferenz einen bestimmten Prozentanteil für ihre Aufgaben“, erläuterte Lemon. Ziehe man allerdings einmalige, besondere Spenden ab, den einige regionale nordamerikanische Freikirchenleitungen (Vereinigungen) 2007 erhalten hätten, ergebe sich eine Zehntensteigerung von 0,8 Prozent, so Lemon. Dieser Zuwachs habe sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 ergeben. Im letzten Vierteljahr 2008 sei der Zehnteneingang in Nordamerika gegenüber dem Vorjahr um 2,55 Prozent zurückgegangen. An Spenden für die weltweite Mission seien 2008 in Nordamerika 23,8 Millionen US-Dollar (18,9 Millionen Euro) eingegangen: 1,68 Prozent weniger als im Vorjahr. Allein im vierten Quartal wären diese Gaben um 5,77 Prozent zurückgegangen.

Die Zehnten- und Gaben-Eingänge aus den Adventgemeinden außerhalb Nordamerikas seien dagegen, laut Lemon, deutlich gewachsen. „Der Zehntenanteil für die Generalkonferenz betrug im Jahr 2008 20,8 Millionen US-Dollar (16,5 Millionen Euro) gegenüber 17,7 Millionen US-Dollar (14 Millionen Euro) im Jahr 2007. An Missionsgaben kamen 2008 44,7 Millionen US-Dollar (35,5 Millionen Euro) zusammen; 2007 waren es 38,1 Millionen US-Dollar (30,3 Millionen Euro).“

Problematisch seien nach Robert E. Lemon die Auswirkungen der Schwankungen im Wechselkurs des US-Dollars. Vom schwachen Dollar habe die Generalkonferenz im Jahr 2008 größtenteils profitiert: Vom Zuwachs für die Weltkirchenleitung in Höhe von 9,7 Millionen US-Dollar (7,7 Millionen Euro) aus Zehnten und Gaben außerhalb Nordamerikas sei fast die Hälfte (4,6 Millionen US-Dollar/3,65 Millionen Euro) dem Wechselkursgewinn zu verdanken. Doch der während der letzten Monate stärker werdende Dollar vermindere nun die Geldeingänge aus den Gemeinden außerhalb Nordamerikas. Diese Schwankungen im Wechselkurs hätten das Verhältnis der Zehnten und Gaben aus Nordamerika und dem Rest der Welt um etwa zehn Prozent verändert. „Machten im Jahr 2007 die aus Nordamerika für die Generalkonferenz eingegangenen Gelder 69,5 Prozent aus, so waren es im Jahr 2008 59,3 Prozent.“

Die Einnahmesituation der Weltkirchenleitung mache weitere Sparmaßnahmen erforderlich, teilte Lemon mit. „So gibt es im Jahr 2009 keine Gehaltserhöhungen, die Reisekostenbudgets wurden um 20 Prozent gekürzt, geplante Sitzungen und Kongresse werden überprüft und gegebenenfalls abgesagt, die Pläne zur Einführung eines Dokumentenmanagement-Systems (DMS) sind zurückgestellt worden und größere Projekte haben wir gestoppt. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt auf ihre Notwendigkeit überprüft. Ausgenommen davon ist der bereits begonnene Bau eines Fernsehstudios für den adventistischen ‚Hope Channel‘, da die Vertragsstrafe im Falle eines Baustopps enorm wäre.“ Lemon dankte den Angestellten der Generalkonferenz für ihr Verständnis und ihre Treue, denn viele von ihnen beziehungsweise deren Familien und Verwandte hätten unter den Folgen der gegenwärtigen Finanzkrise in den USA zu leiden.
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35.651 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Ostfildern bei Stuttgart, 24.02.2009/APD   35.651 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten gab es am 31. Dezember 2008 in Deutschland. Das sind 274 weniger als im Jahr zuvor. Dazu kommen rund 8.800 Kinder und Jugendliche, die in Gruppen betreut werden. 618 Taufen und Aufnahmen in die Freikirche standen im letzten Jahr 533 Todesfälle, 300 Austritte und Ausschlüsse sowie 39 Abwanderungen ins Ausland gegenüber. Die Zahl der Adventgemeinden erhöhte sich um acht auf 586. Seit dem Tiefstand von 1989 mit 33.998 nahm die Mitgliederzahl bis 2005 auf 36.127 wieder kontinuierlich zu. Der Rückgang in den letzten drei Jahren ist laut Pastor Günther Machel (Ostfildern), dem Vorsitzenden der evangelischen Freikirche in Deutschland, hauptsächlich auf den nachlassenden Zuzug von Adventisten aus der ehemaligen Sowjetunion zurückzuführen. Inzwischen würden sogar mehr Adventisten die Bundesrepublik verlassen, als hier eine Heimat finden.

Die Freikirche, die in jedem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, hat sieben regionale Kirchenleitungen (Vereinigungen), die zum Nord- und Süddeutschen Verband als überregionale Zusammenschlüsse gehören. Sie unterhält das Berliner Krankenhaus „Waldfriede“, die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg, das Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt, mit Gymnasium, Kolleg und Realschule, sowie sechs Grundschulen. Auch das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, Alsbach-Hähnlein, mit Blindenhörbücherei und Internationalem Bibelstudien-Institut, sowie der Advent- und Saatkorn-Verlag, Lüneburg, stehen unter adventistischer Leitung. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) betreut rund 40.000 bedürftige Menschen pro Jahr. Zu ihm gehören fünf Altenpflegeheime, zwei Einrichtungen „Betreutes Wohnen“, ein Seniorenwohnhaus, ein Behindertenwohnheim, vier Kindergärten, eine Fachklinik für Abhängigkeitskranke, ein Wohnheim für Suchtkranke, vier Suchtberatungsstellen, neun Suppenküchen, eine Kleiderkammer, ein Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen, ein Integrationsnetz für Aussiedler, ein Helferkreis für Flüchtlinge und elf psychosoziale Beratungsstellen. Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) verfügt über 57 Regionalgruppen, die Seminare zur Gesunderhaltung (Prävention) sowie Raucherentwöhnungskurse anbieten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland führt humanitäre Maßnahmen in aller Welt durch.
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"Ökumene" ist für die römisch-katholische Kirche "eine Pflicht"

Rom/Italien, 23.02.2009/APD    „Die Position der katholischen Kirche zur Ökumene ist seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil völlig klar“, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, in einem Gespräch mit „Radio Vatikan“. Ökumene sei für die römisch-katholische Kirche nicht eine Option, sondern „eine Pflicht, die in der Botschaft Jesu begründet ist“. Dies gelte auch für den Papst. Er kenne gar keinen anderen Kirchenführer, der „so oft, so eindringlich und so klar“ über die Ökumene spreche und sich zur Ökumene bekenne, betonte Kasper. Dem Papst das Gegenteil zu unterstellen, sei „ungerecht“ und gehe an der Sache vorbei.

Man schlägt den Sack und meint den Esel

Die jüngsten Diskussionen im Zusammenhang mit der Lefebvrianer-Krise seien sehr aggressiv und antirömisch geprägt, beklagte der Kardinal im Radiogespräch weiter. Doch auch hinter den vatikanischen Mauern sei einiges nicht optimal gelaufen: „Man wird zugeben und einräumen müssen: Am Anfang sind dort Versäumnisse und Fehler in der Kommunikation gemacht worden. Das ist eindeutig, das ist klar. Aber die Diskussion, wie sie jetzt etwa in Deutschland läuft, sprengt ja alle Maßstäbe. Was da zum Vorschein kommt, ist nicht nur Kritik an diesem oder jenem Verhalten der Kurie, sondern das ist einfach antirömischer Affekt und zum Teil einfach blanker Kirchenhass“.

