Fachtagung zum deutschen Gesundheitssystem in Friedensau

Friedensau bei Mageburg | 18. Mai 2009 | APD |

Friedensau bei Mageburg, 18.05.2009/APD   Es sei etwas untypisch, wenn sich eine theologische Hochschule mit Gesundheitsfragen befasse, betonte Professor Dr. Johann Gerhardt, Rektor der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, in seiner Einführung zur Fachtagung "In Sorge um das Gesundheitssystem". "Doch die Sorge um die Gesundheit ist etwas echt Theologisches, denn der Mensch muß ganzheitlich betrachtet werden." Deshalb habe Friedensau auch einen sozialwissenschaftlichen Studienzweig, und nächstes Jahr sollen in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus "Waldfriede" (Berlin-Zehlendorf) Pflege- und Gesundheitswissenschaften als weiterer Fachbereich hinzukommen. Gesundheit habe in Friedensau schon bei der Gründung eine große Rolle gespielt. "1899 wurde hier der Deutsche Verein für Gesundheitspflege zur Herstellung von alternativen, gesunden Lebensmitteln gegründet. Außerdem entstand ein Sanatorium, das 1920 nach Berlin verlegt wurde und heute als Krankenhaus 'Waldfriede' bekannt ist." An diese Tradition wolle die Hochschule mit der Fachtagung anknüpfen, so Gerhardt.

Zu der Veranstaltung trafen sich rund 30 Vertreter aus Medizin, Medizinsoziologie, Gesundheits- und Rechtswissenschaften. "Zunehmend prägen strukturelle und finanzpolitische Aspekte den Blick auf das Gesundheitssystem. Deshalb werden vermehrt die Fragen diskutiert, welche Leistungen künftig bezahlbar sind und wie viel Solidarität noch erwartet werden kann. Die Sorge um das Gesundheitssystem wächst", erläuterte Gastgeberin Professorin Dr. Dr. Silvia Hedenigg, Leiterin des Studiengangs "Sozial- und Gesundheitsmanagement" an der Friedensauer Hochschule, das Anliegen der Fachtagung.

Die Teilnehmer diskutierten Fragen der ganzheitlichen Vorsorge, der strukturellen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem und die Herausforderungen durch die alternde Gesellschaft. Zu den Referenten zählten unter anderem Professor Dr. med., Dr. h.c. Günter Henze, Direktor der Klinik für Pädiatrie an der Berliner Charité, Professorin Dr. phil. Adelheid Kuhlmey, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie am Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften (Berlin), Christoph von Mohl, Vorstandsmitglied der Stiftung Vorsorgedatenbank, Dresden, und Bernd Quoß, Geschäftsführer des Berliner Krankenhauses "Waldfriede".
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