Der aus Deutschland stammende Kardinal betonte: „Man macht den Papst lächerlich, nach dem Prinzip: Man schlägt den Sack und meint den Esel. Wenn man den Papst in dieser Weise völlig ungerecht heruntersetzt, dann richtet sich das nicht nur gegen Benedikt XVI., dann richtet sich das gegen die katholische Kirche. Ich meine, die Katholiken müssen jetzt aufstehen und sagen: Das lassen wir uns nicht gefallen, das ist Intoleranz“. Wenn so über den Dalai Lama geredet würde, dann wäre die Empörung sehr groß. Über den Papst so zu reden, sei offensichtlich möglich, bedauerte Kasper. Das gehe nicht, das könnten sich „die Katholiken nicht bieten lassen und das sollten sie auch deutlich sagen“.

Kirchenspaltung durch Pius-Bruderschaft und Trennung durch Reformation Luthers

Zur Bedeutung des Zweiten Vatikanums in der katholischen Kirche von heute, hob Kasper hervor: „Auch die Haltung zum Zweiten Vatikanischen Konzil ist für uns Katholiken und insbesondere für den Papst völlig klar. Der Papst hat sich schon oft auf das Zweite Vatikanum bezogen und gesagt: Das ist die Basis, auf der wir stehen. Ein Zurück ist, auch wenn es der Papst wollte, für ihn ja gar nicht möglich. Darüber kann überhaupt keine Diskussion sein, Jetzt ist die Bruderschaft Pius X. am Zug. Der Papst hat die Exkommunikation aufgehoben mit dem Ziel, einen Dialog über das Zweite Vatikanische Konzil zu eröffnen.“

Der Kurienkardinal betonte weiter: „Man hat der katholischen Kirche schon oft vorgeworfen, dass sie im 16. Jahrhundert mit Luther nicht den Dialog gesucht und Luther sehr schnell gebannt hat. Dadurch erst ist es zur Kirchenspaltung gekommen. Ich will diese These jetzt nicht diskutieren, aber der Papst möchte sich das nicht noch einmal vorwerfen lassen. Er möchte von seiner Seite her alles tun, um einen Dialog zu ermöglichen. Allerdings bin ich besorgt über das Interview vom Leiter der Pius-Bruderschaft, Bischof Fellay, das ich gelesen habe. Es gibt mir Eindruck, dass die Bereitschaft zu einer ehrlichen Diskussion dort nicht gegeben ist. So bin ich über den Ausgang sehr besorgt. Man wird der Pius-Bruderschaft sagen müssen: Ihr müsst jetzt auch vom Hohen Ross herunter. Ihr könnt nicht als Gruppe bestimmen wollen, was am Konzil gültig ist und was nicht gültig ist. Das ist nicht eine katholische Einstellung, das ist im Grunde ein protestantisches Prinzip, von dem ihr euch leiten lasst. Ihr müsst euch jetzt in der Kirche und mit der Kirche einfügen in die Diskussion, die es ja auch in der Kirche über das Zweite Vatikanische Konzil gibt. Also: Die Pius-Bruderschaft ist jetzt am Zug und sie sollte positiv reagieren.“

Römischer Einheitsbegriff mit Ökumenevorstellung anderer Kirchen unvereinbar

Der Begriff „Ökumene“ entspricht nach römisch-katholischem Einheitsverständnis nicht der Basisformel des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Dieser gemeinsame Glaubensgrund aller ÖRK-Mitgliedskirchen lautet: „Der ÖRK ist eine Gemeinschaft von Kirchen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Das römisch-katholische Ökumeneverständnis kommt in der Glaubensüberzeugung zum Ausdruck, dass in ihr die eine Kirche Jesu Christi verwirklicht ist („substitut“). Dieser Glaube schließt zwar nicht aus, auch außerhalb der römisch-katholischen Kirche „vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit“ anzuerkennen, „die als der Kirche Christi eigene Gaben auf die katholische Einheit hindrängen“.

Die römisch-katholische Kirche versteht unter der Ökumenischen Bewegung „Tätigkeiten und Unternehmungen, die je nach den verschiedenartigen Bedürfnissen der Kirche und nach Möglichkeit der Zeitverhältnisse zur Förderung der Einheit der Christen ins Leben gerufen und auf dieses Ziel ausgerichtet sind“ (Dekret über den Ökumenismus „Unitatis redintegratio“, 21.11.1964).

Die katholische Position der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat das Zweite Vatikanische Konzil nur insofern modifiziert, dass die getrennten Christen nicht mehr nur zur „Rückkehr“ unter die päpstliche Zuständigkeit eingeladen wurden, sondern ein gegenseitiger Lernprozess angestoßen wurde. Unabdingbar für das katholische Verständnis von Ökumene bleibt der katholische Begriff der Kirche, einschließlich des päpstlichen Primats. Dazu heißt es in der dogmatischen Konstitution über die katholische Kirche: „Der Bischof von Rom ist als Nachfolger Petri das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen. Die Einzelbischöfe hinwiederum sind sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in ihren Teilkirchen, die nach dem Bild der Gesamtkirche gestaltet sind. In ihnen und aus ihnen besteht die eine und einzige katholische Kirche.“, (Konstitution „Lumen gentium“, Nr. 23) Das vollmächtige Amt hat nach katholischer Lehre zur Bedingung, dass es in der Kette der Sukzession der Nachfolger Petri steht und in Gemeinschaft mit und unter dem Papst wahrgenommen wird.

Zu den bisher als unüberwindbar eingestuften theologischen Hürden zwischen der römisch-katholischen Kirche und den anderen Kirchen zählen: die Beziehung zwischen der Heiligen Schrift als oberster Autorität in Sachen des Glaubens und der Tradition als unerlässlicher Interpretation des Wortes Gottes; das Verständnis der Eucharistie; die Weihe als Sakrament zum Dienstamt in seinen drei Stufen (Bischof, Priester, Diakon); die Bedeutung des kirchlichen Lehramtes und die Jungfrau Maria, Gottesmutter und Ikone der Kirche (Enzyklika „Ut unum sint“, Nr. 79).
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Werte als Schlüsselfaktor erfolgreicher Unternehmensführung

Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf

Düsseldorf, 22.02.2009/APD   Unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ findet vom 26. bis 28. Februar in Düsseldorf der Kongress christlicher Führungskräfte zum Thema Wirtschaft und christliche Werte statt. Erwartet werden rund 3.500 Teilnehmer und über 250 Aussteller. Unter ihnen befindet sich, wie bereits beim letzten derartigen Kongress 2007 in Leipzig, auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Veranstalter des Kongresses ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit der Firma „tempus“ (Giengen bei Ulm).

Laut Veranstalterangaben benötigten Wirtschaft und Gesellschaft verlässliche und zukunftsfähige Werte. Der Bedarf an Orientierung, Motivation und Erfahrungsaustausch wachse. Das Vorurteil, christliche Werte und wirtschaftlicher Erfolg seien Gegensätze, schwinde immer mehr. Werte würden stattdessen zum Schlüsselfaktor für eine nachhaltige erfolgreiche Unternehmensführung.

In Düsseldorf behandeln 60 Seminare aus 15 Themenbereichen unter anderem Wirtschaft und Ethik, Glaube am Arbeitsplatz, christliche Führungsprinzipien, gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, Work-Life-Balance und Persönlichkeitsentwicklung. Zu den Rednern des überkonfessionellen Kongresses christlicher Führungskräfte zählen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, die Erzbischöfe Joachim Kardinal Meisner und Reinhard Marx, Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf, die Unternehmer Claus Hipp, Heinrich O. Deichmann, Friedhelm Lohn und Norman Rentrop sowie die TV-Journalisten Peter Hahne und Markus Spieker.

Die kongressbegleitende Ausstellung präsentiert Unternehmens-, Personal- und Finanzberater, Bildungs-, Freizeit- und Therapieeinrichtungen, Medien, Verlage, Werbeagenturen, Wirtschaftsverbände, Missions- und Hilfswerke, Jugendverbände, Kirchen, Parteien, Versicherungsunternehmen, Reisebüros, Einzelhändler und Automobilhersteller.
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Häuser für arme Familien vor Übergabe

Wien/Österreich, 21.02.2009/APD „Zehn der zwölf Häuser für bedürftige Familien in Jarkovac/Serbien sind fast fertiggestellt. In einigen fehlen noch Bodenbeläge und Möbel, dann sind sie bezugsbereit“, berichtete Dragan Pejovski (Belgrad), Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA. Seit Frühsommer 2008 führt ADRA in der serbischen Autonomen Region Vojvodina ein Hilfsprojekt zur Schaffung von Wohnraum und Einkommen durch. Es wird von der Austrian Development Agency (ADA), dem Kompetenzzentrum für die staatliche österreichische Entwicklungszusammenarbeit, und von ADRA Österreich finanziert.

Ziel ist es, Familien aus den in der Region lebenden Volksgruppen der Serben, Roma, Rumänen, Slowaken und Ungarn, die bisher in feuchten und desolaten Unterkünften lebten, ein besseres Zuhause zu geben. Außerdem erhalten sie Nutztiere. „Jede Familie kann zwischen zwei Ziegen, zwei Schafen, fünf Gänsen oder zehn Hühnern wählen“, erklärte Projektleiterin Ivana Ciric. Dazu wird eine Kurzanleitung in Nutztierhalten und der Vermarktung von Wolle, Milch, Federn, Eiern und Fleisch angeboten. „Das soll den finanziellen Druck in den Haushalten verringern und es manchen Eltern ermöglichen, ihre Kinder in der Erntezeit doch weiter zur Schule zu schicken, anstatt sie als Erntearbeiter einzusetzen.“
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Europaabgeordnete wollen arbeitsfreien Sonntag schützen

Hannover/Brüssel, 20.02.2009/APD   Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Kommission der römisch-katholischen Bischofskonferenzen in der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) und die Kirche von England begrüßen die Initiative einiger Mitglieder des Europäischen Parlaments, eine schriftliche Erklärung „zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags als tragendem Element des europäischen Sozialmodells und Teil des europäischen Kulturerbes“ zur Entscheidung zu bringen. Die von fünf Europaparlamentariern am 2. Februar eingebrachte überparteiliche Resolution gilt als angenommen, wenn die schriftliche Erklärung bis zum 7. Mai von der Mehrheit der 785 Abgeordneten des Europaparlaments unterschrieben wurde.

In den vergangenen Jahren sei der Schutz des Sonntags in zahlreichen Mitgliedstaaten mit dem bloßen Verweis auf Möglichkeiten der Konsumsteigerung weiter verringert worden, beklagen die Kirchen. Arbeitnehmer würden mit einer Zersplitterung ihres Privatlebens konfrontiert, Unternehmen mit einer Umlenkung der Kaufkraft weg von klein- und mittelständischen Betrieben, die ununterbrochene Öffnungszeiten nicht gewährleisten könnten. Daher fordert die von den Europaabgeordneten eingebrachte Erklärung die Mitgliedstaaten und die europäischen Institutionen auf, „den Sonntag in künftigen einzelstaatlichen und EU-Rechtsvorschriften zur Arbeitszeit als wöchentlichen Ruhetag zu schützen, um den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und die Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben zu fördern“.
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Hilfsprojekt in Kambodscha übertrifft alle gesteckten Ziele

Weiterstadt bei Darmstadt, 19.02.2009/APD   Ein Projekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland übertraf in Kambodscha alle gesetzten Ziele. „Geplant waren eigentlich 500 Brunnen, heute liefern in über 50 Dörfern 587 Brunnen frisches Trinkwasser“, teilte ADRA-Pressesprecher Hartmut Wilfert (Weiterstadt) mit. Fünf Dämme zur Wasserregulierung statt der geplanten drei zeigten einen guten Umgang mit den anvertrauten finanziellen Mitteln. Dazu kämen zwei Teiche und 700 Latrinen. „Geplant waren lediglich 500, doch wichtig sind sie alle.“ Wie bei ADRA üblich, seien die Familien auch über den Umgang mit den technischen Einrichtungen unterwiesen worden. Mit den Schulungen hätten die Ausbilder immerhin 6.300 Haushalte, 1.500 mehr als geplant, erreicht. Da Bildung frühzeitig einsetzen sollte, habe das Hilfswerk an fünf Schulen besondere Unterrichtseinheiten zu Gesundheitsfragen eingerichtet.

Bei allen Maßnahmen hätten die Einheimischen mitarbeiten müssen. „Das galt für die Ziehbrunnen mit sechs bis zehn Metern Tiefe ebenso wie für die sieben gebohrten Brunnen, die zwischen 34 und 48 Meter tief sind“, informierte Wilfert. Die meisten Brunnen befänden sich in privatem Besitz. Ein Wasserkomitee verwalte sieben Brunnen, erhebe Nutzungsgebühren und sorge für die Wartungs- und Pflegearbeiten.

„Immer wieder belächelt und dennoch ganz wesentlich für die Gesundheit der Menschen ist der Latrinenbau“, betonte Wilfert. Wenn die Einwohner diese Zusammenhänge erst einmal erkannt hätten, engagierten sie sich in erstaunlicher Weise. „So haben 31 Prozent der Eigentümer die relativ schlicht gebauten Häuschen sogar verfliest.“ Viele hätten die Grundfläche von 150 auf 160 Zentimeter erweitert und sich einen zweiten Raum angebaut, um ein „Bad“ für die Familie zur Verfügung zu haben. „Wir schulten alle Latrinenbesitzer, wie sie das Auffangbecken leeren und reinigen müssen oder wie sie beschädigte Porzellanschüsseln reparieren können.“ Auch das Instandsetzen der aus Naturstoffen gebauten Latrinen sei ihnen beigebracht worden, da diese aufgrund des feuchten Klimas Schaden nehmen könnten.

Ein ADRA-Gesundheitsausbilder hätte in 53 Dörfern etwa 30.000 Personen unterrichtet, so Wilfert. „Auf anschauliche Weise machte er den Menschen die Zusammenhänge zwischen Hygiene, Händewaschen, Essenzubereitung und den weit verbreiteten Krankheiten verständlich.“ Damit die Reisfelder kontrolliert bewässert werden könnten, seien Dämme notwendig. „Nachdem die fünf Dämme instand gesetzt waren, konnten insgesamt 3.960 Hektar Reisfelder bewässert werden. Für 2.996 Familien bedeutet dies, dass sie rund 2.000 Tonnen mehr Reis haben und für die gesamte Bevölkerung die Sicherung der Ernährung verbessert wurde.“

In zwei Dörfern sei es nicht möglich gewesen, Brunnen zu bauen. „Die Anlage von Teichen schaffte aber einen sinnvollen Ausweg.“ Sie seien 40 Meter lang, 30 Meter breit und vier Meter tief. Selbst im April, dem trockensten Monat, stünde der Wasserpegel immer noch bei 1,50 Metern. Ohne diese Möglichkeit müssten Frauen und Kinder lange Wege auf sich nehmen, um Wasser für den täglichen Gebrauch herbeizuschaffen. Die Teiche versorgten nun 280 Familien, etwa 1.020 Menschen, das ganze Jahr über mit Wasser. 
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Erste Hilfe nach Buschfeuer in Australien

Ringwood, Victoria/Australien, 18.02.2009/APD   Für die Betroffenen der Buschfeuer im australischen Bundesstaat Victoria hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien 150.000 Australische Dollar (78.000 Euro) zur Verfügung gestellt. Bei den verheerenden Bränden sollen 300 Menschen getötet und 1.800 Häuser zerstört worden sein.
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Biographie des Neurochirurgen Ben Carson verfilmt

Professor Carson im Sommer zu Vorlesungen in Tübingen

Lüneburg, 17.02.2009/APD   Am 7. Februar zeigte der US-Kabelsender TNT die Filmversion der Autobiographie von Professor Dr. Benjamin S. Carson „Begnadete Hände“, teilte Pastor Elí Diez-Prida, Leiter des Advent-Verlages Lüneburg, mit. Cuba Gooding Jr., afro-amerikanischer Schauspieler und Oscar-Preisträger, spielt darin die Rolle des berühmten Neurochirurgen und Kimberly Elise stellt Sonya Carson, Ben Carsons Mutter, dar.

Dr. Ben Carson, wie er genannt wird, stammt aus einem Ghetto in Detroit/Michigan. Im Alter von 32 Jahren wurde er 1984 zum Chef der Neurochirurgie am berühmten John-Hopkins-Hospital in Baltimore/Maryland gewählt. Er war damit der jüngste Chefarzt in den USA. Weltruhm erlangte der heute 57-Jährige, als er im September 1987 mit einem 70-köpfigen Team in einer 22-stündigen Operation die am Kopf zusammengewachsenen Binder-Zwillinge aus Ulm erfolgreich trennte. Carson erhielt in der Zwischenzeit 38 Ehrendoktortitel und Dutzende nationaler Auszeichnungen.

Seine Biographie „Gifted Hands: The Ben Carson Story“, die er mit Cecil Murphey schrieb, erschien 1994 in deutscher Sprache unter dem Titel „Begnadete Hände“ im Advent-Verlag Lüneburg und wurde zum Bestseller. Nach fünf Auflagen übergab der Verlag die Lizenz an Gerth Medien. Zwei Jahre später erschien ebenfalls im Advent-Verlag sein zweites Buch „Think Big!“ mit dem Titel „Nimm dir Großes vor!“. Sein bisher letztes Buch „Take the Risk“ kam im Herbst 2008 als Koproduktion zwischen dem Hänssler- und dem Advent-Verlag unter dem Titel „Das Ziel heißt leben“ heraus.

Dr. Ben Carson ist praktizierender Siebenten-Tags-Adventist und lebt mit seiner Frau Candy, seinen drei Söhnen und seiner Mutter im US-Bundesstaat Maryland, wo sie die Spencerville Adventist Church in Silver Spring besuchen. Vom ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush wurde Dr. Carson mit der „Presidential Medal of Freedom“ unter anderem für seine Stiftung „Carson Scholars Fund“ geehrt, die an begabte Studenten Stipendien vergibt. 2004 berief Bush den Mediziner in das nationale Ethikgremium „The President‘s Council on Bioethics“.

Im Zusammenhang mit dem Erscheinen seines Buches „Das Ziel heißt leben“ führte die Frankfurter Rundschau im Januar ein Interview mit Dr. Carson über das Abwägen von Risiken, das irrationale Sicherheitsdenken vieler Menschen und den Zustand der heute fünfjährigen Lea aus Lemgo, die 2004 die Trennung von ihrer siamesischen Zwillingsschwester Tabea überlebte. Der Mediziner freue sich sehr, dass Lea, nach der Operation so gut wie blind, sich inzwischen mit erstaunlich geringen Behinderungen gut entwickle und keine Medikamente mehr regelmäßig einnehmen müsse: „Irgendwann wird es sicher nötig sein, den Schädelknochen neu zu formen, abhängig vom Stand der Entwicklung. Aber wir können heute erwarten, dass sie ganz normal zur Schule gehen und später ein unabhängiges Leben führen wird.“

Seiner Ansicht nach habe das derzeitige Bestreben, jedes Risiko auszuschließen, bereits irrationale Züge angenommen. Im Blick auf die erheblichen Entschädigungssummen, die in den USA bei ärztlichen Kunstfehlern erstritten würden, sagte Dr. Carson: „Ich kenne Kollegen, die riskante Fälle ablehnen, weil sie Angst vor einer möglichen Klage haben. Ich hoffe, dass die neue Regierung in dieser Sache mit mehr Verstand handelt. Wir brauchen ein System, das den wirklich Betroffenen hilft, nicht nur den Anwälten.“

Vom 13. bis 19. Juli 2009 wird Professor Carson Vorlesungen in der Klinik für Neurochirurgie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen halten. Eingeladen wurde er von Professor Dr. med. Marcos Tatagiba, dem Leiter der Tübinger Neurochirurgie. 1963 in Brasilien geboren und wie Dr. Carson Adventist, absolvierte er seine Facharztausbildung in Hannover, wo er auch habilitierte. Seit Ende 2003 leitet er die Neurochirurgische Universitätsklinik Tübingen. Wie der Deutsche Verein für Gesundheitspflege DVG (Ostfildern bei Stuttgart), eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, mitteilt, wird voraussichtlich am Sonntag, 19. Juli 2009, eine öffentliche Veranstaltung mit Dr. Ben Carson in Tübingen stattfinden.
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"Religionsrat" diskutiert in Österreich Demokratieverständnis von Islam-Religionslehrern

Wien/Österreich, 16.02.2009/APD   Das 2006 gegründete „Forum abrahamitischer Religionen“ (FAR) in Österreich, eine Art „Religionsrat“, hat sich am 10. Februar mit der Kontroverse um islamische Religionslehrer und deren mangelndes Bekenntnis zur Demokratie befasst.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die öffentliche Debatte um islamische Religionslehrer, welche durch Bekanntwerden höchst problematischer demokratiefeindlicher Einstellungen ausgelöst wurde. Der Soziologe und Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide ermittelte in einer schriftlichen Umfrage im Rahmen seiner Dissertation Demokratie-Defizite unter islamischen Lehrern.

Gemäß Umfrage lehnen 14,7 Prozent die österreichische Verfassung ab, 13,9 Prozent halten die Teilnahme an Wahlen für nicht mit dem Islam vereinbar und 28,4 Prozent sehen einen Widerspruch darin, gleichzeitig Moslem und Europäer zu sein. Außerdem haben 37 Prozent keine theologische und 41 Prozent keine pädagogische Ausbildung. Unter den islamischen Religionslehrern halten auch 18,2 Prozent die Todesstrafe bei Apostasie, also dem Abfall vom islamischen Glauben, für gerechtfertigt. Immerhin haben noch 8,5 Prozent Verständnis dafür, wenn Gewalt zur Verbreitung des Islam angewendet wird.

Die Forums-Mitglieder informierten sich gegenseitig über geplanten Maßnahmen des Bildungsministeriums, den aktuellen Konflikt mit einem „Fünf-Punkte-Programm“ zur Demokratisierung der muslimischen Religionslehrer zu lösen.

Mit dem zuständigen Ministerium habe die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) vereinbart, dass es für alle muslimischen Religionslehrer und
-lehrerinnen ab Herbst 2009 neue Arbeitsverträge geben werde, in deren Präambel ein Ja zu Demokratie, zur Bundesverfassung und zur Allgemeinen Erklärung der Menschrechte ausgesprochen werde.

Nach eigenen Angaben zählt die IGGÖ derzeit 420.000 Mitglieder. Davon erhalten 50.664 Schüler und Schülerinnen islamischen Religionsunterricht. Die Arbeit der Religionslehrer und -lehrerinnen wird von acht Religionsinspektoren beaufsichtigt. Neben der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche ist der Islam in Österreich die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Die gesetzliche Anerkennung des Islams, heute vertreten durch die Islamischen Glaubensgemeinschaft, geht auf das Islamgesetz von 1912 zurück.

Zu den Zielen des „Forums abrahamitischer Religionen“ gehört insbesondere die gegenseitige Wahrnehmung von Gläubigen der drei monotheistischen Religionen auch durch Kontakte zwischen Religionslehrern und Schülern zu fördern. Das Forum trifft sich turnusgemäß im September 2009 zu einem weiteren Gedankenaustausch.
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Gefahr einer Parallelkirche Beweggrund für Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvrianer-Bischöfe

Rom/Italien, 15.02.2009/APD   Der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, Jesuitenpater Federico Lombardi, hat bei einer Begegnung mit österreichischen Medienvertretern, die unter Führung des Grazer Bischofs und Referent für Medienfragen der österreichischen Bischofskonferenz, Egon Kapellari, in Rom waren, in der Vorwoche die Beweggründe für die Aufhebung der Exkommunikation der vier lefebvrianischen Bischöfe noch einmal klargestellt. Bei den Lefebvrianern sei die Sorge des Papstes, dass die „illegal, aber gültig“ geweihten Bischöfe eine Parallelkirche aufbauen. Daher wollte der Papst einen ersten Schritt setzen und mit der Aufhebung der Exkommunikation „die Hand zum Gespräch reichen“. Die Aufhebung der Exkommunikation bedeute aber keine „Rehabilitierung“, sondern der Anfang eines Gesprächsprozesses. In den Gesprächen mit der „Pius-Bruderschaft“ gehe es jetzt um die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Autorität der Päpste ab Johannes XXIII. als Vorbedingung für eine Rückkehr der „Pius-Bruderschaft“ in die römisch-katholische Kirche.

Pater Lombardi wies gleichzeitig darauf hin, dass man keinen Vergleich zwischen den Lefebvrianern und etwa der „Befreiungstheologie“ ziehen könne. Bei den Lefebvrianern bestehe wegen des Aufbaus einer eigenen Hierarchie die Gefahr der Entstehung einer Parallelkirche; die „Befreiungstheologen“ hätten keinerlei Schritte in diese Richtung unternommen.

Nach Ansicht des deutschen Philosophen Robert Spaeman wolle Benedikt XVI. als Papst in die Geschichte eingehen, der Spaltungen aufhebe und sie nicht noch vertiefe. Genau dabei aber sei man dem Papst „mit einer beispiellosen Medienkampagne in die Quere gekommen und redet davon, er umarme die Traditionalisten und gehe rückwärts anstatt vorwärts“, kritisierte Spaemann in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Während viele andere Beobachter nicht daran glaubten, dass die „Pius-Bruderschaft“ zu einem sachlichen Dialog bereit sei, gehe Spaemann davon aus, dass es bald Gespräche geben werde. Der „Knackpunkt“ dabei, so der Philosoph, liege in der Erklärung des Konzils über die Religionsfreiheit: „Sie ist der größte ‚Stein des Anstoßes‘. Deswegen müssen die Gespräche, die jetzt bevorstehen, sich darauf beziehen“. In Fragen der Liturgie dagegen sei der Papst den Lefebvrianern „ja aus vollem Herzen entgegengekommen“. Denn er sei der Meinung, „dass die alte Liturgie nicht einfach verboten gehört“.

Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, erklärte in einen Interview mit dem „Deutschlandfunk“ es sei „unglücklich“, dass der Klärungsprozess mit der Leugnung des Holocausts durch den lefebvrianischen Bischof Richard Williamson gekoppelt gewesen sei. Das sei eine eigene Tragödie, so Lehmann. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn der Papst zuerst die verbindlichen Bedingungen formuliert hätte, unter denen eine Aufhebung der Exkommunikation vollzogen werden könne. Dazu gehöre etwa die volle Annahme des Zweiten Vatikanischen Konzils, betonte der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Er könne als Bischof den Papst verstehen, der „einfach niemand verlieren möchte“ und deshalb auch bereit sei, etwas zu riskieren. Durch die Aufhebung der Exkommunikation habe er dies gezeigt. „Wenn er aber darauf im Grunde genommen von den Lefebvrianern nur höhnische Antworten bekommt, dann ist eigentlich die Entscheidung schon gefallen“, so Kardinal Lehmann wörtlich.
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Bessere Lebensbedingungen für 100.000 Landbewohner in Mosambik

Maputo/Mosambik, 11.02.2009/APD   Die Einkommenssituation und den Gesundheitszustand von über 100.000 Landbewohnern in der Küstenregion von Mosambik möchte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in den nächsten drei Jahren verbessern. In den Distrikten Mocuba, Maganja da Costa, Ile, Pebane und Lugela der Zambezia Provinz werden die Bauern angeleitet, ihre Felder effektiver zu bebauen, die Ernten besser zu lagern und selbst zu vermarkten. Dazu gehört auch die Bereitstellung von ertragreicherem Saatgut.

In den Dörfern sollen Freiwillige als Gesundheitsmultiplikatoren ausgebildet werden, um ihre Kenntnisse über Hygiene, abwechslungsreiche Ernährung, Nahrungsmittelzubereitung, Stillen von Babies und Gesundheitsvorbeugung den Bewohnern zu vermitteln. Kinder sollen gesündere Nahrungsmittel und eine bessere medizinische Betreuung erhalten. Brunnen sollen instand gesetzt und zur Förderung sauberen Trinkwassers mit Handpumpen versehen werden. Auch der Bau von Latrinen ist vorgesehen. Verantwortliche werden eingesetzt und geschult, um die Brunnen und Latrinen instand zu halten.

Um den Dorfbewohnern zu helfen, besser auf Naturkatastrophen, wie Trockenheit, Überschwemmungen und Zyklone, vorbereitet zu sein, wird ein Frühwarnsystem eingerichtet. Dazu werden in den Dörfern sogenannte Gefahrenbewältigungs-Komitees gebildet und in Krisenmanagement ausgebildet. Von den Kosten für das Gesamtprojekt trägt die Internationale Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID) zwölf Millionen US-Dollar (9,2 Millionen Euro) und ADRA International eine Million US-Dollar (769.000 Euro).
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Wozu dient das Leitbild der Siebenten-Tags-Adventisten?

Lüneburg, 10.02.2009/APD   Seit dem 25. April 2004 gilt für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ein Leitbild. Eine Zwischenbilanz findet sich dazu in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift für die deutschsprachigen Adventisten „Adventecho“. Pastor Willie Schulz (Hannover), Leiter der Abteilung Evangelisation und Gemeindeaufbau im Norddeutschen Verband der Freikirche, gibt Anstöße zur konkreten Verwirklichung des Leitbildes auf der Ebene der Ortsgemeinden. An Beispielen wird erläutert, wie die adventistischen Freikirchenleitungen in der Bundesrepublik das Leitbild in ihrem Verantwortungsbereich in die Tat umzusetzen versuchen. Außerdem betont Christian Badorrek, Pastor der neu gegründeten Adventgemeinde „Lifeline“ in Herne, die Bedeutung eines Leitbildes für die Einheit der Gemeinde.

Die Februar-Ausgabe des „Adventecho“ enthält auch ein Interview mit dem Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Pastor Mark Finley (Silver Spring, Maryland/USA), zu Mission und christlichen Lebensstil, ein Bericht zu den Ergebnissen der europäischen „Valuegenesis“-Studie über Glaubensvermittlung im adventistischen Elternhaus sowie ein Resümee von Generalkonferenz-Präsident Jan Paulsen zu seinen Gesprächsrunden mit Jugendlichen aus aller Welt.

Zudem begann in dieser Ausgabe, passend zum Calvinjahr, eine Serie über das Leben und die Theologie des Reformators Johannes Calvin (1509-1564). Sein Geburtstag jährt sich 2009 zum 500. Mal.
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Decken und Schulsachen für Flüchtlinge im Kongo

Goma/Demokratische Republik Kongo, 09.02.2009/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat an über 3.500 Flüchtlingsfamilien nahe der Stadt Goma in der Nord Kivu Provinz im Osten der Demokratischen Republik Kongo 2.800 Wolldecken, Unterrichtsmaterial für 850 Schülerinnen und Schüler sowie 4.000 Tragetücher für Babies verteilt. Die Kosten von 50.000 Euro trugen die ADRA-Organisationen in Norwegen, Schweden, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und Kenia.
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Medienerziehung beginnt im Kinderzimmer

Stuttgart, 08.02.2009/APD   Vor dem Hintergrund des Prozesses gegen den sogenannten „Chatroom-Mörder“ hat Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), zu einem bewussteren Umgang mit den eigenen Daten im Internet aufgerufen.

Laut der aktuellen „Jim-Studie“ unter 12- bis 19-Jährigen chatten fast die Hälfte der Internetnutzer zumindest selten, 29 Prozent sogar mehrmals pro Woche oder häufiger im Netz. 49 Prozent der jugendlichen Chatroom-Nutzer hätten angegeben, dass sie von Fremden nach persönlichen Informationen, wie Adresse, Telefonnummer oder Namen, befragt worden seien. Auch wenn die Anzahl der persönlichen Kontakte in Form von Telefonaten (27 Prozent) oder realen Treffen (20 Prozent) im Vergleich zu 2007 rückläufig sei, berichteten immerhin 13 Prozent der Jugendlichen, die einen neuen „Freund“ aus dem Internet getroffen hätten, von einer eher unangenehmen Begegnung.

Beim Chatten seien einige Grundregeln zu beachten: Ein gesundes Misstrauen dem Chatpartner gegenüber wäre sicher nicht verkehrt. Der eigene „Spitzname“ sollte un-verfänglich sein und nicht so viel über den Surfer verraten. In guten Chats gebe es immer Moderatoren. Eine unangenehme Kommunikation sollte sofort abgebrochen, der Moderator benachrichtigt werden. Vorsicht sei geboten, wenn persönliche Daten oder Fotos angefordert würden. Auch ein persönliches Treffen beinhalte große Gefahren.

Generell gelte, dass sich Eltern dafür interessieren sollten, in welchem Chat ihre Kin-der unterwegs seien und mit wem sie kommunizierten. Medienerziehung finde bereits im Kinderzimmer statt, so Thomas Langheinrich. „Nur wenn Erwachsene wissen, wo die Untiefen im Web lauern, können sie diese gemeinsam mit den Kindern umsurfen.“

Tipps und Ratschläge zum richtigen Umgang mit Chats liefern Homepages, wie www.jugendschutz.net und www.chatten-ohne-risiko.de.
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"Hoffnung, die uns trägt"

Rolf J. Pöhler, „Hoffnung, die uns trägt. Wie Adventisten ihren Glauben bekennen“, Hrsg. Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Advent-Verlag, Lüneburg, 2008, softcover, 224 Seiten, 5,00 Euro, ISBN 978-3-8150-7710-8.

Eines der ältesten christlichen Glaubensbekenntnisse lautet: „Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.“ Die mit Abstand kürzesten bekenntnishaften Formulierungen jener Zeit enthalten lediglich zwei Worte: „Jesus (ist der) Christus“ und „Christus (ist der) Herr“. Was die ersten Christen in wenigen Wörtern beziehungsweise in einem einzigen Satz bezeugten, entwickelte sich im Lauf der Zeit zu sorgfältig durchdachten und ausformulierten Bekenntnissen, welche die Kernaussagen und -anliegen des christlichen Glaubens immer wieder neu zum Ausdruck brachten.

Bis heute gilt das altkirchliche „Credo“ als gemeinsames Glaubensfundament der Christenheit und wird im wöchentlichen Gottesdienst rezitiert. Siebenten-Tags-Adventisten stimmen diesem Bekenntnis zu, auch wenn es nicht zu ihrer gottesdienstlichen Liturgie gehört. Während der Reformationszeit entstanden weitere Bekenntnisse, in denen die protestantischen Kirchen Rechenschaft ablegten über ihren Glauben und ihre von der vorherrschenden Tradition abweichenden, biblisch begründeten Lehrauffassungen. Auch Adventisten haben ihre Glaubensüberzeugungen in Form von 28 kurzen Artikeln zum Ausdruck gebracht. Sie berufen sich dabei auf den Apostel Petrus, der den Christen seiner Zeit schrieb: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1. Petrusbrief 3,15).

Der Autor Rolf J. Pöhler, Dozent für Systematische Theologie an der adventistischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg, gibt in allgemein verständlicher Weise Auskunft über den Glauben der Siebenten-Tags-Adventisten, der, wie er betont, auch sein eigener Glaube geworden ist. Er erläutert sehr anschaulich anhand der 28 Artikel der Glaubensüberzeugungen der weltweiten evangelischen Freikirche worauf sich der Glaube und die Zuversicht adventistischer Christen gründen und welche Grundwerte sie im Einzelnen vertreten. Dabei werden aber nicht nur die Unterschiede im adventistischen „Credo“ zu anderen christlichen Glaubensbekenntnissen, sondern auch die vielen Gemeinsamkeiten deutlich.

In dem durchgehend vierfarbigen Buch befasst sich jedes Kapitel mit einem anderen Artikel der 28 Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Kapiteln gibt es auch Infokästen mit Erläuterungen zu bestimmten Begriffen und Buchempfehlungen zur Vertiefung einzelner Themen. Pöhler versucht in einem Nachwort den adventistischen Glauben auf den Punkt zu bringen. Im Anhang wird der Text der Glaubensüberzeugungen dokumentiert, und es findet sich weiterführendes Studienmaterial, so zu den Gottesvorstellungen in den Religionen der Welt, wie Adventisten an den dreieinigen Gott glauben lernten, die Bedeutung der Taufe und die Entwicklung der adventistischen Heiligtumslehre. Außerdem werden unter anderem die Begriffe Heiliger Geist, das Böse, das Kreuz, die „Übrigen“ im Neuen Testament, das Gesetz und das neue Jerusalem erklärt. Das Buch schließt mit einem persönlichen Glaubensbekenntnis, das in seinem Aufbau den altkirchlichen Bekenntnissen entspricht.

Holger Teubert
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20 Jahre ADRA Nepal

Kathmandu/Nepal, 06.02.2009/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Nepal arbeitet seit 20 Jahren in dem Himalajastaat. Als das Hilfswerk 1988 mit drei Mitarbeitern begann, konnte das Büro noch im Haus des damaligen Direktors von ADRA Nepal, Paul Dulhunty, untergebracht werden. Seitdem wurden für Projekte im Land 19,2 Millionen Euro aufgewendet.

1988 begann das Hilfswerk mit dem Bau vom fast 200 Wohnungen für Leprakranke in Khokana, einem Dorf in Zentralnepal. Bei einem weiteren Projekt ging es um die Entfernung von sogenannten Hasenscharten (Oberlippenspalten) und des Wolfsrachens (angeborene Gaumenspalte) durch ehrenamtliche Ärzte. Sie operierten über 3.100 Kinder und Erwachsene. Gegenwärtig kümmert sich ADRA um die medizinische Versorgung von etwa 25.000 Menschen, die 2008 von dem Hochwasser des Flusses Koshi an der indisch-nepalesischen Grenze betroffen waren. Im November 2008 begann ein Projekt zur Eindämmung von Geschlechtskrankheiten in drei abgelegenen Distrikten im Westen Nepals mit fast 27.000 Bewohnern. Außerdem gibt es Initiativen zur Einkommensverbesserung von Benachteiligten, zum Schreiben und Lesen lernen von Frauen, zur Gesundheitsvorsorge und zur Familienplanung.

In der Hauptstadt Kathmandu befindet sich das ADRA-Zentralbüro. Außerdem unterhält das Hilfswerk 15 Zweigstellen mit insgesamt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. ADRA Nepal arbeitet in 35 Distrikten aller fünf Regionen des Landes.
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Jetzt fordern auch katholische "Priesterinnen" die Rücknahme der Exkommunikation

Washington-Linz, 05.02.2009/APD   Die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der lefebvristischen „Priesterbruderschaft Pius X.“ durch die vatikanische Bischofskongregation hat jetzt auch Hoffnungen am anderen Ende des katholischen Spektrums geweckt. Die internationale Organisation „Römisch-katholische Priesterinnen“ (RCWP) forderte nach Angaben von Kathpress jetzt Papst Benedikt XVI. auf, auch das Dekret über die Exkommunikation gegen „alle Mitglieder unserer Bewegung“ aufzuheben.

„Dies wäre ein Akt zur Versöhnung und Gerechtigkeit gegenüber Frauen in der Kirche“, betonte die Priesterinnen-Bewegung RCWP in einer Medienerklärung. Zudem wäre es ein Schritt, „die Behandlung der Frauen als Kirchenmitglieder ‚zweiter Klasse‘ seitens der institutionellen Kirche zu korrigieren“.

Kirchenrechtler meinen allerdings, dass es Unterschiede zwischen den Lefebvrianern und den „Priesterinnen“ gibt. Denn der französisch-senegalesische Erzbischof Marcel Lefebvre und die von ihm ohne Einverständnis des Papstes zum Bischof geweihten Priester erfüllten zumindest formal die Voraussetzungen für die Weihehandlung.

Bei den erstmals 2002 auf einem Donauschiff an der österreichisch-bayrischen Grenze „geweihten“ Frauen und ihren Nachfolgerinnen fehlten dagegen sämtliche vom Kirchenrecht geforderten Bedingungen.

Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger erklärte als Präfekt der Glaubenskongregation, „dass die Kirche gemäß dem Apostolischen Schreiben ‚Ordinatio sacerdotalis‘ von Johannes Paul II. keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu erteilen, und dass sich alle Gläubigen endgültig an diese Entscheidung zu halten haben'“. Die „Weihe“ der „Priesterinnen“ sei „die Simulation eines Sakramentes und deshalb ungültig und nichtig“. Sie stelle einen schweren Verstoß gegen die göttliche Verfassung der Kirche dar. Weil der „weihende“ Bischof einer schismatischen Gemeinschaft angehört hatte, handle es sich darüber hinaus „um ein schweres Vergehen gegen die Einheit der Kirche“.

Die vatikanische Glaubenskongregation erklärte 29. Mai 2008 in einem allgemeinen Dekret zum Thema „Frauenordination“ (Decretum generale de delicto attentatae sacrae ordinationis mulieris), dass alle, die versuchten, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, automatisch exkommuniziert seien. Dasselbe gelte sinngemäß für die betroffenen Frauen. Von der Exkommunikation seien auch Gläubige betroffen, die den mit Rom unierten Kirchen angehörten.

Zur Gültigkeit von Priesterweihen für Frauen erklärte der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Angelo Amato: „Sie sind von vornherein ungültig, und das bedeutet, dass sie nichtig sind. Es handelt sich nämlich nicht um ‚Ordinationen‘ im eigentlichen Sinn. Denn die kanonische Richtlinie 1024 der Kirche besagt, dass „die heilige Weihe nur für einen getauften Mann gültig ist“. Die Kirche fühle sich nicht berechtigt, den Willen ihre Stifters Jesu Christi zu ändern, so Amato weiter, auch wenn das nicht der Sichtweise anderer christlicher Konfessionen entspreche.
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"Evangelikal" keine Selbstbezeichnung für evangelische Freikirchen

Wustermark-Elstal bei Berlin, 04.02.2009/APD   Der Vorstand der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ist besorgt , dass Asylbewerber aus islamischen Ländern, die Christen geworden sind, von deutschen Gerichten einer Glaubensprüfung unterzogen werden. Für völlig inakzeptabel hielten es die Freikirchen, wenn solchen Christen empfohlen werde, ihren Glauben für sich zu behalten, um einer möglichen Bedrohung im Heimatland zu entgehen. Das Urteil des Freiburger Verwaltungsgerichtes zum Fall eines iranischen Flüchtlings vom November 2008 werde dagegen ausdrücklich begrüßt, betonte die Vorsitzende der VEF, die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner, während der Sitzung des VEF-Vorstandes im Zentrum des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Wustermark-Elstal. Das Urteil, in dem das Verwaltungsgericht eine Abschiebung verhinderte und keine Geheimhaltung des Glaubens erwartet, wurde erst jetzt bekannt.

Aufgrund aktueller Diskussionen in den Medien beschäftigte sich der Vorstand auch mit der Frage, ob sich seine Mitgliedskirchen und -bünde als „evangelikal“ bezeichneten. Da dieser Begriff unterschiedlich definiert und eingesetzt werde, könne er laut Bischöfin Wenner nicht pauschal als Selbstbezeichnung für die VEF-Mitglieder gebraucht werden. Weiteres Nachdenken zur eigenen Positionsbestimmung und einer klareren Kommunikation in die Öffentlichkeit hinein sei notwendig.

Zur VEF gehören derzeit 14 Mitglieds- und Gastkirchen, die nach eigenen Angaben in Deutschland insgesamt etwa 275.000 Mitglieder haben, mit ihren Gottesdiensten und Versammlungen aber rund eine Million Menschen kontinuierlich erreichen.
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Sauberes Trinkwasser für 5.300 Menschen in Myanmar

Weiterstadt bei Darmstadt, 03.02.2009/APD   Mit dem Projekt „Wasserversorgung für Inlandvertriebene und Gastgemeinden“ hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA 5.300 Menschen in Myanmar (Birma) mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen versorgt. Es handelt sich um 16 Dörfer der Regionen Laokai und Namtit Townships im Nördlichen Shan Staat, die aus ihren Siedlungen vertriebene Einheimische aufnahmen.

„Bei dem Ende Januar ausgelaufenden Hilfsprojekt ging es nicht nur um sauberes Trinkwasser, sondern auch darum, die Dorfbewohner anzuleiten, ihr Hygieneverhalten nachhaltig zu ändern“, betonte Hartmut Wilfert (Weiterstadt), Pressesprecher von ADRA Deutschland. Die Finanzierung des Hilfsprojekts in Höhe von 380.000 Euro sei durch die Europäische Union sichergestellt worden. Die Dorfbewohner hätten beim Anlegen von Gräben sowie dem Verlegen von Rohren und Leitungen mitgeholfen. Gleichzeitig habe ADRA Schulungen über Abwasser- und Abfallentsorgung durchgeführt, um die Situation in den 16 Dörfern nachhaltig zu verbessern. Dabei hätten die dort lebenden Frauen eine wichtige, zusätzliche Aufklärungsarbeit geleistet, so Wilfert. „Da sie in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert genießen, konnten sie die erlernten Sachverhalte weitergeben und so zu einem besseren Hygieneverhalten beitragen.“
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Schweizer Sondermarke zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin

Bern/Schweiz, 02.02.2009/APD   Zum 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin (1509-1564) wird die Schweizerische Post am 5. März eine 1-Franken-Sondermarke herausgeben. Der Genfer Humanist und Theologe gehört neben Martin Luther und Ulrich Zwingli zu den großen Reformatoren des 16. Jahrhunderts.

Die vom 53-jährigen Grafikdesigner Laurent Donner (La Chaux-de-Fonds) gestaltete Calvin-Briefmarke symbolisiert mit drei steinernen Elementen (Gesicht Calvins von der Statue des Reformationsdenkmals, Turm der Kathedrale Saint-Pierre und Fassadenausschnitt der „Maison Mallet“) den historischen Charakter des Themas und zeigt die Dimension und Unvergänglichkeit des reformatorischen Erbes von Calvin.

Johannes Calvin, eigentlich Jean Cauvin, wurde am 10. Juli 1509 im französischen Noyon (Picardie) als Sohn des Notars des dortigen Domkapitels geboren. Nach humanistisch-theologischen Studien in Paris absolvierte er in Orléans und Bourges ein Rechtsstudium, das er 1531 mit dem Lizentiat abschloss. Zu jener Zeit kam er mit den reformatorischen Lehren Martin Luthers in Berührung. Wegen seiner Bekehrung zum Protestantismus musste Calvin Frankreich 1535 verlassen. Er predigte heimlich die neuen Lehren, entkam nur knapp einer Verhaftung und war immer wieder auf der Flucht. Seine Reisen führten ihn in die Schweiz und nach Italien.

Auf seiner Flucht kam er 1535 nach Basel, wo er zum ersten Mal auf Heinrich Bullinger und Guillaume Farel traf. Im Jahre 1536 gab er in Basel sein Werk „Unterweisung in der christlichen Religion“ (Originaltitel: Institutio Christianae Religionis) heraus. Im gleichen Jahr hielt ihn auf einer seiner Durchreisen der Prediger und Reformator Guillaume Farel in Genf fest und beschwor ihn, sich dort für die Sache der Reformation einzusetzen.

Der Theologe beteiligte sich in Genf aktiv an der Reorganisation der politischen und sozialen Institutionen der Stadt und kämpfte für ein gerechtes Verhältnis von Staat und Kirche. Seiner Initiative verdankt die Rhonestadt das Collège und die Académie, zwei heute renommierte höhere Schulen in Genf.

Calvin demokratisierte auch die Kirchenämter. Er durchbrach das Machtmonopol des Bischofs und des Priesters. Neben dem Pfarrer führte er die Ämter des Diakons, des Ältesten und des theologischen Lehrers ein. Er schuf damit die Voraussetzungen für ein demokratisches System bei der Aufgabenverwaltung einer kirchlichen Gemeinschaft.

Calvins Theologie wurzelt in der paulinisch-augustinischen Tradition. Ihre zentralen Themen umfassen den Glauben an die absolute Souveränität Gottes sowie die Lehre von der Rechtfertigung ausschließlich aus dem Glauben. Calvin betonte Gottes uneingeschränkte Herrschaft, das Wesen der Auserwählung und Prädestination, die negativen Konsequenzen von Stolz und Ungehorsam, die Autorität der Bibel und die Bedeutung des christlichen Lebenswandels. Der Reformator entwickelte auch eine politische Ethik, bei der durch leistungsorientiertes Engagement versucht werden sollte, begangene Sünden durch gottgefällige Taten zu sühnen.

Von Genf aus brachte Calvin die Reformation nach Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, Polen, Italien und Ungarn. Bis zu seinem Tod am 27. Mai 1564 gab es bereits rund 100.000 reformierte Christen calvinistischer Prägung. Der Calvinismus ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des Protestantismus.
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Altkatholische Erklärung zur Rehabilitation von Traditionalisten-Bischöfen

Prag/Tschechien, 01.02.2009/APD   Die vom 25. bis 31. Januar in Karlik bei Prag tagende Internationale Altkatholische Bischofskonferenz (IBK) der Utrechter Union hat während ihrer jährlichen Sitzung eine Erklärung zur Aufhebung der Exkommunikation von Bischöfen der Priesterbruderschaft St. Pius X: verabschiedet. Die vier Bischöfe waren 1988 nach der illegalen Weihe durch den Reformgegner, Erzbischof Marcel Lefebvre, aus der Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche ausgeschlossen worden. In der altkatholischen Stellungnahme heißt es: „Mit Betroffenheit und Unverständnis hat die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz die Nachricht vernommen, dass Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von vier Lefèbvre- Bischöfen aufgehoben hat. Damit wird deutlich ein Weg fortgesetzt, der hinter die Reformen und Grunderkenntnisse des zweiten Vaticanums zurückführt, die auch von altkatholischer Seite begrüßt wurden. Wir denken dabei insbesondere an die Anerkennung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit.“

Besonders die Einbeziehung des Traditionalistenbischofs Richard Williamson in das Dekret hat bei den altkatholischen Bischöfen Unverständnis hervorgerufen. Der Brite leugnet die Existenz der Gaskammern und das volle Ausmaß des Völkermordes an den Juden während des Dritten Reiches. Dazu heißt es in der Erklärung: „Überdies erfüllt uns mit Scham und Trauer, dass sich unter den Rehabilitierten ein Holocaust-Leugner befindet. Damit setzt der Papst, dessen Stimme in der Öffentlichkeit oft als wichtigste Stimme der Christenheit wahrgenommen wird, nicht nur ein verheerendes Signal der Missachtung der Opfer. Mit dieser päpstlichen Maßnahme wird auch der hoffnungsvoll begonnene jüdisch-christliche Dialog nachhaltig beeinträchtigt.“

Die 1889 durch den Zusammenschluss der altkatholischen Bischöfe der Niederlande, Deutschlands und der Schweiz gegründete Internationale Altkatholische Bischofskonferenz (IBK) ist das verbindende Organ der so genannten Utrechter Union. Die Bischöfe der Mitgliedskirchen treffen sich jährlich zu einer Vollversammlung um aktuelle Anliegen zu besprechen.

Da die Utrechter Union keine Rechtsgemeinschaft, sondern eine freie Verbindung selbständiger altkatholischer Kirchen ist, hat die Bischofskonferenz keine kirchenrechtlichen Vollmachten in den einzelnen Ortskirchen, das heißt, sie kann sich nicht in die internen Angelegenheiten der Ortskirchen einmischen oder Entscheidungen treffen, die von den Ortskirchen nicht mitgetragen werden.

Den Vorsitz der Internationale Altkatholische Bischofskonferenz führt der Erzbischof von Utrecht, Joris August Odilius Ludovicus Vercammen. Er ist der 83. Bischof von Utrecht seit dem Heiligen. Willibrord (658-739) und als Erzbischof von Utrecht Primas der Alt-Katholischen Kirche.

Die Altkatholische Kirche entstand 1871 als Protest gegen die Dogmen des Ersten Vatikanischen Konzils der römisch-katholischen Kirche über die Unfehlbarkeit und den Jurisdiktionsprimat des Papstes. Auch das 1854 verkündete Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Marias wird abgelehnt. Die Entscheidungen des Konzils von Trient (1545-1563) wie die seitherigen päpstlichen Erlasse werden an der Heiligen Schrift und der Lehre der Alten Kirche gemessen. So wurde beispielswiese 1878 für die Priester die vorgeschriebene Ehelosigkeit (Zölibat) als ein biblisch nicht begründbares Kirchengesetz abgeschafft, da die ehelose Lebensform keine Bedingung für die Übernahme kirchlicher Ämter und Aufgaben sei. Auch Frauen können das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Die Altkatholische Kirche zählt in Deutschland etwa 25.000 Mitglieder.
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